Privatschule ? Pro und Contra

Archiv des urbia-Forums Kids & Schule.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von gigglepea 18.03.06 - 21:05 Uhr

Hallo,
wir haben uns heute eine Ganztags-Privat-Grundschule angeschaut und sind vom ersten Eindruck her wirklich begeistert. Haben auch gleich im Eifer des Gefechts unsere jüngere Tochter (5 Monate !) für die Vorschule und Grundschule dort angemeldet.#gruebel
Die Schule hat wunderschöne Unterrichts- und Beschäftigungsräume (Bastelraum, Entspannungsr. Computerkabinett, Bauraum, Bibliothek, Cafeteria ec.). Es gibt viele Interessengemeinschaften nachmittags (von Zaubern, Basteln bis Sport alles dabei). Klassenstärken von 20 Kindern. Es wird insbesondere auch auf die Umgangsformen geachtet. Die Lehrer machen einen netten Eindruck.#freu
Die Kosten betragen im Monat 300 €. #schock Das ist natürlich sehr viel Geld, was wir leider auch nicht im Überfluß haben.
Dazu kommt, wir haben noch eine Tochter, welche bereits in die 2.Klasse einer staatl. Schule (mit welcher wir so unsere Probleme haben (z.B 29 Kinder pro Klasse, fast keine Nachmittagsangebote ec.) geht.
Wird sie uns später nicht vorwurfsvoll fragen, warum ihre Schwester eine bessere Ausbildung bekommen hat?
Für sie besteht leider keine Möglichkeit dort in der 3. Klasse anzufangen, es sei denn, ein anderes Kind geht von der Schule ab.
Ich werde mich jetzt wahrscheinlich jeden Tag ärgern, wenn ich sie aus der Schule abhole, weil ich heute gesehen habe, wieviel schöner es sein kann.:-[
Was würdet ihr tun?
Hat hier vielleicht jemand Erfahrungen mit Privatschulen?
Lohnt es sich, auf lange Sicht, ein Kind auf eine Privatschule zu schicken?
LG gigglepea

Beitrag von bine3002 19.03.06 - 00:03 Uhr

Ich denke auch darüber nach, obwohl unser Kind erst im Juli auf die Welt kommt. Ich bin mit den Zuständen an staatlichen Schulen schon lange nicht mehr einverstanden und ich finde es schade, wie schnell es geht, dass lernfreudige 6jährige keinen Bock mehr auf Schule haben. Das muss nicht sein, wenn sie entsprechend gefördert werden.

Ich finde deine Entscheidung gut und die 300 Euro rentieren sich bestimmt. Deine andere Tochter kannst Du ja dann vielleicht nach der 4. Klasse auf eine Privatschule schicken, so viel dürfte da noch nicht verloren sein.

Beitrag von thorsten12 19.03.06 - 13:38 Uhr

Ich möchte Euch Euere Freude über eine Privatschule nicht verderben, nur Ihr werden sicher bald feststellen, daß es auf solchen Schulen großteils schlimmer zugeht, als auf staatlichen Schulen.

Das es auf staatlichen Schulen schlimmer zugeht als auf privaten stimmt nicht!

Genau das Geld ist nämlich das Problem. Auf Privatschulen braucht man sehr viel Geld. Die einen haben mehr, die anderen weniger. Das schlägt sich auch auf die Kinder nieder. Die einen können sich auf so einer Schule mehr leisten, als andere. Da gibt es dann ziemliche Spannungen.

Was die Gewalt an solchen Schulen angeht, so ist das dort genauso schlimm, wie an staatlichen Schulen, wobei da die Eltern, die mehr Geld haben, auch mehr Einfluß nehmen können. Die Schule wird wohl keinen gewalttätigen Schüler einfach von der Schule verweisen, wenn die Eltern über das nötige Kleingeld verfügen!

Ich weiß wovon ich schreibe. Sowas hab ich schon live miterlebt, wie ein Schüler über Jahre hinweg nur Verweise von den Lehrer kassiert hat. Das dauerte so lange, bis der Vater in der Schule war. da wurden plötzlich Reparaturarbeiten möglich, die jahrelang aufgeschoben wurden, der Filius bekam nie wieder einen Verweis, und konnte dann teilweise machen, was er wollte!

Beitrag von bine3002 21.03.06 - 23:19 Uhr

Na ja gut, das ist natürlich hart...

Aber wenn ich mir überlege, dass die Schule in unserem Einzugsgebiet wirklich übel ist, muss es doch eine Alternative geben. Auf dieser Schule sind (laut eigener Aussage auf der Internetseite) 78% der Familien Sozialhilfeempfänger. Dazu dann noch ein Ausländeranteil von mehr als 60%, 18 verschiedene Nationen und 11 verschiedene Religionen (ich wußte nicht mal, dass es so viele Religionen gibt). Ehrlich ich habe absolut nichts dagegen, wenn mein Kind mit Ausländern zur Schule geht. Im Gegenteil, wenn das richtig gehandhabt wird, kann das viele Vorteile haben (Toleranz etc.). Aber wenn die Kinder sich selbst überlassen werden, muss das Probleme geben und die gibt es ohne Ende dort. Ich wäre wirklich besorgt, wenn ich mein Kind morgens dort abgeben müsste. Also was tun?

Beitrag von benedikte 19.03.06 - 15:47 Uhr

Kommt drauf an. Ich wuerde staatliche Schulen nicht generell in Grund und Boden verdammen, aber sehr genau schauen, wo die liegen.In eine staatliche Schule mit 80 Prozent Auslaenderanteil, uberweigend Nichterwerbstaetigen Eltern und aehnliche Probleme- da wuerde ich meine Kinder auch nciht hinschcken. Wo wir zuletzt in Berlin gewohnt haben, war aber bspw. ene reine deutsche Mittelschichtgegend udn die staatliche Schule war sucher- offene Ganztagsschule, d.h. Aufsicht von sechs bis acht morgend und von sechzehn bis achtzehn Uhr nachmittags, von 12-16 Uhr Ags udn Angebote, Mittagessen- super.

Hier sind meine Kinder auf einer Privatschule, mit der wir ebenfalls zufrieden sind.

Grosser Vorteil der Privatschulen ist, dass sie sich ihre KInder aussuchen koennen. So sind auf unserer jetzt zwar einige, die nicht lernstark sind, aber keine Problemkinder. Es gibt keine Schlaegereien, die Kinder haben einen netten Umgangston, die Klassen zwischen acht und sechzehn Schuelern.

Also, wenn Ihr zwei Schulen zur auswahl habt, eine private, die Euch gefaellt udn eine staatliche, die Euch nicht gefaellt, dann wuerde ich die private nehmen.
Einen Teil kannst Duaauch als betruungskosten von der Steuer absetzen anch der neuen regelung.

benedikte

Beitrag von ute68 21.03.06 - 07:57 Uhr

Hallo!
Wir haben uns lange mit dem Thema Schule auseinandergesetzt. Ich sehe ganz klar einen Vorteil für die Privatschulen, wenn man dazuzahlen muss und die Summe ist ja nicht unerheblich, dann erwarte ich auch mehr. Das heißt, dass in der Regel viel mehr Kontakt zwischen Schule und Elternhaus besteht. Das wirkt sich positiv auf die Kinder aus. Vorausgesetzt alle fühlen sich mit der Schule wohl.
Ich kenne Familie, die ihre beiden Kinder auf 2 verschiedene Schulen schicken, es ist nicht einfach aber es sind ja auch 2 verschiedene Kinder mit verschiedenen Ansprüchen. Es steht dem ja auch nichts im Wege, wenn die ältere Tochter später auf die Schule wechselt, z.B. nach dem 4. Schuljahr, wo sowieso ein Wechsel ansteht, wenn sie dann noch möchte und nicht mit ihren Freundinnen weiter auf einer staatlichen Schule bleiben will.
Fest steht, wer gerne zur Schule geht, lernt auch am besten.
Machs gut.
Ute:-D

Beitrag von balneariali 21.03.06 - 15:00 Uhr

Hallo!!

Also...ich war selbst auf einer Privatschule... Allerdings geht die Schule erst ab der 5. Klasse los.. also nach der Grundschule... die Schule ist ein Ganztagsgymnasium mit Internat. Man muss aber nicht in dem Internat sein; die meisten Schüler sind Tagesschüler. Ich war auch Tagesschüler. Der Grund, warum mich meine Eltern zu dieser Schule geschickt haben, war, weil das die einzige Ganztagsschule zu der Zeit war und meine Eltern beide gearbeitet haben.
Die Schule hat einen tollen Eindruck gemacht.. alte Gebäude, saniert, modern, ein sehr großes Grundstück mit Spielwiese, Sportplatz, Sporthallen, einem Biotop, Tennisplatz, Basketballplatz...dazu Spielsääle für Tage, an denen das Wetter schlecht ist.. Ausleihe von Gesellschaftsspielen, Bällen, Schlägern für alle möglichen Spiele.... dazu gab es jeden Tag 2 Mittagessen zur Auswahl, viele AG-Angebote, die wirklich alle Felder abdecken...
Ich bin sehr gerne zu dieser Schule gegangen...das Verhältnis zu den Lehrern war normal...
Ich glaube, dass mir die Schule "sozial" sehr viel gebracht hat..dadurch dass man den ganzen tag zusammen ist und so viele Möglichkeiten hat, hat man kaum eine Chance "rumzuhängen". Allerdings würde ich mein Kind nicht auf diese Schule schicken....Was den Unterrichtsstoff angeht und das Durchgreifen der Lehrer ließ die Schule doch einiges zu wünschen übrig...die Leher waren einfach so lasch..ich mein, mir hats gefallen... jedem Kind gefällt das wohl... aber im Nachhinein wars nicht gut..
Mein Bruder war "nur" auf einer Realschule (staatlich), da er keine Gymnasium-Empfehlung bekam... aber ich muss sagen, dass das, was er in der Schule an Stoff durchgenommen hat, wesentlich anspruchsvoller war, als das was ich gelernt hatte...

In dem Sinne... es kommt wohl wirklich auf die Schule an... und man mus ganz genau schauen.. und vielleicht auch mit Eltern reden, deren Kinder schon auf der Schule waren..

Ich wünsch euch Glück!!

LG Lisa

Beitrag von manavgat 21.03.06 - 17:08 Uhr

Ich habe ein Nachhilfeinstitut.

Ob Du es glaubst oder nicht, wir haben/hatten schon mehrfach Schüler von Privatschulen.

Waldorfschule, Montessori, Kath. Mädchenschule

alles schon dagewesen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von klaus_ 21.03.06 - 19:22 Uhr

Zitat
Lohnt es sich, auf lange Sicht, ein Kind auf eine Privatschule zu schicken?

Kommt wohl wirklich auf die tatsächliche aktuelle Situation der jeweiligen Schule an

bei uns im nächsten Umkreis hat die Waldorfschule inzwischen alle verhaltensgestörten oder lernfaulen Kinder, deren Eltern es sich leisten können, diese nicht in die Förderschule (ex Sonderschule) zu schicken.

Da sind dann aber 22 Kinder, gegenüber ca. der Hälfte pro Klasse in der Förderschule (gemessen an Lehrkräften).

Mein Großer ist in einer "integrativen Klasse" in der Grundschule : die haben wegen EINES Kindes, das aus der Förderschule zurückkam, eine zusätzliche Lehrerin einen Tag die Woche. Ich denke nicht, dass diesen Luxus (der ja bezahlt werden muß) eine Privatschule finanzieren kann.


------------

Ein guter Kontakt zu den Lehrern auch an der gesetzlichen Schule bleibt Dir unbenommen ! (und bringt meiner Meinung nach SEHR viel )

-------------

SchülerInnen von Privatschulen müssen halt zum Übertritt oder für das Abi extra als Externe antreten. Bei uns heißt das: von 80 Probanden für die Realschule werden 18 genommen. Gymmi noch schlimmer .

--------------

Der "geschützte Raum" der Privatschule fällt spätestens im Berufsleben weg.





Gruß
K

Beitrag von schmunzelmonster123 28.03.06 - 11:09 Uhr

Hallo Du,
ich war damals zwar nicht auf einer direkten Privat-Schule, sie war stattlich anerkannt und gefördert. Aber ein von Nonnen geführtes Mädchengymnasium, auf das eben auch vor allem reiche Leute ihre Kinder schickten. Auf der einen Seite hatte es mit Sicherheit schon Vorteile. Es fiel weniger Unterricht aus, es gab verschieden Angebote (allerdings keine Nachmittagsbetreuung) aber es war mit Sicherheit viel viel ruhiger und "disziplinierter" als auf einem städtischen Gymnasium. Allerdings gab es für mich und einige andere folgendes Problem: man wurde nur akzeptiert, wenn man teure Markenkleidung trug und den letzten Schei mitmachte (da hatten meine Eltern allerdings was gegen). Deshalb habe ich keine wirklich gute Erinnerung an meine Zeit dort, weil ich nie dazu gehörte. Dennoch bin ich im Nachhinein mit dem was mir dort vermittelt wurde sehr zufrieden und wenn wir hier in Deutschland geblieben wären, würde ich meine Kinder mit Sicherheit auch dort hinschicken.
Liebe Grüsse, Biene