Trennung - wo bekomme ich Unterstützung

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von eelfe 27.03.06 - 12:50 Uhr

Hallo,

ehrlich gesagt hätte ich nie gedacht das ich mich mal hier einfinden würde..
Nach guter 9-jähriger Beziehung fast 9 jähriger Ehe nun scheinbar das aus... Wir wissen nicht genau woran es liegt - wir sind uns nicht egal - im Gegenteil.. reden über alles und trotzdem wird es immer aussichtsloser. Wir kommen auf keinen gemeinsamen Nenner - im Bett läuft schon länger nichts mehr (nur noch die "Pflichtnummer") dabei war dieses nie ein Problem für uns - im Gegenteil. Es ist einfach die Gewohnheit - es kribbelt nicht mehr.
Wir reden schon länger um eine drohende Trennung, und nun scheint sie unausweichlich - mein Mann wird heute woanders übernachten (nein, es gibt keine neuen Partner - weder bei mir noch bei ihm).
Ich frage mich jetzt: Wie geht es weiter? Immerhin haben wir eine 5-jährige Tochter. Wir möchten das ganze gerne so fair wie möglich ablaufen lassen - aber tief im inneren weiß ich das es nur schwer möglich sein wird.
Die Ausgaben laufen weiter - die Miete muss bezahlt werden. Noch hinzu kommt das ich in dieser Wohnung nicht bleiben will, alles erinnert mich an Ihn. Wenn dann soll es ein kompletter Neuanfang werden, zumal ich mich nie so richtig zuhause gefühlt habe.

Wie gehe ich nun vor? An wen wende ich mich? Wo beantrage ich welche Leistung?
Vielleicht gibt es hier ja jemanden der das ganze schon "durchgestanden" hat und mir weiterhelfen kann.
Ich habe schon versucht bei der Stadt anzurufen - dort werde ich leider von einer Stelle auf die nächste verwiesen - noch dazu gibt es denkbar unfreundliche MA. Ich gebe die Hoffnung nicht auf das es auch noch MA gibt die mir auch weiterhelfen möchten.

Ich bin Teilzeit berufstätig, aber mein Einkommen reicht bei weitem nicht aus um unseren Lebensunterhalt alleine zu bestreiten. Da wir auch noch ein paar Schulden mitnehmen wird auch mein Mann (oder sollte ich besser schreiben Ex?) mich nicht großartig finanziell unterstützen können. Ich hoffe er hält Wort -und daran glaube ich zumindest jetzt noch fest - und wird sein Möglichstes tun um zumindest die Sache für unsere Tochter nicht noch schwieriger zu machen.

Ihr merkt sicher - ich bin total von der Rolle. An sich bin ich ein selbstständiger Mensch, aber im mom könnte ich mich nur noch in die Ecke schmeißen und die Decke über den Kopf ziehn. Aber ich muss auch an meine Tochter denken - also "the lifes goes on".

An wen wende ich mich in welcher Reihenfolge? Wer weiß Bescheid? Ich freue mich über jede Zuschrift!

LG

Eelfe

Beitrag von timolino 27.03.06 - 13:06 Uhr

Hallo,ich würde an deiner Stelle als erstes zum Anwalt gehen,ich denke der kann dir am besten weiterhelfen an wen du dich wenden solltest und in deiner Situation auch KANNST.Ist ja immer verschieden wg.der Finanziellen Lage usw.Und der Anwalt sollte doch am besten wissen was zu tun ist.Ich hoffe Du bekommst das alles auf die Reihe,wird nicht leicht sein aber ich wünsche dir viel Glück dabei!!LG,Timolino.

Beitrag von eelfe 27.03.06 - 13:22 Uhr

Hallo Timolino,

danke für Dein Posting.
Wirklich gleich zum Anwalt? Irgendwie würde ich den Schritt im mom wirklich gerne vermeiden - den das verursacht ja auch wieder kosten und ich hab irgendwie auch bedenken das ich damit den Versuch einer halbwegs fairen Trennung zunichte mache.
Vielleicht ist es aber auch nur die Angst es damit endgültig zu machen??

Hilfe, wie kann man mit 28 nur so verwirrt sein... mir graut es ehrlich gesagt sogar gleich davor Feierabend zu machen und meine Tochter vom Kiga abzuholen.

Gruß
Eelfe

Beitrag von timolino 27.03.06 - 13:32 Uhr

ich bin auch 28(noch)und habe eine Scheidung hinter mir...Ich wollte das damals auch nicht aber er war nicht umzustimmen.Ihr habt eine Tochter,Du könntest Dich auch ans JA wenden,die wissen viell.auch was Du tun kannst und viell.auch mußt!Ja,den ersten Schritt zu gehen und zu merken das es endgültig ist,ist schon komisch und tut meist weh.#heul
Aber wenn Du erst mal das Wissen hast,was Du tun kannst geht es Dir sicher etwas besser.Und ganz ohne Streit geht es meist leider nicht zu klären,gerade wenn kinder im Spiel sind.Aber Kopf hoch,Du schaffst das schon,zieh Dich nicht selber runter,schau nach vorne und sage dir,es kommen auch wieder bessere Zeiten!!!Es gibt leider Dinge,da MUSS man(Frau)durch.Liebe Grüße,Timolino#liebdrueck

Beitrag von eifelsonne 27.03.06 - 14:52 Uhr

Ich finde den ersten Schritt zum Anwalt nicht immer sinnvoll, nämlich dann, wenn man vernünftig miteinander reden kann.

Lote doch mal die Möglichkeit einer Trennungsvereinbarung aus. Rechnet gemeinsam die Finanzen durch, Unterhalt, Schulden, etc.

Sorgt für einen vernünftige Reglung bezüglich des Umgangs mit der Kleinen und benehmt euch wie rational denkende Wesen.

Wäre meine Ex direkt zum Anwalt gerannt, wäre ich innerhalb eines viertel Jahres am Ende gewesen. Sie ist es nicht, wir hatten eine gemeinsame Trennungsvereinbarung und haben das bis zur Scheidung vernünftig durchgezogen. Über den Rest lässt sich sicherlich streiten aber Fakt ist, wir leben beide weiter, sie mit ihrem neuen Partner und Kindern im Haus und unterm Strich ist dabei keiner vor die Hunde gegangen.

Viel Glück.

Beitrag von smily2 27.03.06 - 16:49 Uhr

Ich kann Sonnenschein nur recht geben. In unserem Land müssen Ehepartner füreinander einstehen. Zählt eure Einnahmen zusammen und rechnet alle Fixkosten ab und überlegt, wie es für euch beide reichen kann. Haltet das ganze dann schriftlich fest. Sollte es nicht ausreichen, musst den Unterhalt für dich und deine Tochter ausrechnen und ihm seinen Selbstbehalt lassen. Den fehlenden Unterhalt für das Kind streckt das Jugendamt deinem Mann vor, er muss ihn später zurückzahlen.

Beitrag von timolino 03.04.06 - 12:50 Uhr

Hallo Sonne,
Das ist schon richtig das es NICHT IMMER der beste weg ist zum Anwalt zu gehen nur manchmal wohl besser...Denn meist ist es doch so,wenn es um das liebe geld geht gehts erst richtig los...Dann sind nicht alle ruhig und Realistisch und "verhandeln"fair,sowas gibt es eben auch!!Und FALLS dieser Fall besteht ist es wohl besser sich erst mal beraten zu lassen,damit man einfach bescheid weiß.Danach kann man ja immernoch entscheiden wie man weiter machen möchte.

LG,Jessi+Baby.#huepf

Beitrag von kuschelchen77 02.04.06 - 11:38 Uhr

das erste beratungsgespräch beim anwalt ist kostenlos.
und danach kannst du auf jeden fall beim sozi rechtskostenbeihilfe beantragen. dann übernehmen die schonmal die anwaltskosten.

mir steht wohl auch bald dieser weg bevor. hab auch angst davor. aber besser ein ende mit schrecken als ein schrecken ohne ende, oder?????

wünsch dir alles gute.

Beitrag von rizzi 01.04.06 - 21:24 Uhr

Hallo,

ich bin auch seit 3 Monaten getrennt, mein Ex ist ausgezogen. Auch ich war der Meinung, ich müßte sofort raus hier, alles erinnert mich an ihn. Inzwíschen muß ich sagen, mit der Zeit geht es immer besser. Ich könnte sogar, wenn ich eine neue Wohnung finden würde, unser gemeinsames Bett mitnehmen....Damit möchte ich dir eigentlich nur sagen, das die Zeit für uns läuft, diese schreckliche Situation anzunehmen und loslassen zu können. Dies hätte ich mir in der ersten Zeit nicht vorstellen können. Wir haben auch Kinder, die eigentlich sehr gut damit zurecht kommen!

Nun zu deiner Frage:
- du kannst einen Anwalt aufsuchen
- du kannst zum Jugendamt gehen
- du kannst dich beim Gericht erkundigen, dort sollen in
regelmäßigen Abständen offene Beratungszeiten
stattfinden

Viele Grüße
rizzi