Jonah Alexander ist endlich da! Spontangeburt nach Not-KS!

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von scrub 15.03.06 - 17:57 Uhr

4.3.2006, 7.55 Uhr, 3680 g, 36 cm KU

Mein Geburtsbericht soll allen Frauen Mut machen, insbesondere denen, die bei einer vorangegeangenen Geburt einen KS hatten. Meine 1. Geburt war 1999, und es war ein Not-KS, weil die Herztöne meinen Sohnes schlecht waren und er zudem im grünen Fruchtwasser lag. Der Not-KS wurde damals unter Vollnarkose gemacht, wodurch ich die Anfangszeit mit meinem Sohn nicht richtig mitbekam, da ich noch völlig benebelt war. Meine große Angst war, dass ich das alles noch mal mitmachen muss, und dass ich es einfach nicht schaffe, normal zu entbinden. Daher habe ich alles mitgemacht, was ich kannte: SS-Yoga, GVK, Akkupunktur, Himbeerblättertee, Dammmassage (hat mein Mann gemacht, ich kam da nicht so effektiv ran) und ich habe mir eine eigene Hebi zur Geburt genommen. Zudem fiel mir irgendwann das Buch "Die selbstbestimmte Geburt" ind die Finger, welches meine persönliche Bibel wurde: wann immer mich Ängste befielen, nahm ich es wieder zur Hand und las es mir durch. Die Geburtsberichte darin hatten einfach eine wahnsinnig positive Auswirkung auf mich... Noch am Freitag, am Tag vor Jonah's Geburt, plagte mich gerade wieder ein heftiger Angstschub... #schwitz

Bei meiner 1. Geburt war der MuMu nur bis 3-4 cm aufgegangen, dann war KS angesagt. Aus diesem Grund dachte ich, dass ich eher wie eine Erstgebärende ins Rennen gehe... Jonah hat uns hat lange warten lassen (Stichtag war der 22.2.06, er kam ET + 10), doch dann war er einer von der ganz schnellen Truppe!

In der Nacht von Freitag (3.3.) zu Samstag (4.3.) wurde ich gegen 0.00 von einer Wehe geweckt, die aber noch nichts ahnen ließ, danach schlief ich auch wieder ein. Bis ca. 3.00 ging es im 1/2 Std. Takt so weiter, Wehe - pennen. Ich dachte mir nichts dabei, im Gegenteil, ich dachte, jetzt wird hier endlich mal vernünftig geübt. Noch am Donnerstag bei der VU war ich komplett verschlossen, und GBH stand noch zum Teil. Ab 3.00 wurde es jedoch etwas stärker, so dass ich erstmalig anfing zu schnaufen. Gegen 4 war absolut nicht mehr an Schlaf zu denken, dennoch war ich überrascht, wie gut ich mit den Wehen klar kam... und wie wenig sie mich bis zu diesem Zeitpunkt schmerzten.
Irgendwann fragte mein Mann, ob ich bald in die Klinik wolle - er fragte genau während einer Wehe und bekam natürlich ein deutliches JA! zu hören. ;-) Ich bat ihn noch, mich zu untersuchen, da ich nicht unnnötig oder zu früh losfahren wollte: Muttermund endlich mal offen (am Tag zuvor noch alles komplett zu), ca. 2-3-cm, mein Mann konnte unter der Wehe die Vorblase spüren. Er ging noch duschen, das brachte mich auf eine Idee: ab in die Badewanne, die Wehen könnten ja weg gehen. Das war allerdings nicht der Fall, so dass mein Mann um 5.55 die Hebamme anrief, dass sie losfahren solle. Danach holte er mich aus der Wanne und zog mich an... dazu war ich nicht mehr in der Lage, da die Wehen zu schnell kamen. Gegen 6.30 waren wir in der Klinik, gegen 7.00 die Hebamme. Sie untersuchte mich: Muttermund bei 5 cm. Sie meinte, das würde ich toll machen, ich dachte nur: "Scheiße, dass ist erst Halbzeit!" Ich überlegte eine Weile hin und her, und gerade als ich sagen wollte, das ich gern eine PDA hätte, da untersuchte sie mich erneut und meinte, dass der Muttermund schon 8 cm offen sei. Da war mir klar, dass ich gar nicht mehr nach dem Anästhesiten bitten konnte, und ich so da durch musste, was mir kurzfristig Angst bereitete... aber da kam auch schon die nächste Wehe, somit war keine Gelgenheit mehr sich zu fürchten oder zu fluchen. Um 7.55 war der Zwerg dann auch schon da. Die Presswehen funktionierten von ganz alleine, und ich empfand sie als wesentlich angenehmer als die Eröffnungswehen! Alles in allem kann ich sagen, dass ich immer noch erstaunt bin, dass die Geburt so schnell ging und dass ich sie so gut wegstecken konnte. Ich bin nach wie vor echt beeindruckt.

Jonah sah ziemlich blau aus und muckste nicht, das schockte mich. Was ich nicht wusste war, dass das Fruchtwasser wieder grün war (kann es nicht einmal normal gehen?), daher war es ganz gut, dass er nicht schrie. Er wurde sofort abgesogen, dann war er auch zu hören. Blau war er, weil meine Hebamme ihn nicht sofort "herausgelassen" hat: er hatte nämlich seinen rechten Arm neben die Schulter gehoben und die Hand zur Faust geballt. Hätte sie ihn mit der nächsten Wehe gelassen, so hätte er mich aufgerissen. So steckte er eine Wehe lang im Geburtskanal, die Hebamme hielt ihm die Nabelschnur vom Hals (die hatte er sich einmal um den Hals und um den Körper gewickelt) und ließ ihn danach etwas sanfter auf die Welt, so dass ich - abgesehen von einer Schürfwunde in der Scheide - ganz geblieben bin.

Alles in allem muss ich sagen, dass sich meine Vorbereitung absolut gelohnt hat! Ich bin der festen Überzeugung, dass mir die Akkupunktur und auch das Buch viel Kraft und Zuversicht gegeben haben. Zu den Schmerzen kann ich nur sagen: ich hatte es mir scheußlicher vorgestelllt. Ich kann absolut gar nicht mit brennenden, stechenden Schmerzen umgehen (die hatte ich 1 Woche lang aufgrund der Schürfwunde), aber die Wehen und die Geburtsschmerzen empfand ich als umgekehrter Nussknacker, als würde mich etwas ganz doll auseinander pressen.

Und für alle, die jetzt sagen, ich sei so eine harte und schmerzunempfindliche: bei meiner 1. Geburt habe ich sehr laut nach einer PDA geschrieen und habe sie auch bekommen!

Ich wünsche Euch allen eine solch angenehme Geburt, ohne Schürfwunde und blaues Baby natürlich. ;-)

Beitrag von saskia73 15.03.06 - 18:04 Uhr

Hallo,

schöner Bericht, der mir auch Mut macht :)))))

Hatte auch 1999 einen Not-KS.

Mein Befund ist jedoch bereits etwas "besser" , als es deiner vor der Geburt von Jonah Alexander war. Ich bin aber auch fest davon überzeugt, dass die Geburt diesmal anders verläuft.

Ich wünsche euch weiterhin alles Gute.

Liebe Grüsse
Saskia + Jano Luc ET-2

Beitrag von niederkk 15.03.06 - 18:55 Uhr

Hallo Jes,
erstmal herzlichen Glückwunsch und es freut mich ganz besonders, dass es doch noch mit der spontanen Geburt geklappt hat.

LG Kristina mit Marie und Lars

Beitrag von orcanamu 15.03.06 - 21:10 Uhr

Herzlichen Glückwunsch und Danke für diesen schönen Bericht.
Auch mein Alexander kam in 2004 per ungeplantem KS (genau wie bei Dir) und ich hoffe, sein Geschwisterchen kommt noch diesen Monat und langsam werde ich auch nervös und hab ein bißchen Angst vor der eigenen Courage ;-)
Aber so Berichte wie Deiner geben Kraft!

Alles Gute und viel Spaß und Freude mit Deinem Baby!
Simone + Alexander (21 Monate) und #ei 38. SSW

Beitrag von becca04 16.03.06 - 08:36 Uhr

Hallo Jes,

ich bin total froh, dass es so super geklappt hat beim zweiten Mal - ich habe schon richtig mitgefiebert; es ist wirklich ein Unterschied, ob man den anderen ein bisschen besser kennt.

Ich hatte übrigens auch das Buch von Ina May Gaskin vor meiner ersten Geburt "inhaliert" und das hat mich wirklich unheimlich stark gemacht! Gerade auch die Geburtsberichte, in denen man erfahren hat, wie empfindlich frau auf die spezielle Klinikatmosphäre unter der Geburt reagieren kann... (Adrenalin = Wehenstopp).

Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft und vor allem viel Entspannung und Freude in der kommenden Zeit mit 2 Zwergen!

Ganz liebe Grüße,
Sabi.

Beitrag von lonedies 17.03.06 - 00:12 Uhr

Hallo scrub!

Ein wirklich schöner Geburtsbericht. Wünsche dir und deiner Familie alles erdenklich gute. Hoffe, dass es bei mir auch so schön wird.

VlG Loni + Höhli 38.SSW

Beitrag von lia_june 18.03.06 - 19:22 Uhr

Hey Jessi!

Sehr schöner Bericht!
Mir hat das Buch auch Mut gemacht und habe es nun an eine Freundin verliehen die in 4 Tagen ET hat!
Ich wollte auch einfach noch mal DANKE sagen, für's gut zureden, zuhören, da sein und so...
Das hilft mir sehr!

Alles alles Liebe senden
Juliane & Bennet

Beitrag von scrub 18.03.06 - 20:53 Uhr

Danke, Juliane, mir geht es ebenso! Jessi #freu