Drehe ich jetzt durch?

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von winterfee 21.03.06 - 12:21 Uhr

Hallo ihr Lieben,

ich brauch mal euren Rat.

Vor einiger Zeit hatte ich hier über meine Mama erzählt, die ich im letzten Sommer verloren habe. Sie starb an Darmkrebs. Ich glaube ich kann ganz ehrlich zugeben, dass ich noch Lichtjahre davon entfernt bin es zu begreifen...sie fehlt mir/uns allen unsagbar.

Wochen nach ihrem Tod hab ich immer mal wieder ziemlich realistisch von ihr geträumt...bin dann weinend aufgewacht...und war den Rest des Tages wie gerädert.

Nun war relativ lange damit Ruhe....aber heute Nacht war der Hammer...ich bin noch immer völlig verwirrt und fertig. Weine schon fast den ganzen Vormittag.

Ich hab so heftig wie noch nie von ihr geträumt. Sie war wieder da...und sie war immer noch krank. Ich hab sie im Traum gefragt, wie es war zu sterben. Ob sie sich noch an Dinge aus dem Krankenhaus erinnert...Ich hab ihr erzählt, wie wir geweint haben um sie, wie schwer es war ihre Sachen aus dem Krankenhaus zu waschen...ich hab ihr erzählt wie wir die Urne ausgesucht haben....und ich hab sie gefragt, wieso sie immer noch krank ist...ich hab sie umarmt und hab mich selber im Traum gefragt, wie ich es nochmal aushalten sollte sie wieder zu verlieren...

Ich konnte sie im Traum anfassen...völlig realistisch...ich schwöre, ich hab sie gespürt....ich bin nicht gläubig...sonst würd ich jetzt fast glauben sie wäre bei mir gewesen...

Ich hab heute die ganze Zeit das Gefühl, dass ich kurz vorm Überschnappen bin...es war so real...ich glaub ich dreh noch durch...

Sind solche Träume normal? Kennt das jemand von euch?

Danke fürs Zuhören.

Steffi

Beitrag von pusteblume41 21.03.06 - 13:06 Uhr

Hallo Steffi,

ich kenne solche Träume nur zu gut. Allerdings nicht in Verbindung mit dem Tod. So etwas musste ich zum Glück noch nicht mitmachen.

Aber als sich mein Mann von mir getrennt hat, hatte ich ca. 1 Jahr später auch solche Träume. Sie waren völlig real. Am nächsten Morgen war ich auch total durch den Wind, musste erst mal Gedanken sortieren und sehen, was ist echt, was ist Traum. Ich habe Tage gebraucht, um wieder normal zu werden.

Ich nehme mal an, dass unser Gehirn die (unbewältigte) Trauer auf diese Weise verarbeitet. Wozu immer das auch gut sein soll. In Deinem Fall den Tod Deiner Mama, in meinem Fall die Trennung von meinem Mann. Ich habe sehr lange gebraucht, um mich von ihm zu lösen. Heute sind die Träume zum Glück vorbei.

LG

Pusteblume

Beitrag von mara299 21.03.06 - 13:14 Uhr

Hallo !

Tut mir leid das du deine Mutter verloren hast. Ich habe meine Mutter vor fast 10 Jahren an Krebs verloren und bin selbst jetzt noch nicht wirklich darüber hinweg. Es ist, irgendwie, verarbeitet, aber besser wird es auch dadurch nicht.

Direkt in der Nacht nach ihrem Tod hatte ich einen solchen "Traum". Ich hatte mich in den Schlaf geweint und dann träumte ich das die Tür aufginge, meine Mutter herinkam, sich an mein Bett setzte und meine Tränen wegwischte.
Kurz darauf wachte ich auf, die Tür zu meinem Zimmer stand auf ... dabei schloß ich sie nachts immer ab.

Als wir das erste mal in Finnland waren träumte ich auch von ihr, das mit ihr in der Stadt spazieren gehen würde und sie sich wohl fühlte.
Im Jahr darauf wanderten mein Mann und ich hier her aus.

Ich habe diese Art von Trümen nicht all zu häufig, aber gerdert wie du es beschreibst fühle ich mich nach ihnen nicht. Eher erleichtert und beruhigt und sicher.

Jeder versucht mit einem solchen Schock auf eine andere Art und Weise fertig zu werden und vielleicht willst du dir, wie ich wohl auch, im wachen Zustand nicht zugestehen zu trauern. Vielleicht wollen wir unseren Lieben auch einfach nur nah sein. Und ganz vielleicht, sind es Zeichen ...

ich wünsch dir alles Gute, Mara

Beitrag von farbtupfer 21.03.06 - 13:21 Uhr

Hallo,

auch ich kenne solche Träume.
Vor 10 Jahren z.B.ist eine Freundin von mir bei einem Verkehrsunfall gestorben.
Das ganze hatte mich ziemlich mitgenommen.
Nach einigen Wochen träumte ich von ihr:
Ich traf sie (weiss nicht mehr wo) und sagte ganz erstaunt zu ihr sie wäre doch tot, wie kann sie denn jetzt da sein?
Und dann sagte sie zu mir: ja sie wäre tot, ihr geht es gut da wo sie ist und ich solle aufhören traurig zu sein.
Dann war sie wieder weg und ich wach.
Ich fand (und finde immernoch) den Traum so realistisch.
Ich hab mit ihr gesprochen, sie angefasst und sie war einfach wirklich da, obwohl ich selbst im Traum wusste sie ist tot. Mir ging es danach wirklich besser weil ich wusste dass es ihr gut geht - wo auch immer sie ist.

Was genau diese Träume bedeuten - ich weiss es nicht, aber meistens geht es mir danach besser.
Vieleicht ist es irgendwie das Unterbewusstsein dass uns damit was sagen will...?

Gruß,
Tupfer

Beitrag von mona98 21.03.06 - 13:39 Uhr

Hallo Tupfer!!#freuDu hast sehr schön geschrieben#heul!!Auch meine Tochter starb bei einem Verkehrsunfall mit 19Jahren....Mir sind Träume sehr wichtig und ich glaube ganz fest an Ihre Bedeutung!!Darum tut mir Dein Beitrag richtig gut!!Auch ich habe öfter von ihr geträumt ,sie sah glücklich aus ,strahlte richtig!! An diesen Träumen halte ich mich fest und sie geben mir Kraft!!Einmal haben ihr Feund und ich ihr Grab in ordnung gemacht .Ich kann das nicht so gut ;Marijke konnte so etwa sehr gut.Ich sagte zu ihm ,dass Marijke uns wohl auslachen würde,wenn sie unsere Arbeit hier sehen würde....Er meinte,sie könne ja persönlich vorbeikommen und sich beschweren!! Ich mußte lachen!! Am nächsten Morgen stand meine kleine Tochter(6J) vor mir und erzählte mir ihren Traum!!Wir alle wären zu Marijkes Grab gegangen ,Marijke war mit dabei,und als wir davor standen,hätte Marijke darauf gezeigt und laut gelacht!!!!Zuerst war ich etwas verwundert und dann ist mir das Gespräch zwischen Dominic und mir wieder eingefallen!!!Verrückt nicht??Ich hoffe es geht meinem Mädchen jetzt gut ,da wo sie ist!!#heulSie fehlt uns allen sooo sehr!!! Alles Gute!! Mona

Beitrag von farbtupfer 21.03.06 - 14:16 Uhr

Hallo mona :-)
ich habe schon oft von Bekannten gehört die ähnliche Träume haben.
Anfangs traute ich mich auch nicht diese Träume zu erzählen, weil ich dachte es glaubt mir eh keiner.
Ja, diese Träume geben manchmal unheimlich Kraft eine Sache besser zu verarbeiten.
Und wer weiss was nach dem Tod ist...?
Ich persönlich glaube nicht dass es einfach so vorbei sein kann.. ist für mich unvorstellbar.
Irgendwas kommt danach und diese Träume lassen mich daran glauben.
Ich wünsche Dir alles Gute, fühl dich gedrückt von mir! #liebdrueck

Tupfer

Beitrag von mellika 21.03.06 - 15:08 Uhr

Hallo Steffi,

ich kenne solche Träume auch nur zu gut.
Mein Bruder ist am 20.12.2003 mit nur 27 Jahren nach einer Weihnachtsfeier in der Weser ertrunken.
Der Verlust hat mir echt den Boden unter den Füßen weggerissen.
Ich habe fast jede Nacht von Sveni geträumt. Der schlimmste Traum war jedoch, dass er vor meinen Augen tödlich verunglückt ist. Im Traum konnte ich mich noch von ihm verabschieden, dass war im wahren Leben nicht gegönnt.
Hatte daran lange zu knapsen, aber so konnte ich noch Tschüß sagen. Auch wenns nur im Traum war.

Liebe Grüße

Melanie

Beitrag von berlinerin77 24.03.06 - 23:00 Uhr

hallo winterfee...
ich kann deinen traum sehr gut nachempfinden, ich hatte ein ähnliche erfahrung. als ich 17 war traf ich einen kumpel der mir erzählte das ein sehr guter freund sich totgefahren hätte auf dem nach-haus-weg seiner geburtstagsfeier. der kontakt zu ihm war etwas eingeschlafen, ich hatte es schleifen lassen. nun steh ich also nachts auf arbeit und denke an ihn. frage mich ob ich es hätte verhindern können, wäre ich in kontakt geblieben (wär dann auch auf der feier gewesen), fühle mich fast ein bisschen schuldig und bin traurig. mir war als stünde ich neben mir, ich hab mich einfach von arbeit weggeträumt. doch plötzlich schrecke ich hoch weil mir jemand die wange streicht. ich schau mich um aber das ist niemand. und wärend dieser schreckminute streicht mir jemand den po- ganz kurz. ich bin allein. kein kollege da der sich einen scherz erlaubt. ich bin fest davon überzeugt das er bei mir war, vielleicht wollte ermich trösten- ich weiß es nicht. ich habe drei jahre später sein grab gesucht, auf sämtlichen friedhöfen angerufen bis mir jemand helfen konnte. kurz darauf bin ich nach berlin gezogen, doch jedesmal wenn ich wieder auf rügen bin ist ein besuch bei ihm pflicht, niemand sonst leget frische blumen. ich erzähle ihm dann was ich so mache, von meinen kindern und meinem mann. ich bin nach wie vor fest der meinung das er da war und auch heute noch da ist. und deshalb halte ich deinen beitrag hier nicht für humbug. ich finde es toll das du diese erfahrung machst, dreh nich durch, sei dankbar. herzliche grüße- anja

Beitrag von vikame 30.03.06 - 21:22 Uhr

Hallo!

Ihr schreibt alle das ihr das nur träumen tut! Habt ihr nicht schonmal nachgedacht, dass uns unsere Verstorbenen besuchen und Kontakt zu uns aufnehmen???

Meine Mama ist ebenfalls vor einem Jahr an Krebs gestrorben und ich bin immernoch wie gelähmt war damals in der 12 Woche schwanger mit meinem 2. Kind.

Und auch ich habe solche Träume, nur ich bespreche sogar wichtige Dinge mit meiner Ma und frage sie nach ihrer Meinung und so. Natürlich drücke ich sie dann immer ganz fest an mich und nehme ihren Geruch war! Nach solchen Träumen geht es mir ebenfalls gut und es erinnert mich daran, dass ich sie irgendwann wieder sehen werde. Sie wird dasein um mich abzuholen.

LG Mella#kerze