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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von petraschua 14.03.06 - 16:41 Uhr

Hallo!

Mir ist da etwas doofes passiert.
Ich hatte da so einen Anruf ob ich Produkttesterin werden möchte. Zuerst hat sich das ganze toll angehört (ich Schnarchnase), ich habe dann auch meine Bankverb. angegeben, habe dann aber im Laufe des Gespräches doch noch einen Rückzieher gemacht und abgelehnt.
Das Ganze sollte 7Euro im Monat kosten. Nun haben die mir 84 Euro fürs ganze Jahr abgezogen. Ich natürlich zurückgebucht und jetzt erhalte ich eine Mahnung. Insgesamt 102Euro.
Telefonisch ist da niieemmaannd zu erreichen.
Hat jemand eine Ahnung wie ich mich verhalten soll?
Kann mir jemand definitiv meine Rechte sagen?
ich habe keine Ahnung wohin ich mich wenden kann.

Weiß bitte jemand Rat???
Gruß!
Petra (die Dumpfbacke)

Beitrag von luise.kenning 14.03.06 - 16:57 Uhr

Hallo Petra,

fast jeder fällt irgendwann mal auf Nepper, Schlepper, Bauernfänger rein... das erstmal zum TRost...


Ich bin zwar kein Anwalt, aber Jura-Studentin, lasse mich aber von fertigen Anwälten gern berichtigen...

Wenn Dein Einkommen gering ist, kannst Du beim Amtsgericht deines Wohnortes Beratungskostenhilfe beantragen, sodass Dich eine Beratung beim Anwalt nix kostet.

Aber nun zur Sache: Die wollen dich anscheinend auf einen geschlossenen Vertrag festnageln, was ja auch den anschein hat, denn sonst hätten sie ja deine bankverbindung nicht.

Dass die dich natürlich auf ein Jahr festlegen wollen, ist klar: die wollen kohle scheffeln.. auch die hohen mahngebühren halte ich für etwas übertrieben. das problem ist, dass du da ganz schlecht was beweisen kannst. Du kannst es natürlich darauf ankommen lassen, ob die ihre forderung tatsächlich geltend machen wollen, und auch schreiben (immer oer einschreiben, quittung aufheben!), dass du widerrufst bzw. kündigst, aber das problem ist, das ganze in letzter konsequenz zu beweisen... die könnten dir nen mahnbescheid schicken und du könntest widerspruch einlegen und das ganze würde ganz normal vor einem amtsgericht verhandelt werden... bei geringem einkommen kannst du prozesskostenhife beantragen...

gut ist immer, sich in solchen fällen mal an die verbraucherschutzzentrale zu wenden... die haben häufig mehr infos... denn du wirst nicht die erste schnarchnase sein....

magst du den namen des unternehmens nennen?

Luise

Beitrag von petraschua 14.03.06 - 17:17 Uhr

Hallo Luise!

Erstmal vielen Dank für Deine schnelle Antwort!

Hab ich denen schon quasi eine Zusage gemacht nur weil die meine BV haben? Die haben doch keine Unterschrift und garnix von mir. Die könnten theoretisch auch meine BV aus`m Internet haben.

Die Firma heisst "EuMedien".

Gruß!
Petra

Beitrag von luise.kenning 14.03.06 - 17:31 Uhr

Hallo petra,

verträge können mündlich oder schriftlich sein... wenn du ein brötchen kaufst, schliesst ja auch nen kaufvertrag ab....und der ist mündlich..

es gibt zwar ein fernabsatzgesetz, welches vielleicht greifen könnte... sag bitte nochmal, worum es sich genau gehandelt hat. wofür solltest du als verbraucher 7 € pro monat zahlen?


Luise

Beitrag von luise.kenning 14.03.06 - 17:32 Uhr

schau mal hier:

http://www.delico.de/forum/thread.php?threadid=8690


Luise

Beitrag von luise.kenning 14.03.06 - 17:41 Uhr

und hier:


http://www.chip.de/c1_forum/thread.html?bwthreadid=900637

also mein rat: wenn die nochmals abbuchen: zurückbuchen.

per einschreiben darauf hinweisen, dass kein vertrag zustande gekommen ist. falls dies doch der falls ein sollte, gemäss fernabsatzgesetz widerrufen und im falle einer vertsichenen widerrufsfrist kündigen.

alles per einschreiben!!
das ist ein höchst unseriöser haufen.

Luise

Beitrag von mari_g 14.03.06 - 17:45 Uhr

Das Problem ist, dass wenn man telefonisch, mündlich oder schriftlich dem Vertragsabschluss zugestimmt hat, der Vertrag wirksam ist. Zumindest sagt das die Verbraucherzentrale siehe meinem Zitat in der vorhergehenden Antwort.

Beitrag von petraschua 14.03.06 - 17:57 Uhr

Hallo Luise!

Was ist ein Fernabsatzgesetz?

Petra

Beitrag von flocke123 14.03.06 - 20:46 Uhr

Hallo,

nur zur Info, damit Du Dich nicht blamierst;-): Das Fernabsatzgesetz gibt es nicht mehr, es ist aufgegangen in §§ 312 c, d BGB. Die genauen Vorschriften zum Widerruf und zur Frist habe ich Dir weiter oben schon beantwortet.

VG
Susi

Beitrag von mari_g 14.03.06 - 17:38 Uhr

Hier etwas wichtiges was die Verbraucherzentrale rät:

Zitat:
Welche Möglichkeiten haben Verbraucher, die sich am Telefon zum Vertragsabschluss überreden ließen?

· Unaufgeforderte Anrufe zu Werbezwecken sind gegenüber Privatpersonen unzulässig. Sollte der angerufene Teilnehmer aber seine telefonische, mündliche oder schriftliche Zustimmung zum Vertragsabschluss gegeben haben, ist der Vertrag trotzdem wirksam.

Also den Vertrag unbedingt per Einschreiben/Rückschein innerhalb der Widerrufsfrist von 14 Tagen widerrufen und ggf. die Einzugsermächtigung zurückziehen.

· Abgebuchte Beträge so bald wie möglich durch die Bank zurückbuchen lassen.

· Bei Warensendungen durch EuMedien trotz Widerrufs: Annahme verweigern. Sollten die Warenproben versehentlich angenommen worden sein, besteht aufgrund des Widerrufs keine Rücksendepflicht und kein Anspruch seitens der Firma.
Quelle: http://www.verbraucherzentrale-berlin.de/vz/html/modules/xfsection/article.php?page=1&articleid=428



Auch hier was interessantes zu dem Unternehmen:
http://www.netzeitung.de/wirtschaft/ratgeber/379326.html

Hier mal AGBs von denen:
http://www.produkte-testen.de/bedingungen.asp

Beitrag von petraschua 14.03.06 - 17:48 Uhr

Hallo mari q und Luise!

Erstmal vielen lieben Dank für Euere Bemühungen!

Da ich nicht der Meinung war einen Vertrag abgschlossen zu haben, habe ich natürlich auch nicht innerhalb von 14 Tagen widerrufen.
Ich hab natürlich keine Ahnung ob ich nun tatsächlich bezahlen muss.
Morgen rufe ich mal bei der Verbraucherzentrale an.

Vielen vielen Dank!

Petra

Beitrag von flocke123 14.03.06 - 20:44 Uhr

Hallo,

keine Panik; die Widerrufsfrist läuft erst, nachdem man Dich - und zwar in schriftlicher Form, auch bei Fernabsatzverträgen - über Dein Widerrufsrecht belehrt hat.

Da das wohl nicht der Fall war, kannst Du den Widerruf auch jetzt noch erklären.

Das ganze ergibt sich aus §§ 312 c Abs. 2, 312 d (2) BGB.

Ich würde Dir ein Einschreiben empfehlen.

VG
Susi