37 SSW und wahrsch. SS-Diabetis und nun???

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von kidalarm152 15.03.06 - 18:11 Uhr

Hallo Ihr lieben Mitschwangeren #schwanger,
wäre sehr nett, wenn mir jemand von euch Tipps geben könnte?! War heute im Krankenhaus zwecks Geburtsplanung, weil mein Kind in BL liegt. Beim Ultraschall meinte der Doc, das Kind wöge ca. 3050 Gramm und der Brustkorb wäre zu groß. Er denke es läge eine SS-Diabetis vor und ich sollte zum Zuckerbelastungstest.
Muss dazu sagen, das mein erstes Kind bei der Geburt 4060 Gramm wog und ein Zuckerbelastungstest nach der Geburt in Ordnung war- aber das muss ja nichts heißen...
Was bedeutet dieser zu große Brustkorb für mein Kind? :-( Muss ich mir große Sorgen machen??? Was kann ich jetzt noch tun??? Was darf ich essen und was nicht??? Bin ich selber schuld, wenn es wirklich so ist (Bin leider nicht die Schlankeste und habe schon 15 kg zugenommen...)??? #gruebel
Wäre sehr nett, wenn mir jemand weiterhelfen könnte! #danke
Euch allen eine komplikationslose Schwangerschaft!!!
LG,
kidalarm

Beitrag von winnirixi 15.03.06 - 19:13 Uhr

Ich weiss auch selber seit letzter Woche, dass ich SS-Diabetes habe. Was diese begünstigt: dein Körper kommt mit den Hormonveränderungen nicht klar (die den Blutzucker erhöhen, wie z.B. Östrogen), Alter über 30, Übergewicht, ungesunde Ernährung (zu viel Süsses und Fettes), keine Bewegung, familiäre Belastung.

Der Zucker geht ganz leicht durch die Plazenta und wenn eine SS-Diabetes vorliegt und unbehandelt ist, reicht das Insulin von der Mutter nicht aus, um den Zucker abzubauen. In diesem Fall produziert das Kind über seine Kräfte hinaus Insulin für die Mutter. Es wird in der Bauchspeicheldrüse produziert und diese vergrössert sich mit der Zeit, deswegen ist der Bauchumfang bei diesen Kinder grösser. Die machen auch mehr Pipi, deswegen ist mehr Fruchtwasser da. Sie werden auch mit einem grösseren Gewicht geboren und es kann deswegen zu Komplikationen während der Geburt kommen.

Du hast schon ein grosses Kind geboren, deswegen hätte man bei dir unbedingt schon im ersten Trimester den Zuckerbelastungstest machen sollen, weil es sein kann, dass du schon beim ersten Kind SS-Diabetes hattest. In diesem Fall hast du 50% Wahrscheinlichkeit auch in der nächsten SS eine Gestationsdiabetes zu entwickeln. Es sieht leider für die Zukunft auch nicht gut aus. Studien haben gezeigt, dass Gestationsdiabetes eine Vorstufe zu Typ-2 Diabetes ist und dass 30% der Frauen innerhalb von 8 Jahren Typ-2 Diabetes entwickelt haben, noch schlimmer: 100% in 30-35 Jahren.

Was du noch in den nächsten 3 Wochen tun kannst: Zuckerfreie, fettfreie Diät halten. Du darfst von den folgenden Sachen so viel essen, wie du willst, weil diese den Blutzucker nicht hochtreiben: Käse unter 20% Fett, Magerquark, Joghurt und Milch unter 1,5% Fett, Eier, Fleisch und Fisch ohne Panier, Schinken, Gemüse. Obst ohne viel Zuckergehalt (Apfel, etc).

Wenig essen von Vollkornprodukten (weisse Sachen gar nicht!), Nudel, Reis, Kartoffel, Marmelade.

Kein fast-food, Eis, Schokolade, Kuchen, Honig, andere Süssigkeiten.

Am Tag 6mal essen, dann aber nicht viel, damit dein Blutzucker nicht zu hochgeht und gleichmässig ist.

Für die Zukunft: Normalgewicht erreichen, regelmässig Sport treiben, gesunde Ernährung. Damit kann man die Zeit bis zur Diabetes ausschieben.

Ich hoffe, dass ich an alles gedacht habe. Keine schöne Sache :-( Ich muss jetzt 4mal am Tag meinen Blutzucker messen. Ich habe auch +20 kg drauf, bin 32J, mag Süsses und meine Oma hatte Typ-2 Diabetes. Bei mir geht der Zucker auf VK-Toast und Nudel hoch, kann aber Kartoffelpüree essen. Ist auch etwas unterschiedlich.

Ich wünsche dir alles Gute, Konsequenz und Kraft. :-)

LG, Leonora
(28.SSW)

Beitrag von kidalarm152 15.03.06 - 21:13 Uhr

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort!!! Hast mir sehr weiter geholfen! Meinst du, dass ich mir große Sorgen um mein Kind machen muss??? Kann es auch Zuckerkrank werden? Das könnte ich mir ja gar nicht verzeihen!!!
Alles Gute,
kidalarm

Beitrag von winnirixi 16.03.06 - 09:00 Uhr

Wie ich es gelesen habe, sollte man in einer Klinik entbinden (nicht zu Hause oder im Geburtshaus), die Kinder kriegen öfter Gelbsucht, man muss bei ihnen nach der Geburt Blutzucker messen, es kann auch zur Frühgeburt kommen.

Bei den Spätfolgen ist tatsächlich ein erhöhtes Risiko da, schon im Schulalter Übergewicht und Zuckerstoffwechselstörungen zu entwickeln, wenn es beim Kind während der SS zu einer Gewebeschädigung gekommen ist. Aber welches Kind hat heuzutage kein Übergewicht, da kann man schon, oder muss man dann aufpassen, wenn es soweit ist. Auch vielleicht eine Sportart als Hobby betreiben lassen.

Was ich noch gefunden habe, dass du dann dem Kinderarzt sagen solltest, dass du SS-Diabetes hattest.

Ich habe im Thema zwei Bücher gekauft, von dort sind meine Infos:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3934410693/qid=1142495555/sr=8-1/ref=sr_8_xs_ap_i1_xgl/303-9636795-8821052
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3830431368/qid=1142495599/sr=8-2/ref=sr_8_xs_ap_i2_xgl/303-9636795-8821052

Aus dem ersteren habe ich die Liste mit den geeigneten Lebensmittel eingescannt, hier kannst du sie als PDF runterladen:

http://www.otthona.net/Gestationsdiabetes2.pdf

Mach dir nicht zu viele Sorgen, aber achte später darauf, dass dein Kind gesund lebt, dann wird schon nichts passieren! Und natürlich auch du musst/solltest alles umstellen.. und ich versuche es auch :-)

LG, Leonora