Über Elternabend im KiGa

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von maxi7 14.03.06 - 23:56 Uhr

Hallo,

heute Abend war mal wieder EA. Es wurde eine weitere "Etappe" der Aktion Faustlos vorgestellt(Kinder sollen lernen, Konflikte zu bereden statt zu erschlagen). Das finde ich sehr gut. Wir als Eltern sollten überlegen, wie Konflikte zw.Kindern und Eltern früher ausgetragen wurden. Ich selbst bin auch so aufgewachsen: nicht diskutieren, Mund halten oder es gibt was - und es gab nicht wenig! Aus diesem Grund habe ich mir geschworen, meinen Sohn nie zu schlagen, weil ich weiß noch genau, wie ich mich jedes Mal gefühlt habe. Auch habe ich zu meinen Eltern eigentl. überhaupt kein Verhältnis, sie sind mir mehr od.weniger egal. Ich liebe mein Kind und mache es anders. Auf diesem EA jedenfalls stellte sich heraus, wie viele Eltern ihre Kinder schlagen, damit sie Respekt lernen sollen(und reden darüber, als ob es nichts schlimmes wäre!). Ein Vater (Polizist!) überläßt seiner Tochter, ob sie sich für Schläge oder eine Std. in ihrem Zimmer entscheidet. Eine andere Mutter hat ihre Kinder jetzt soweit "erzogen", dass meistens schon ein Blick genügt, damit die Kinder still sind (sie diskutiert doch nicht mit einer 4jährigen). Sagt mal, bin ich so blumig im Kopf? Na klar gibt es Situationen, in denen man sich vergessen könnte. Aber das geht doch auch anders finde ich. Ich hatte auf dem EA das Gefühl, dass es mir fast peinlich sein müsste, dass ich mein Kind nicht mit der nötigen körperlichen Härte erziehe!!! Ich war ziemlich erschüttert. Wie denkt Ihr?

LG
Yvonne + Max (4 schlägefreie Jahre alt)

Beitrag von rose1980 15.03.06 - 07:09 Uhr

Hallo Yvonne!

Ich denke da genauso wie du!! Ich bin damals von meiner Mutter ziemlich häufig geschlagen worden.
Ich HASSE sie dafür! und ich will nicht das meine Kinder mich hassen.
Schläge sind unter aller sau, egal in welcher form.

Ich denke aber, das keine Mutter und kein Vater sich davon frei sprechen können, das es nicht vielleicht mal passiert (der berühmte klapps auf dem po)
Mir ist es auch mal passiert, und ich fühlte mich nachher sooooo mies!! ne, das will ich nicht!

Es gibt andere möglichkeiten seine Kinder zu anständigen Menschen zu erziehen!!
Bei uns klappt es, und bei anderen die ihre Kinder nicht schlagen bestimmt auch!

Liebe Grüsse rose1980

Beitrag von magda6 15.03.06 - 07:46 Uhr

Hallo,

tja, Menschen gibts...#augen. Also, nun zu uns. auch ich wurde früher mit körperlicher Härte bestraft. Mußte mir selbst den Stuhl zum Drauflegen hinstellen, und so mancher Kochlöffel ging zu Bruch. Die letzte Prügel habe ich mir mit 16 eingefangen.:-[ Von meinem stiefvater... ohne Worte.
Ich bin da gleicher Meinung mit Dir. so anstrengend es auch ist, aber es geht auch ohne schläge. Dazu muss ich sagen, daß meine Kinder auch schon einen KLAPS auf den Hintern bekommen haben. Aber NIE mehr. Bevor ich Kinder hatte, habe ich mir gewünscht, daß ich eine Mutter werde, die auch Freundin ist. Das meine Kinder zu mir kommen, wenn sie Probleme haben. Und nie um Gottes willen Angst vor mir haben brauchen. Nunja, die Erziehungszeit ist noch lange nicht abgeschlossen, aber ich glaube, mit viel Geduld und Spucke und einer ganzen Menge starker Nerven kann man das schaffen. #schwitz

LG
magda

Beitrag von malira70 15.03.06 - 07:57 Uhr

hallo,

ich bin auch gegen schlagen......ABER....hast du schonmal mit einem 16 jährigem diskutiert???? nicht auszuhalten!!! man sollte schon von kleinaufan achten, dass nicht alles stundenlang diskutiert wird und es gibt sachen...da gibt es keine komprisse, da wird nicht rumdiskutiert. festgelegte regeln müssen eingehalten werden, sonst tanzen einem die lieben kleinen auf dem kopf rum. leider ist kindererziehen etwas ganz schwieriges und jeder weiß es besser und jedes kind ist anders.....was bei meinem sohn wirkt, juckt meiner tochter überhaupt nicht.

aber schläge schüren hass und erziehen zur gewalt.

Beitrag von denny79 15.03.06 - 08:53 Uhr

Die Schläge, die ich in meiner Kindheit bekommen habe, kann ich an einer Hand abzählen - von daher sage ich eher, ich bin nicht geschlagen worden! Und ich muss dazu sagen, ich habe diese "klapse" - Schläge waren es nicht, es tat nicht weh und wurde nicht blau oder so - wirklich zu diesem Zeitpunkt verdient. Ansonsten ging bei uns alles über´s reden und wir Kinder waren gleichberechtigt, durften unsere Meinung sagen etc. Respekt haben meine Eltern sich durch andere Weise verdient - dadurch, dass wir uns gegenseitig vertrauen können. Meine Schwester und ich haben ein sehr, sehr gutes und intensives Verhältnis zu meinen Eltern - sie sind mein ein und alles. Ich gehe z.B. nie, ohne Kuss zu geben oder so. Meine Freundinnnen haben mich immer um meine Eltern beneidet und tun es auch heute noch. Also meine Antwort dazu ist, ich würde meine Kinder auch nicht schlagen, zumindest NIE in´s Gesicht oder Rücken oder mit Gegenständen etc, aber im "Ernstfall" einen Klapps auf den Po (der NICHT WEH TUT) finde ich gerechtfertigt. Es hat mir als Kind gezeigt, dass ich eine Grenze überschritten habe. Es sollte nicht zur Gewohnheit werden - wie gesagt, ich bin sehr selten "geklapst" worden und es hatte den gewünschten Effekt: ich habe begriffen, das ich etwas sehr schlimmes gemacht habe. Viel schlimmer finde ich dagegen ECHTE anti-authoritäre Erziehung. Was man damit d. Kindern antut ist grausam: man hat im Leben immer Vorgesetzte (Lehrer, Chefs etc) und wenn ich von zu Hause aus mitbekomme, dass ich vor niemandem Respekt haben muss... nee nee.

Beitrag von connystraum 15.03.06 - 08:51 Uhr

Hallo!

Es gibt ganz andere Mittel als schlagen!!!

mein 4jähriger ist ein Dickkopf ohne ende, wo ich mich auch oft zusammennehmen muss um nicht sauer zu werden, aber schlagen würde ich ihn niemals deswegen. Wir haben uns einen Hocker genommen und wenn er es zu bunt treibt, dann darf er da von 3 - 5 Minuten schmorren und nachdenken. Er bekommt dann meine Eieruhr und wenn die klingelt darf er aufstehen.

Regeln sind aber generell wichtig und man sollte schon von anfang an dafür sorgen, dass sie auch eingehalten werden!!!!! Sonst braucht man mit dem 16jährigen nicht mehr diskutieren....... Aber das geht auch ohne Hauen!

Ich dneke , ausrutschen kann einem die Hand immer mal, das ist nun mal so. Auch Eltern sind nur Menschen und keiner Maschinen, die sich an ein Schema anpassen! Solange es bei mal ausrutschen bleibt und nicht zu richtigen Schlägen motiert ist es wohl nicht schön, aber in Grenzen!!!

Der verurteile, der ohne Schuld ist!!!!!!!

Conny

Beitrag von max_guevera 15.03.06 - 09:38 Uhr

Ich denke, dass sich der Berufsstand der Psychotherapeuten in ca. 15 bis 20 Jahren eine goldene Nase verdienen wird.
Körperliche und seelische Misshandlung, Vernachlässigung, die m.E. schon früher beginnt als man häufig meint und Überforderung der heutigen Kinder wird Erwachsene hervorbringen, die entweder ihr Leben nicht auf die Reihe bekommen oder irgendwann durchknallen.
Die Erziehungsauffassung mancher Eltern verursacht bei mir eine Gänsehaut *schüttel*.
Gruß
Max

Beitrag von danni64 15.03.06 - 10:44 Uhr

Hallo Max,

da muss ich dir widersprechen,wenn du es so verallgemeinerst.

Ich bin als Kind auch viel geschlagen worden und es wurde auch als Erziehungsmethode bei uns Zuhause angewendet worden. Meine Mutter hatte eine lockere Hand und hat mit allem geschlagen,womit man konnte.

Mein Po sah oft schlimm aus und ich konnte kaum sitzen.

Aber zu sagen,dass solche Menschen ihr Leben nicht auf die Reihe bekommen oder durchknallen ist falsch.

Ich habe mein Leben auf die Reihe bekommen und bin sehr stolz,auf das,was ich in meinem Leben schon geschafft habe.
Und auch durchgeknallt bin ich nicht,ich würde niemals einem anderen Menschen sehr weh tun.

Ich bin eher zu feinfühlig und denke zuviel an andere und weniger an mich. Das ist wohl der einzige Fehler,den ich dadurch davon getragen habe.

LG Danni !!!!

Beitrag von max_guevera 15.03.06 - 11:10 Uhr

Ich habe bewusst übertrieben, das ist richtig. Ich bin der Überzeugung, dass diese Kinder an den Konsequenzen des elterlichen Erziehungsstils zu knapsen haben.
Du schreibst selbst, dass du mehr an andere denkst als an dich. Du wirst damit einer gewissen Freiheit und Lebensfreude beraubt. Wir wurden als Kinder nie geprügelt, trotzdem ist meine Schwester depressiv und in Therapie, weil sie sich immer minderwertig fühlte, um Anerkennung gekämpft hat und auch zu viel an andere dachte, als an sich selbst. Sie wurde schamlos ausgenutzt.
Das meine ich unter anderem damit "sein Leben nicht auf die Reihe bekommen". Das hat nicht zwangsläufig mit beruflichem Erfolg bzw. Misserfolg zu tun.
Und nochwas: Natürlich kannst du stolz auf dich sein und es ist bemerkenswert, welche Einstellung du hast.
Gruß
Max

Beitrag von danni64 15.03.06 - 10:35 Uhr

Hallo Yvonne,

ich denke,das muss man mit zweierlei Mass messen.

Wenn ich schlage,um mir Respekt zu verschaffen,dann sehe ich es als das allersetzte an. Auch wenn ein Kind entscheiden muss,ob es Schläge will oder lieber ins Zimmer. Diese Eltern dürfen kein Recht haben,Kinder zu haben.

Wenn ich aber im Stress bin und die Kinder mal wieder keine Grenzen kennen und man mit einem Klaps auf den Po handelt,ist es für mich was anderes.

Wenn ich bewusst schlage,dann mache ich es,um das Kind zu demütigen und das ist grausam fürs Kind. Kenne es aus meiner Kindheit auch und sowas vergisst man nicht.
Wenn es aber einen Klaps gibt,dann ist es nicht so schlimm fürs Kind,denn das Kind merkt,nun hat es die Grenzen überschritten.

Auch meine Kinder wachsen gewaltfrei auf. Sie haben auch schon einen Klaps bekommen und hinterher sitze ich da und schäme mich. Ich nehme meine Kinder in den Arm und entschuldige mich auch. Wir schmusen dann und die Welt ist wieder okay.

Eine Mama ist auch nur ein Mensch und hat auch eine Grenze,davon kann sich keiner freisprechen.

Es ist keine Entschuldigung,es sollte und darf nicht passieren,ist es mir aber schon.

Ich mache es nicht gewollt,als Erziehungsmethode und das ist es,was ich damit meine.
Wer das als Erzeihungsmethode anwendet,muss sich nicht wundern,wenn seine Kinder später nichts von ihm wissen wollen.
Meine Kinder lieben mich und ich meine Kinder,das zeigen wir uns täglich,so denke ich,habe sie von einem Klaps keinen Schaden genommen. Ich denke auch,sie spüren,dass ich es nicht gemacht habe,um sie bewusst zu verletzen und das ist wichtig.

Eltern,die ihre Kinder bewusst gewaltätig erziehen,denen sollte man sie weg nehmen.

Das ist meine Meinung dazu .

Liebe Grüsse von Danni !!!!

Beitrag von flocke123 15.03.06 - 11:00 Uhr

Hallo,

ich sehe Schläge nicht als Erziehungsmethode an.

Allerdings habe ich als Kind auch manchmal eine ausrutschende Hand im Vorbeigehen erlebt - und im nachhinein muß ich sagen, daß ich das dann auch immer verdient hatte. Ich habe dadurch keine seelischen Schäden davongetragen und habe zu meinen Eltern ein gutes Verältnis. Von daher denke ich, daß in bestimmten Situationen ein Klaps nicht schadet. Bewußtes und gezieltes Verprügeln ist allerdings in meinen Augen etwas anderes und darf nicht sein.

Wir versuchen auch, unsere Tochter gewaltfrei zu erziehen und Konflikte auf andere Weise zu lösen. Wenn ich aber feststelle, daß sie aus reiner Provokation etwas anstellt, wovon sie genau weiß daß sie es nicht darf und obwohl sie mehrach vorgewarnt wurde, gibt es auch mal einen Klaps auf den Po oder die Hand.

Seit sie in den Kindergarten geht, hat sie die Angewohnheit, uns zu hauen, wenn wir ihr etwas sagen, was ihr nicht gefällt. Nachdem ich ihr mehrfach gesagt habe, daß wir das nicht möchten, weil es wehtut, gibt es jetzt jedesmal einen Klaps (bewußt und dosiert) zurück. Hauen lasse ich mich nicht, irgendwo hat alles eine Grenze. Ich kenne viele Eltern, die in diesem Fall genauso reagieren.

Von daher kann ich mir nicht vorstellen, daß - wie man aus den vorigen Beiträgen den Eindruck gewinnt - es nur Eltern gibt, die alles völlig gewaltfrei lösen können. Ich denke mal, der Klaps auf die Hand oder den Po wird bei vielen praktiziert, nur traut sich das keiner zu sagen, weil dann gleich alle über einen herfallen.

Ich sage aber noch mal ganz deutlich: Auch ich halte nicht davon, ein Kind gezielt und bewußt zu verprügeln, nach dem Motto: Du hast nicht gehört und jetzt gibts die Strafe dafür.

Gezielte Strafaktionen sehen bei uns so aus, daß sie z.B. für 5 Minuten in ihr Zimmer gesperrt wird, 5 Minuten auf ihrem Stuhl sitzen muß oder ähnliches.

So, und jetzt könnt ihr mich ruhig steinigen.;-)

VG
Susi

Beitrag von steffchen66 15.03.06 - 12:35 Uhr

kinder haben ein recht auf gewaltfreie erziehung. es ist verboten (!) kinder zu schlagen und da gehören auch klapse dazu. gerade der polizist sollte das wissen.

viele der älteren generation verwechseln respekt mit angst. wir wurden damals nicht zu respekt erzogen sondern zu angst haben.

meine tochter soll sich später an eine schöne kindheit erinnern.

lg
steffi + celine (*29.11.03)