Unterhalt und ALG2

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Beitrag von yannie 24.03.06 - 13:17 Uhr

Hallo,

ich brauche nochmal Rat.
Ich war heute bei der ARGE und die teilten mir mit, dass der Unterhalt für das Kind geregelt werden muss. Sie werden das jetzt für mich tun.
Wie läuft sowas ab?
Ich bin noch mit meinem Partner zusammen, deswegen hat er auch einen riesen aufstand gemacht.

Er ist zwar Selbständig hat aber mehr ausgaben als einnahmen, und er ist auf der suche nach einem Job. Er hält sich wirklich durch kleine arbeiten über Wasser, wenn man das so nennen kann.
Er hat wirklich kaum Geld, muss er denn offenlegen wieviel er verdient?
Kann man es auch so machen, dass er angibt, er würde mir eben diesen Mindestsatz von 199 Euro bar geben?
Er will nämlich nicht, dass man in seine Papiere reinschaut, da er eben nichts verdient.
Und er kann einfach nicht zahlen, ich weiß dass ich dann vom Staat unterhaltsvorschuss bekomme, wie muss er denn dann zurück zahlen, alles auf einmal, wenn er mal etwas verdienen sollte? Sind es sehr hohe Zinsen?

Wir wollen es so angeben, dass er eben 199 Euro zahlt, da es ja mit angerechnet wird, und ich muss eben zusehen wie ich ohne dieses Geld mit Lebensmittel auskomme. Noch würde es gehen, da ich noch Erziehungsgeld bekomme, dann muss ich eben für später zusammensparen, damit ich nicht noch woanders Geld ausleihen muss.

Das macht mich super ärgerlich, dass er so reagiert hat. Er macht sich einfach sorgen, dass er mit dem Finanzamt ärger bekommt, da er eben seit 2 Jahren ein minusgeschäft macht.

Der will ja sein geschäft auch nicht aufgeben, da er auch vertragliche Verpflichtungen dem Kunden gegenüber hat. Ein Dickschädel ist er, aber er war schon immer so.

Manchmal bereue ich es, dass ich wirklich mit ihm ein Kind habe. Aber ich versuche das beste zu machen, dass unser Sohn eine schöne Zeit mit seinen Eltern verbringen kann.

LG

Yannie

Beitrag von lara_lea_noah 24.03.06 - 13:33 Uhr

Hallo,

es ärgert mich ehrlich gesagt ein wenig, dass du diesen Mann in Schutz nimmst. Als Vater hat man nun auch Pflichten und dazu gehören Unterhaltszahlungen. Diese Unterhaltszahlungen sind für das Kind gedacht und nicht dafür, dass die Mutter des lieben Friedens Willen darauf verzichtet. Du nimmst damit deinem Kind die Butter vom Brot um es mal ganz deutlich zu sagen.

Das Erziehungsgeld wird nicht angerechnet damit du dir mit deinem Kind eine schöne Elternzeit machen kannst und auch mal etwas Schönes für euch kaufen kannst.
Ich rate dir sowieso mindestens die Hälfte des Erziehungsgeldes monatlich wegzulegen und es für später zu sparen. Momentan ist dein Kind noch nicht so teuer, das fängt erst später an wenn es älter wird. Da sind Rücklagen nur von Vorteil.

Na klar muss dein Freund sein Einkommen offenlegen. Die ARGE ist sehr daran interessiert, dass dein Freund auch für Dich aufkommt in der Elternzeit. Und dazu ist er gesetzlich verpflichtet auch Dir Unterhalt zu bezahlen (nicht nur für das Kind). Somit wird die ARGE auf jeden Fall sein Einkommen prüfen.

Wenn dein Freund wegen Unterhalt den er für euer gemeinsames Kind zahlen soll sauer ist dann würde ich mir echt überlegen ob dies der richtige Mann ist für Dich. Ich finde so ein Verhalten zum :-%.

Denk daran: es geht um Unterhalt für dein Kind... darauf darfst du als verantwortungsvolle Mutter nicht freiwillig verzichten.

Beitrag von yannie 24.03.06 - 13:56 Uhr

Hallo,

danke für deine Antwort.
Ich bin selber etwas geschockt gewesen, dass er so reagiert hat. Ich war auch sehr sauer darüber. Manchmal denke ich wirklich, warum hast du so einen A**** als Freund. Bin ja auch nicht dumm oder so. Aber ich will mich nicht von ihm trennen, schließlich liebe ich ihn ja trotzdem, da er gut zu mir und unserem Sohn ist.

Ich bin aber auch sauer über mich, dass ich immer im Sinne von anderen handele. Du hast Recht, es geht um MEIN Kind.
Aber ich möchte auch nicht das er schwierigkeiten bekommt.

Ich weiß, dass er kein Unterhalt zahlen müßte, sodass ich Unterhalsvorschuss bekomme. Aber wie ist es dann später, muss er es später alles in einer Summe zahlen? Oder geht das auch in Raten, schließlich muss ich diese Rate dann auch noch mit abbezahlen, wenn wir später mal zusammen ziehen sollten und ich auch wieder arbeiten kann.
Wenn es so heftige Zinsen sind, dann zahle ich ja nur die Zinsen und nicht die Schulden die ich dem Staat gegenüber gemacht habe.

Meine Frage ist auch, ob ich es selber regeln kann, dass vielleicht das Jugendamt die Berechnung macht, sodass er keinen Ärger vom Finanzamt bekommt. Weil noch hat das Finanzamt nicht aufgemuckt wegen den Minusumsätzen.
Ein Anwalt ist teuer, und wenns geht würde ich das gerne vermeiden.

LG

Yannie

Beitrag von waldkirchen 24.03.06 - 15:59 Uhr

yannie, wenn er ein Minusgeschäft seit Jahren macht, dann muß er auch keine Steuern beim Finanzamt zahlen.

Beitrag von junimond.1969 24.03.06 - 16:14 Uhr

Der Unterhaltsvorschuss wird in Raten zurückgezahlt. Ich weiß von meinem KV, dass die Raten sehr moderat waren. Er musste 50,- DM im Monat zurückzahlen. Verzinst wurde und wird das meines Wissens nicht. Wie kommst Du auf "heftige Zinsen"? Denkst Du, der Staat hat Interesse daran, IHN (nicht: DICH) jahrelang nur Zinsen zahlen zu lassen?!

Mensch, wach mal auf! Kann es sein, dass er das Kind nicht wollte und Du deshalb geneigt bist, dieses Kind als zunächst mal und in erster Linie als Dein finanzielles Problem zu sehen und nur allen Unbill vom Vater fernzuhalten? Der UV wird Dir zwar ausgezahlt, vorgeschossen wird er aber ihm, er muss zurückzahlen und die Ratenhöhe bemisst sich später an SEINEM Einkommen, nicht Deinem!

Gruß
Christine

Beitrag von junimond.1969 24.03.06 - 16:11 Uhr

Hatte Deine Antwort noch gar nicht gelesen, aber ich sehe, mit der "Butter vom Brot" lagen wir auf einer Wellenlänge.

Gruß
Christine

Beitrag von tati_plus_wuerstchen 24.03.06 - 14:26 Uhr

hallo yannie,

ich schließe mich meiner vorrednerin an, habe aber noch eine zusatzfrage:

wieso will er nicht, dass das finanzamt weiß, dass er ein minusgeschäft macht??? sonst sind doch alle selbstständigen hinterher, möglichst wenig steuern zu zahlen und geben minusgeschäfte immer gern an....
welchen nachteil hat er denn davon, wenn das finanzamt weiß, dass er nichts verdient?
ich denke fast, dass das was anderes hinter steckt, sorry.

liebe grüße
tati

Beitrag von junimond.1969 24.03.06 - 16:04 Uhr

Wenn Du mit dem Kindsvater zusammen lebst (lebst, nicht "bist"), hast Du keinen Anspruch auf UV, das als erstes.

Ich verstehe sein Problem ehrlich gesagt nicht und ich habe fast schon den Verdacht, so "minus" wird das Geschäft gar nicht sein und er will vielleicht sogar eher, das DU nicht Einblick gewinnst...

Denn: Es könnte bei der ARGE sogar herauskommen, dass für ihn auch ALG II-Anspruch besteht.

Wie dem auch sei, er ist verpflichtet, diese Angaben zu machen, ergibt sich aus mehreren §§ der versch. Sozialgesetzbuch-Bücher.

Und das

"Wir wollen es so angeben, dass er eben 199 Euro zahlt, da es ja mit angerechnet wird, und ich muss eben zusehen wie ich ohne dieses Geld mit Lebensmittel auskomme."

ist schlicht eine bodenlose Sauerei von dem Kerl! Und zudem von Dir rechtlich nicht in Ordnung, denn Du verzichtest damit quasi auf Ansprüche Deines Kindes und das darfst und kannst Du gesetzlich gar nicht. Du nimmst Deinem Kind die Butter vom Brot, weil der Monsieur sich zu fein ist, seine Lage offenzulegen!

Nee, dafür hab' ich kein Verständnis. Andere Väter, die arbeiten oder selbstständig sind, müssen auch zusehen, wie sie ihr Kind ernährt kriegen und Du nimmst diesen Typen in Schutz, damit er nur ja nicht finanziell für das Kind einstehen muss. Dann sei bitte aber auch so konsequent und gib Dein Kind in eine KiTa und geh arbeiten und lass nicht UNS ALLE für diesen Herrn mitbezahlen. Achso, nee, willst ja nur Dein Kind zahlen lassen, indem Du auf ihm zustehenden Unterhalt verzichtest und Euch damit UNTER das Existenzminimum katapultieren.

Sorry, wenn das jetzt zu hart rüberkam, aber ich kann das echt bald nicht mehr haben! Es kommt soooo oft vor, dass die Kindsmütter bei uns hocken und alles mögliche herumlügen und sich und ihr Kind lieber finanziellen Nöten aussetzen oder die Allgemeinheit zahlen lassen wollen, nur damit der Herr Kindsvater nicht an seine Pflichten erinnert wird. Menschlich und von Frau zu Frau vielleicht sogar verständlich. Allerdings sollten gewissen Herren Kindsväter dann doch mal den Status als verantwortlicher Erwachsener verinnerlichen. Notfalls dann eben über den Amtsweg. Dafür sind wir - unter anderem - da: Dass wir notfalls über den Amtsweg das Dir und/oder dem Kind zustehende Geld beitreiben.

Du kannst ihm gern sagen, dass Du nun keinerlei Einfluss mehr hast, was das Amt in Sachen Unterhalt tut, dass das nunmal der gesetzliche Gang ist und wenn Dein/e SB so drauf ist wie ich, dann reicht ihm/ihr eine lapidare Vereinbarung nicht, dann müssen Kontoauszüge über tatsächlich geleistete Zahlungen vorgelegt werden. Ich verlange die bei sowas grundsätzlich, schließlich könnte es ja auch sein, das der KV weit mehr zahlt und die Eltern eine Vereinbarung faken.

Gruß
Christine

Beitrag von yannie 24.03.06 - 21:32 Uhr

Hallo Christine,

natürlich hätte ich meinem Kind nicht die Butter vom brot wegnehmen wollen. Ich hätte ja dann bei mir gespart.

Ich bin eben zu ihm hin gefahren und wir haben das jetzt alles geklärt.
Er wird alles offenlegen, und da er ja nicht zahlen kann, hat sein vater bereit erklärt die 200 Euro für ihn zu zahlen.
Ich habe keine Probleme damit, ich habe ihm ja gesagt, solange ich keine Nachteile wegen ihm habe, soll er machen was er will.
Muss er eben später das Geld seinem vater zurück zahlen.

Er meinte schon damals, dass er mit Sicherheit kein ALG2 bekommt, da er ja selbständig ist, und diese Firma will er noch nicht aufgeben.
Er hatte nämlich die Sorge gehabt, dass er Probleme bekommen könnte, da er sich ja selbständig gemacht hatte und er Überbrückungsgeld vom Arbeitsamt erhalten hat.

Vielen dank nochmal für die Hilfe.

LG

Yannie

Beitrag von karpathos 24.03.06 - 22:07 Uhr

Yannie, dein Freund hat vollkommen Recht!

Beitrag von manavgat 24.03.06 - 21:15 Uhr

Manche sind nicht nur blond, sondern auch noch doof.

Sorry für die harten Worte.

Was fällt Dir eigentlich ein, Deinem Kind die Butter vom Brot zu nehmen, wegen eines Kerls.

Er soll gefälligst offen legen, dass er zu wenig verdient und daher nicht zahlen kann. Dann erhälst Du UVG, welches Du beantragen musst.

Gruß

Manavgat