Hausvertrag - 14-tägiges Rücktrittsrecht???

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von 9877 20.03.06 - 10:20 Uhr

Hallo,
also normalerweise kann man doch von Verträgen innerhalb von 14 Tagen zurücktreten. Weiß jemand, ob das auch bei einem Hausvertrag möglich ist?
Das Problem ist nämlich, dass in dem Vertrag zum Teil etwas anderes drin steht, als das was wir vorher mit dem Vertreter besprochen haben und uns das erst im Nachhinein durch ein Schreiben aufgefallen ist, das zwar von keinem Unterschrieben ist, aber angeblich gelten soll. Mein Mann fühlt sich jetzt ziemlich vera... und möchte den Vertrag aufheben.
Geht das? Und wenn ja wie machen wir das am besten?

LG Nicole

Beitrag von klaus_ 20.03.06 - 10:54 Uhr


14 Tage Rücktrittsrecht gibt es bei
- Fernabsatzgeschäften (Internet , Katalog & Co)
- Haustürgeschäften

siehe siehe § 355 BGB Widerrufsrecht bei Verbraucherverträgen


... wir haben unseren "Hausvertrag" beim Notar gemacht !


Gruß
Klaus

Beitrag von 9877 20.03.06 - 11:20 Uhr

Hallo,
danke für die Antwort, trifft leider bei uns nicht zu, weil wir den Vertrag vor Ort geschlossen haben.
Aber irgendeine Möglichkeit müsste es doch geben, wenn die Leistungsbeschreibung und der Vertrag nicht übereinstimmen. Weiß halt nicht, ob es eine zeitliche Befristung für solche Angelegenheiten gibt, deshalb möchte ich mich schnellst möglich darum kümmern. Das Problem ist, wenn man einen Anwalt einschaltet kostet das immer viel Zeit und Geld und wenn es eine andere Möglichkeit gäbe das schnellstmöglich zu klären, wäre mir das eigentlich lieber.

Gruß Nicole

Beitrag von bezzi 20.03.06 - 13:00 Uhr

Was heißt "vor Ort" ?

Ward ihr beim Notar (bzw. der Notar bei Euch) oder nicht ?

Gruß

Martin

Beitrag von 9877 20.03.06 - 14:06 Uhr

Hallo,
wir waren bei der Firma in einem Musterhaus. Dort haben wir eine Art Vorvertrag unterschrieben, der nur dann wirksam wird, wenn die Finanzierung funktioniert. (Darauf haben wir als Absicherung schon bestanden und das ist auch von beiden Vertragspartnern unterschrieben.)
Allerdings waren das mehrere Seiten, unter anderem auch eine Bau- Leistungsbeschreibung, ein Angebot, ein Vertrag usw.
Beim späteren Vergleich der Schriftstücke ist uns dann aufgefallen, dass die Bau- und Leistungsbeschreibung nicht mit dem Angebot, dass wir eigentlich haben wollten über ein stimmt, die Kosten also im Endeffekt höher sein werden, als wir ausgeben wollten.
Zudem ist das von der Baufirma (zumindest theoretisch) nicht in Ordnung, wenn sie eigenmächtig Positionen aus dem Vertrag herausnimmt, die vorher beim Preis mit dabei waren und die wir jetzt auf einmal selber kaufen sollen. Da es sich dabei möglicherweise um ein Fass ohne Boden handelt, möchten wir den Vertrag so schnell wie möglich aufheben. Dafür hätte ich jedoch gerne eine rechtliche Grundlage gehabt.

Gruß Nicole

Beitrag von tobijas 20.03.06 - 14:31 Uhr

hallo
wir hatten auch schon so einen vorvertrag bei einer hausfirma ( bos) unterschrieben und wollten zurücktreten
ging ohne anwalt garnicht

tobijas

Beitrag von 9877 20.03.06 - 14:50 Uhr

Hallo,
mein Mann will heute Mittag auch mal bei einem Anwalt anrufen und sich informieren lassen. (Wobei da auch immer jeder Anwalt andere Schwerpunkte hat und somit auch nicht über alles informiert sein muss was geht und was nicht.)
Hat es bei euch dann funktioniert? Und was kann man als Gründe für eine solche Kündigung aufführen?

Gruß Nicole

Beitrag von manavgat 20.03.06 - 18:15 Uhr

nein.

Im übrigen wird man bei dem Kauf einer Immobilie vom Notar gefragt, ob der Vertrag richtig ist und ob man alles verstanden hat.

Wart ihr dabei "im Delirium"? Das muss man doch merken, wenn was nicht stimmt. Außerdem bekommt man vor dem Notartermin den Vertrag zum Gegenlesen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von 9877 20.03.06 - 21:43 Uhr

Hallo,
wir haben den Vertrag ja gar nicht beim Notar gemacht. Wusste vorher gar nicht, dass das erforderlich ist, dafür zum Notar zu gehen, da es sich ja "nur" um einen Vorvertrag gehandelt hat, aus dem man wie uns der Vertreter versichter hat wieder raus kommt.
Wir hätten ja auch mit der Firma gebaut, wenn sich nicht herausgestellt hätte, das verschiedene Punkte von der Bau- Leistungsbeschreibung und dem Vertrag nicht übereinstimmen. Und da ersteres mehrere Seiten sind, hatte ich den mit einmal lesen (leider) nicht auswendig gelernt zum Vergleichen.
Das Probelm ist ja nicht, dass wir aus einem korrekt abgewickelten Vertrag wieder raus wollen, dann hätten wir uns ja vorher überlegen können, ob wir den Vertrag so wollen oder eben nicht, sondern dass der Vertreter einfach Sachen rausgenommen hat, die eigentlich im Preis enthalten sein sollten.

Gruß Nicole

Beitrag von klaus_ 20.03.06 - 21:55 Uhr

Hallo Nicole,

mich würd mal interessieren,
für wieviel Tausende Euros ihr da mal "auf die Schnelle" unterschrieben habt

eigentlich unglaublich, was es alles gibt !


In Deutschland herrscht Vertragsfreiheit , solange nicht sittenwidrig.

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Zitat
....Vorvertrag gehandelt hat, aus dem man wie uns der Vertreter versichter hat wieder raus kommt

und das habt ihr hoffentlich schriftlich in diesem Vorvertrag (der wahrscheinlich, wie ein Maklervertrag, nur dem Verkäufer zur Absicherung nutzt.)



K.

Beitrag von curleysue1981 20.03.06 - 21:45 Uhr

Hallo!

Wir haben im letzten Jahr unseren Bauvertrag unterschrieben, allerdings erst nach dem unsere Finanzierung klar war (hatten wir so mit der Baufirma abgesprochen). Wir hätten aber auch bis Baubeginn jederzeit zurücktreten können, da sich dieses Objekt(DHH in sehr guter Lage) schnell weiter verkauft hätte (Wartelisten).

Normalerweise wird so ein Vertrag notariell beglaubigt. Bei diesem Termin wird der komplette Bauvertrag (mit allen Extras,Zahlungsplan etc.), ggf. Grundstückkaufvertrag und sonstigen Auflassungsvormerkungen u.ä. vorgelesen und hinterher wird jede Seite vom Notar,Baufirma und Bauherr unterschrieben.

Gruß Kikki