Wer schon jemand beim Ersttrimesterscreening( Frühe Feindiagnistik, also Nackenfaltenmessung) ?

Archiv des urbia-Forums Schwangerschaft.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Schwangerschaft

Dein Schwangerschaftstest war positiv und nun ist dein Baby unterwegs? Teile diese aufregende Zeit mit anderen urbia-Müttern. Für wöchentliche Infos zu deiner Schwangerschaft kannst du unseren Schwangerschaftsnewsletter bestellen. 
Kostenlosen Expertenrat erhältst du täglich in unserem Expertenforum "Frag unsere Hebamme".

Beitrag von kruemelchen308 20.03.06 - 18:36 Uhr

Hallo Leute,
ich habe mal eine Frage. War jemand von Euch schon mal zur Frühen Feindiagnostik, also zur Nackenfaltenmessung wegen Trisomie 21 ? Wenn ja, was wird da alles gemacht und wie? Auch Ultraschall oder auch andere SAchen, bin etwas verwirrt.
War heute beim FA und der hat es mir empfohlen. So ist alles in Ordnung, aber Vorsorge wäre halt gut. Hab zugesagt auch wenn ich es selbst zahlen muß (so ca.150 Euro).

Danke für Eure Hilfe

LG
Angela

Beitrag von sandy1975 20.03.06 - 18:47 Uhr

Hallo Angela

Ich war vor einer Woche da. Es wurde US gemacht( Über Bauch) und dabei eine Nackenfalte von 1,2mm festgestellt. Also unauffällig. #freu
Dann wurde noch Blut agenommen,das Ergebnis kam dann 3 Tage später. IM meinem Alter liegt das Risiko bei 1:599 (bin 30 jahre alt). Die Ergebnisse waren lt. FA im"besten " Bereich und das Risiko auf 1:10 000 runtergestuft. #freu#freu

Ich würde es immer wieder machen lassen, es gibt dir etwas mehr Sicherheit. Kosten: 135 Euro

Lg Sandra 14.SSW.

Beitrag von suzan_ostr 20.03.06 - 18:45 Uhr

Hallo Angela!

Ich hab die Nackenfaltenmessung machen lassen. Es war bei mir ein sehr sehr genauer Ultraschall über die Bauchdecke (min. eine halbe Stunde), wir hörten auch den Herzschlag, sahen die Durchblutung farbig dargestellt, es wurde die Nase gemessen und eben die Nackenfalte. Auch konnten wir ganz toll die süße Wirbelsäule sehen und bekamen eine Vermutung bezüglich des Geschlechts zu hören. Auch ca. 5 Minuten in 3D waren dabei, das war ganz herzig, unser Baby hat sich in die Plazenta gekuschelt, Arme vor der Brust überkreuzt und die langen Füße ganz ausgestreckt, Zehen in die Höh.
Ich musste mich anstrengen nicht dauernd vor Freude zu lachen, mein Mann bekam vor Rührung kein Wort mehr raus...
Auch die Ergebnisse waren bestens, 1.1 mm, das ist sehr gut. Zwischen der 16. und der 18. SSW muss noch ein Bluttest im Zusammenhang damit gemacht werden, der kommt demnächst dran.
Ich würde es wieder machen, es gab und sehr viel, es ist toll zu sehen, dass alles funktioniert wie es sein soll. Übermorgen haben wir ein frühes Organscreening (16. SSW), worauf wir uns auch schon riesig freuen, auch eine DVD werden wir diesmal bekommen.

Liebe Grüsse,

Susanna (15+4)

Beitrag von steffispicer 20.03.06 - 18:40 Uhr

Hallo. Ich hab die Nackenfaltenmessung heute machen lassen. Diese wird am US gemessen. Dazu gehört auch ein Bluttest, der wurde bei mir an ein spezielles Labor eingeschickt und die Auswertung dauert ein paar Tage

Beitrag von kruemelchen308 20.03.06 - 18:44 Uhr

vielen Dank für die schnelle Antwort. Dann bin ich ja beruhigt. Ich hoffe bei Dir und dem Kleinen ist alles in Ordnung.
Was testen die mit dem Blut, kann man da noch was nachweisen?

LG
Angela

Beitrag von s_a_m 20.03.06 - 18:46 Uhr

Das First-Trimester-Screening besteht aus einem Ultaschall (Nackentransparenzmessung) und einer Untersuchung deines Blutes. Das Ergebnis ist eine Wahrscheinlichkeitsangabe und keine Diagnose. Eine Vorsorgeuntersuchung ist das eigentlich nicht, denn alles, was aufgrund der Werte VERMUTET werden könnte, besteht bereits und lässt sich nicht groß ändern und schon gar nicht verhindern ;-)

Ich persönlich habe den Eindruck, es kommt hier sehr darauf an, was sich die einzelne von dieser Untersuchung verspricht. Es ist KEINE diagnostische Untersuchung, sondern nur eine Wahrscheinlichkeitsrechnung. Man muss also mit dem Ergebnis gucken, ob einem das genügt oder ob man größtmögliche Sicherheit will. Dann müsste man weiterführende Untersuchungen (z.B. Amniozentese) in Anspruch nehmen, die teils nicht risikolos sind.

Ich persönlich bin nicht so ein großer Freund der Nackentransparenzmessung bzw. des First-Trimester-Screenings (Bluttest + Nackentransparenzmessung).

Diese Untersuchung(en) werden sehr häufig deshalb gemacht, weil man sich davon eine gewisse Sicherheit verspricht. Im Grund möchte man danach hören: "Alles ok mit Ihrem Kind." Das ist so aber nicht möglich. Man bekommt nur zu hören, mit welcher Wahrsheinlichkeit bestimmte Dinge vermutlich ok sind beim Kind. Keine Diagnose, kein Ausschluss einer Diagnose, keine Garantie für irgendetwas.

Viel zu oft für meinen Geschmack gehen Schwangere die Nackentransparenzmessung bzw. das First-Trimester-Screening mit dem Gedanken an, dass ja "nur mal schnell geguckt wird, dass es dem Baby auch gut geht."

Und viele stehen dann plötzlich tief verunsichert da durch vermeintlich schlechte Ergebnisse, lassen nach bangen Tagen oder sogar Wochen des Wartens weitere Untersuchungen machen (auch oft mit viel Angst) und nach weiteren stressreichen Wochen, in denen sich manche werdende Mami die Freude an der Schwangerschaft und die Vorfreude auf das Baby ziemlich verleidet durch die Angst, stellt sich die ganze Aufregung als falscher Alarm heraus. Viele schwören sich dann, diese Untersuchung in einer Folgeschwangerschaft nicht nochmal machen zu lassen, denn sie haben letztlich nur viel Geld für Sorge, Verunsicherung und Stress bezahlt ;-)

Dann gibt es diejenigen werdenden Mütter, die gute, unauffällige Werte bescheinigt bekommen, durch die Ergebnisse beruhigt sind, keine weiteren Untersuchungen machen lassen und ein Regelkind bekommen.

Bei anderen kommen ähnlich tolle Ergebnisse dabei heraus, die Beruhigung verschaffen, aber ihr Kind ist kein Regelkind. Ein Beispiel ist Eric:

Die Nackentransparenz von Eric, dem Sohn einer Freundin, war vorbildlich im Normbereich, ebenso wie die Blutwerte seiner Mama. Im Sommer 2004 kam der kleine Fratz #liebe mit Freier Trisomie 21, einer der vier Formen von Down-Syndrom, zur Welt ( http://www.ericmagnus.de / bis zum 18.03.06 schon mehr als 11.000 Mal besucht #blume). Soviel zur Zuverlässigkeit; die ist nicht absolut, denn Eric ist nicht die eine große Ausnahme. Zur anderen Seite hin ist es ebenso möglich, dass die Falte auffällige Werte zeigt und das Kind trotzdem ein Regelkind ist.

Wer größtmögliche Sicherheit möchte über bestimmte körperliche Besonderheiten sollte sich meiner Meinung nach besser für den Feinultraschall entscheiden, wer größtmögliche Sicherheit bezüglich bestimmter Chromosomenbesonderheiten will, muss sich wohl oder übel in den Bauch pieksen lassen und die damit verbundenen Risiken (u.a. eventuell das einer Fehlgeburt) in Kauf nehmen. Auch weil es ohne eine anständige Diagnose, deren individuelle Tragweite es dann abzuwägen gilt, nicht erlaubt ist, eine Schwangerschaft abzubrechen.

Und eine Diagnose bekommt man bei der Nackenfaltenmessung (auch in Verbindung mit der Blutuntersuchung / = First-Trimester-Screening) nicht, sondern insbesondere was Chromosomenbesonderheiten angeht eben nur eine statistische Wahrscheinlichkeitsangabe. Sonst nichts, denn Chromosomen sind numal schlicht und einfach nicht im Ultraschall zu sehen und im Blut der Mutter sind sie (noch) nicht nachweisbar bzw. untersuchbar.

Alles, was bei der Nackentransparenzmessung bzw. beim First-Trimester-Screening herausgefunden wird, müsste im Grunde durch weitere Untersuchungen auf seine Richtigkeit hin überprüft werden. Und – wie das Beispiel von Eric zeigt – eben eigentlich auch, wenn die Werte unauffällig sind. Denn es sind halt nur Wahrscheinlichkeiten und keine Diagnosen oder Ausschlüsse von möglichen Diagnosen ;-)

Mehr dazu kann man z.B. hier nachlesen: http://www.regenbogenzeiten.de/nt.html

Meinungen / Erfahrungen von werdenden Müttern:
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&id=354982

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&id=310137

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&id=361028

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&id=355941

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&id=312786

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&id=331476


Auf meiner Website (erreichbar über meine Visitenkarte / Klick auf den Nicknamen s_a_m) habe ich u.a. ausführliche Texte zum Thema Pränataldiagnostik zusammengestellt. Eingegangen wird unter anderem auf einige der gängigsten derzeit möglichen Untersuchungen (Was wird gemacht? Was sind die Vorteile, wo liegen Risiken? Welche Konsequenzen könnten sich durch das Ergebnis ergeben?), die Untersuchungszeitpunkte sowie auf die Erkennbarkeit verschiedener Formen von Behinderung und Fehlbildungen. Die Texte sind auch für medizinische Laien gut verständlich; schwierige Begriffe werden z.B. erläutert. Die Texte geben nicht meine persönliche Meinung wieder, sondern es sind Sachinfos, die allgemeine Informationen bieten, nach denen man selbst entscheiden kann, was für einen persönlich sinnvoll und langfristig tragfähig erscheint.

Liebe Grüße
Sabine (Mail- & Homepage-Kontakt über die Visitenkarte)

P.S. Morgen ist der erste Welt-Down-Syndrom-Tag ;-) Vielleicht ein Grund, sich mal auf den neusten Stand zu bringen, was die Diagnose einer Trisomie 21 heutzutage bedeuten kann: http://www.regenbogenzeiten.de

Beitrag von hamburger_deern 20.03.06 - 19:16 Uhr

Hallo s_a_m,

vielen lieben Dank für die so detaillierte Erklärung der Nackentransparanzmessung und die Schlüsse die man aus der Untersuchung ziehen kann. Wir waren gerade heute beim Frauenarzt und sollen uns bis zum nächsten Termin entscheiden, ob wir die Untersuchung machen lassen möchten oder nicht.

Ich glaube deine Erklärung und die weiterführenden Links werden uns eine große Hilfe sein.
#danke

Liebe Grüße
Melli

Beitrag von kruemelchen308 20.03.06 - 18:59 Uhr

Vielen Dank für Eure Antworten, Ihr habt mir sehr weitergeholfen. Werde morgen einen Termin ausmachen. Habe ja irgendwie Angst davor das eine Auffälligkeit da ist, aber ich denke positiv.

LG
Angela

Beitrag von karinbrigitta 21.03.06 - 08:52 Uhr

Hallo Angela,

ich persönlich habe mich gegen alle diese Vorsorgeuntersuchungen entschieden. Denn die Frage ist doch: Was fängst du mit der Diagnose an? Abgesehen davon, dass die Nackenfaltenmessung sehr ungenau ist - wärst du denn bereit für eine Abtreibung, wenn dein #baby mit großer Wahrscheinlichkeit behindert ist? Die Frage musst du dir stellen! Und das kann möglicherweise Wochen voller Ängste und Depressionen bedeuten.

Bist du denn schon älter als 35 oder bist in der Familie vorbelastet? Sonst ist die Empfehlung deines FA echt nur Geldmacherei.

#liebe Grüße

Karin+#baby 17. SSW

Beitrag von martina0101 21.03.06 - 09:06 Uhr

Hallo Karin,

so würde ich das nicht sagen. Meine FA hat auch gesagt ich brauch die Messung nicht machen, bin ja noch so jung (26, mein Mann 27) - hab sie trotzdem gemacht und das Ergebnis: Trisomie 18!
Es gibt auch viele nicht vererbliche Chromosomenschäden, zwar sehr selten, aber sie kommen leider vor und uns hat es getroffen...

Ich würde diese US auch beim nächsten mal wieder machen.

LG Martina

Beitrag von s_a_m 21.03.06 - 09:23 Uhr

Liebe Martina,

was dir passiert ist, ist zweifellos schlimm und man wünscht es keinem. Aber wenn du schreibst "hab sie [die Nackentransparenzmessung] trotzdem gemacht und das Ergebnis: Trisomie 18!" gibt das ein falsches Bild. Wenn ich mich richtig erinnere, lag der Wert deines Kleinchens bei über 4mm und aufgrund dessen wurde eine Chorionzottenbiopsie veranlasst. Hier kam dann das Ergebnis „Edwards-Syndrom“ raus.

Es ist nicht richtig, die Nackentransparenzmessung als eine diagnostische Untersuchung zu beschreiben und außen vor zu lassen, dass es erst weitere und nicht risikolose Methoden sind, durch die man eine Verdachtsdiagnose bestätigen oder ausschließen kann.

Nichts für ungut, aber ich bin bei Formulierungen pingelig, weil es oft die feinen Unterschiede sind, die einen in die Irre führen können.

Liebe Grüße
Sabine

Beitrag von martina0101 21.03.06 - 10:14 Uhr

Hallo Sabine,

du hast schon recht. Aber ich wollte damit nur sagen, dass es immer ein gewisses Risiko gibt - auch wenn man jung und gesund ist.

Auf Grund der Messung wurde dieses Ergebnis nicht diagnostiziert, sondern nur ein Risiko von 14% eingeschätzt.

Wenn ich auf meine FÄ gehört hätte, und das Baby verloren hätte, ohne zu wissen warum, hätte ich mir sicher viele Vorwürfe gemacht.

Ich bin einfach immer noch nicht darüber hinweg
und überlege ständig, wieso es ausgerechnet uns getroffen hat.
Wahrscheinlich bin ich auch deshalb etwas "radikal" gegenü ber diesen US eingestellt.

Tut mir leid für die verkürzte Version, in der wesentlich Details gefehlt haben.

LG Martina






Beitrag von s_a_m 21.03.06 - 14:55 Uhr

Liebe Martina!

Leid tun soll und muss dir da nichts, es war nur ein Hinweis #blume

Es wird auch sicher noch eine ganze Zeit lang dauern, bis du den Verlust deines Kleinchens durch diese Diagnose überwunden und in dein Leben integriert hast. Das ist glaue ich das normalste von der Welt #liebdrueck

Auch dass du darüber nachdenst, warum es gerade euer Kind war, dass die Trisomie 18 in seinen Zellen hatte, ist klar. Wichtig ist, dass weder du noch dein Partner Schuld daran haben. Nichts habt ihr getan, was es herbeigeführt hat, nichts hättet ihr tun können, um es zu verhindern. Es passiert einfach, keiner weiß, aus welchem Grund. Es ist Zufall und es kann tatsächlich jedes Paar betreffen. Vielleicht ist es auch gerade diese Tatsache das, was es so schwer macht...

Ich glaube, dass viel mehr Eltern ohne es zu wissen ein Kind mit Edwards-Syndrom haben. Viele Kinder gehen ganz still und heimlich, mache unbemerkt, mache lassen ihre Eltern mit der unbeantworteten Frage nach dem "Warum?" zurück. Ihr wisst, dass ihr Eltern eines Kindes mit Trisomie 18 seid. Euer Kind ist tot, aber ihr wisst, warum es nicht bei euch bleiben konnte. Manche Kinder bleiben eine Zeit, manche sogar Jahre. Euer Kind konnte das nicht und ich habe mich gefreut (sorry, ich weiß, wie komisch das klingt...), dass es euch weitere schwere Entscheidungen dadurch abgenommen hat.

Liebe Martina, würde dir vielleicht der Austausch mit anderen Eltern helfen, die ähnliches erlebt haben?

Der Verein Leona e.V. bietet für Eltern von Kindern mit seltenen Chromosomenbesonderheiten ein geschlossenes Forum an: http://www.leona-ev.de Die Mutter, die den Verein ins Leben gerufen hat, hatihre Tochter mit Trisomie 18 kurz vor der Geburt verloren.

Von Herzen alles Liebe und Gute für euch!!
Sabine