Probleme in der Schule

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von lilibee 24.03.06 - 09:54 Uhr

Mein Sohn (8 J.) hat seit seiner Einschulung Probleme mit den Kindern und der Lehrerin. Er schließt kaum Freundschaften mit den Kindern (sind eine sehr kleine Klasse 13 Kinder nur) und ärgert sie manchmal(Kann nicht aufhören immer wieder nachzubohren).

Zu seiner Verteidung muß ich sagen, sie sind gerade mal 5 Jungs und drei davon mag er überhaupt nicht, was ich verstehen, denn sie waren schon im Kiga schwierig.

Mit seiner Lehrerin kommt er überhaupt nicht klar. Denke mal er ist nicht ihr Lieblingskind.
Merkt man ihr an und sie verneint dies auch nicht.


Den Religionsunterricht beim Pfarrer nimmt er überhaupt nicht ernst und macht nur Quatsch. Deswegen mußten wir auch schon zum Elterngespräch antanzen.

Er hat im letzten Jahr auch sehr große Probleme mit dem Selbstvertrauen , fragt 3 mal nach bevor er etwas in der Schule tut (geht der Lehrerin damit auf die Nerven) oder aber er traut es sich garnicht zu tun (bekommt dann auch von ihr geschimpt).

Was denkt ihr , könnte helfen, das die Probleme in der Schule weniger werden, besonders die mit den Lehrkörpern?

Ein Vorschlag war eine Ergotherapie mit Ihm zu machen, aber ich denke zuhause ist er auch sehr selbständig Warum klappt das dann in der Schule nicht?

#danke schon mal im Vorraus lilibee

Beitrag von manavgat 24.03.06 - 12:18 Uhr

mach einen Termin mit der zuständigen Schulpsychologin und lass Dich dort beraten.

Gruß

Manavgat

Beitrag von sternchent 24.03.06 - 15:03 Uhr

Liebe lilibee,

lass dich erstmal #liebdrueck. Die Situation ist richtig verfahren, aber es gibt immer einen Weg!

Ich schreibe dir jetzt erstmal meine Meinung als Lehrerin, die selber leider noch keine Kinder hat...

Der Tipp mit der Schulpsychologin von Magnavat ist eine gute Idee, aber vielleicht kann man vorher noch andere Dinge unternehmen...
Ich finde als erstes MUSS und sollte ein Gespräch mit der Lehrerin, dir UND deinem Sohn erfolgen. Vielleicht kann noch eine neutrale Person, wie die Schulpsychologin, dabei sein. Jeder sollte offen darlegen können, wie er sich fühlt, auch dein Sohn und es muss gemeinsam nach Lösungen gesucht werden. Hat die Lehrerin sich denn schon mal gefragt, warum sich dein Kind so verhält? Hast du deinen Sohn schon mal darauf angesprochen? Was sagt er?

Wichtig ist doch, alle sollten daran interessiert sein gut miteinander auszukommen, ob man jemanden mag oder nicht, man kann ihn/sie trotzdem ernst nehmen und zuhören.

Wenn die Klasse so eine kleine Gruppe ist, dann kann man doch erst recht auf jedes einzelne Kind eingehen. Die Zeit muss man haben...
Es gibt verschiedene Übungen innerhalb der Klasse, die jeder Lehrer/in durchführen kann, um das Selbstbewusstsein und die Klassengemeinschaft zu stärken. LOB sollte auch gaaaaaaaanz groß geschrieben werden.

Alle Kinder sind Individuen und reagieren nunmal nicht normgerecht.

Ein offenes Gespräch wirkt Wunder und nochmal: beteiligt deinen Sohn auch daran...

Auch wir Lehrer/innen machen Fehler, aber wenn man immer sein Verhalten reflektiert und ein gemeinsames WIR praktiziert, kann sich jedes Kind in der Schule wohlfühlen und (seiner Begabung entsprechend) lernen!!

Viel Kraft, Geduld und Offenheit bei der Umsetzung!!
Melde dich, wie es weiter geht!!!

Tanja

Beitrag von lilibee 24.03.06 - 16:02 Uhr

Ersteinmal #danke für deine Meinung.

Ein Gespräch Eltern - Lehrerin ist schon gewesen, dabei sagte sie ja, das es sie stört das er ständig nachfrägt und sie sich nicht nur um ihn kümmern kann.

ABER: Sie sind nur 13 Kinder, da kann man doch auch verstärkt auf jedes Kind eingehen (Bin Erzieherin, wäre froh ich hätte nur 13 Kindern, sind oft 27 oder 28 in einer Gruppe), oder ?

Das beste war vor 4 Wochen da kam mein Sohn heulend nach hause und sagte, wir waren heute nicht turnen wegen mir.
Das ist schon die härte oder? Daraufhin bin ich am nächsten Tag in die Schule gefahren und wollte sie darauf ansprechen.
Was war, sie ignorierte mich und lief zu Ihrer Lieblingsmama (deren Kind hatte Lernschwierigkeiten und in der 1. Klasse eine Unterstützung wo sich nur um ihn kümmerte) und unterhielt sich mit ihr.
Danach bekam ich nur als Antwort, sie habe jetzt keine Zeit mehr sondern Busaufsicht und ließ mich stehen.

Die Situation ist jetzt schon so verfahren (hatte diese Frau auch schon in der Grundschule, als Religionslehrerin aber nur), denke auch über einen Schulwechsel nach, aber es kann doch nicht noch ein halbes Jahr so weiter gehen.

#danke fürs zuhören lilibee

Beitrag von sternchent 25.03.06 - 09:55 Uhr

Liebe lilibee,

das ganze hört sich ziemlich verfahren an...:-(

Und gerade von einer erfahrenen Pädagogin erwartet man sich vielleicht mehr.

Aus meiner Erfahrung ( und du kannst das als Erzieherin ja sicher auch bestätigen!!!) als Lehrerin heraus muss ich sagen, dass es sicher Kinder gibt, die nerven, weil sie immer und immer wieder nachfragen, aber dann darf ich kein Lehrer/in werden!
Und wenn ich professionell bin, dann darf man mir auch nicht anmerken, wenn mich ein Kind nervt oder ich es nicht mag, zumindest nicht immer, denn einen schlechten Tag hat ja wohl jeder mal, aber ständig?

Diese Kollektivstrafe ( wir dürfen nicht zum Sport wegen mir!!!) geht eigentlich gar nicht, weil wenn ein Kind eh schon ein Außenseiter ist, dann muss man das ja nicht auch noch verstärken...

Aber ich weiß ja nicht, was in dieser Lehrerin vorgeht, kenne die Geschichte nur aus deinen Erzählungen. Vielleicht ist sie ja müde und geschafft - ja so ein Lehrerjob kann schon schlauchen. Trotzdem muss etwas unternommen werden!

Bei dem Gespräch, das ihr hattet, hat sie da irgendwelche Vorschläge gemacht, wie die Situation verbessert werden könnte? War dein Sohn dabei?
Wenn nicht bitte sie nochmals um einen Termin, nimm ihn mit. Sage ihr, dass du bemerkt hast, dass die Situation ganz schön verfahren ist, bleib ruhig und schildere deine Sicht gaaaaaaanz sachlich. Sag, dass du da bist um Lösungen zu finden. Wenn sie dann wieder abblockt bleibt dir nur eines: Bitte um ein Gespräch beim Schulleiter/in und trage dort deine Lage vor. Vielleicht kann er/sie vermitteln.

Ich denke ihr braucht eine neutrale Person...

Natürlich haben wir Lehrer auch nicht immer ein Patentrezept auf Lager, aber es wird doch etwas geben, was die Situation erträglich für alle macht...

Habe mich mal gefragt, warum dein Sohn so reagiert warum er so penetrant immer wieder nachfragt, warum er die anderen Kinder nicht mag,...

ICH denke: Er bekommt in der Schule vielleicht nicht die Aufmerksamkeit, die er benötigt, d.h. die positive Unterstützung die er bräuchte. Und so holt er sich sie eben über negative Dinge... Zuhause klappts ja auch laut deiner Aussage...
Sprich auch das an!!!!

Ich will jetzt diese Kollegin nicht angreifen oder verurteilen, aber nerv auch du ruhig weiter, bis etwas getan wird!!!! Geh zum Schulleiter/in und erkundige dich nach Möglichkeiten, sie sind verpflichtet dir zu helfen...
Ich würde mir so engagierte Eltern wünschen...denn gerade diese Zusammenarbeit ist super wichtig!!!

Hast du denn zuhause auch Schwierigkeiten mit ihm?

Einen gaaaaanz lieben #liebdrueck
Und meld dich!!
Tanja

Beitrag von f.j.neffe 25.03.06 - 20:59 Uhr

Das A und O der Problemlösung ist die Förderung des Persönlichkeitswachstums. In der Ich-kann-Schule spricht man die Kinder auf ihre am schwächsten erscheinenden Stärken mit dem größten Respekt und Interesse an, denn dadurch wachsen diese sonst vernachlässigten Stärken. Die große Katastrophe der modernen Schule entsteht dadurch, daß sie sich nur mit den Schwächen (und starken Stärken, wo die Pädagogik an sich gar nichts dazu tun muß) befasst und die STÄRKEN DAHINTER verhungern lässt.
Wenn ich Deinem Sohn begegnete, würde ich der verlässliche Freund all seiner feinen Stärken, die die andern noch gar nicht bemerkt haben.
In "LegasteNIE" ist die Geschichte von Nadine, die täglich von ihrer Lehrerin blamiert wurde und schon nicht mehr leben wollte. Nadine "verzauberte" diese Lehrerin. Sie schickte ihr in Gedanken in einem Riesenluftballon all die Güte, die ihr fehlte. Und sie schickte davon gleich 100mal mehr als bei der Frau Platz hatte; das war die Garantie, daß sie es wieder auteilen mußte. 4 Wochen später war Elternabend. Die Lehrerin kamm der Mutter strahlend entgegen mit den Worten: "Ich hab an Ihrer Tochter gar nicht mehr auszusetzen." Seither lehre ich alle Kinder zaubern; es klappt immer. Ihr könnt es ja auch probieren. Ich grüße herzlich.
Franz Josef Neffe

Beitrag von anil0502 25.03.06 - 23:36 Uhr

also ich kenne deinen sohn natürlich nicht, aber wenn er nur probleme hat und auch die klassenkameraden keinen rechten frieden mit ihm schließen, stimmt vielleicht wirklich irgendetwas nicht? wie ich aus deinem steckbrief ersehen kann, ist er einzelkind und ihr erfüllt ihm offensichtlich jeden wunsch, selbst dem nach dem fehlenden geschwister.
ich bin selbst lehrerin, allerdings in der erwachsenenbildung, mit zwei kindern (2 und 5,5 jahren) aber ich glaube, euer kind ist ein verwöhntes einzelkind, dass keine rücksicht auf bedürfnisse anderer nimmt. kann mich auch täuschen?!
wie alt ist euer sohn genau? vermute er ist der älteste in seiner klasse und vielleicht auch noch sehr groß und total unterfordert?
würde mich über eine ehrliche antwort feuen, wer weiss, was mir noch bevorsteht?
lg anil



Beitrag von lilibee 26.03.06 - 14:27 Uhr

Danke für deine meinung, zu deiner Frage:

Unser SOhn wurde mitte März 06 8 Jahre alt, er ist der 3. jüngste in seiner Klasse.
Er ist für sein Alter "normal" groß und vielleicht (meiner Meinung nach ) in Mathematik und lesen unterfordert.

Es kommt in der Vk vielleicht so rüber das sich unser Sohn für ein Geschwisterkind entschieden hat, dem ist aber nicht so.
Wir tragen schon seit Jahren den Gedanken noch ein Kind zu bekommen, nur ist jetzt die richtige zeit für nachwuchs (jaja einen richtigen Zeitpunkt gibt es ja nie, aber wir hatten in den letzten Jahren immer wieder ver. Probleme die ich hier nicht erleutern möchte).

Rücksichtsnahme ist für ihn kein Fremdwort, aber ich behaupte auch nicht, das er kein verwöhntes Einzelkind ist.