Frage zur Fruchtwasseruntersuchung

Archiv des urbia-Forums Schwangerschaft.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Schwangerschaft

Dein Schwangerschaftstest war positiv und nun ist dein Baby unterwegs? Teile diese aufregende Zeit mit anderen urbia-Müttern. Für wöchentliche Infos zu deiner Schwangerschaft kannst du unseren Schwangerschaftsnewsletter bestellen. 
Kostenlosen Expertenrat erhältst du täglich in unserem Expertenforum "Frag unsere Hebamme".

Beitrag von lali0204 22.03.06 - 10:08 Uhr

Hallo,
ich werde bei meiner momentanen SSW eine Fruchtwasseruntersuchung zu machen (bin fast 40). Meine Tochter hatte vor kurzem Windpocken, die ich als kleines Kind auch schon hatte. Nun habe ich irgendwo gehoert, dass man sich trotzdem nochmal anstecken kann bzw. die Immunitaet nicht mehr so doll ist. Weiss jemand, ob man bei der Fruchtwasseruntersuchung auch feststellen kann, ob ein windpockenbedingter Schaden am Kind besteht?
Bin fuer jede Antwort dankbar,
LG Lali

Beitrag von anyca 22.03.06 - 10:19 Uhr

Kann ich mir nicht vorstellen, bei der Fruchtwasseruntersuchung werden meines Wissens nach die kindlichen Chromosomen untersucht, also ob z.B. eine Trisomie vorhanden ist. Ich glaube nicht, daß man da andere Schäden (durch Krankheiten, Röntgen, schlechte Versorgung oder sonstwas) erkennen kann, das wirkt sich ja nicht auf die Gene aus.

Aber im Zweifel den Arzt fragen!

Beitrag von emilia03 22.03.06 - 10:34 Uhr

Liebe Lali,

man kann bei einer FU nur die 3 bekannten Trisomien feststellen (13, 18, 21)

Da ich einen behinderten Sohn, habe ich bei den darauf folgenden Schwangerschaften eine FU machen lassen. Einmal hatte ich Glück beim zweiten mal habe ich meine Tochter aufgrund der FU in der 23ten SSW tot geboren. (Punktion wurde in der 15 ssw gemacht) Dabei war die FU sooo sinnlos!!!! Die 3 Trisomien kann man auch mit einem Feinultraschall feststellen - wenn dann ein Verdacht besteht, kann man immer noch eine FU machen lassen. Aber ansonsten kann man doch nichts feststellen dabei.
Mein Sohn ist Autist, auch da hätte mir eine FU nichts gebracht!!


Wünsche dir alles Gute!!

Emi

Beitrag von s_a_m 22.03.06 - 14:36 Uhr

In den ersten etwa 20 Schwangerschaftswochen (kritischste Zeit: 13.-20. SW) kann das ungeborene Kind durch eine Windpockeninfektion (Infektion mit dem Varizella-zoster-Virus) der Mutter geschädigt werden. Auch eine Fehlgeburt / Totgeburt kann durch die Infektion hervorgerufen werden. Die Infektion einer Schwangeren kann beim Kind zu Fehlbildungen führen, die denen der Rötelembryopathie ähnlich sind (http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6telnembryopathie). Genannt werden z.B. Unterentwicklung von Armen und Beinen, geringes Geburtsgewicht, Lähmungen von Muskulatur, Muskelschwund, verschiedene Augenschäden, psychomotorische Entwicklungsverzögerung, Schwund von Hirngewebe. Durch eine Amniozentese sind diese Schädigungen nicht feststellbar, da es sich um körperlich-organische Fehlbildungen handelt und nicht um chromosomale.

Hat sich die Schwangere erst kurz vor der Geburt infiziert (etwa im Zeitfenster von fünf Tagen 5, Ausbruchsbeginn bis etwa zwei Tage nach der Entbindung), kann sie das Kind ebenfalls infizieren. Es würde bis zum etwa 10 Tag nach der Geburt erkranken. Ohne rechtzeitige Behandlung sterben etwa 3 von 10 Kindern daran.

Liebe Grüße
Sabine