Vom Schlafen lernen und schlafen lassen...

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Beitrag von maunt24 21.03.06 - 09:30 Uhr

Hallo an alle Muttis!

Ich hätte gerne Eure Meinung zum Thema "Durchschlafen" gewußt. Ich lese ziemlich viel und mußte feststellen, dass die div. Ratgeber hier oft total konträre Vorschläge haben. Die einen sagen, man darf ein Baby nicht schreien lassen, die anderen sagen, man darf es nur kurz trösten und muss wieder raus, wieder andere behaupten, man darf auf keinen Fall Körperkontakt herstellen und nicht reden etc. Die einen behaupten wieder Bücher wie z.B. "Jedes Kind kann schlafen lernen" zeigen barbarische Methoden auf, andere überschlagen sich wieder vor Begeisterung darüber.

Da soll sich eine junge Mutti erst mal auskennen! Seufz...

Meine Frage - "lernt" ein Baby von selber "durchschlafen" oder muss man ihm das beibringen? Meine Tochter ist jetzt 7 1/2 Monate alt und kommt in der Nacht meist noch so 1 - 2 mal - einmal um Mitternacht und einmal so gegen 5 Uhr früh. Mir ist allerdings seit einiger Zeit aufgefallen, dass sie gar nicht mehr soviel an der Brust trinkt - sie trinkt ein paar Schlucke und geht dann sofort ins Nuckeln über und ist auch gleich wieder eingeschlafen. Ich hege somit den Verdacht, dass sie die nächstlichen Mahlzeiten gar nicht mehr brauchen würde sondern dass nur aus reiner Gewohnheit macht - kann das sein? Ich mein - es ist halt sooo nett an Mamis Busen wieder einzuschlafen, oder?

Wie sind Eure Erfahrungen zu diesem Thema? Soll ich da jetzt schön langsam "Zucht und Ordnung" reinbringen, wie die einen Ratgeber behaupten, oder kommt das Durchschlafen von ganz alleine - wie die anderen sagen?

Eure etwas verunsicherte

Manuela mit Laura 7 1/2 Monate

Beitrag von kat80 21.03.06 - 09:36 Uhr

Hallo Manuela,

Du wirst zu diesem Thema bestimmt wieder viele verschiedene Antworten bekommen. Hier meine Meinung:

Nein, Babys muß man das durchschlafen nicht beibringen. Man braucht nur Geduld, jedes Baby hat einen anderen Rhytmus.

Wir haben Mia niiiiiie schreien lassen, sie immer sofort zu uns geholt und dort wurde sie gestillt. Bis zu 4 x nachts und sie brauchte das sicher nicht, weil sie Hunger hatte! Mit 7 Monaten habe ich sie problemlos vom Stillen auf Flasche umgestellt und von da an habe ich ihr Nachts nur noch Tee angeboten. Das hat ihr auch genügt.

Mit 8,5 Monaten hat sie von ganz alleine angefangen durchzuschlafen - ohne irgendeine Methode oder ähnlichem. Ich hab solche Bücher aus Prinzip nicht gelesen.

Also, meine Meinung - Geduld haben, das Durchschlafen kommt von ganz allein #liebdrueck

Viele Grüße

Katrin und Mia *16.04.05

Beitrag von sonnemondstern 21.03.06 - 09:38 Uhr

Hallo!
Meine Tochter ist 7 1/2 Wochen und wir haben nicht wirklich Probleme mit dem durchschlafen. Trotzdem habe ich das Buch "Jedes Kind kann schlafen lernen" gelesen und einfach mal ausprobiert. Sie schläft jetzt mittlerweile von 20 Uhr bis morgens 4 -5Uhr und dann nochmal bis 8 Uhr -8:30 Uhr. das ganze hat sie in einer Woche gelernt. Also einfach das Buch mal lesen, sind auch viele Beispiele dabei, vielleicht ist auch ein Beispiel passend auf deine Tochter und Tips wie du es anders machen kannst dabei.
Ich kanns echt nur empfehlen.#pro
LG

Beitrag von arndtc 21.03.06 - 09:37 Uhr

Hallo Manuela,

unsere Lina ist jetzt 6 Mon. und schläft auch noch nicht durch. Sie kommt 1-2 mal die Nacht und will dann an die Brust, aber sie tankt noch richtig. Wenn sie mir kurze Zeit später aber wieder wach ist, versuche ich nur den Schnulli. Meist funktioniert es und sie schläft wieder ein.
Seit 1 Monat schläft sie auch selber ein. So wie viele meinen schreien lasse und die Brust nicht geben, will ich nicht machen. Bin der Meinung, sie gewöhnt sich das mal alleine ab. Es wird ja immer weniger.

LG
Andrea + Lina

Beitrag von espirino 21.03.06 - 09:44 Uhr

Hallo Manuela,

ich persönlich glaube, daß Kinder von selbst lernen durchzuschlafen.
Es sind teilweise ihre Gewohnheiten, die das nächtliche Aufwachen verursachen. Teilweise ihre Entwicklungssprünge.
Im Grunde genommen wachen wir ja auch ab und zu nachts auf.
Babys rufen dann halt meistens nach etwas vertrautem, was es ihnen erleichtert sich zurecht zu finden nachts und die "gewohnte Ordnung" wieder herstellt.

Meine Kinder habe ich nicht gestillt. Nachdem sie mit ca vier Monaten durchgeschlafen hatten, wurden sie mit einem halben Jahr nachts plötzlich wieder wach. Meistens habe ich ihnen Tee gegeben. Ich habe sie aber auch oft rausgenommen, um zu trösten. Allerdings sehr, sehr selten mit zu uns ins Bett genommen.
Warum sollte man keinen Körperkontakt herstellen? Was soll das Baby davon halten?

Die Kinder werden auch, wenn sie älter sind ab und zu nachts wach. Dann hat es aber andere Gründe, als das Hungergefühl. Und dieses Hungergefühl habe ich mit Tee "gesättigt". Das hat bei uns recht gut funktioniert. Seit die beiden 7 Monate alt sind, schlafen sie auch wieder durch, trotzdem kommt noch es vor, daß sie nachts aufwachen.

Den Hunger mache ich aber nicht mehr dafür verantwortlich. Ein Schluck Tee, ein bißchen trösten und gut.

Liebe Grüße Jana

Beitrag von little_rabbit 21.03.06 - 09:59 Uhr

Hallo,

wir hatten auch von Anfang an das Problem, dass unser Mx nachts nicht schlafen konnte. Er lag in seiner Wiege bei uns im Schlafzimmer in schrie. Keiner bekam nachts ein Auge zu. Er nicht und wir nicht. Da mein Mann aber irgendwann wieder zur Arbeit musste (hatte anfangs 2 Monate frei), haben wir uns entschlossen auch die Methode aus dem Buch "Jedes Kind kann schlafen lernen" zu testen. Schlimmer schreien hätte er auch nicht mehr können.
Und außerdem sollte er nicht mehr bei uns im Schlafzimmer schlafen, sondern bei sich im Zimmer im großen Kinderbettchen. Denn alle Tests am Tag dort zu schlafen, waren positiv verlaufen.

Es ist schon hart am Anfang und wir als Eltern haben auch so manche Träne verdrückt. Er brüllte, wir wieder rein, raus nach 1-2 Minuten und das ganze Programm. Nach ca. 1 Woche war der Spuk schon vorbei und er schlief alleine ein, auch wenn er putzmunter in sein Bettchen gelegt wurde. Das macht er jetzt seit er 2,5 Monate alt war so und kam früher zwischendurch einmal nachts gegen 4 Uhr. Aber seit Dezember schläft er durch etwa von 20 Uhr bis 6.30/7.00 Uhr.

Ich kann das Schlaflernprogramm sehr empfehlen, obwohl ich früher an sowas auch nicht geglaubt habe und es schon hart klingt, aber seitdem mein Max prima nachts Schlafen kann, ist er viel ausgeglichener und ein sehr fröhliches Baby.

Ich weiß auch, dass jedes Kind anders ist, aber ich würde es ein deiner Stelle nochmal ausprobieren. Eure Nerven sind doch eh schon oft überspannt durch das Schlafthema, da kommt es auf eine Woche auch nicht mehr an.

Liebe Grüße Nicole

Beitrag von lady_chainsaw 21.03.06 - 09:57 Uhr

Hallo Manuela,

ich persönlich vertrete die Ansicht, dass man Durchschlafen NICHT lernen sollte (man kann aber!).

Für mich persönlich gehört es mit in den Bereich Entwicklung, wie Krabbeln, Laufen und Essen auch.#aha

Lernen ist für mich etwas, was nicht in den natürlichen Ablauf zuzuordnen ist (z.B. Schreiben und Lesen lernt man, denn das ist keine Entwicklung).

Komischerweise kommt aber keiner auf die Idee, einem 6 Monate alten Kind das Laufen lehren zu wollen - warum nicht? Weil es von der Entwicklung einfach noch nicht weit genug dafür ist!:-p

Aber das Durchschlafen scheint für viele etwas ganz anderes zu sein - denn das kann man ja nach Meinung einiger Leute ganz einfach lehren.#augen

Nein, ich lasse es einfach geschehen! So wie meine Tochter auch irgendwann ALLEINE anfing zu krabbeln, zu laufen oder zu sprechen - so hat sie auch vor kurzem ALLEINE angefangen durchzuschlafen.#freu

PUNKT - FERTIG!:-)

Gruß

Karen + Luna (2,5 Jahre)

Beitrag von kleineute1975 21.03.06 - 10:02 Uhr

HI

meiner ist jetzt fast 8 Monate alt und kommt auch 2-3 mal die Flasche habe ich einfach nicht mehr gegeben,habe auch immer gedacht er braucht sie weil er die auch aufgetrunken hat, aber eines Tages habe ich gesagt, so er bekommt keine mehr. Es hat geklappt ich habe mich selbst gewundert, er bekommt ein paar schlücke im Bett Wasser mit Apfelsaft und dann Schnuller rein fertig...kommen tut er aber trotzdem noch....leider habe ich auch noch nicht mehr probiert obwohl ich es vor habe. Aber in letzter Zeit kam immer wieder was dazwischen wie Zähne, Krankheit etc...

Irgendwann lasse ich ihn auch mal länger schreien wenn ich wirklich weiß, das er nichts hat

LG Ute

Beitrag von debuggingsklavin 21.03.06 - 11:27 Uhr

hallöchen,

durchschlafen kann man nicht lernen.
DAS was das Baby lernt ist, dass es sowieso keine Chance bei Mutti hat, wenn es weint. Also lässt es das. Und weint nicht mehr. Resignation nennt man das.

Linktipps:

http://tinyurl.com/9ctpg und http://tinyurl.com/cf8zu

Ich habe mittlerweile schon 2 "Opfer" kennengelernt.
Ein Junge. Der Junge war vorher ein Johanna-Kaliber. Lustig, viel gelacht, herumgerollt. Neugeirig.
Die Mutter hat das Kind ins Bett geferbert und 2 Wochen später war der Junge wie ausgetauscht und ist es heute noch. Denn sie ist der Meinung, es war richtig, was sie getan hat. Macht es also immer wieder. Es bleibt nämlich nicht bei nur einer "Behandlung".

Der Junge ist apathisch, er lacht nicht mehr, weint sehr doll, wenn Mutti nur mal zum Wickeltisch geht und was holt. Er erint auch, wenn andere KINDER zu ihm krabbeln. Er klammert an Mama, wie verrückt.
Er hat also Angst, dass Mama ihn auch tagsüber verlässt, so wie sie ihn schon Nachts verlassen hat.

Die Meisten wissen gar nicht, was sie ihren Babys damit antun.
Sie sind nur froh, dass SIE endlich ihre Ruhe haben.
Aber dafür schafft man sich kein Kind an, wenn man sich nicht über die Folgen klar ist.
Und Folgen sind nun mal, dass man nicht mehr viel Schlaf hat, dass man sich, auch Abends, um das Kind kümmern muss.
Aber das ist echt ein Spiegel unserer kranken, egoistischen Gesellschaft.
Und als unerfahrene Mutti wird man sogar regelrecht gezwungen die "normgerechten" Verhaltensweisen anzunehmen und sogar Instinkte zu vergessen.

Ach ja, als kleine Anmerkung:
Ferber hat seine Methode revidiert. Er hatte sie verfasst, als er noch keine Kinder hatte. Nun dürfen seine Kinder sogar im Familienbett schlafen.

LG,

Kai Anja

Beitrag von little_rabbit 21.03.06 - 13:50 Uhr

Hallo,

ich fand den 2. Artikel, den du verlinkt hast sehr interessant.

Bin überrascht, wieviele "Probleme" mit dem Schlafen eigentlich gar keine sind. Gut, auch mal wieder die andere Seite dazu zu hören bzw. zu lesen. :-)

Bin trotzdem froh, dass ich mit der Methode von Ferber unseren Max zum Schlafen gebracht habe, da er schon oft zu Untersuchungen ins Krankenhaus musste. Dort blieb er dann auch wegen einem Schlaflabor und da müssen die Kinder mindestens 4 Stunden am Stück schlafen. Und es war immer besser für ihn, wenn er abends einschlief und mich sah und dann nachts nicht mehr aufwachte, dann musste er mich gar nicht erst suchen. Frühs stand ich dann wieder an seinem Bettchen und alles war okay.

Nicole

Beitrag von debuggingsklavin 21.03.06 - 13:57 Uhr

Hey!

Bei Euch wars ja auch medizinisch notwendig.
Aber wie viele machen sich echt Probleme, wo keine sind?

LG,

Kai Anja + Johanna, die von ganz allein schon ihre 6-8 Stunden schläft. :-)

Beitrag von sparrow1967 24.03.06 - 13:25 Uhr

Du hättest mit im Schlaflabor bleiben können- hab ich damals auch getan. Da spricht nichts gegen.


Nur mal so als Anmerkung ;-)!

Beitrag von hen71 21.03.06 - 16:53 Uhr

Oh je Oh je,

wie haben wir das nur wieder hingekriegt? Haben wir doch Wunderkinder? Und warum sind sie immer noch so fröhlich und unbeschwert und nicht mehr 'Opfer' ihrer 'Eltern' als andere Kinder- auch gerade jener Eltern, die meinen besonders "kinderfreundlch" oder "kindzentriert" zu sein/zu erziehen? Hmmmm.#kratz
Denn im Gegensatz zu Dir halte ich "Schlafen" und zwar die Gewöhnung an einen Tages- und Nachtrhythmus, bzw. das Gespür dafür- nenn's ruhig auch "Unterstützen dessen, was das Baby ohnehin gerade entwickelt"- für lehrbar.
Wir haben jedenfalls bei beiden unsrer Kinder auf ein "Signal" gewartet, das so um die 7./8.Woche herum erfolgt- nämlich, dass sie überraschend viele Stunden am Stück schlafen können. Das war dann von ca. 22-4/5 Uhr morgens - und hinter diese "Zeiten" sind wird dann mit dem Füttern/Betüteln nicht mehr zurückgegangen- von da an gab's nur noch den Schnuller und keine Nahrung mehr vor 4/5.
Mit 12 Wochen sind Babys physisch in der Lage, nachts ohne Essen auszukommen- ob sie dabei dann durchschlafen ist natürlich eine andere Sache. Nachts mehrfach aufzuwachen- das machen ja selbst noch Erwachsene- es kommt halt darauf an, wie man sich dann Babys gegenüber verhält, denn nach meiner Erfahrung lernen sie von Tag 1 an irgendetwas Neues- und wenn Mama oder Papa dann beim nächtlichen Weinen einen Riesentanz veranstalten, freut sich das Kleine (natürlich) und worüber es sich freut, das sollte wiederholt werden!
Schade nur, wenn die Eltern dabei immer müder und fertiger werden, bald auf dem Zahnfleisch kriechen und dermaßen ausgebrannt tatsächlich den Bedürfnissen des Kleinen nicht mehr gerecht werden können. Und alles ironischerweise aus der Angst heraus, die Bedürfnisse des Kleinen nicht genug zu berücksichtigen, dabei versäumen sie es, dem Baby zu zeigen, dass es sich auch selbst beruhigen kann- immer mit den Eltern in Reichweite, aber doch auch eine kurze "Frustspanne" aushalten lernt- keine große, aber eine kleine.
Ich kenne die "Ferber"-Methode nicht, wohl aber die von Dr Christopher Green (einem Neuseeländischen Kinderarzt) empfohlene und bei seinen eigenen Kindern praktizierte (die dann auch nicht im Familienbett mitgeschlafen haben) des "controlled crying"- das haben wir dann nach jedem abendlichen Ritual praktiziert- in immer größer werdenden Abständen mit immer reduzierterem "Tamtam" ans Bettchen gehen, beruhigen, dann aber auch wieder raus aus dem Zimmer (ist das der Ferber-Methode vergleichbar?), aber frag mich bitte nicht, wann das genau war-mit 5 Monaten haben beide jedenfalls durchgeschlafen von abends ca. 8/9 bis morgens 6.
Auch auf die Gefahr der Wiederholung hin: Beide Jungs sind ohne erkennbare Traumata aus diesem "Lernprozess" hervorgegangen; eher: noch ausgeschlafener und damit ausgeglichener!- und sind nachwievor zwei äußerst quirlige, interessierte, witzige kleine Kerlchen mit anstrengenden und weniger anstrengenden Phasen.
Gerade WEIL Eltern und besonders Mütter, vor allem beim ersten Kind, so sehr verunsichert sind und im Gegensatz zu "früher" nicht auf tradiertes Wissen zurückgreifen können (oder wollen), kurz: viele Frauen beim ersten Kind meinen, das Kinderhaben "neu erfinden zu müssen", sollte man aufpassen, nicht gleich mit Egoismus-Keulen oder ähnlichem um sich zu schlagen, falls die Erziehungsmethoden und die Beschäftigung mit dem Kind ganz anders ausfällt als man SELBST es für richtig hält.
Es ist fraglich, ob wir alle immer wissen, was das beste für das Kind ist (denn es selbst sagen kann es ja noch nicht)- noch fraglicher sind die von Dir angeführten Beispiele anderer Kinder ("Opfer")- vorher/nachher-mäßig. Das kannst Du doch gar nicht wissen, warum sich welches Kind wie verhält- ich kenne genug "klammernde" Kinder, die ohne abendliches festes Ritual schlafen und nach Bedarf gestillt werden etc. Und bei meinen beiden Söhnen zeigt der eine eher "klammernde" Tendenzen (auch phasenabhängig), während der andere schon eh und je ein etwas unabhängigerer Geist war. Wie willst Du von außen beurteilen, warum das so ist? Ich vermute eher, dass Du das siehst, was Du sehen willst- bzw. was zu Deiner Theorie passt.

Ich glaube auch nicht, dass Eltern, die ihre Kinder beim Schlafenlernen unterstützen und ruhig auch anleiten, das beste Beispiel für unsre "kranke, egoistische Gesellschaft" sind; man könnte den Spieß auch umdrehn und behaupten, Eltern, die den "Tanz ums Kind" vollführen und sich in allem in erster Linie nach dem Kind richten (und seinen vermeintlichen Bedürfnissen), tun dies aus egoistischen Gründen: weil es ihnen so gefällt und etwas "bringt"- und sei's nur die Befriedigung, es in den eigenen Augen "richtig" zu machen. Heutzutage bekommen ja die wenigsten ihre Kinder als "Altersvorsorge", sondern aus bestimmten Motiven: Früher bekam man Kinder pragmatisch und ohne Wahl, weil man darauf baute, dass sie einen im Alter miternähren.
ALLE heutigen Gründe in unsrer (immernoch) Wohlstandsgesellschaft Kinder zu bekommen sind egoistisch, ob aus "Bereicherung", "Liebe ausdrücken wollen", "ohne Kinder hätte mir was gefehlt" usw.- ich halte es also für völlige Haarspalterei, manchen Leuten die edleren und manchen die schlechteren Motive unterzuschieben. Die meisten Kinder in unsrer Gesellschaft sind nunmal Wunschkinder (dh ihre Eltern verbinden mit ihnen bestimmte Wünsche- sie zu haben erfüllt auch schon einen Wunsch der Eltern), während früher keine Wahlmöglichkeit bestand (außer Enthaltsamkeit), z.B. nach dem dritten Kind aufzuhören, weil das vierte, fünfte und sechste einen selbst doch an den Rand des Hungertuchs brachte.

Bei allen z.Zt. kursierenden Theorien und Gegen-Theorien, vom Schlafen übers Füttern über die Wahl des richtigen Tragemittels bis zur Sauberkeitserziehung und zum ersten eigenen Handy etc.etc., und bei all der Panikmache, was für fatale Spätfolgen schon die kleinsten Handlungen haben können (und proportional dazu der Druck, der damit auf Frauen- meist von anderen Frauen selbst!- ausgeübt wird, es ja "richtig" zu machen, weil ja sonst psychisch angeknackst, evtl. späterer Asozialer, Serienmörder usw.), kann ich nur sagen:
Die meisten Kinder werden trotz ihrer Eltern groß;-)- und ganz liebenswerte Menschen.

Liebe Grüße,
Caroline

(mit Konrad*28.05.2003, Arthur*08.12.2004 und "Terzinchen", 22.SSW)

Beitrag von debuggingsklavin 21.03.06 - 20:19 Uhr

Hallo?
Hab ich geschrieben, dass man Kinder nicht an Tages- und Nachtzeiten gewöhnen soll? Ich hab nur geschrieben, dass die Ferber-Methode schlimm ist. Und in der Tat, das ist sie. Und Deine Mr. Green-Methode ebenfalls.

Wo hast Du den Unfug her, dass Babys mit 12 Wochen in der Lage sind, ohne Nahrung auszukommen? Das ist absoluter Humbug. In allen gängigen Babyratgebern steht mindestens 6 Monate. Und auch das ist nicht gesagt. Stillkinder haben viel öfter Hunger.

Kontrolliert schreien lassen? Na super. Das find ich total schlimm. Es lässt das Kind einfach nur spüren, dass Du eh nicht wiederkommst.
Hast Du Dich jemals in die Lage des kleinen Knopfes versetzt?
Wahrscheinlich nicht.
Dann viel Spaß dabei beim nächsten Kind. ;-)

Und das Beispiel mit dem Kind ist in der Tat so passiert. Und ich finde es schlimm, dass Kindern sowas angetan wird. Der Junge hat echt n Trauma.
Und bei Kinderpsychologen sitzen mehr als genug geferberte Kinder.

Ich kenne übrigens viele selbstbewusste Stillkinder, die nichtmal fremdeln, weil sie wissen, dass sie immer zur Mutter zurück können.
Liegt vielleicht daran, dass ich mehr mit stillenden Müttern verkehre. ;-)

Nun gut, mach Du, wie Du meinst, ich hab andere Erziehungsprinzipien und finde Attachment Parenting besser, es ist natürlicher.
MEINE Meinung. ;-)

LG,

Kai Anja + Johanna (9,5 M, gestillt, getragen, familiengebettet und NICHT geferbert und schon gar nicht kontrolliert schreien gelassen)

Beitrag von hen71 21.03.06 - 20:52 Uhr

Wie ich schon sagte:
Die meisten Kinder werden auch trotz (nicht nur: wegen) ihrer Eltern groß- und ganz liebenswerte Menschen.

Finde aber sehr gut, dass Du betont hast, dass das, was Du äußerst, Deine Meinung und kein ehernes Gesetz ist. Das ist schonmal was;-).

Liebe Grüße,
Caroline

Beitrag von debuggingsklavin 21.03.06 - 21:11 Uhr

Gibt ja zum Glück kein Erziehungsgesetz. ;-)
Und ich schreibe auch niemandem vor, was er zu tun hat. Ich äußere lediglich meine Meinungen und meinen Kenntnisstand.

LG,

Kai Anja