Wo soll das noch hinführen?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Enttäuscht 27.03.06 - 10:31 Uhr

Hallo zusammen,

Ich stecke in einer wirklichen Zwickmühle.
Mein Freund und ich haben uns vor 3,5 Jahren im I-Net kennengelernt. Recht schnell fand ich ihn super interessant und nett und wir hatten uns dann auch persönlich getroffen. Muß dazu sagen, daß wir in zwei verschiedenen Städten wohnten.
Nach 1,5 Jahren Dauerfahrerei von meiner Seite, weil er sooo viel mit seinem Hausbau zu tun hatte, habe ich mich schweren Herzens dazu entschlossen zu ihm zu ziehen. Dazu muß ich noch sagen, daß seine Eltern mit im Haus wohnen und ich mit ihnen noch nie sonderlich gut zurecht kam, weil sie mich einfach nicht so akzenptieren konnten, wie ich bin.
Trotzdem habe ich meinen Freund geliebt, hatte meine Arbeit und konnte wann ich wollte zu meiner Familie zum schwatzen fahren. Okt. 2004 bin ich geplant schwanger geworden. Im Juni kamen dann unsere Zwillinge. Doch seit der Geburt unserer Kinder geht es in unserer Beziehung nur noch bergab.
Ich muß zugeben, daß ich wegen Berufsverbot und anschl. Elternzeit seit Dez. 04 zu Hause bin und mir schon längst die Decke auf den Kopf gefallen ist. Immer mehr machte sich in mir der Wunsch breit, wieder dahin zurück zu ziehen, wo ich herkam, weil dort meine ganze Familie wohnt und ich mit meinem Freund nur noch Streit hatte/habe wegen vieler vieler Kleinigkeiten, die aber zusammen genommen bewirkt haben, daß ich mich bei ihm einfach nicht mehr wohl fühle. Wir haben kaum noch eine gemeinsame Basis außer den Kindern. Ich fühlte mich teilweise überfordert mit den beiden, immer am Grübeln, wie ich beiden gerecht werden kann. Von meinem Freund kam NULL Verständnis für meine Situation. Ich sagte ihm ich würde mir mehr Unterstützung wünschen und könnte sie auch echt gebrauchen, daß mir aber seine Eltern keine Hilfe sind. Er hat für sich beschlossen, daß er wenn überhaupt erst in fünf Jahren darüber nachdenkt mit mir wegzuziehen. Er sagt ich wolle die Familie wegen meiner Heimatstadt kaputt machen. Das stimmt nicht. Hätte er mir nur mehr zugehört, mich auch mal sagen lassen, warum ich mich hier so allein gelassen fühle... aber er schaltet immer gleich ab.
Mittlerweile unterstellt er mir sogar, ich würde die Kinder, wenn ich zu meinen Eltern fahre nur dort abgeben und dann meiner Wege gehen, das ist glatt gelogen. Ob ich einen neuen hätte fragte er mich. Für sowas hab ich gar keine Zeit. Ich sei rumgezogen sagte er, als ich meine Eltern besucht habe.
Wo soll das alles noch enden? Mein Gefühl für ihn ist merklich abgekühlt, weil ich das Gefühl habe es kümmert ihn nicht die Bohne wie es mir geht. Was er für mich noch empfindet weiß ich nicht. Jemand der so wenig Interesse am Partner zeigt, kann nicht viel für ihn übrig haben.
Für mich stellt sich die Frage, ob wir uns lieber trennen sollten. Für die Kinder ist so ein liebloser Umgang zwischen ihren Eltern sicher nicht gut, auch wenn sie noch so klein sind.

Ich weiß echt nicht mehr weiter. Ich bin eigentlich nur maßlos von meinem Freund enttäuscht.

Danke fürs zu"hören"

Beitrag von Verständnislose 27.03.06 - 11:20 Uhr

"habe ich mich schweren Herzens dazu entschlossen zu ihm zu ziehen."
Warum dann, war die Liebe damals schon nicht groß genug?
Warum müssen immer gleich Kinder her, wenn man sich kaum kennt, bzw. kaum den Alltag miteinander gelebt hat?

Beitrag von espirino 27.03.06 - 11:26 Uhr

Es viel mir schwer, meiner Stadt den Rücken zu kehren und die Freiheit aufzugeben meine Familie zu besuchen, wann ich wollte... das meine ich mit "schweren Herzens". Ihm zuliebe habe ich das gemacht.

Beitrag von sonne1973 27.03.06 - 11:39 Uhr

Hi,

ja frag ich mich ehrlich gesagt auch...Warum hast Du Dich schweren Herzens entschlossen? #kratz Eigentlich sollte man doch die glücklichste Frau auf Erden sein, wenn man mit seinem Freund zusammenziehen kann (noch dazu in SEIN eigenes Haus), aber für Dich schien es ein solches Opfer gewesen zu sein, dass Du es ihm heute mehr denn je vorwirfst. Ich hoffe jetzt mal, es geschah nicht nur aus Bequemlichkeit (um die lästige Fahrerei abzustellen), sondern weil Du ihn geliebt hast.

Fakt ist: Du hast Dich entschieden. Du wolltest zu ihm. Du hast dafür Deine Familie und Deine Freunde "verlassen". Du hast Dich dafür mit seinen Eltern, mit denen Du nichts anfangen kannst, arrangiert. Doch damit nicht genug: Ihr wolltet Kinder zusammen und habt sie auch bekommen. Du hast Dich entschieden, dafür Deinen Job aufzugeben. Und Deine Freiheit. Und Dich noch mehr in die Isolation zu begeben.
Das alles hast Du selbst entschieden.

Die Frage ist nur, hast Du Dir jemals über die Konsequenzen Gedanken gemacht? Das sind nämlich genau die Dinge, über die Du jetzt jammerst. Versteh mich nicht falsch, ich möchte Deinen Freund nicht in Schutz nehmen, aber ich halte die Situation, in der Du Dich befindest, zum Großteil für hausgemacht (ob bewusst oder unbewusst soll hierbei nun keine Rolle spielen). Da muss die Liebe schon seeeeehr groß sein, um all die negativen Dinge (wie Schwiegereltern etc.) wieder aufzuwiegen. Wir sind nicht in Hollywood, wo die beiden Liebenden einfach miteinander durchbrennen.

Und dann gibt es da noch was: Ich glaube, Dein Freund kennt Deine Erwartungshaltung nicht und weiß auch nicht, dass Du ALLES für ihn geopfert hast. Dementsprechend versteht er nicht, warum Du Dich beklagst. Klar sollte er mehr Verständnis für Dich zeigen und Dich mehr unterstützen (und das ist SEIN Job und nicht der SEINER ELTERN...was haben denn seine Eltern damit zu tun?), aber ich glaube mal, er kennt das Ausmaß Deines inneren Dramas einfach auch nicht.

Es ist schwer, hier zu raten, weil die Hintergründe zu unscharf sind (warum z.B. die Eltern im Haus sind etc. etc.) aber ich würde mich mal hinsetzen und alle in Frage kommenden Wege bis zu Ende (und WICHTIG: mit allen Konsequenzen) durchdenken - also da bleiben oder trennen oder Alternative x. Wahrscheinlich haben alle einen Pferdefuss, aber so wie es jetzt ist, kann es auch nicht bleiben. Ach ja, und bitte suche auch das Gespräch mit Deinem Freund nochmal. Mir scheint, Ihr habt da in letzter Zeit allzusehr aneinander vorbei geredet.

Wünsche Euch alles Gute!

Liebe Grüße

Andrea

Beitrag von espirino 27.03.06 - 12:20 Uhr

Nachdem ich ja nun meinen Nick doch verraten habe... #hicks

Sicherlich habt ihr Recht, ich hatte die Freiheit zu entscheiden, mach ichs oder mach ichs nicht... Ich habe es gemacht. Weil ich ihn geliebt habe. Aber Menschen ändern sich, manchmal einfach so, manchmal in bestimmten Situationen. Zwillinge sind eine besondere Situation... auch das ist Fakt, mein Freund will mir nicht mehr zuhören, auch das ist Fakt, lieber bespricht er sich mit seinen Arbeitskolleginnen, wie die Elternzeit für sie war, anstatt dies mit mir zu tun. Er steht auch nicht hinter mir, wenn es darum geht wie man die Kinder tagsüber am besten beschäftigt. Vielmehr höre ich aus seinem Mund Ideen, die definitiv von seinen Eltern stammen.
Zu dem was ich für ihn hergegeben habe meinte er, das sei ja ganz nett gewesen.
Ich frage mich nur, wie man so eine Situation, in der es keinen Gewinner geben kann, entschärfen kann, ohne das auszudiskutieren, denn dazu ist er erst gar nicht bereit. Den Kindern zuliebe.


Jana

Beitrag von sonne1973 27.03.06 - 13:50 Uhr

Hi Jana,

ich nochmal....ich habe vollstes Verständnis dafür, dass Zwillinge eine besondere Herausforderung sind und dass dabei möglicherweise auch das Leben als Paar (und nicht nur als Eltern) auf der Strecke bleibt. Würde mir wahrscheinlich auch so gehen....ich bin im Moment auch schwanger (30. ssw) und obwohl ich mich wahnsinnig auf meinen kleinen Schatz freue so bin ich doch froh, dass es NUR einer ist. ;-)

So wie Du es beschreibst, ist bei Euch nicht nur das Leben als Paar auf der Strecke geblieben, sondern Ihr kämpft auch an verhärteten Fronten. Dein Freund meint, für Dich bestimmen zu können, was das Beste ist. Und die Eltern mischen sich auch noch ein.. Da kann ich schon verstehen, dass Du Dich einsam und allein gelassen fühlst und seine Unterstützung einforderst. Aber wie Du auch schon selbst schreibst, bei diesem Kampf wird es keinen Gewinner geben...Kämpfe haben nämlich in einer Beziehung nichts verloren.

Frage ist, wie viel liegt Euch noch aneinander? Seid Ihr bereit, einen anderen Weg einzuschlagen und wieder offener miteinander umzugehen? Gebt Ihr Eurer Liebe noch eine Chance, oder ist da nichts mehr, was man so bezeichnen könnte?

Wenn keine Liebe mehr zwischen Euch ist, dann hilft es auch um der Kinder willen nichts, diese Beziehung aufrechtzuerhalten. Sie sind dann im Zweifel glücklicher dran, wenn sie in der liebevollen Umgebung Deiner Familie aufwachsen (ist jetzt gemutmasst, aber ich denke, da bist Du gerne oder?)

Also, ich geb Dir weiterhin den Tipp, spiele die Möglichkeiten mit allen Konsequenzen durch....werd Dir klar, was Dein Herz sagt. Nimm Dir eine Auszeit, fahr mit den Kids zu Deinen Eltern und versuche Zeit zum Nachdenken zu bekommen. Entscheiden kannst Du, das hast Du in der Vergangenheit bewiesen. Entscheid diesmal mit weiser Voraussicht, aber bleib im Zweifelsfall nicht bei ihm nur wegen der Kinder!

Ich wünsch Dir alles Gute & viel Kraft

Andrea

Beitrag von Versteh ich nicht... 27.03.06 - 11:31 Uhr

Du hast dich schweren herzen dazu entschlossen zu deinem Freund zu ziehn????

Dann war es wohl nicht die große Liebe..

Ich bin vor 3 Jahren auch zu meinem Mann gezogen...aber nicht schweren herzen sondern aus Liebe...Natürlich fehlen einem Die Freunde oder Familie...
aber man möchte doch Das leben mit einem Menschen teilen den man liebt oder nicht???

Vielleicht solltet ihr mal wieder gemeinsam etwas unternhmen...ohne Kinder..
Ich habe hier auch keine Mutter oma freundin etc die auf meine Tochter aufpassen könnte deswegen werde ich mich jetzt auch mal auf die Suche nach einem Babysitter machen...