Gedankengänge

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von litha 20.03.06 - 18:25 Uhr

Hallo!
Ich schreibe hier eher selten, aber ich lese fleißig mit ;-)

Mir stellt sich die Frage, warum so viele Beziehungen scheitern.

Ich bin seit 19 Jahren #schock in einer Beziehung, davon 17 Jahre verheiratet. Es ist nicht einfach und Anfang des Jahres stand unsere Ehe doch sehr auf der Kippe. Weil sich alles eingeschleift hatte, weil wir nicht mehr miteinander geredet haben, weil wir nur noch nebenher gelebt haben.

Nachdem wir die Möbel schon geteilt hatten, haben wir erkannt, dass wir unbedingt an unserer Beziehung arbeiten müssen.

Aufgeben und was Neues anfangen ist für mich wie versagen. Ich habe damals ein Eheversprechen gegeben. Und das bedeutet mir auch was.

Natürlich habe ich Träume und Wünsche. Jedoch bin ich so abgeklärt und sehe, dass es in den meisten Fällen eine Illusion ist.

Ich arbeite an meiner Beziehung und stelle fest, dass ich meinem Mann zur Zeit noch nie so nahe war, wie sonst.

Weil ich mich offenbare, weil ich meine Sehnsüchte, Wünsche und Träume mitteile.

Mein Mann ist nicht der Mann aus meinen Kinderträumen, aber er ist ein wunderbarer, charmanter Mensch, der mich auf eine andere Art sehr glücklich macht!

Wenn ich hier Eure Geschichten lese, bin ich sehr dankbar, dass ich so einen wunderbaren Menschen gefunden habe, der zwar vielleicht nicht meine Schmetterlinge in Extase bringt......... der mir aber das Gefühl gibt zu Hause zu sein und bei dem ich mich geborgen fühle!

Was denkt ihr, warum scheitern so viele Beziehungen???

Einen schönen Abend noch!

Litha

Beitrag von dropsi_2 20.03.06 - 19:22 Uhr

Hallo litha,


ich denke das sich die einzelnen Partner zu ernst nehmen und wenn sie entdecken das sich der vermeintliche Prinz in einen Frosch verwandelt und die Prinzessin in eine Hexe, also die rosa-rote Brille weg ist, dann will man den alten superverliebten Zustand wieder herstellen und das funzt nicht!!!

Die Routine kommt logischerweise und der Alltag kehrt ein und dann kommt das große Erwachen.

Ich lass mich da selber auch nicht aus, aber zum Glück kann ich immer wieder bremsen und nicht alles hinschmeissen....


Gruß Katy

Beitrag von litha 21.03.06 - 15:15 Uhr

Hi Katy,

ja, der Alltag........ Man muss aber immer versuchen, das Miteinander lebendig und interessant zu halten.
Die große Verliebtheit schwindet immer irgendwann, dann kommt der Augenblick zu erkennen, dass das Herzklopfen einem anderen großen Gefühl gewichen ist.

Lg Litha

Beitrag von lisama 20.03.06 - 19:53 Uhr

Hallihallo,

ich bin zwar noch sehr jung (21), wir sind auch erst drei Jahre zusammen, aber wir haben eine gemeinsame Tochter.

Ich gehöre auch zu den Frauen die es immer gerade so schafft sich zu bremsen und wir standen auch schon vorm aus.

Allerdings kam uns auch im richtigen Moment die Idee vielleicht mal zu kämpfen statt aufzugeben.
Wir motzen zwar immer noch (hauptsächlich ich), aber wir wissen das wir uns lieben und das wir immer, immer weiter an unserer Beziehung schaufeln werden.

Das sind wir vorallem unserem kleinen Engel schuldig.
Lisa Marie (1)

Ganz liebe Grüße
Kathi und Michael#liebdrueck

Beitrag von litha 21.03.06 - 15:10 Uhr

Hi Kathi und Michael,

danke für die Antwort.
Mir ist erst nach dieser Krise bewusst geworden, dass man immer an der Beziehung arbeiten muss. Ich habe vieles einfach schleifen lassen, bis ich so unzufrieden war, dass ich mich gefragt habe 'Ist das alles?'

Und im Moment ist alles schöner als vorher, weil wir uns wieder um uns bemühen.

Lg Litha

Beitrag von gh1954 20.03.06 - 23:41 Uhr

Ich habe manchmal so ein Gefühl, dass das wie auf einem Karussel ist.

Ich bin Jahrgang 1954, habe früh geheiratet und uns genügte es, wenn sich das Karussell langsam, aber beständig drehte, auch wenns mal holperte, man war bereit, es wieder gemeinsam anzuschieben, ohne groß drüber nachzudenken.

Im Laufe der Jahre habe ich gesehen, dass es vielen Jüngeren nicht mehr reicht, dass Karussel muß rasen, Salti drehen, Achterbhn fahren ist angesagt.
Und wenn es plötzlich nicht mehr rund geht, wird nicht gefragt warum, oder wie man das Ding wieder in Gang setzen kann, sondern man wechselt einfach die Kirmes.

Das ist die vordergründig einfachere Lösung.

Das ist meine Meinung, die aber natürlich nicht auf alle Menschen, auch nicht die meines Jahrganges, zutrifft.

Gruß
geha

Beitrag von litha 21.03.06 - 15:07 Uhr

Hi Geha!

Du hast das sehr treffend beschrieben. So kommt es mir nämlich auch vor. In unserer schnelllebigen Zeit wird einfach nach dem nächsten Karussel Ausschau gehalten. Statt mal zu schauen, warum es auf einmal holpert.

Lg Litha

Beitrag von smash79 21.03.06 - 12:08 Uhr

Hallo Litha !!

Das mit dem Karussel ist ein schöner Vergleich :-)

Ich denke heute, im Vergleich zu früher, hat man viel mehr Möglichkeiten, und man will auch mehr, die Ansprüche sind grösser. Man hat Träume, die man verwirklichen will, und wenn man plötzlich Steine in den Weg gelegt bekommt, dann rebelliert man und geht den Weg lieber alleine :-(

Man will gar nicht mehr kämpfen, wozu auch, ist doch viel zu anstrengend #gaehn
Es ist viel einfacher und bequemer, alles hinzuschmeissen und sich was Neues aufzubauen, wo s vielleicht besser klappt.

Der Mensch ist viel zu sehr Egoist geworden, es gibt mehr ein ICH und DU als ein WIR. Das ist sehr schade.

Am Schlimmsten finde ich ist es immer, wenn Kinder unter einer Trennung leiden müssen.

Ich hatte eine tolle Kindheit, und meine Eltern sind heute immer noch zusammen #freu. Auch sie hatten Krisen, meine Mum hatte mal nen anderen #schock etc.
Trotzdem haben sie s geschafft. Ist das denn heute nicht mehr möglich? #kratz

Eigentlich möchte ich später mal meinen Kindern (falls ich irgendwann mal welche haben werde ;-)) das selbe ermöglichen und bieten können, auch wenn das in der heutigen Zeit sicher schwieriger ist.

Ich persönlich hab leider auch die Erfahrung einer bitteren Trennung machen müssen, weil "MANN" auch der Meinung war, zu kämpfen sei zu anstrengend, und wenns nicht klappt dann bin ich eben die falsche Frau #schmoll

Was will man da machen? :-[
Man kann an keinem Felsen rütteln.

Und heute bin ich froh und glücklich so wie es ist #huepf,
es war die richtige Entscheidung #liebe und -
aus Fehlern kann man lernen....

Liebe Grüsse
Smash79

#blume





Beitrag von litha 21.03.06 - 15:05 Uhr

Hi Smash!

Danke für Deine Zeilen. Den Vergleich mit dem Karussell finde ich auch klasse. Geha hat das sehr treffend beschrieben.

Kämpfen und an der Beziehung arbeiten können nur beide zusammen. Wenn einer nicht mehr will hat man praktisch keine Chance mehr.

Lg Litha