@ renes.engelchen: Frage zum Kinderzuschlag

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Beitrag von junimond.1969 22.03.06 - 16:01 Uhr

Hallo Kollegin ;-)

Nun brauche ich mal Rat von einer Fachfrau:

Wird beim Kinderzuschlag auch die sog. "Stiefkindregelung" beachtet, d.h. bleibt das Einkommen des Stiefelternteils wie mittlerweile beim ALG II teilweise außen vor bei der Berechnung oder nicht?

Danke vorab! #blume

Gruß
Christine

Beitrag von renes.engelchen1 22.03.06 - 16:16 Uhr

Hallo Kollegin... #huepf

das Einkommen wird mit berücksichtigt zumindest bestätigt mir dies auch eine Kollegin die KIZ täglich macht.

Da ja derjenige mit im Haushalt lebt somit zählt auch sein Einkommen mit dazu.

Hoffe mal das dies so stimmt, weißt ja viele Leute die es machen und jeder macht es anders.

Aber logisch wäre es schon wenn es mit rein zählt, oder?

lg
renes.engelchen1

Beitrag von junimond.1969 22.03.06 - 17:01 Uhr

In diesem Fall m.E. schon, denn es geht ja hier erst mal darum, ob der Bedarf der Eltern gedeckt ist - zudem greift da ja auch die gesteigerte Unterhaltspflicht gegenüber der Ehefrau. Dachte mir also schon fast, dass Deine Antwort so ausfällt.

Beim ALG II ist es allerdings mittlerweile so, dass das Einkommen des Stiefelternteils zunächst mal nicht auf den Bedarf des Stiefkindes angerechnet werden darf und danach noch höhere Freibetragsregelungen für den Stiefvater gelten. So entsteht für viele Stiefkinder (deren leibl. getrennt lebende Elternteile keinen Unterhalt zahlen) ALG II/Sozialgeldanspruch. Hat den Hintergrund, dass man das Stiefelternteil schlechter stellen würde als einen unterhaltsverpflichteten leibl. Elternteil (der ja auch einen höheren Selbstbehalt hat), wenn man den Stiefvater zwänge, sein Einkommen wie in eine stinknormale BG reinzubuttern.

Aber klar, beim Kinderzuschlag wird erst mal nur auf die Eltern geschaut. Oder? #kratz *keinefachfraubin*

Achja: Hintergrund ist, dass ich im Moment abklopfe, ob mein Kind ein "Stiefkindfall" wird (wird er rechnerisch, denn mein Einkommen ist leider nicht so doll und der KV kann keinen Unterhalt zahlen, da arbeitslos) oder ob Kinderzuschlag greifen könnte. Wobei mir letzteres lieber wäre, denn das Kind ist schon 15, somit erwerbsfähig und ich habe keine Lust, dass er als ALG II-Empfänger startet, von einem PAP belatschert wird. Und ich möchte nicht, dass meinem Kindsvater die Optionskommune im Nacken hockt von wegen Unterhalt und Erstattungsanspruch und dergleichen (die, zu der wir gehören ist da knallhart), denn er ist einer der Väter, die sich wirklich redlich mühen, wieder einen Job zu bekommen und Unterhalt zu zahlen. Auch früher war das schon so, immer habe ich pünktlich erhalten, was unserem Kind zustand, deswegen will ich das irgendwie für alle Beteiligten "vorteilhaft" abwickeln. Allerdings könnten wir gerade nach der langen Arbeitslosigkeit meines Mannes schon "dreifuffzich" extra brauchen, soooo gut wie vor drei Jahren noch verdient er nämlich auch nicht mehr (selbst wenn sein übersteigendes Einkommen wie bei leibl. Vätern auf den Bedarf des Kindes angerechnet würde, hätte das Kind noch ALG II-Anspruch i.H. von ca. 120,- € *)... #schmoll #gruebel

Tja, da is' man schon vom Fach, aber wenn es um die eigene Familie geht, ist man rat- und hilflos. Andere Frage: Unsere KdU wurden zu Zeiten des ALG II-Bezuges als zu hoch erachtet. Gibt es bei der Kinderzuschlagsberechnung auch eine Obergrenze für anerkannte KdU?

Fragen über Fragen...

Lieben Dank jedenfalls schon mal für Deine Antwort! #blume
Christine

*Wobei ich bei dieser Berechnung schon nur die anerkannten KdU berücksichtigt habe. Legte man die tatsächlichen zu Grunde, wären es nochmal ca. 110,- € mehr an Anspruch für das Kind. Du siehst: Kompliziert.

Beitrag von renes.engelchen1 23.03.06 - 07:51 Uhr

Hallo,

also kompliziert ist ja nichts dagegen... ;-)

Das beim ALG II das Einkommen des Stiefvaters rausfällt habe ich grad diese Woche erfahren. Hat seine Tücken sowas. Aber die Gesetze denken sich ja ganz schlaue aus.

Ich würde auch versuchen das Kind solange wie es nur geht aus dem ALG II Bezug rauszuhalten.

Ja auch die KdU wird beim KIZ beachtet. Nur muss man dazu sagen nicht so streng wie beim ALG II weil uns fehlt die Zeit die Leute nach 6 Monaten anzuschreiben und zu sagen: " Du suche dir eine billigere Wohnung." Also laufen die Fälle einfach durch.

Wenn ich sehe was hier gezahlt wird steigt in mir die Wut.

Ich denke mal im Detail kann ich dir leider nicht helfen weil dazu müsste ich Fachfrau im KIZ und ALG II sein.

Lg
renes.engelchen1

Beitrag von junimond.1969 23.03.06 - 12:50 Uhr

Das Ding bezüglich speziell unserer KdU ist, dass wir in einem der einkommensstärksten Landkreise Deutschlands leben (Hochtaunuskreis = rund um Bad Homburg, die Stadt mit - lt. Stadtprospekt - "Champagnerluft" #augen) und sich das natürlich auch bei den Mieten auf dem freien Markt bemerkbar macht (und unsere Wohnung 25 m² zu groß ist :-( ). Unser Problem war, dass die Wohnungssuche im ALG II-Bezug sich im Grunde ja nur auf öffentlich geförderte Wohnungen beschränken konnte (wobei man sich wg. dem ALG II-Bezug nur in der Heimatstadt wohnungssuchend melden konnte, alle anderen Kommunen lehnten ab), weil freier Markt zu teuer und zum Vermieter sagen "Jau, es gibt zwar ein Einkommen aber auch einen arbeitslosen Part und ALG II-Bezug.", naja, kannst Dir denken, wie das im hießigen Schickimickiland ankommt. Jetzt aber haben wir beide wieder ein Vollzeit-Erwerbseinkommen, allerdings haben wir nun inkl. dem fehlenden Kindesunterhalt um die 1.350,- € Nettoeinkommen weniger im Monat als zu Zeiten vor der Arbeitslosigkeit, weil wir beide nun wesentlich schlechter verdienen als vorher. Immerhin eröffnet uns aber der Status "beide erwerbstätig" nun endlich die Möglichkeit in einem anderen Landkreis eine günstigere Wohnung anzumieten, denn die Preise hier sind einfach nicht mehr normal (unsere liegt mit 7,75 €/m² Kalt!miete noch im unteren Durchschnitt, 10 € und mehr sind hier mittlerweile fast schon Standard). Naja, was Mieten angeht, habe ich es ja schon öfter mal gepostet: Was in einigen Gegenden Deutschladns diesbezüglich los ist, ist jenseits von Gut und Böse und zum Teil gar nicht mal so sehr den Hilfesuchenden anzulasten. Zumal in den letzen 10-15 Jahren viel öffentlich geförderter Wohnraum aus der Förderung rausfiel und zu (höherpreisigem) freien Wohnraum wurde.

Dann will ich mal schauen, was für uns in Frage kommt und ob ich überhaupt ALG II für meinen Sohn beantrage. Er ist in den letzten Wochen unseres ALG II-Bezuges 15 geworden und prompt haben sie ihn angeschrieben, bzgl. "Chancen zur berufl. Eingliederung besprechen" und Ihn unter Androhung der Leistungskürzung nach 66 SGB I aufgefordert, Schulzeugnisse einzureichen und dergleichen. Ihn persönlich, wohlgemerkt, den Minderjährigen, nicht mich als seine Erziehungsberechtigte. Was ich ein Ding der Unmöglickeit fand. Er hat das Schreiben in unserer Abwesenheit an einem Samstag aus dem Briefkasten geholt, logischerweise geöffnet, da es an ihn war und wurde aus dem verquasten Amtsdeutsch (auch toll, sowas an Jugendliche abzusondern) nur insofern schlau, als das er erst mal Angst hatte, er müsse nun nach der neunten Klasse die Schule mit dem Hauptschulabschluss verlassen und irgendetwas arbeiten, wenn einer von uns Eltern ohne Job ist. Solche Übergriffigkeiten der Behörde will ich ihm eigentlich ersparen. Auch wenn es uns zustünde, aber mein Mann ist da auch der Ansicht, dass er mit der Heirat mit mir auch eine Verpflichtung gegenüber dem Kind eingangen ist und wir dann eben bis es finanziell besser ist lieber irgendwie so über Runden kommen sollten, solange der Kindsvater nichts zum Unterhalt beitragen kann.

Achso, weil ich immer mal über Kolelgen schimpfe: Nicht, dass wir uns falsch verstehen, ich bin ja auch Teil einer Behörde und ich kann, wenn es sein muss und der Verdacht des Betruges o.ä. im Raum steht, auch eine verdammt harte Hündin werden ;-). Aber so langsam habe ich den Eindruck, dass immer mehr Kollegen das rechte Maß abhanden gekommen ist (vor allem denen in den Optionskommunen, denn die müssen ja was beweisen...). Die Grundprinzipien der Angemessenheit und Verhältnismäßigkeit der Mittel scheint für viele ein Konstrukt aus grauer Vorzeit zu sein. Wenn sie überhaupt je davon gehört haben. #augen Vielen fehlt einfach die verwaltungsrechtliche Grundausbildung oder sie ist ihnen im Laufe der Zeit "abhanden" gekommen. #gruebel ;-)

Naja, wenigstens die Schizo-Situation Leistungs-SB beruflich und privat Kunde bei der Optionskommune ist für mich vorbei. *dreikreuzeschlag*

Danke Dir aber schon mal für Info wegen der KdU. Wir haben eine Wohnung zu 99 % zugesagt bekommen, die dann von der Miete her im Rahmen sein dürfte.

Gruß und Maaaaaaahlzeit! ;-)
Christine

Beitrag von renes.engelchen1 23.03.06 - 13:30 Uhr

Da wäre mir doch fast der Joghurt im Hals stecken geblieben, wo ich gelesen habe dass die deinen 15 Jährigen Sohn angeschrieben haben. Finde ich echt übel zumal es ja vielleicht auch mal an dich hätte gehen können.

Das mit den Mieten bei euch ist ja echt der Hammer, gut die Gegend hier im Stuttgart herum ist auch nicht grad preiswert aber dies wird in der ARGE beachtet.

Ich muss auch sagen dass ich mit meiner ARGE hier super auskomme, nur mit Stuttgart habe ich meine Probleme. Die haben ja auch eine spezielle Regelung.

Wenn Ihr eine eine Wohnung bekommt die im Rahmen liegt hast du später beim KIZ keine Probleme. Wie gesagt wir zahlen hier Leuten KIZ die ein dickes Haus haben, Wohngeld bekommen und die prügeln wir ja auch nicht aus dem Haus raus.

Zumal es auch unterschiedlich gehandhabt wird, der eine SB nimmt den Mietspiegel der andere die tatsächliche Miete. Ist alles bissel wirr. Darf man nicht näher drüber nachdenken.

Ich finde es einfach schlimm das es z.b. Leute wie ihr gibt die beide arbeiten gehen und am Ende aber weniger haben als wenn Leistungen vom Staat bezieht.

Das ist doch echt übel, aber wäre in meinen Fall genauso da ich Fahrtkosten von monatlich 200 Euro habe. #schock

Naja in vier Monaten verlasse ich den Laden erstmal und genieße meine Elternzeit... #freu

lg