Kind annehmen nach Kaiserschnitt??

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Forum: Geburt & Wochenbett

Die Geburt deines Kindes rückt näher und es tauchen immer noch neue Fragen auf? Du hast gerade entbunden und ganz spezielle Fragen in dieser besonderen Situation? Hier ist der Ort für alle Fragen rund um Geburt und Wochenbett.

Beitrag von nisivogel2604 28.03.06 - 15:03 Uhr

Hallo,
ich hatte am 26.02 einen Not-Ks wegen Präeklampsie. Hatte natürlich eine Vollnarkose. Nun haben mich viele Leute gefragt, ob ich denn die Kleine als mein Kind aktzeptieren konnte, da ich bei der Geburt ja nicht "da war" bzw. nichts mitbekommen habe. Ich hatte noch nicht mal die Augen auf, da hab ich schon gelallt: Wo ist mein Baby? Dann kam mein Mann mit ihr rein und hat sie mir in den Arm gelegt und ich habe vor Freude und Glück, im Herzen geweint. Tränen konnten ja noch nicht kullern, dadurch dass ich grad aus der Narkose aufgewacht war. Ich habe sie von der ersten Sekunde an geliebt und war dankbar für dieses Bündel in meinen Armen.
Gibt es das tatsächlich, dass manche Mütter sich erst an ihre Kinder gewöhnen müssen? Und liegt das am Kaiserschnitt?
Wäre sehr dankbar für Erfahrungsberichte.
LG Denise

Beitrag von regeane 28.03.06 - 16:44 Uhr

Hi Du!

Ich hatte ne sek. Sectio mit VN...
Klar hab ich Ronja von Anfang an lieb gehabt und selbsverständlich versorgt... aber ich hab ca. 6 wochen gebraucht, bis ich sie richtig als "meine Tochter" gesehen habe... danach wurde es dann langsam besser, war ne harte Zeit...
Dazu gabs im Babyforum immer mal wieder nen Beitrag, da es anscheinend einigen so ging...

Liebe Grüße,
Regeane mit Ronja (*30.10.2005)

Beitrag von barbara77 28.03.06 - 16:49 Uhr

Hallo Denise!

Ich muß sagen ich hatte auch Schwierigkeiten, die wurden bei uns noch dadurch verschärft das Oliver in die Kinderklinik mußte, die natürlich am anderen Ende der Stadt lag, und ich nicht mit dorthin konnte. Ich habe meinen Sohn nach 4 Tagen zum ersten Mal im Arm gehabt. Gesehen habe ich ihn vorher einmal ganz kurz, da lag er bei meinem Mann auf dem Bauch. Und irgendwie hat sich dieses Bild festgesetzt, und dann war ja mein Mann auch die ersten Tage der einzige der bei ihm war, und daher war der Kleine auch total auf ihn fixiert. Ich habe dann immer gesagt "Oliver ist eigentlich Papas Baby!". Das hat sich natürlich irgendwann gelegt, und heute ist Oliver eine totale Mama-Klette, aber es waren schwere erste Wochen für mich!

Viele Grüße
Barbara

Beitrag von etti68 28.03.06 - 17:17 Uhr

Hallo Denise,

ich denke es ist egal, ob man eine normalen Geburtsvorgang hatte oder einen KS. Der Unterschied bei einem KS ist, das die Schmerzen somal sie da waren, bei Geburtsvorgang nicht vorhanden sind. Sgibt es nicht dieses extreme Glücksgefühl, das Normalgebährende haben, wenn das Kind durchgepresst ist und die Schmerzen nachlassen und man sieht im gleichen Moment das Kind. Ich denke, das viele aus diesem Moment annehmen, das dadurch die Bindung aufgebaut wird.
Ich hatte einen KS und habe meine Bindung bereits in der SS gehabt. Innerhalb der Opteration hatte ich noch kein Problem damit, das ich nicht bei meinem Sohn sein darf. Als wir dann die zweistündige Familienzusammenführung hatte, ist er mir schon sehr ans Herz gewachsen. Ich wurde im Anschluß auf mein Krankenzimmer geschoben und die zuständige Schwester sagte, ich sollte mich ausruhen von der OP und sie würde 3 Stunden über den Kleinen wachen. Ich habe 1,5 Stunde wirklich geschlafen, dann bin ich von Babygeschrei wach geworden und war fest überzeugt, das ist mein Kleiner. Ich mußte ihn unbedingt wieder haben. Seid 2,5 jahren wach ich Nachts auf, um zu gucken wie es meinem Sohn geht.
Denächst kommt Sohnemann Nr. 2 und ich gehe in ein Krankenhaus nicht, weil die Ärztin gesagt hat, in der ersten Nacht bleibt das Baby im Babyzimmer. Nicht mit mir.

Ich kenne übrigens Frauen, die normal geboren habe und Schwierigkeiten hatten eine Bindung aufzubauen. Ich denke, das hängt mehr mit anderen Faktoren zusammen.

Gruß

Martina

Beitrag von sohnemann_max 28.03.06 - 17:15 Uhr

Hi Denise,

es kommt halt immer drauf an, warum eine Sectio gemacht wird.

Ich kann mir schon vorstellen, dass es Mamis gibt, die sich eine natürliche Geburt wünschen - es aber aus medizinischen Gründen dann doch notwendig ist eine Sectio zu machen - wo es dann für diese Mamis schwierig ist, sich mit der Situation abzufinden.

Ich persönlich finde es sehr, sehr schade, dass man sich erst an "sein" Kind gewöhnen muss. Immerhin ist es das eigene Fleisch und Blut - EGAL WIE das Kind auf die Welt kommt.

Was für mich auch sehr schwierig ist nachzuvollziehen, dass es Mamis gibt, die sich als Versagerin hinstellen, nur weil es eine Sectio war. Warum auch immer - ich verstehe es nicht und werde es auch niemals verstehen?!?

Bei uns war es ein absolutes Wunschkind und dennoch wollte ich einen KS in Vollnarkose haben. Ich liebe meinen kleinen Racker ohne wenn und aber und hab mir ehrlich gesagt noch nie Gedanken darüber gemacht, dass es ein KS gewesen ist. An mein Kind musste ich mich sicherlich nicht gewöhnen, schließlich habe ich ihn ja 10 Monate in mir getragen und mich auf ihn gefreut.

Liebe Grüße
Caro mit Max knapp 20 Monate

Beitrag von janti 28.03.06 - 17:25 Uhr

hallo Denise,

habe bereits 2 Geburten hinter mir, einmal spontan und einmal KS mit VN.

habe keinen Unterschied gemerkt bei beiden Kindern, habe vom ersten Moment beide gleich lieb gehabt auch beide voll gestillt.

Ich denke, dass manche Mütter wie meine Vorschreiberinnen, wahrscheinlich noch nie eine Spontangeburt erlebt haben, im Unterbewusstsein denken, sie hätten was verpasst oder man hat es nicht geschafft ist sehr schwer zu beurteilen, hier geht es ja um eine reine Kopfsache.

habe in meinem Bekanntenkreis auch KS-Mütter und da kennt das auch niemand ,dass man sein Kind nicht sofort annimmt. Ich habe erst hier im Forum erfahren, dass es sowas gibt und das tut mir wahnsinnig leid für diese Mütter, die Eingewöhnungsschwierigkeiten haben.


lg
janti 18.SSW (wird wieder ein KS mit VN)

Beitrag von lilibernd 29.03.06 - 20:46 Uhr

Hallo,
mir gehts genauso. Ich hatte zuerst einen KS, auch wegen Gestose. Beim 2. Mal hatte ich eine Spontangeburt.
Beides waren die einschneidensten Momente meines Lebens. Ich habe meine beiden vom ersten Moment an geliebt.
Könnte ich jedoch jetzt wählen, würde ich die Spontangeburt vorziehen, da man einfach schneller wieder fit ist. Beim KS kommen die Schmerzen erst hinterher. Obwohl die 2. Geburt (spontan) sehr lange dauerte (34 Stunden Wehen), kamen mir die Schmerzen nach dem KS unangenehmer vor.
Aber die Bindung war zu beiden gleich!!!! Ich liebe Euch, meine Süßen!!!

LG,
Sandra mit Benjamin (3) und Finja (10 Monate)

Beitrag von janti 30.03.06 - 09:33 Uhr

Hallo namenskollegin!

Mir gings genau umgekehrt, war nach dem KS schnell wieder fit, am nächsten Tag aufgestanden und nach 10 Tagen lief mein Leben ziemlich normal wieder, musste sogar 9 Tage nach der Geburt mit Kindern fliegen, war null Problem und nach der Spontangeburt habe ich mich sehr lange nicht erholt, der Dammschnitt und auch noch einige Risse haben mich wochenlang behindert.

Und die Geburt an sich war auch nicht schön, dadurch ich grosse Angst um meine Tochter haben musste (ist steckengeblieben) und deswegen wird NR. 3 wieder ein KS.:-)

lg
janti

Beitrag von julu1982 28.03.06 - 18:07 Uhr

Hallo

ich glaube ich bin hier fast die einzige die sich erst an ihr Kind gewöhnen musste. ich habe die kleine erst 12 Std nach der Entbindung gesehen und dachte im ersten Moment: Das soll dein Kind sein?
Ich fand das ganze gar nciht lustig und habe geheult wie ein Schlosshund. Und ich hatte einen Not-Ks mit PDA!
Und ich konnte meine Kleine trotzdem nicht sehen. Mir hat damals sehr das Stillen geholfen über den KS hinwegzukommen.


Gruß Julia

Beitrag von sassiputz 29.03.06 - 12:27 Uhr

Hallo Julia,

ich konnte meinen Kleinen auch erst nach einigen Stunden sehen. Ich hatte eine Not-Sectio und konnte ihn nur kurz schreien hören, da wurde er auch schon wegen Anpassungsschwierigkeiten auf die Intensivstation gebracht. Er musste 8 Tage dableiben und ich musste wegen postspinaler Kopfschmerzen 3 Tage stramm liegen, so dass ich ihn täglich insgesamt ca. 30 min sehen konnte.

Ich hatte die erste Zeit absolute Schwierigkeiten, zu begreifen, dass er wirklich MEIN Kind ist. Ich habe wochenlang geheult, weil ich damit nicht klargekommen bin. Mit der Zeit ist es dann besser geworden und heute weiß ich, dass er zu mir gehört #freu.

LG
Saskia

Beitrag von mara299 28.03.06 - 19:09 Uhr

Huhu !

Bin auch eine Präeklampsie - Schwangere gewesen, konnte aber nocht rechtzeitig per geplantem Kaiserschnitt entbinden.
Da der KS geplant war hatt eich ein eSpinal, war also wach und hatte auch gar keine Probleme damit mein Kind anzunehmen ... wollte ihn abends gar nicht auf die Neugeborenen Station bringen (lassen).
Aber, es gab ein paar Zimmer weiter eine junge Frau di eper KS wegen BEL entbunden hat, ebenfalls mit Spinal und sie wollte nicht aufstehen (tut ja auch weh) aber vorallem wollte sie ihr Kind nicht annehmen. Es war furchtbar und brach mir richtig das Herz für das kleine Mäuschen das nicht zu seiner Mama konnte.
Für mich war der KS, wenn auch geplant, ein riesen Schock, aber ich hatte mich so sehr auf meinen Schatz gefreut ... es ist natürlich auch für mich irgendwie komisch gewesen das er plötzlich einfach so, ohne mein Beitun, einfach da war.

LG, Mara

Beitrag von cat_t 29.03.06 - 08:37 Uhr

Hallo Denise #blume

ich hatte damit keine Probleme, war ich froh, daß wir beide das ganze überlebt haben.

#liebdrueck
Sanne #sonne

Beitrag von timolino 29.03.06 - 14:08 Uhr

Hallo Denise,
Also ich hatte bei meinem 1.KS auch etwas Probleme,da es ein NK war und ich meinen Sohn auch nur ganz kurz sehen durfte nach ca.4 Std.und dann erst wieder 3 Tage später.#heul
Ich kam damit garnicht klar da auch alles sehr schnell ging,hatte keine zeit um mich damit abzufinden...
und als ich ihn dann 3 Tage später zum ersten mal in den Arm nehmen durfte dachte ich auch,das soll dein Kind sein???
er war schon so groß und garnicht mehr"frisch",wie eben kurz nach der geburt...
Ich habe schon ein paar tage gebraucht um zu kapieren dass das wirklich meiner ist.
Und schön war diese Zeit sicher nicht,man muss das dann aber so hinnehmen und viel darüber reden.
Heute habe ich natürlich keine probleme,weder mit meinem großen noch mit dem Kleinen.Das sind ganz sicher meine und die geb ich auch niemals her!!!;-)

LG,Jessi+pünktchen(ca.7.SSW)#sonne

Beitrag von moeni1966 30.03.06 - 10:05 Uhr

Hallo,
so einen Blödsinn habe ich ja noch nie gehört. Ich hatte sogar zwei Kaiserschnitte und ich liebe meine Kinder mehr als alles andere! Ich bin höchstens frustriert, dass ich einen spontane Geburt nie erleben durfte, bin aber trotzdem froh, dass meine Kinder durch den KS gesund zur Welt gekommen sind.
Was war bei dir der Grund? Kenne mich in der Fachterminologie nicht so aus...

Grüße und lass Dich nicht kirre machen!
Simone

Beitrag von nisivogel2604 30.03.06 - 13:13 Uhr

Hallo Simone,
bei mir wurde der KS wegen Präeklampsie gemacht. Das heißt ich hatte eine Schwangerschaftsvergiftung. Leber und Niere haben kaum noch gearbeitet, ich hatte Ohnmachtsanfälle, Flimmern vor den Augen,Bluthochdruck, HB Wert 9,6. habe Wasser eingelagert (innerhalb von 2 Tagen 7 Kilo). Hatte dann rechts im Oberbauch schmerzen. Wenn die Krankheit sich dann verschlimmert, fängt man an zu Krampfen (wie Epilepsie) und das kann für Mutter und Kind lebensbedrohlich sein.
LG Denise

Beitrag von tascha2007 30.03.06 - 10:34 Uhr

Hallo Denise
Leider mußte unser Sohn Nico Maurice ( 8 Mon) auch per Kaiserschnitt geholt werden ( Beckenendlage) glücklicher weise mußte ich keine Vollnarkose bekommen. Ich habe ihn gleich schreien gehört, hatte aber noch wochenlang das gefühl das ich ihn nicht auf die Welt gebracht habe. Inzwischen verschwende ich gar keinen gedanken mehr daran und gebe die hoffnung nicht auf das ich beim zweiten kind eine ganz normale Geburt erleben darf

LG Natascha

Beitrag von wiccaglt 30.03.06 - 11:00 Uhr

Hallo Denise,
ich habe beide Erfahrungen gemacht bei meiner ersten Tochter musste ein Kaiserschnitt gemacht werden. Bei meiner zweiten war es eine natürliche Geburt. Ich muß sagen das ich nach dem Kaiserschnitt, war nur Teilnarkose, habe alles mitbekommen.... das schreckliche Gefühl gehabt habe, das ich meine Tochter nicht verdient hatte ( irgendwie nicht genug gekämpft habe ) sie war da, mein Bauch leer und ich musste sie die ganze Zeit nur anschauen konnte Nachts nicht schlafen... War total verliebt jedes Haar gezählt auch auf den Ohren waren kleine Häärchen. Hatte immer das Gefühl ich müsste mich aufopfern um etwas gut zu machen. Es war schlimm habe viel geweint und sie geliebt wie verrückt sie schlief immer nur bei mir aufn Bauch usw. das legte sich später dann aber auch. Ist vielleicht verrückt war aber meine Erfahrung vielleicht auch weil sie mein erstes Kind war?! Aber Ablehnung dem Baby gegenüber habe ich gar nicht gespürt im Gegenteil!!! Bei meiner zweiten Töchter hab ich richtig gekämpft Dammschnitt nur 2 Stunden dauerte die Geburt keine Verschnaufspause war danach total alle und glücklich als sie da war. Habe sie im Arm gehalten begrüßt geknuddelt und meinte das haben wir gut geschafft und habe geweint vor Glück. Und bin dann erschöpft eingeschlafen ( nach Dammnaht ). Ich war irgendwie zufriedener, zwar war es sehr anstrengend und schmerzhaft aber ich würde immer eine normale Geburt bevorzugen als ein Kaiserschnitt. Doch nun ist die jüngste auch fast ein Jahr alt und die älteste fast vier aber die Zuneigung zu meinen Kinder ist gleich. Egal wie beide auf die Welt gekommen sind...

Lieben Gruß
Bettina

Beitrag von stellarisx 30.03.06 - 12:32 Uhr

Ich habe auch mit Kaiserschnitt entbunden. Es war ein sogenannter Wunschkaiserschnitt und ich habe wirklich lange überlegt, im Internet, in Büchern, bei Ärzten und Freunden recherchiert. Natürlich hätte ich nichts gegen eine "natürliche" Geburt gehabt. Aber die konnte mir niemand garantieren. Es wäre alles möglich gewesen und mir persönlich war das Risiko zu groß - für mein Kind. Insofern gilt: Jeder soll das nach bestem Wissen selbst entscheiden. Ich finde es aber eine Zumutung, wenn heute immer noch zu hören ist, nur das natürliche wäre gut und den Müttern gar Angst gemacht wird, es käme keine Bindung zustande, wenn per Kaiserschnitt entbunden würde. Es gibt darüber sogar Bücher, die einen nahe an die Brechgrenze bringen. Sie erinnern als bestimmte Glaubensrichtungen, in denen verboten wird medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, weil nur Gott über alles entscheidet. Gott hat uns aber auch die Fähigkeit zur Selbsthilfe gegeben. Die Fähigkeit Risiken zu minimieren, schlimme Dinge zum Guten zu brigen. Vorallem aber hat er uns Gefühle und Liebe gegeben. Wir sollten alle Frauen in ihren Entscheidungen unterstützen und ihnen nicht Angst machen oder sie verurteilen. Und frägt man Kaiserschnittkinder ob sie eine andere, weniger innige Beziehung zu ihrer Mutter haben, hört man die gleichen Antworten wie bei "Normalgeburten". Die Liebe ist es, was unser Kind braucht und groß werden läßt. Keine Wichtigtuer und Entscheider in Dingen, die so intim sind wie eine Geburt. Ratschläge okay, Meinungen, die runter ziehen sollte man sich aber sparen. Kraft und Liebe für Mütter und Kinder (und Papas natürlich!), statt Verunsicherung und Klischees. Ich liebe meine Tochter mehr als alles andere auf der Welt. Die Wochenbettdepression trifft beide Geburtsarten oder bleibt bei beiden aus. Und Liebe schließt den Kennenlernprozeß nicht aus. Laßt Mamas und Kindern Zeit, denn jeder Mensch ist anders, sie finden schon zueinander!

#stern

Beitrag von peger 31.03.06 - 21:59 Uhr

Hallo stellarisx!
Du hast ganz recht mit dem was du da schriebst - nicht zuletzt möchte ich aber doch was hinzufügen:
Erstens: Frauen sind dazu da Babies zur Welt zu bringen - wir wären sonst nicht soweit gekommen... wenn die Evolution für nichts wäre und nur die paar Jährchen Medizin wirklich zählten.
Zweitens: Der beste Arzt der Welt kann keine 100%ige Garantie für eine gute (Sectio) Geburt geben - ob nun de facto Sectio oder nicht.
Drittens: Leben und Tot liegen knapp beisammen - manche Dinge entziehen sich uns einfach. Bedingungslose Liebe kann viele Wunden heilen.
Viertens: Sectio hat vielen Kindern und Müttern das Leben gerettet - wenn jemand lieber z.B. Stermzeichen Widder als Stier haben möchte... das finde ich wirklich krank.
Alles Liebe für Dich und deine Familie, peger.

Beitrag von nisivogel2604 30.03.06 - 13:23 Uhr

Hallo,
vielen Dank für die vielen ehrlichen Antworten. Wenn man sein Kind erst 3 Tage oder später nach dem Kaiserschnitt sehen darf muss das sehr sehr schlimm sein. Man hatte den dicken Bauch, dann ist da auf einmal nichts mehr und dann sieht man sein Kind so lange nicht. Ich glaub ich wäre wahnsinnig geworden. E tut mir wirklich leid für die Frauen, denen es so ergangen ist.
Ich habe meine Kleine nicht losgelassen. Sie hat sofort nachdem ich wach war auf meinem Bauch gelegen und schläft auch immer noch nachts dort. Ich brauche die Nähe zu ihr sehr, weil ich so kurz davor war, sie durch diese sch... Krankheit zu verlieren. Und Charlotte schläft bei mir viel besser als allein.
Ich wünsche allen Mamis viel Glück und Freude mit ihren Kindern und auch bei einem KS hat man genauso viel geschafft wie bei einer normalen Geburt. Man hat die Wehenschmerzen vielleicht nicht gehabt, aber die Schmerzen nach dem KS und man hat sein Kind genauso wie alle anderen Mamis so lange im Bauch getragen. Alleine das ist doch schon ein Leistung
LG Denise

Beitrag von stellarisx 30.03.06 - 17:51 Uhr

liebe Denise,

ja, da hast Du recht! Es bedarf keiner großartigen Schmerzen um sich irgendein Anrecht auf Liebe oder der Zustimmung/Anerkennung seines Umfeldes zu verdienen. Das muß raus aus all unseren Köpfen. Die Schwangerschaft selbst ist schon anstrengend genug für den gesamten Körper und natürlich auch oft für die Psyche (Ängste, hormonell schwankungsbedingte Gemütszustände)... nur weil wir alle da durchkommen, heißt es noch lange nicht, daß es ein Klacks ist. Meine Kleine war auch nach der Geburt eine Woche im Kinderkrankenhaus. Ich bin trotz Kaiserschnitt ab dem zweiten Tag hingefahren um ihr die Muttermilch zu bringen. Das verbuche ich unter Anfangsschwierigkeiten und besinne mich auf den ersten Blick in ihr Gesichtchen und das Nachhauseholen... und natürlich jetzt, seit zwei Jahren... die wundervollste Zeit überhaupt!
Alles Gute und verschwende keinen Gedanken mehr daran, ob es wirklich weniger Bindung gibt... NEIN!... Wenn Du das Kind liebst, dann liebst Du es so, wie nur ein Mutter ihr Kind lieben kann. Ich wünsch Euch eine tolle Zeit. #klee

Beitrag von little_rabbit 31.03.06 - 09:12 Uhr

Hallo Denise,

schade, dass ich erst heute auf die von dir angeregte Diskussion gestoßen bin... :-(
Ich hatte nämlich sehr große Probleme mit meinem Kaiserschnitt und der Zeit danach.

Ich hatte eine tolle Schwangerschaft und eine starke Bindung an meinen Max als er noch in mir war. Er hat jeden Tag mit mir "geredet". Dann schwieg er und ich kam ins Krankenhaus und innerhalb von 2 Stunden hatte ich in der 36. SSW einen Notkaiserschnitt, von der einen auf die andere Minute. Alle um mich waren so panisch, die Ärzte rannten, ich musste mich frierend auf einen kalten Metalltisch legen, wurde angeschnallt, eine Metalltür ging zu und mein Mann war weg. Ich wusste nicht was los war. Ich dachte wir sterben. Man drückte mir eine Maske aufs Gesicht, es kam kein Sauerstoff, aber auch nichts anderes und fragte noch kurz nach meinem Gewicht vor der Schwangerschaft und weg war ich. Dann wachte ich auf und alles war verschwommen. Mein Bauch war weg und damit auch die Bindung zu Max. Ich hab ihn die ersten 4 Tage kaum gesehen, zu große Schmerzen. Nach der Geburt ging gar nicht. Er war fast gestorben und musste behandelt werden. Nur mein Mann hat ihn gesehen. Ich sah ihn dann ein paar Stunden später, immer noch unter Narkosewirkungen und hab ihn kaum wahrgenommen. Ich hab am Morgen nach der Geburt ein Bild von ihm bekommen. Ich hab ihn nicht als mein Kind erkannt. Stillen konnte ich ihn nicht, er hatte keinen Saugreflex. Er hat immer gefroren und musste im Bett liegen. Dann kamen wir nach Hause und ich war nur am Heulen, denn die zwischen uns aufgebaute Verbindung war weg. #heul Er war eher Papas Kind.

Dann hatte ich so ne Art Grippe und konnte ihn fast 1,5 Wochen kaum beschmusen. Danach musste er wieder in die Klinik, weil was nicht stimmte.
Es hat sooo lange gedauert bis ich ihn akzeptieren konnte, bestimmt 3 Monate, dann wurde es besser.
Heute sind wir ein Superteam und ich liebe ihn über alles. Ich weiß schon vorher, wenn er nachts unruhig wird und stehe an seinem Bett bevor er wach wird. Nur manchmal such ich ihn nachts im Halbschlaf noch, weil ich 'nen totalen Knacks bekommen hatte, als er nochmal in die Klinik musste.

Bin froh, mal von anderen KS gelesen zu haben. Obwohl die meisten scheinbar kaum solche Probleme hatten wie ich. Es sind am Ende eben die Gesamtumstände die zählen.

#danke

LG
Nicole + Max (*12.09.05)

Beitrag von peger 31.03.06 - 22:18 Uhr

Hallo Nicole + Max!
Erst mal herzlichen Glückwunsch, dass ihr das alles überstanden habt! Alle Achtung.
Ihr habt mein tiefstes Mitgefühl für diese einschneidenden Erlebnisse.
Meine Tochter und ich hatten zwar auch keine leichte (natürliche) Hausgeburt (nach Monaten kam ich erst körperl. klar) aber wir waren keine Sekunde getrennt - und dass gab mir Berge.
Jetzt wünsche ich mir schon manchmal eine kleine Pause (Trennung) von meiner kleinen ;)
Alles Liebe und viel Freude mit deinem kleinen Schatz!
peger