Formulierungshilfe gesucht

Archiv des urbia-Forums Allgemeines.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Allgemeines

Aktuelles und Zeitloses rund um das (Familien-) Leben im Allgemeinen. Auch gesellschaftliche Themen sind in dieser Rubrik willkommen. Alles rund um den Internet-Handel, Versand etc. gehört in das Forum "Internet & Einkaufen".

Beitrag von katrinm77 21.03.06 - 13:52 Uhr

Hallo zusammen,

ich stehe gerade total auf dem Schlauch und bräuchte daher mal eine Formulierungshilfe bei einer Art "Gute-Besserung-Karte".
Zum Hintergrund: Wir sind ein Unternehmen von 25 Leuten und in der Metallbranche tätig. Einer unserer Lehrlinge ist jetzt schon eine Weile krank. Niemand weiß genau, was es ist. Er ist teilweise ganz normal und hat dann wieder Aussetzer, wo er "neben sich steht". Er wird da nicht agressiv oder so, sondern findet sich scheinbar einfach nicht mehr zurecht. Jetzt ist er inzwischen in einem Krankenhaus, genaue Details kennen wir aber nicht. Wir (Geschäftsführung) würden dem Jungen über seine Eltern gern eine Karte zukommen lassen, dass wir an ihn denken, ihm gute Besserung wünschen und vor allen Dingen, ihn nicht hängen lassen. Wir wurden nämlich schon von der Berufsschule unter Druck gesetzt, ihn zurückstufen zu lassen etc.. Da machen wir aber nicht mit, weil wir das als das völlig falsche Signal sehen würden. Das kann man immer noch entscheiden, wenn man weiß, was er hat und wann er wieder zurück kommt.

Jedenfalls fällt mir jetzt keine Formulierung ein, die da passen würde. Es soll auf keinen Fall so klingen, dass wir ihn unter Druck setzen. Er hat alle Zeit der Welt, gesund zu werden und wir "warten" auf ihn. Auf der anderen Seite soll die Karte aber auch nicht so geschrieben sein, dass er eine extrem schlimme Krankheit hat. Da es etwas psychisches zu sein scheint, will ich da lieber vorsichtig sein. Ich weiß ja nicht, wie er dazu steht bzw. was er darüber weiß, was er da hat. Hat von Euch jemand einen Tipp? Es sollen bzw. dürfen dann auch alle Mitarbeiter unterschreiben.

Würde mich sehr über Hilfe von Euch freuen!
Danke
Katrin

Beitrag von pittjes 21.03.06 - 14:03 Uhr

Hallo Katrin,
schön, dass es solche Unternehmen noch gibt. Das Zuerst.

Wir sind eine Behörde, da ist der Ton schon mal schärfer. Wenn hier wer erkrankt ist, bekommt er ein "Nullachtfünfzig-Schreiben" der Verwaltung und ein etwas Persönlicheres durch den Personalrat. Wir formulieren dies dann etwa so:

::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Lieber....,

mit dem anliegenden Gutschein für ein Lesevergnügen wünschen wir Ihnen auch im Namen der Beschäftigten unseres Hauses alles Gute. Wir freuen uns auf ein "gesundes" Wiedersehen und verbleiben mit freundlichen Grüßen



So, sieht so ein Schreiben bei uns aus. Einmal, als wir genau wußten, dass es jemanden schlimm erwischt hat, hatten wir noch den Zusatz:

Sollten wir Ihnen auf eine irgendwie erdenkliche Art helfen können, unsere Bitte: scheuen Sie sich nicht, uns anzusprechen, wir stehn zu unserem Wort.

::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Viele Grüße
pitti-lise

Beitrag von katrinm77 21.03.06 - 14:31 Uhr

Hallo pitti-lise,

danke für Deinen Tipp. Es ist echt schwer, die richtigen Worte zu finden..

Katrin

Beitrag von ma7schi 21.03.06 - 14:07 Uhr

Ich finde es klasse, dass es auch noch solche Arbeitgeber gibt!

Chapeau!

Ich würde, ehe ich mich in die Nesseln setze, einen kleinen Blumenstrauss schicken mit einem Einstecker, auf dem Gute Besserung, evtl. mit den Unterschriften der Kollegen, steht.

Liebe Grüße M.

Beitrag von katrinm77 21.03.06 - 14:35 Uhr

Hallo ma7schi,

danke für den Tipp. Damit könnte ich die Formulierung ganz umgehen. Echt klasse. ;-)

Mal sehen, was mein Mann dazu sagt. Aber ich denke, so werden wir es machen.


Katrin

Beitrag von tajmahal 21.03.06 - 20:43 Uhr

Warum schreibt ihr ihm nicht einfach eine Karte als "Mensch" und nicht als "Mitarbeiter"?

Er scheint ja nicht unbeliebt zu sein.

Warum nicht eine Karte an den Menschen an sich?
Das wird ihn wahrscheinlich ohnehin mehr freuen als ein Standardblabla, von wegen "Alles Gute" und "Hoffentlich kannste bald wieder mal was schaffen."

Ein paar persönliche Grüße von den Leuten die ihn sehr mögen und schätzen als Mensch, und nicht als Rädchen im Getriebe das schadhaft ist.

Dafür braucht man keine Formulierungshilfe.

Beitrag von katrinm77 22.03.06 - 09:03 Uhr

Er ist unser Lehrling im ersten Lehrjahr, war gerade 4 Monate bei uns und wir sind die Geschäftsführung. Ich denke, da ist unangebracht, zu persönlich zu werden. So nahe steht man sich da nicht und dann wird es schnell als unehrlich und schleimerisch gesehen.

Aber auch als Mensch wüsste ich nicht, was ich da schreiben soll. Wir wissen nicht genau, was er hat, wie er damit umgeht und wie die Prognosen sind. Vielleicht ist er der Meinung, er hätte gar nichts.

Und wenn wir ihn als "schadhaftes Rädchen" im Getriebe sehen würden, hätten wir uns nicht vehement gegen die Berufsschule gestemmt, schon jetzt eine Entscheidung über seine weitere Lehre zu treffen.

Übrigens, jeder Mitarbeiter wird bei uns "als Mensch gesehen" und als solcher behandelt.

Sorry, ich fühle mich durch Deinen Text aber irgendwie angegriffen.

Katrin

Beitrag von tajmahal 24.03.06 - 10:18 Uhr

>>Sorry, ich fühle mich durch Deinen Text aber irgendwie angegriffen. <<

Warum? Deine Wenigkeit wird mit keiner Silbe erwähnt.