Stille Geburt!!!

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von horsternetti 23.03.06 - 14:08 Uhr

Hallo,

heute möchte ich Euch auch mal meine Geschichte erzählen. Alles fing letztes Jahr im Juni an. Ich wünschte mir schon immer ein zweites Kind. Mein LG sagte dann am 04.06.2005 (ich werd das nie vergessen):"Okay, lass es uns probieren. Worauf wollen wir auch warten." Ich war so glücklich. Es begann die Zeit des übens. Mitte August hielt ich dann auch schon den positiven Test in der Hand. Alles war so schön. Bis Anfang November lief alles glatt. Es war schon richtig was zu sehen, ich kaufte Babysachen und meine Tochter (7 Jahre) freute sich total auf das Geschwisterchen. Sie suchte schon fleissig Namen aus. Dann habe ich Anfang November den Erstrimestertest gemacht. 14 Tage später (14.11.2005) rief mich meine FÄ an und sagte, dass irgendwas nicht in Ordnung wäre und sie mir eine Fruchtwasseruntersuchung empfehlen würde. Das war wie ein Schock für mich. Aber ich sagte mir , diese Test sagen immer aus dass wahrscheinlich was ist. Dann bin ich nächsten Tag zu ihr hin und sie machte den Test nochmal um ganz sicher zu gehen. Wieder eine Woche warten. Aber gleiches Ergebnis.

Am 24.11. hatte ich dann einen Termin im KH zur Fruchtwasseruntersuchung. Er machte Ultraschall und sagte dann:"Da ist viel zu wenig Fruchtwasser. Da pieck ich nicht rein."
Ich hab nur gedacht, dass das wohl nicht so schlimm ist, da ich bei meiner Tochter auch zu wenig Fruchtwasser hatte.
Ich sollte dann in einer Woche noch mal kommen und er wollte dann sehen, ob sich das Kind in einer Woche normal entwickelt.
So langsam bekam ich dann auch Angst, dass doch was sein könnte. Man macht sich dann ja auch Gedanken, was ist wenn.....

Aber das liess ich garnicht richtig an mich rankommen. Und alle haben mir Mut gemacht und mir gut zugesprochen.
Dann habe ich an dem gleichen Abend Blutungen bekommen. Wieder ab ins Krankenhaus. Dort wurde dann morgens ausgiebig Ultraschall gemacht. Er hat dann versucht mir Fruchtwasser zu entnehmen. Dreimal!!!
Das hat mir so wehgetan, ich wäre ihm bald von der Liege gesprungen. Nachmittags kam der Arzt dann und sagte zu mir, dass er mich gerne nach Berlin zu einem Spezialisten schicken würde.
Am 29.11. (mein Geburtstag) lag ich dann nun in Berlin und was soll ich sagen, es klappte alles super. Er hat nur einmal gepieckt und gleich Fruchtwasser bekommen. Ich hatte ja schon wieder totale Angst davor.
Nun hieß es 14 Tage warten. Prof Bollmann, der aus Berlin, hatte auch noch Ultraschall gemacht und meinte, dass das Kind nicht richtig entwickelt wäre.
Nun machten wir uns ja auf das schlimmste gefasst. Ich rechnete mit allem. In diesen 14 Tagen hab ich soviel geweint. Es war doch alles so schön. Warum sollte mir sowas passieren?

Am 13.12. sind wir dann wieder nach Berlin zur Auswertung gefahren. Und es wurde uns bestätigt.
Das Kind hat Triploidie und ist somit lebensunfähig. Für mich brach eine Welt zusammen.
Jetzt mußte ich mich entscheiden. Entweder das Kind austragen und davon ausgehen, dass es die Geburt nicht überleben wird oder die Schwangerschaft abbrechen.
Ich schaute meinen LG an und wir wussten beide was wir wollten: Ich brach die Schwangerschaft ab.
Ich bin dann auch gleich am nächsten Tag ins KH gegangen.
Dort mußte ich dann noch warten, bis mein Zimmer fertig war. Ich bekam ein Einzelzimmer, damit ich nicht mit anderen Muttis und deren Babys aufs Zimmer komme.
Immer wieder fragte ich mich, ob das die richtige Entscheidung war.
Ich saß da auf dem Flur und die frischgebackenen Eltern liefen mit ihren Babys an mir auf und ab.
Wie sehr wünschte ich mir, dass ich das hätte auch so erleben können.
Abends bekam ich dann Zäpfchen, die die Wehen einleiteten. Es ging auch ziemlich schnell los. Mein LG rückte nicht von meiner Seite.
Gegen Mitternacht kam ich dann in den Kreissaal.
Dort wurde mir dann eine PDA gelegt.
Die wurde aber falsch gelegt, so dass es mir die Beine weghaute. Mein Kreislauf spielte verrückt und mein Herz setzte aus. Mein LG (was für ein Glück dass er da war, sonst hätte das keiner bemerkt) schlug Alarm. Dann wurde ich reanimiert. Davon bekam ich aber überhaupt nichts mit. Als ich aufwachte wunderte ich mich nur, warum so viele Ärzte um mich rum waren.
Einen Tag später erzählte mir mein Schatz erst was los war.
Danach ging dann alles ziemlich schnell. Ich hatte überhaupt keine Schmerzen mehr. Der Prof kam und untersuchte mich dann mit der Hand. Dann merkte ich nur, dass er mich entbunden hatte.

Es war vorbei.

Ich lag da und fühlte mich so leer. Er sagte nur noch, dass es viel zu klein wäre, für das Alter.
Ich war so endlos traurig.

Dann kam ich noch in den OP. Am Sonntag durfte ich dann wieder nach Hause.
Das Weihnachten war schrecklich.
Wir hatten uns so auf unser Baby gefreut. Das schlimmste war dann noch, es unserer Tochter beizubringen, dass das Geschwisterchen noch ein bisschen warten will.

Nun ist schon ein Viertel Jahr vergangen. Ab jetzt dürfen wir dann wieder neu starten.
Wir waren auch noch zur beratung bei der Humangenetik. Dort wurde uns gesagt, dass das Risiko gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz klein ist, dass so etwas noch mal passiert. Sowas ist eine Laune der Natur und man kann nichts dagegen machen.

Ich bin so dankbar, dass ich meine Tochter noch habe, denn sie hat mich viel abgelenkt.

Wir haben uns jetzt damit abgefunden und starten einen neuen Versuch.
Aber mein Sternchen werde ich nie vergessen. Und übrigens: Es wäre eine Milena gewesen.

Ganz liebe Grüsse
Annette

Beitrag von lesewilma 23.03.06 - 14:50 Uhr

Liebe Annette, dein Beitrag hat mich sehr berührt.
Ich zünde eine #kerze für dein Baby an.

Viel Glück und habe Mut für das nächste Mal#liebdrueck

Beitrag von bine080 23.03.06 - 15:24 Uhr

Hallo,Anette+Family!

Eine #kerze für klein Milena.


Euch drücke ich ganz fest die Daumen,dass Du schnell wieder ss wirst#pro

Meine Schwägerin musste in der 16.ssw ihren Jungen mit dem Gleichen Ergebnis zur Welt bringen und ist jetzt nach einem Halben Jahr Pause nun in der 24.ssw#freu
Sie hatte auch schreckliche Angst,dass so etwas wieder passieren könnte,aber das Risiko ist wirklich supergering:-)

Alles,alles Liebe#liebe

lg.,
Bine

Beitrag von psylvie 23.03.06 - 15:30 Uhr

Hallo Annette
Ich weiss sehr gut wie sehr die Geburt deiner Tochter dir weh tut. ich selbst hab das auch durchgemacht vor etwa 2 Monaten. ich wünsch dir viel Mut für dei Zukunft.
Alles Liebe
Sylvie + Luca (22 m.) + #stern Lenny im Herzen

Beitrag von moony 23.03.06 - 21:12 Uhr

liebe annette,

habe sehr mitgefühlt als ich deinen beitrag las, es tut mir sehr leid für euer #stern ich wünsche das es bald wieder klappt mit eurem nachwuchs...

moony mit carlos und mael

Beitrag von sonja10 23.03.06 - 21:39 Uhr

Hallo Annette!
Auch ich möchte für Milena eine #kerze anzünden!
Ich wünsche Dir, daß Du recht bald schwanger wirst! Ich finde es bewundernswert, daß Du so offen darüber schreiben kann!
Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles alles Gute und viel #klee für Eure Zukunft!

Liebe Grüße
Sonja

Beitrag von lonedies 23.03.06 - 22:22 Uhr

Hallo Annette!

Es tut mir sehr leid für euch, dass ihr so etwas durchmachen musstet. Zünde auch eine #kerze an für euer #stern chen Milena.

Wünsche dir von ganzem #liebe, dass der nächste Versuch klappt und du recht bald wieder eine wunderschöne, komplikationslose SS haben wirst.

#liebdrueck Loni + Höhli 39.SSW

Beitrag von bolle79 24.03.06 - 15:15 Uhr

Hallo Annette,

deine Geschichte hat mich sehr berührt. Ich zünde eine #kerze die deine Kleine an.

Du wirst sehen, bald bist du wieder schwanger und alles wird gut gehen.

Ich habe ein nicht so harten Schicksalsschlag hinter mir, aber ich hatte am 11.11.04 bei einer Routineuntersuchung gesagt bekommen, dass mein Baby tot ist und am 12.11.04 wurde es "entfernt". Ich war am Boden. Niemand konnte sagen warum, nur "das ist halt manchmal so" Und wir haben dann, nach 3-monatiger Pause, weitergemacht und im Juni 05 hatte es wieder geklappt, alles ist gut gegangen. Und ich wurde für mein Leid entschädigt, denn seit 7 Wochen bin ich stolze Mami von kerngesunden Zwillingen...#baby#baby

:-) alles wird gut, Kopf hoch

Nicole, Ben & Max

Beitrag von puffelchen 28.03.06 - 23:42 Uhr

Hallo Annette!!!

Es tut mir sehr leid, was Euch passiert ist!!! Ich kann es nicht in Worte fassen!#liebdrueck
Ich wünsche Euch, daß Ihr das alles verkraften könnt und beim nächsten Mal hoffentlich ein gesundes #baby im Arm halten könnt.
Ich wünsche Euch alles Gute und möchte eine #kerze für den kleinen #stern Milena anzünden.

Liebe Grüße!

Sandra mit Dennis (6Jahre) und Leonie (2 Jahre)