Hilfe, er will Umgangsrecht

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von morgandulac 25.03.06 - 22:49 Uhr

Hallöle!

Kurz zur Geschichte: Der Vater meiner Tochter wollte eine Abtreibung, hat die Beziehung in der 13. SSW wegen dieser beendet, sich auch auf meine mails nicht gemeldet und mich telefonisch terrorisiert als er das Schreiben vom Jugendamt bekam. Er hat bis heute nicht einmal nach seiner Tochter gefragt. Er hat aber nun dem Jugendamt mitgeteilt, dass er schnellstmöglich von seinem Umgangsrecht Gebrauch machen möchte, wenn er der Vater ist. Was kann das denn jetzt für ein Vater für meine Kleine sein? Ich würde mir nichts mehr wünschen als dass er sie liebt und sie regelmäßig sieht. Aber wie realistisch ist das? Ich habe Angst, dass er sie schlecht behandelt oder sie enttäuscht, weil er dann eben nicht regelmäßig für sie da ist. Was ist, wenn er dem Kind etwas antut? Ich vermute auch, dass er ein Alkoholproblem hat. Ich glaube meine Angst war genau sein Ziel. Ich soll wahrscheinlich auf die Feststellung der Vaterschaft verzichten. Wie ist das Umgangsrecht geregelt? Meine Tochter ist jetzt 10 Wochen. Wodurch kann man das Umgangsrecht beeinflussen? Gibt es die Möglichkeit mit Hilfe eines Dritten, Konflikte zu klären? Glaubt ihr, er kann sein Herz noch für seine Tochter entdecken oder ist das bloß ein böser Schlag in meine Magengegend?

LG
Morgan

Beitrag von guernica76 26.03.06 - 01:01 Uhr

Für Kinder unter 2 Jahren sieht der Gesetzgeber einen 14tägigen Umgang für ein paar Stunden im Beisein der Mutter vor. Alles andere liegt in deinem Ermessen. Wenn dein Vertrauen dermaßen angekratzt ist (was ich gut verstehen kann), dann bleib doch fürs erste bei dieser Regelung, evtl. jede Woche ein paar Stunden, damit das Verhältnis zwischen Vater und Kind aufgebaut werden kann. Dann kannst du auch feststellen, wie ernst es ihm ist und ob er der Verantwortung gewachsen ist.

Ich weiß nicht wie es in Deutschland ist, aber bei uns in Österreich kann man, sobald das Jugendamt involviert ist, nicht auf die Feststellung der Vaterschaft verzichten. Man kann sich weigern den Vater anzugeben, aber sobald sie einen Namen haben geht alles seinen üblichen Weg, damit deinem Kind zu seinem Recht verholfen wird (oh, mann! ist das ein deutscher satz? #freu hört sich merkwürdig an).

Alles andere, wie die Beistandschaft oder den betreuten Umgang, würde ich ein wenig übertrieben finden. Wie ich merke kommuniziert ihr nicht allzu viel miteinander, wenn du seinen Wunsch nach Umgang übers Jugendamt erfahren hast, so könnte es theoretisch möglich sein, dass er sich in der Zwischenzeit doch auf seine Vaterrolle besonnen hat. Ich habe es umgekehrt erlebt - Vater hat sich zuerst über sein Kind gefreut aber nach unserer Trennung wollte er mit dem Kleinen nichts mehr zu tun haben - also warum sollte es nicht möglich sein?

Alles Gute,
Guernica

Beitrag von mikuhase 26.03.06 - 10:38 Uhr

"Für Kinder unter 2 Jahren sieht der Gesetzgeber einen 14tägigen Umgang für ein paar Stunden im Beisein der Mutter vor."

Die Behauptung, daß dies der Gesetzgeber so vorsieht, ist schlichtweg Blödsinn. Wie der Umgang regelt wird, ist in erster Linie eine Sache der Vereinbarung zwischen den Eltern. Weil sich viele nicht einigen können, muß ein Dritter eine Entscheidung treffen, und dieser Dritte ist dann in der Regel das Jugendamt. Weil das Jugendamt in tausenden Fällen dieser Art entscheiden muß, ist es eine beliebte Verwaltungsübung, auf pauschalisierte Umgangsregelungen zurückzugreifen, die vom Jugendamt lediglich vorgeschlagen werden können.

Beitrag von guernica76 31.03.06 - 03:18 Uhr

dann habe ich mich wohl etwas unglücklich ausgedrückt... tatsache ist, dass familienrichter standardmäßig diese variante vorschlagen, ob es nun im gesetz steht oder nicht

guernica

Beitrag von sweetlady0020 26.03.06 - 10:53 Uhr

Hallo,

da muss ich meiner Vorrednerin recht geben. Es gibt vom Gesetzgeber keine Regelung bezüglich des Umgangsrechtes. Es gibt sog. Leitlinien, so wie die Düsseldorfer Tabelle (Unterhaltstabelle). Es ist kein muss, sondern lediglich eine ca. Richtlinie. Jedenfalls hier in Deutschland.

Sehen kann man das wie man will, denn auf der einen Seite, könnten dann endlich mal vernünftige Aussagen gemacht werden, welche Rechte und Pflichten man hat. Auf der anderen Seite muss man sich sein Recht (wenn keine gute Basis zwischen den Eltern besteht) vor Gericht erkämpfen. Was die Richterin dann entscheidet, MUSS man dann leider so hinnehmen und das schlimme ist, dass es zum größten Teil, negativ zu Gunsten des Vaters ausgeht. Leider. (Ich rede hier von Väter, die sich auch wirklich kümmern wollen)

@Morgan

Ich würde sicher im ersten Moment nicht immer vom Schlechten ausgehen und jeder Mensch hat eine 2. Chance verdient. Wenn er nun sagt, dass er ein Umgangsrecht warnehmen möchte, dann solltest Du ihm das definitv so oft wie möglich gewähren. Wenn Du siehst er läßt es schleifen und fängt an zu trinken, kannst Du die Konsequenz noch immer ziehen.

Liebe Grüße aus Berlin

Janine#klee

Beitrag von mikuhase 26.03.06 - 14:07 Uhr

"Auf der anderen Seite muss man sich sein Recht (wenn keine gute Basis zwischen den Eltern besteht) vor Gericht erkämpfen."

Das Umgangsrecht ist kein Recht, was erst gerichtlich geltend gemacht werden muß, denn das Umgangsrecht besteht von vorn herein. Das Schlimme ist, daß die Wahrnehmung dieses Rechts dem anderen nur allzu leicht erschwert oder unmöglich gemacht werden kann, so daß gar keine andere Möglichkeit einer gerichtlichen Auseinandersetzung besteht, um sein von vorn herein bestehendes Recht durchzusetzen.

Beitrag von sweetlady0020 26.03.06 - 15:25 Uhr

"Das Umgangsrecht ist kein Recht, was erst gerichtlich geltend gemacht werden muß, denn das Umgangsrecht besteht von vorn herein"

Wenn Du dieses Umgangsrecht, was Dir von vornherein eigentlich zusteht, vor Gericht erkämpfen musst, dann ist das Kind leider schon in den Brunnen gefallen. Das eine Partei überhaupt so weit gehen muss, ist schon schlimm genug, nur weil der eine aus Egoismus und Verletztheit nicht über seinen Schatten springen kann. Traurig aber wahr.

Liebe Grüße

Janine#klee

Beitrag von soistdasnunmal 26.03.06 - 10:51 Uhr

hallo
ich habe die erfahrung gemacht, das der vater auch alles wollte. als er anerkennen muss. aber nur um mich´" abzuschrecken" oder was auch immer.....er schrieb, er wird auf geteiltes sorgerecht klagen und und und..........und ich habe mich nicht beeirren lassen, ich wußte, das er eh nicht kommen wird. es war ein versuch sich vor aller verantwortung zu drücken, ein versuch das ich sage; lass es....habe ich auch lange laaaaange gemacht. es wäre ihm viel zu mühsam sich mit mir und dem kleinen regelmäßig für ein paar stunden zu treffen und darauf bestand ich, wenn er ihn sehn will. er kannte ihn ja gar nicht, hat ihn nie gesehn.er hats einmal gemacht, dann nach einem halben jahr mal wieder. das wars.ich habe den kontakt ganz abgebrochen, weil es albern ist, sich mal alle 6 bis 12 monate zu melden.

Beitrag von manavgat 26.03.06 - 13:05 Uhr

Sitz es aus. Der wird Ruhe geben, wenn er merkt, dass er Dich nicht! weichklopfen kann.

Behalte die Nerven.

Gruß

Manavgat

Beitrag von thunderi 28.03.06 - 12:27 Uhr

Huhu,

Jugendamtaussage bei mir: "Solange er seine Pflichten nicht nachkommt, hat er auch keine Rechte!" Dasselbe wurde mir vom Richter bestätigt. Er darf seinen Sohn erst sehen, wenn Unterhalt zahlt.

Ob du es möchtest, dass dein Krümmelchen seinen Vater kennenlernt (Kind hat das Recht seinen Vater zu sehen lt. Gesetz), liegt in deinem Ermessen. Nur solange er rumzickt, sich nicht meldet, obwohl er die Adresse bzw. Telefonnummer hat, kannst du dem JA vorschlagen, dass dein/e Berater/in (bzw. diejenige Person, die dir die Beistandsschaft zugesprochen hat) anwesend ist. Wenn er wirklich daran interessiert ist, sein Töchterlein kennenzulernen, wird er sich auf diesen "Handel" einlassen (das ist dann dein Druckmittel).

http://www.mamis-in-not.de/htm/umgangsrecht.htm

http://www.kanzlei.de/ksrr.htm

Hier kannst dir das auch nochmal durchlesen, wenn du magst.

LG Sina