Sohn (15 Monate) verhält sich in Kita komplett anders

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von mofisofi82 28.03.06 - 13:20 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

mein Sohn (15 Monate) geht seit Oktober 2005 in die Kita und es gefällt ihm dort sehr gut. Er weint nicht, wenn er an die Erzieherin übergeben wird und er freut sich, wenn ich ihn am Nachmittag wieder abhole.
Trotzdem verhält er sich komplett anders als zu Hause.
Bei uns ist er ein richtiger Wirbelwind, er krabbelt ständig hin und her, zieht sich an Schränken und Stühlen hoch, erzählt fleißig vor sich hin.
Kurz: ein total aufgeweckter Junge.
Zur Info: Er läuft noch nicht, womit ich aber kein Problem habe, denn dafür hat er bereits 15 Zähne!
Die Erzieherinnen bezeichneten ihn letztens als ,,besorgniserregend'', weil er sich in der Kita nicht von der Stelle rührt. Sie sind fest davon überzeugt, dass ein Kind mit spätestens 18 Monaten laufen MUSS.
Wenn die Erzieherin versucht, ihn hinzustellen, knickt er sofort seine Beine nach hinten und läßt sich fallen.
Ich habe dann mit denen gesprochen und gemeint, dass ich ihn so nicht kenne und er sich zu Hause sehr wohl bewegt.
Ich kann mir selbst nicht erklären, was meinen Sohn daran hindert, in der Kita loszukrabbeln und sich so zu verhalten, wie zu Hause.
Habt Ihr eine Idee, was in seinem kleinen Köpfchen vorgehen könnte?

#danke und
Liebe Grüße,
mofisofi82

Beitrag von psylvie 28.03.06 - 13:56 Uhr

Hallo
Ich denke es kan vielleicht sein dass dein Schatz sich in der Kita einmal etwas erschrocken hat und deshalb nicht dort aufstehen will. Kinder brauchen meiner Meinung nach viel Vertrauen in die Umgebung und in die Bezugsperson um Laufen zu lernen. In der Kita ist er nicht bei sich zu Hause... Und zwingen sollten ihn auch die Erziehrinnen dort nicht.
Mit der Zeit läuft er schon, es gibt Kinder die laufen noch später.
Lg Sylvie + Luca 22 M + #stern Lenny

Beitrag von mofisofi82 28.03.06 - 14:05 Uhr

Hallo Sylvie,

mir geht es ja auch nicht darum, dass mein Sohn möglichst schnell laufen lernen soll.
Mich beunruhigt, dass er in der Kita nicht einmal krabbelt. Er kommt auch nicht zu mir gekrabbelt, wenn ich ihn abhole. Er streckt dann die Arme zur Erzieherin aus und will zu mir getragen werden.
Natürlich verhalten sich Kinder zu Hause anders als in der Kita, aber er verhält sich so, als ob er noch nicht einmal krabbeln könnte.

Liebe Grüße,
mofisofi82

Beitrag von psylvie 28.03.06 - 14:27 Uhr

Hallo
Vielleicht fühlt er sich verunsichert durch die anderen Kinder... vielleicht ist der Raum ihm zu gross, vielleicht stört ihn der Lärm, vielleicht... Keine Ahnung. Ich hätte eher gedacht dass die Erzieherinnen ihn vielleicht mal unter Druck gesetzt haben...

Wenn ich mir bildlich vorstelle wie so ein Knirps in der Mitte sitzt und sich nicht rührt, kommt mir las erstes der Gedanke dass er eingeschüchtert ist und sich nicht traut. Bewegen ist doch für unsere Kleinen die schönste Erfahrung und wenn er sich dagegen sträubt, hat das auch irgendwie einen Grund. Er fühlt sich vielleicht einfach nur noch zu fremd um dort zu krabbeln. Oder ist so überwältigt von seinen visuellen Eindrücken dass er das Krabbeln "vergisst"
Vielleicht braucht er aber auch nicht zu krabeln weil zum Bespiel alles in seiner Reichweite ist... Verstehst du was ich meine?
Oder warum denkst du krabbelt dein Schatz nicht? Machst du dir Sorgen dass etwas vorgefallen wäre?
Sylvie

Beitrag von mofisofi82 28.03.06 - 19:37 Uhr

Hallöchen Sylvie,

danke für deine Antwort.
Ich hoffe natürlich nicht, dass irgendetwas vorgefallen ist, was ihm Angst gemacht hat und er in der Kita nicht krabbeln möchte.
Natürlich gibt es etwas Spielzeug, was in Reichweite ist, aber trotzdem gäbe es doch sicherlich noch mehr zu erkunden.
Auch wenn es in der Kita Mittagessen gibt, muss er zu seinem Stuhl getragen werden und er kommt nicht aufs Zurufen. Zu Hause kommt er sofort angekrabbelt, sobald er merkt, dass es etwas zu essen gibt.
Ich mache mir wirklich Gedanken, dass er sich in der Kita doch nicht so wohl fühlt, wie es scheint.
Jedenfalls nerven die beiden Erzieherinnen, die ständig durchblicken lassen, dass ich doch mit meinem Jungen das Laufen üben solle. So ein Blödsinn, denn schließlich bewegt er sich zu Hause ausreichend.
Vielleicht hast du noch einen Tipp?

Liebe Grüße,
mofisofi82

Beitrag von psylvie 28.03.06 - 20:08 Uhr

Hallo
Der einzige Tippden ich dir geben kann ist:du bist die Mutter und du kennst dein Kind am besten. ich bin selbst Erzieherin,arbeite allerdings mit älteren Kindern. Ich finde die Erzieherinnen der Krippe erlauben sich etwas zu viel, wenn sie dir sagen was du tun und lassen sollst. Aber wahrscheinlich machen sie sich auch nur Gedanken weil dein Sohn eben nicht der "Norm" entspricht.
Wie oft geht denn der Kleine in die Kita?
Ansonsten würde ich ihnen eine Story erzählen, von wegen dass du mit dem Kinderarzt das Thema aufgegriffen hast und dass der eben meinte das Laufen würde schon noch kommen. (du kannst ja auch mal beim KA nachfragen wenn dich das beruhigt).
Ansonsten sollen die ja nicht zuviel Druck auf den Kleinen machen, denn wenn die ihn "zwingen", fühlt er sich sicher noch mehr eingeschüchtert. Ein wirklich offenens Gespräch mit dem Personal der Kita wäre angebracht. Vielleicht kannst du infach ein paar mal mit deinem Sohnemann dort bleiben, um zu sehen wie er sich dann verhällt und auch um zu sehen wie die Erziehrinnen dich verhalten (ihm gegenüber und auch den anderen Kindern gegenüber)
Lg Sylvie

Beitrag von mofisofi82 29.03.06 - 09:48 Uhr

Liebe Sylvie,

erneut vielen Dank für deine Antwort.
Mein Kleiner geht wochentags von 09.00 bis 15.00 in die Kita. Zwischendrin gab es einige Pausen (Mittelohrentzündungen, Bindehautentzündungen, Scharlach,...), aber er hat nie beim Abschied geweint und ist freundestrahlend zu den Erzieherinnen ,,gegangen''.
Bei dem Gespräch mit dem Personal habe ich meinen Standpunkt auch klar gemacht: Ich sagte, dass ich NICHT der Meinung bin, dass sich mein Sohn ,,unnormal'' entwickelt, bloß weil die Erzieherinnen nicht in der Lage sind, ihn fürs Laufen oder Krabbeln zu begeistern. Ich meine, bei uns zu Hause verhält er sich seinem Alter entsprechend, weshalb ich mir bezüglich seiner körperlichen Entwicklung keine Sorgen mache. Ich bin davon überzeugt, dass er kein entwicklungsverzögertes Kind ist. Was mir allerdings Gedanken macht, ist die Tatsache, dass er durch Bewegung natürlich viel besser lernt und diese ,,Verknüpfung'' zumindest in der Kita ausbleibt.
Anfangs dachte ich, dass er sich von den anderen Kindern eingeschüchtert gefühlt hat. Doch als wir letzte Woche im Urlaub in einem Restaurant waren, hat er sich ohne Geschrei zu anderen und viel älteren Kindern in die Spielecke gesellt. Vielleicht hat ihm unsere Anwesenheit auch Sicherheit gegeben.
Es wäre natürlich toll, wenn ich mal für ein paar Stunden mit in der Einrichtung bleiben könnte.
Mal sehen, was die Erzieherinnen dazu sagen, falls sie mich (wie fast jeden Nachmittag) darauf hinweisen, dass sich mein Sohn überhaupt nicht bewegt hat.

Liebe Grüße,
mofisofi82

Beitrag von guini 28.03.06 - 16:18 Uhr

Hi,

mein Sohn (13,5 Monate) geht seit er 3 Monate alt ist in die Kita und es gefällt ihm dort auch sehr gut. Mir ist auch aufgefallen, dass er in der Kita (bis vor Kurzem jedenfalls, letzte Woche stand er das erste Mal bei so einem Activity-Spiel) immer sitzt und spielt wenn ich komme und zu Hause möchte er halt ständig gehen (an der Hand und an den Möbeln entlang). Wenn ich komme freut er sich und er möchte dann zu mir robben oder krabbeln. Er macht sich dann auf den Weg, fühlt sich aber durch die anderen Kinder beeinträchtigt (eine möchte ihn umarmen, der andere kreuzt gerade seinen Weg...), dann weint er und möchte zu mir getragen werden. In seiner Gruppe können die anderen (bis auf 2 Babys) halt alle schon laufen und sind viel mobiler als er. Ich glaube er fühlt sich halt in der Kita noch etwas unsicherer als zu Hause.

Wenn allerdings die Erzieherinnen in der Kita das Verhalten Deines Sohnes als unnormal ansehen, würde ich an Deiner Stelle doch genauer hinsehen, evt. nochmals mit den Erzieherinnen reden... Ich denke er sollte auf keinen Fall zum Gehen gedrängt werden. Das kommt mit Sicherheit von allein. Vielleicht wäre es aber gut herauszufinden was ihn verunsichert, bzw. ob ihn etwas verunsichert... Es ist ja auch wichtig, dass die Erzieherinnen wissen, dass er zuhause anders ist als in der Kita.

So wie Du Deinen Sohn allerdings beschreibst, denke ich, dass auch in der Kita der Knoten bald aufgeht und er dort auch mobiler wird.

LG

Dani + Val

Beitrag von mofisofi82 28.03.06 - 19:49 Uhr

Hallöchen,

ich habe bereits mit den Erzieherinnen gesprochen, weil es mich genervt hat, dass sie ständig meinten, ich müsse mit dem Kleinen das Laufen üben.
Ich denke inzwischen auch, dass er sich noch etwas verunsichert fühlt.

Vielleicht hast du noch einen anderen Tipp?!


Liebe Grüße,
mofisofi82

Beitrag von guini 29.03.06 - 01:40 Uhr

Ich würde mich halt nur vergewissern, dass er auch wirklich gerne in die Kita geht und dass seine Unsicherheit keinen ernsteren Hintergrund hat. Ich glaube es zwar eigentlich nicht nach Deiner Schilderung. Ich denke aber halt, dass man besser einmal zu genau hinschaut als dass man was übersieht. Wir sind in der Kita ja nicht dabei.
Ausserdem würde ich die Erzieherinnen auch fragen ob sie eventuell einen Grund für seine "Unsicherheit" sehen oder ob sie mal aufpassen können um herauszufinden warum er so still.
Wieviele Kinder sind denn in seiner Gruppe? Und wie ist die Altersstruktur?

LG

Dani

Beitrag von mofisofi82 29.03.06 - 09:52 Uhr

Liebe Dani,

in seiner Gruppe sind 14 Kinder. Mein Sohn ist einer der Jüngsten, die Ältesten sind gerade 2 Jahre alt geworden. Die Erzieherinnen meinten, dass die Kinder untereinander sehr rücksichtsvoll miteinander umgehen und keiner über den Haufen gerannt wird.
Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass ihn ernsthaft etwas verunsicht. Vielleicht ist er wirklich zu sehr mit dem Beobachten der anderen Kinder beschäftigt, dass er ,,vergißt'', sich zu bewegen.

Liebe Grüße,
mofisofi82

Beitrag von guini 29.03.06 - 16:15 Uhr

In Vals Gruppe gehen die Kinder auch rücksichtsvoll miteinander um (es sind 11 Kinder und es sind auch viele "Ältere" bis 2 Jahre dabei). Trotzdem sehe ich halt wenn er zielstrebig irgendwohin robben oder krabbeln möchte und ein anderes Kind seinen Weg kreuzt oder ein liebes kleines Mädchen, das ihn gerne mag, versucht ihm dabei zu helfen und versucht ihn hoch zu heben, dann hört er erst mal auf mit krabbeln... Ich kann mir ja auch gut vorstellen, dass so ein kleiner Läufer einem kleinen Krabbler schnell mal auf dir Finger tritt ohne Böses zu wollen...Ich finde das nicht schlimm, es ist aber wohl ein Grund weshalb er in der Kita öfters irgendwo sitzt und spielt (finde ich auch ganz toll, denn er ist dann immer toal in sein Spiel versunken und sieht auch sehr zufrieden aus, zu Hause würde er glaube ich nicht so lange allein spielen). Ausserdem habe ich das Gefühl, dass er seit ein paar Tagen auch viel mehr anfängt sich an Gegenständen entlang zu bewegen...

Ich denke Dein "Problem" wird sich von allein lösen. Dein Sohn wird sich wohl bald von allein weiterentwickeln.. und auch anfangen in der Kita die Gegend unsicher zu machen...Und mit den Erzieherinnen scheinst Du ja auch einen recht guten Draht zu haben

Alles Gute

Dani