Ist das MuSchG für den Arbeitnehmer verpflichtend?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von gwodelino 15.03.06 - 10:02 Uhr

Hallo!

Ich arbeite als Restaurantfachfrau und bin in der 16. SSW.

Da es mir zur Zeit wirklich gut geht, möchte ich auf die Schutzmaßnahmen mit Verbot für Nacht- Sonn- und Feiertagsarbeit gerne verzichten (ist schließlich egal, ob ich Sonntags oder Dienstags arbeite).
Aber was wäre, wenn in dieser Zeit etwas passieren würde z.B. ein Sturz oder so?
Könnte mir dann der Kostenträger da einen Strick draus drehen?
Von meiner Krankenkasse hab ich leider nur eine ungenaue "Wischiwaschi- ist- Auslegesache-Antwort" bekommen.

Danke

Sarah

Beitrag von kuschlerin 15.03.06 - 10:36 Uhr

hallo!

Hab dir mal nen auszug aus dem Muschug kopiert! Absatz 2 und 4 dürften für dich interessant sein!

Mehrarbeit, Nacht- und Sonntagsarbeit

(1) Werdende und stillende Mütter dürfen nicht mit Mehrarbeit, nicht in der Nacht zwischen 20 und 6 Uhr und nicht an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden.

(2) Mehrarbeit im Sinne des Absatzes 1 ist jede Arbeit, die

von Frauen unter 18 Jahren über 8 Stunden täglich oder 80 Stunden in der Doppelwoche,

von sonstigen Frauen über 8 ½ Stunden täglich oder 90 Stunden in der Doppelwoche

hinaus geleistet wird. In die Doppelwoche werden die Sonntage eingerechnet.

(3) Abweichend vom Nachtarbeitsverbot des Absatzes 1 dürfen werdende Mütter in den ersten vier Monaten der Schwangerschaft und stillende Mütter beschäftigt werden

in Gast- und Schankwirtschaften und im übrigen Beherbergungswesen bis 22 Uhr,

in der Landwirtschaft mit dem Melken von Vieh ab 5 Uhr,

als Künstlerinnen bei Musikaufführungen, Theatervorstellungen und ähnlichen Aufführungen bis 23 Uhr.

(4) Im Verkehrswesen, in Gast- und Schankwirtschaften und im übrigen Beherbergungswesen, im Familienhaushalt, in Krankenpflege- und in Badeanstalten, bei Musikaufführungen, Theatervorstellungen, anderen Schaustellungen, Darbietungen oder Lustbarkeiten dürfen werdende oder stillende Mütter, abweichend von Absatz 1, an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden, wenn ihnen in jeder Woche einmal eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 24 Stunden im Anschluß an eine Nachtruhe gewährt wird.

(5) An in Heimarbeit Beschäftigte und ihnen Gleichgestellte, die werdende oder stillende Mütter sind, darf Heimarbeit nur in solchem Umfang und mit solchen Fertigungsfristen ausgegeben werden, dass sie von der werdenden Mutter voraussichtlich während einer achtstündigen Tagesarbeitszeit, von der stillenden Mutter voraussichtlich während einer 7¼-stündigen Tagesarbeitszeit an Werktagen ausgeführt werden kann. Die Aufsichtsbehörde kann in Einzelfällen nähere Bestimmungen über die Arbeitsmenge treffen; falls ein Heimarbeitsausschuß besteht, hat sie diesen vorher zu hören.

(6) Die Aufsichtsbehörde kann in begründeten Einzelfällen Ausnahmen von den vorstehenden Vorschriften zulassen.




MfG kuschlerin

Beitrag von viola13 15.03.06 - 12:47 Uhr

Hallo Sarah,

spreche doch mal Deine/n Chef/in drauf an, bzw. binde das Gewerbeaufsichtsamt mit ein, an die muß Dein/e Chef/in Deine Schwangerschaft melden.
Vielleicht bekommt eine Ausnahmeregelung hin, aber das MuSchG ist halt ein Schutzgesetz um Dich und Deinen Wurm zu schützen.
Deine Krankenkasse hat eigentlich nix damit zu tun, solltest du einen Arbeitsunfall haben, was sich keiner wünscht ist die Berufsgenossenschaft dafür zuständig.
Ich würde einfach mal mit Deiner/m Chef/in reden, was sie oder er davon hält, wenn du Sonntags oder Nachts arbeiten willst. ER oder Sie muß ja dann auch erstmal dafür gerade stehen.
Viel Erfolg!
LG
Nicole

Beitrag von gwodelino 15.03.06 - 12:53 Uhr


Für alle die es interessiert:

Ich habe beim Gewerbeaufsichtsamt angerufen und nachgefragt.

Die Antwort:

Es gibt eine Regelung für Ausnahmefälle, bei der die Schwangere einen Antrag beim Gewerbeaufsichtsamt stellen muss, und der von AG und AN unterschrieben werden muss. Das Ganze muss noch mit einer Bescheinigung vom Gynäkologen abgesegnet werden und somit sind Chef und Schwangere auf der sicheren Seite.

LG Sarah