Später Geburtsbericht von Joshua (lang)

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von sannie_de 28.03.06 - 12:47 Uhr

Ja wo fange ich am besten an. Die Schwangerschaft verlief eigentlich recht komplikationslos. Am Schluss wurden dann die Werte immer schlechter und mein Arzt meinte Verdacht auf Gestose. Hab auch zugenommen wie verrückt (insgesamt 28 kg, vorher 56 kg). ET war der 17.07.2005. Aber es tat sich nichts. Haben alles probiert - Zimt, heiße Wanne, Rotwein,.... Keine Chance. Der Mumu war seit Wochen fingerdurchlässig und der Schleimpfropf war auch schon zwei Wochen weg.
Am 19.07. hatte ich wieder Termin beim Arzt und wieder 1,5 kg mehr auf der Waage, außerdem Eiweiß im Urin und hoher Blutdruck. Mein Arzt riet mir, einen Wehenbelastungstest zu machen, um zu sehen, ob es meinem kleinen Schatz noch gut ging. Also wurde ein Termin für den nächsten Morgen 9.30 Uhr im KH ausgemacht. Mit etwas Glück würde dadurch die Geburt losgehen, da ich schon ab und zu ein paar Wehen hatte.
Leider musste mein Mann arbeiten und ich bat meine Mutter mich hinzubringen. War eine gewagte Bitte, denn sie fährt nicht gerne und dann auch noch in die Stadt. Aber wir kamen gut an. Leider mussten wir noch bis 10.00 Uhr warten und so gingen wir spazieren. Wieder im KH wurde ich erst mal untersucht (Mumu immer noch fingerdurchlässig), außerdem wurde Ultraschall gemacht. Mein Arzt hat schon gemeint, der Kleine wird ein rechter Brocken. Sicher über 4 kg und die Ärztin KH meinte das gleiche. Dann haben sie mich an den Tropf gehängt und ich saß da 22 Wehen lang. Dem Kleinen ging es prächtig. Als der Tropf wieder entfernt wurde, verschwanden leider auch die Wehen :-[. Um 12.30 Uhr wurde ich ans CTG gehängt, aber leider war nichts mehr zu sehen. Ich sollte nochmal spazieren gehen und wir entschieden uns, erst einmal Mittag zu essen #mampf. Meine Mutter wurde dann um 14.00 Uhr abgeholt und mein Mann kam dann endlich um 14.30 Uhr.
Zurück im KH wieder CTG aber keine einzige Wehe mehr. Was nun tun? Die Ärztin stellte mich vor die Wahl, entweder wieder heimgehen #schock oder einleiten lassen #schock#schock. Ich war für die Einleitung weil mein Arzt mich sicher wieder eingewiesen hätte. Sie meinte "okay, dann untersuche ich sie noch und dann besprechen wir alles weitere...". Dann hat sie mich untersucht und das hat dermaßen weh getan, dass ich sie am liebsten getreten hätte. Auf einmal macht es KNACKS und das war die Fruchtblase #freu. Habe die gesamte Liege überflutet #hicks. Damit hatte sich die Einleitung erledigt und ich durfte mein Zimmer beziehen.
Jetzt wurde erst mal wieder CTG geschrieben bis 16.30 Uhr (leichte Wehen) und dann wurden wir spazieren geschickt. Also erkundeten wir den Park außerhalb des Krankenhauses, immer wieder unterbrochen durch Wehen, die ich doch schon langsam veratmen musste. Meinem Mann war das schon unangenehm, weil ich mich dann immer auf ihn stützen musste. Haben dann auch der Familie und Freunden bescheid gesagt, alle waren riesig gespannt und haben für uns gebetet, dass alles gut geht.
17.30 Uhr waren wir wieder im KH und es hieß wieder CTG. Wehen schön regelmäßig aber nicht der Hit. Also wieder spazieren bis 19.30 Uhr. Dazwischen haben wir noch unser Abendessen eingenommen, schließlich hatte mein Mann ja noch nichts gegessen. Im KH dann wieder CTG #augen eine 3/4 Stunde lang. Die Hebamme hat mich dann noch untersucht und der Befund lautete: Mumu unverändert #schock. Sollten noch mal spazieren gehen. Da es angefangen hatte zu regnen, entschlossen wir uns, Treppen zu steigen. Haben ewig gebraucht, weil ich ja immer wieder anhalten musste. Inzwischen waren die Wehen schon echt schmerzhaft und ich hab mir echt überlegt wie das weitergehen soll.
Zurück im Wehenzimmer hieß es dann erst mal warten und um 22.00 Uhr wurde wieder CTG geschrieben. Dann wurde mir ein Antibiotikum an den Tropf gehängt (weiß gar nicht mehr warum). Zu der Zeit kamen die Wehen alle 3,5 Minuten. Mumu bei 3cm :-(.
Die Ärztin meinte, ich solle lieber versuchen zu schlafen, weil der Körper nachts nicht so gut schlafen kann. Machen dann lieber morgen früh weiter mit Wehentropf. Schweren Herzens stimmten wir zu, denn wir wollten ja schon den Kleinen so bald wie möglich im Arm halten. Um 22.45 Uhr wurde mir dann eine LmaA Spritze gegeben (Es hieß, ich merke keine Schmerzen mehr nur noch die Kontraktionen) und mein Mann um 23.30 Uhr heimgeschickt. Ich sollte schlafen (trotz Wehen die ich immer noch weh taten).
Gegen 1.00 Uhr hatte ich dann genug. War hundemüde #gaehn und die Wehen ließen nicht nach. Hab nach der Hebamme geklingelt und ihr erklärt, dass das Mittel nichts nützt und ich immer noch Schmerzen hätte. Sie hat dann eine PDA vorgeschlagen und ich sagte zu. Dann kam die Anästisistin und Anhang, ich musste noch so nen Wisch unterschreiben (liest den eigentlich irgend jemand durch?) und los ging es. Sie sagten mir, ich sollte einen Buckel machen und mich nicht bewegen. Und was passiert? Ich krieg natürlich eine Wehe. Hab das auch gesagt, aber s hieß auf keinen Fall rühren, weil sie gerade die Nadel drin hat #schock. Aber es hat trotzdem gut geklappt und um 2.30 Uhr war ich schmerzfrei und glücklich. Habe dann bis 3.30 Uhr geschlafen und dann kamen die Schmerzen wieder. Die Hebamme hat mir die PDA dann wieder nachgespritzt und mich noch zusätzlich an den Wehentropf gehängt (sollte der nicht erst am nächste morgen kommen? #kratz ).
Um 4.50 Uhr kam dann die Hebamme wieder rein und fragte wie es mir gehe. Ganz gut meinte ich. Ob ich denn einen Druck oder so etwas verspüren würde. Damit hatte sie Recht, ich hatte schon die ganze Zeit das Gefühl, dass etwas nach unten drückt. Sie hat mich dann untersucht und es war erst mal ganz still. Dann hörte ich sie nur rufen: "Meine Güte! Muttermund komplett offen, das Kind sitzt schon am Beckenboden!" #schock. Ich wurde sofort in den Kreissaal geschoben und sie hat der Kollegin zugerufen, dass sie sofort den Papa anrufen soll, sonst kommt er zu spät (mein Mann musste eine halbe Stunde fahren). Ich wurde derweil auf das Entbindungsbett umgelagert und wusste nicht, wie mir geschah, hatte ja keine Schmerzen und nichts #kratz. Sie haben mich dann wieder ans CTG angehängt und dem Kleinen ging es wunderbar. Er ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Um 5.30 Uhr ist dann mein Mann eingetrudelt und hat natürlich mit einer in Tränen aufgelösten #heul und vor Schmerzen schreienden :-[ Frau gerechnet, aber ich habe ihn nur angegrinst und da war er schon platt #kratz. In dem Moment meint die Hebamme, wenn ich einen Druck verspüre kann ich schon mitpressen. Hab dann auch kräftig gepresst und um 5.43 Uhr war dann auch schon Joshua auf der Welt. Mein Mann hätte beinahe die Geburt verpasst.
So wie er schrie bekam er natürlich den höchsten Apgar Wert. Mein Mann durfte die Nabelschnur durchschneiden und sie haben ihn mir dann auch gleich auf den Bauch gelegt. Was für ein Gefühl #freu#freu. Wir konnten es noch gar nicht glauben. Leider hat es mit der Nachgeburt noch Schwierigkeiten gegeben, weil sie einfach nicht rauswollte, aber nach ein paar mal drücken und einem Lagewechsel war auch das erledigt. Jetzt sollte ich nur noch genäht werden, leider wurde die Ärztin in dem Moment zu einer weiteren Entbindung gerufen und ich musste warten.
Nach einer Stunde waren wir dann glücklich zurück im Zimmer.
Der Kleine hat sich prächtig entwickelt und hält uns immer wieder auf Trab. Wir sind so glücklich, dass wir ihn haben können.
Hier noch seine Daten:

Joshua Samuel Volz
21.07.2005
05.43 Uhr
3360 g (von wegen schwerer Brocken)
50 cm
37 cm Ku

Karolina und Joshua 8 Monate