Er kann ohne mich nicht leben....

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von maarie 28.03.06 - 11:40 Uhr

Hallo ihr Lieben!

Schon lange lese ich hier mit, aber heute muss ich mich auch mal mit meinem Problem an euch wenden, weil ich einfach nicht mehr weiter weiß.

Ich bin mit meinem (Ex-) Freund nun seit fast 5 Jahren zusammen und es lief auch immer alles super! Vielleicht schon zu perfekt, es gab nie Streit und wir haben uns einfach bestens verstanden. Wir sind beide noch recht jung (24 und 23) und er war mein erster Freund und ich seine erste Freundin. Im Laufe der Zeit habe ich mir schon öfter die Frage gestellt ob es das jetzt gewesen ist oder ob ich nicht doch lieber nochmal was anderes kennenlernen möchte. Naja und um Oktober letzten Jahres ist es dann passiert und ich habe einen anderen Mann kennengelernt und mich in ihn verliebt.

Wir haben uns dann besser kennengelernt und die Gefühle sind immer intensiver geworden. Im Dezember habe ich meinem (Ex-) Freund dann davon erzählt und das ich mir meiner Gefühle nicht mehr sicher bin! Er war relativ verständnisvoll auch wenn es ihn sehr getroffen hat und hat gesagt ich soll mir Zeit nehmen und für mich die richtige Entscheidung treffen, weil er möchte das ich glücklich bin.

Naja, das alles hat sich dann ziemlich hingezogen, vor 3 Wochen bin ich dann erstmal zu meinen Eltern gezogen und letzten Mittwoch habe ich die Beziehung endgültig beendet, weil ich der Meinung bin das es so für mich am besten ist, obwohl es für mich natürlich auch sehr schwierig ist 5 Jahre einfach so wegzuschmeissen. Aber ich glaube das ich sonst immer das Gefühl haben würde doch noch was verpasst zu haben.

So, nun war ich gesten nochmal bei meinem (Ex-) Freund um mit ihm alles zu regeln wegen der Wohnung und so....dazu kam es aber leider nicht, weil er total fertig ist. Er ist sowas von am Ende und hat so sehr geweint, ich habe noch nie jemanden so weinen sehen. Das war so schrecklich für mich! Er sagt das er ohne mich nicht leben kann, das ich sein Leben bin und er nie wieder so glücklich werden wird! Ich bin mit Abstand die wichtigste Person für ihn und er liebt mich über alles.

Für mich stand der Entschluss zu gehen wirklich fest aber jetzt bin ich total verzweifelt und weiß überhaupt nicht was ich machen soll. Ich weiß nicht ob ich damit klarkomme das ich sein Leben zerstört habe. Er ist mir so wichtig und ich habe ihn auch sehr lieb aber für mehr reicht es zur Zeit einfach nicht.

Was soll ich denn bloß tun, ich kann doch nicht aus Mitleid und Angst bei ihm bleiben.....

Ich fühle mich so schlecht und gemein ihm gegenüber.

Bitte helft mir!

Danke, eure Maarie

Beitrag von laadidaa 28.03.06 - 11:59 Uhr

hallo maarie,

oh je, also erstmal solltest du dich von einem gedanken verabschieden. du wirfst nicht 5 jahre weg, nur weil du dich trennst. diese 5 jahre sind ein teil deines lebens und werden es auch immer sein. du hast in diesen 5 jahren erfahrungen gemacht, die dich zu dem gemacht haben, was du nun bist. also kann man diese 5 jahre gar nicht wegwerfen.

wenn deine gefühle nicht mehr so sind, wie noch vor ein paar monaten, dann musst du eben deine konsequenzen ziehen. die wenigsten bleiben mit ihrem ersten partner ein leben lang zusammen - und wenn ich mir meinen ersten freund heute anschaue, ist das auch ganz schön gut so!!! ;-)

du schriebst: "Ich weiß nicht ob ich damit klarkomme das ich sein Leben zerstört habe"
womit kannst du besser leben, dass du sein leben zerstört hast oder dass er deines zerstört, weil du aus mitleid bei ihm bleibst????
mal abgesehen davon, dass du sein leben nicht zerstörst. die nächste kommt bestimmt! auch wenn man sich das NIE vorstellen kann, wenn man gerade liebeskummer hat. ich hab genug liebeskummer gehabt und auch genug liebeskummer von anderen erlebt und immer hieß es: "ich werde nie einen anderen so lieben" und siehe da, ein paar monate später geht es dann plötzlich doch...

"Er ist mir so wichtig und ich habe ihn auch sehr lieb aber für mehr reicht es zur Zeit einfach nicht" - sag ihm das doch genauso und frag ihn, ob es ihm lieber wäre, wenn du nur bei ihm bleibst, weil er dir leid tut???

ich bin der meinung, dass du im laufe der zeit anfängst dich selbst zu hassen, wenn du bei ihm bleibst, obwohl du das eigentlich nicht mehr willst. und dann gehst du kaputt! und glaub mir, das gefühl etwas zu verpassen wird dir niemand nehmen können und es wird auch nicht weggehen, wenn du jetzt bei ihm bleibst. und selbst wenn es weggeht, dann kommt es irgendwann wieder und wieder und wieder!

mach dir keine vorwürfe, er wird darüber hinweg kommen...

lg laadidaa



Beitrag von madjulie 28.03.06 - 11:55 Uhr

<<< Was soll ich denn bloß tun, ich kann doch nicht aus Mitleid und Angst bei ihm bleiben..... >>>

Eben - kannst du nicht. Hätte für euch beide keinen Sinn.

Da muss er jetzt durch, ob er will oder nicht.
Und dass er versucht, dir ein schlechtes Gewissen zu machen, ist der letzte Strohhalm, an den er sich klammert.

Ziehs durch. Trennungen sind immer hart, für beide Seiten, aber notwendig, wenns nicht mehr geht.

Alles Gute.

Beitrag von bluehorizon6 28.03.06 - 12:03 Uhr

Weißt du die Frage ist doch, wußtest du um diese grosse Liebe zu dir? Mir scheint nicht. Du scheinst völlig irritiert zu sein das er dir seine Liebe jetzt, da der Zug eingentlich abgefahren ist, unter Tränen eingesteht.

Um es auf den Punkt zu bringen, hättest du diese Liebe in der Zeit erfahren, wäre deine Liebe erhalten geblieben? Oder war da nie der letzte Moment, in dem man sagt: Der oder Keiner!

Aber du hast entschieden. Du hast für dich noch etwas vor. Es ist das Beste für dich. So sind deine Worte. Du kannst dich natürlich jetzt auf Mitgefühl und Mitleid polen lassen, aber ändert sich dadurch deine Liebe zu ihm?

Das er traurig ist und durch den Wind, das ist halt so am Ende eines gemeinsamen Weges. Aber du solltest dir nicht die Schuld für irgendetwas anziehen. Da war im Vorfeld meißt schon viel passiert, dass dich diese Beziehung hat abbrechen lassen.

Was sagt die die Balance zwischen Kopf und Seele, stehst du immer noch hinter deiner Entscheidung?

BlueH6

Beitrag von anyca 28.03.06 - 12:07 Uhr

Sein Leben zerstören würdest Du eher, wenn Du jetzt aus Mitleid bei ihm bleibst und ihr dann letztlich beide unglücklich werdet.

Klar ist er jetzt erst mal sehr traurig, und das kann durchaus noch einige Monate so bleiben. Aber irgendwann findet er auch eine andere.

Beitrag von maarie 28.03.06 - 13:19 Uhr

Vielen lieben Dank für eure lieben Worte! Das baut echt auf!

Ich habe eben nochmal mit ihm telefoniert und es war wieder schrecklich weil er so geweint und gefleht hat.

So langsam habe ich das Gefühl er kann wirklich nicht ohne mich leben.... Das Problem ist auch das er total auf mich fixiert ist und bisher seine gesamte Freizeit fast nur mit mir verbracht hat. Freunde hat er zwar auch, aber nicht so viele und die hat er meiner Meinung nach auch zu sehr vernachlässigt weil ich ihm immer am wichtigsten war. Deshalb ist es für ihn natürlich doppelt schwer wenn die absolute Bezugsperson auf einmal weg ist.

Oh man das ist so schwierig ihn so leiden zu sehen, ich komme damit echt gar nicht klar....
Wie soll das denn bloß erst werden wenn ich einen neuen Freund habe?

Ich habe auch solche Angst das er sich jetzt zu Hause vergräbt und nix mehr macht! Das würde nämlich sehr gut zu ihm passen.... Oh je, ich war noch nie so verzweifelt.

Ich bin zwar froh das ich weiß das ich für mich die richtige Entscheidung getroffen habe aber ich weiß nicht ob ich mit all dem klar komme.

Danke, danke für eure Hilfe!!!

Liebe Grüße,
Maarie

Beitrag von neidker 28.03.06 - 14:56 Uhr

Hallo Maarie,

ich kann dich sehr gut verstehen. Ich bin mit meinem ersten Freund zusammen gekommen, da war ich knapp 15 und er 18. Wir waren fast 7 (!!!) Jahre zusammen. Davon haben wir 1 1/2 Jahre zusammen gewohnt. Irgendwann hab ich erkannt, dass er nicht das ist was ich für den Rest meines Lebens will. Ich bin aber noch ca. ein halbes Jahr bei ihm geblieben aus Angst ihn zu verletzen.

Ich hab mich dann aber im Oktober 04 getrennt, bin gleich in eine eigene Wohnung 40 km weg (in der Nähe des Arbeitsplatzes) gezogen. Es tat so weh ihn so fertig und verzweifelt zu sehen. Auch für mich war es schwer, da diese Beziehung eigentlich meine ganze Jugendzeit war.

Nach einigen Wochen Funkstille haben wir uns wieder getroffen und beide festgestellt, dass es das einzig richtige war uns zu trennen. Der Schmerz war schlimm, aber ohne geht eine Trennung nach längerer Beziehung wohl nicht.

Ich hätte viel früher Schluss machen sollen. Er war enttäuscht, dass ich so lange aus Mitleid bei ihm blieb, obwohl ich was anderes wollte. Immerhin hat er im letzten halben Jahr auch noch ganz schön unter meinen Launen gelitten.

Jetzt bin ich seit 7 Monaten wieder glücklich vergeben und das ist genau das was ich gesucht habe.

Du musst tun, was für dich am besten ist, auch wenn es egoistisch klingt. Er hat absolut nichts davon, wenn du aus Mitleid bei ihm bleibst. Es würde irgendwann trotzdem auseinander gehen. Versucht am Anfang auf Distanz zu bleiben und euch nicht mehr zu sehen bis der schlimmste Schmerz vorbei ist.

Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen helfen.

Lg, Kerstin

Beitrag von maarie 28.03.06 - 15:14 Uhr

Liebe Kerstin!

Oh ja, du hast mir sehr geholfen! Schon allein wenn man hört das andere mal das gleiche durchgemacht haben und es auch geschafft haben, hilft einem das!

Bei mir war es zum Schluß auch nur noch die Angst ihn zu verletzen die mich bei ihm gehalten hat. Es ist ja auch klar, das man den Menschen mit dem man so einen großen Teil seines Lebens verbracht hat nicht verletzen möchte, denn wichtig ist er einem ja immer noch! Die Gefühle haben sich halt einfach verändert und da kann keiner was dafür!

Bei mir gibt es ja schon jemand anderen und bei ihm habe ich das Gefühl das er das ist was ich immer gesucht habe! Klar man hat am Anfang immer die rosarote Brille auf und irgendwann kommt der Alltag...trotzdem habe ich bei ihm jetzt ein ganz anderes Gefühl als ich bei meinem (Ex-) Freund damals hatte!

Das schlimme ist nur auch das wir so viele gemeinsame Pläne hatten, wir wollten heiraten, Kinder zusammen bekommen, ein Haus bauen und er will das auch alles nur mit mir und mit keiner anderen. Oh man das ist so schlimm einen Menschen den man so gern hat so zu enttäuschen!

Aber ich muß das richtige für mich tun, das habe ich inzwischen erkannt (hat ziemlich lange gedauert bis ich es geschafft habe so egoistsch zu denken).

Wir treffen uns jetzt übermorgen und dann muß ich das endgültig klären. Oh ich habe solche Angst davor! Gestern war´s schon so schlimm!!

Vielen, vielen Dank für deine liebe Antwort!

LG,
Maarie

Beitrag von neidker 28.03.06 - 16:52 Uhr

Hallo nochmal,

ja du musst das wirklich endgültig klären. Bei mir war es so, dass unsere gemeinsame Wohnung im Haus seiner Eltern war. Diese haben uns viel geholfen mit Einrichten, keine Miete,... Da war das schlechte Gewissen gleich doppelt so groß.

Wir hatten sogar schon ziemlich konkrete Pläne. Hatten fürs Hausbauen bereits um eine Umwidmung für einen Baugrund angesucht. Ich hatte in den letzten Monaten sogar die Pille abgesetzt. Irgendwie dachte ich zu der Zeit ein Kind könnte die Beziehung kitten. War natürlich der grösste Fehler den man überhaupt machen kann. Gott sei Dank bin ich nicht schwanger geworden.

Einen Monat bevor ich ihm sagte, dass ich mich trennen möchte, hat er mir sogar noch gesagt, dass er mich nächstes Jahr (also 2005) heiraten würde, wenn ich möchte. Wir waren zu der Zeit schon verlobt.

Diese Sachen haben das Ganze natürlich noch viel schwerer gemacht. Aber ich wusste, dass ich mich irgendwann sowieso trennen würde und dann hätte ich auch noch ein Kind, Haus und hätte mich scheiden lassen müssen.

Meiner wollte mich in den ersten Wochen auch zurück. Er hat sich plötzlich total geändert und alles gemacht was ich immer wollte. Aber mir war klar, dass er das nur macht damit ich zurück komme und irgendwann wäre wieder der gleiche Trott da gewesen. Außerdem hatte ich einfach keine Gefühle mehr für ihn.

Der letzte Tag als ich meine Sachen packte und auszog war der schlimmste bis jetzt in meinem Leben. Ihn so leiden zu sehen und zu wissen wie sehr ich ihn damit verletze war furchtbar. Die ersten Wochen plagten mich Zweifel und Schuldgefühle.
Aber irgendwann erkannte ich, dass er jetzt auch glücklich ist und ich auch, und das ist wohl das gewesen was ich brauchte um damit abzuschließen. Als er mir später eben sagte, dass er jetzt sieht, dass es so besser ist, konnte ich endlich einen Schlussstrich ziehen.

Ich wünsche dir alles Gute und drücke dir die Daumen dass es nicht allzu schlimm für euch beide wird.

Lg, Kerstin

Beitrag von nick71 28.03.06 - 19:52 Uhr

"Er sagt das er ohne mich nicht leben kann, das ich sein Leben bin und er nie wieder so glücklich werden wird!"

Das hat wohl jeder von uns genau so oder ähnlich mindestens einmal im Leben geglaubt/empfunden...und was soll ich sagen? Es geht irgendwann vorbei und zumindest der Grossteil der Menschheit hat es überlebt.

Du warst seine erste Freundin...ganz klar, dass er an der Trennung mächtig zu knacken hat und im Moment vielleicht sogar glaubt, sein Leben hat keinen Sinn mehr oder er wird nie wieder glücklich sein...aber das ist natürlich totaler Quatsch.

"Was soll ich denn bloß tun, ich kann doch nicht aus Mitleid und Angst bei ihm bleiben....."

Da gebe ich Dir vollkommen recht...das kannst und solltest Du nicht tun. Es würde weder Dir noch ihm was bringen. Du liebst ihn nicht mehr...das alleine rechtfertigt eine Trennung voll und ganz.

"Ich fühle mich so schlecht und gemein ihm gegenüber."

Davon mach Dich mal ganz schnell frei...auch wenn Du Dich momentan so fühlst. Aus Eurer Beziehung war die Luft raus und Du hast Dich in jemand anderen verliebt...sowas passiert halt. Deswegen musst Du Dich aber weder schlecht noch gemein fühlen. Gefühle bleiben halt manchmal auf der Strecke...das ist nunmal der Lauf des Lebens.



Beitrag von maarie 29.03.06 - 08:16 Uhr

Ihr seid alles so lieb! Vielen Dank!

Wir haben gestern noch telefoniert und er hörte sich auch schon etwas besser an, obwohl ich vermute das er nur vor mir den Starken gespielt hat. Er hat gesagt das er das alles jetzt akzeptieren möchte auch wenn es eine sehr harte Zeit für ihn werden wird und das er versuchen möchte eine Freundschaft aufzubauen!

Oh man, ich freue mich jetzt schon so sehr auf den Tag wenn er mir sagen wird das er jetzt auch wieder glücklich ist und frisch verliebt! Das muss so schön sein und ich glaube erst dann werde ich mich vollkommen befreit fühlen.

Naja, aber mir geht es jetzt schon etwas besser. Werde nun mal nach Wohnungen gucken und mir welche ansehen.

Liebe Grüße,
Maarie