Ganz dringende Frage: Baby wieder an die Brust gewoehnen? Wenn moeglich, wie? Gerne auch Hebammenant

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von patriciajanina 28.03.06 - 16:47 Uhr

Weiss nun wirklich nicht mehr weiter, darum probiere ich es hiermit nun auf diesem Wege, eine evtl. Loesung zu bekommen:

Mein Kleiner ist im Oktober auf die Welt gekommen. Ich habe von Anfang an gestillt, ging auch wirklich super von Tag 1 an; die Milchproduktion war mehr als genug und Joshua hat immer gut zugenommen (war regelmaessig in der Breastfeed Clinic zum wiegen).

Bis zu Weihnachten, da fing es an, dass er dem Anschein nach etwas Halzschmerzen hatte und somit nicht richtig trinken konnte, da das Schlucken ihm Probleme bereitete, aber das war dann nach 2 Tagen auch wieder vorueber und alles war so, wie gewohnt. (Vielleicht auch ein wichtiger Hinweis: Eine Woche vorher hat er seine erste 5fach-Impfung bekommen, die sicherlich auch ein wenig am Koerperchen gezehrt hat)

Das einzige war, dass er so langsam mehr Interesse an dem Weltgeschehen um ihm herum entwickelte und haeufig versucht hat sich, samt der Brustwarze umzudrehen, um sich umzuschauen, was natuerlich nicht ging und dann wilde Strampel- und Geschreieinlagen mit sich brachte. Dennoch habe ich es irgendwie (mit Hilfe von Brust und abgepumpter Milch) immer geschafft, ihn satt und zufrieden zu bekommen.

Als dann Ende Januar sein 3MonatsCheck faellig war, das Ergebnis: Der Kleine wiegt nicht genug, ist deutlich im Bereich des Untergewichtes!

Man schickte mich zur BreastfeedClinic um sicherzugehen, dass die Waage stimmte (denn auch fuer die Public Health Nurse, die den Check durchfuehrte, sah er gut aus und machte einen aufgeweckten und zufriedenen Eindruck), dort befand man ihn als "lethargisch und schlaefrig", da er auf meinem Arm einfach eingeschlafen war (meine Erklaerung, dass er seit 7 Uhr auf sei, es nun bereits 2 Uhr ist, wurde uebergangen) und mir gesagt, ich habe genug Milch, ich muss sie ihm nur geben. Von dort aus schickte mich dann zu unserem Familienarzt (hier in Irland geht man dorthin, es gibt Kinderaerzte nur im Notfall dann im Krankenhaus), auch der konnte nichts Besonderes feststellen, nur dass er halt untergewichtig ist, aber sonst einen prima Eindruck macht.

Dennoch, um sicherzustellen, dass es an nichts Anderem liegt, schickte er mich in Krankenhaus. Dort wurde mir gesagt, ich muesse mit der Flasche "auftoppen" (es wurde ueberhaupt nicht darauf eingegangen, dass ich eine superfunktionierende Milchproduktion besitze), es wurde weder meine Milch untersucht (ob evtl. Naehrstoffe fehlen) noch wurde das Baby dort nochmal gewogen, auch die Historie ueber Weihnachten, die ich nun zum wiederholten Male wiedergab, da ich es fuer evtl. wichtig hielt, stiess nur auf taube Ohren. Stattdessen wurde mir gesagt, er muesse mind. 200 gramm die Woche zunehmen und der Arzt moechte ihn in 2 Tagen wiedersehen. Denn er muesse auf der selben Waage gewogen werden.(???) Sollte er bis dahin nicht zugenommen haben, so muesse er im Krankenhaus bleiben fuer weitere Tests.

Natuerlich war ich damit unter Druck, mir am naechsten Morgen eine Flaschennahrung zuzulegen, um den Anforderungen gerecht zu werden, denn die ganze Angelegenheit versetzte mich auch mittlerweile in Panik und brachte mich an den Rand meiner Nerven.

Es hat auch schoen geklappt, zuerst beide Brueste und den Rest per Flasche (ca. 10 Minuten danach).

Obwohl er etwas zugenommen hatte, hat man mich dann trotzdem im Krankenhaus behalten, um Blut- und Urintests am Kleinen durchzufuehren und ihn ueber Nacht zu beobachten. Am naechsten Morgen kam dann entlich auch ein Arzt, der Joshua beim Schlafen (!!!) untersucht hat, um dann zu diagnostizieren, dass der Kleine ja ein bisschen "schlapp" ist, und anfing von Muskelschwaeche etc... Gut, das habe ich mir selbst nicht besonders zu Herzen genommen, denn wie gesagt, Joshua hat geschlafen und ist durchs Untersuchen dann aufgewacht (ansonsten ist er naemlich schon ganz schoen stark, schon immer gewesen-hat das Koepfchen und den Oberkoerper bereits mit 2 Wochen gut halten koennen, was viele auch mit Erstaunen bestaetigt haben).

Der Oberarzt dann, hat mich auf mein Anfragen und einem kurzen Blick aufs Baby (seiner Meinung nach, ist er voellig in Ordnung) entlassen unter der Bedingung, dass Joshua nicht ein einziges Gramm abnehmen darf bzw. nicht im Gewicht stehen bleibt. Sollte das geschehen, muss er wieder ins Krankenhaus. Ausserdem war die Vorraussetzung dafuer, dass Joshua nun 2mal die Woche gewogen und im Monat darauf ihm nocheinmal vorgestellt wird.

Das bedeutete fuer mich ein Wahnsinnsdruck, diesem gerecht zu werden, denn ins Krankenhaus wollte ich nicht nochmal. Ich habe ihn angelegt, angelegt und nochmals angelegt, zwischendrin die Flasche gegeben. Sobald er nicht trinken wollte (hoechstwahrscheinlich weil er satt war) bin ich regelmaessig in Heulkraempfe verfallen, mit der Panik, dass er wieder eingewiesen werden wuerde. Normalerweise habe ich kein Problem, auf meinen Koerper und mein Bauchgefuehl zu hoeren bzw. mich auf meinen Instinkt zu verlassen, aber der Druck, der von anderen, in diesem Falle, wichtigen Instanzen, ausgeuebt wurde, war einfach zu stark.

Natuerlich ist ein Baby auch nicht dumm und Joshua fand ziemlich schnell heraus, das es mit der Flasche schneller mehr Milch gibt und man nicht soviel dafuer tun braucht (obwohl ich nun schon AVENT Flaschen mit dem kleinsten Sauger benutze) und er wollte nach einer kurzen Weile gar nichts mehr von der Brust wissen.

Es war schlimm, sobald er Hunger hatte und ich ihn zur Brust fuehrte um ihn anzulegen, stiess er sich regelrecht von der Brust ab und es herrschte wildes Geschrei. Selbst wenn er manchmal die Brust im Mund hatte und ich ihm, mit Hilfe von zusammenpressenten Fingern etwas Milch auf die Zunge traeufelte, wandt er sich davon regelrecht ab. Also habe ich jedesmal wieder aufs Neue die Flasche gegeben, denn er musste ja zunehmen, dadurch wurde ich nur noch gestresster, habe staendig geweint und es doch staendig wieder versucht.

Zwischendrin habe ich immer fleissig abgepumpt, um zu verhindern, dass sich die Milchproduktion einstellt. Allerdings komme ich mit dem Abpumpen nicht so ganz klar; ich kann mir vorstellen, wie ich Josh stille (meditiere viel, von daher ist es fuer mich auch kein grosses Problem, etwas derartiges zu visualisieren), aber leider will sich der "let down reflex" dabei einfach nicht einstellen und es kommt troepfchenweise etwas. Wenn ich aber versuche mit den Fingern abzu"pumpen", dann kommt es, wie gewohnt "strahl weise" nur so herausgeschossen. Nun weiss ich, dass wenn ich es bloss wieder in Gang kriegen koennte, dass ich es schaffe kann, den Kleinen wieder stillen zu können. Habe es auch schon mit einer elektrischen Pumpe versucht, aber auch ohne Erfolg.

Nun habe ich heute erfahren, dass er toll das "Normalgewicht" erreicht hat und man ihn von nun an nur noch 2woechentlich wiegen muss. Das heisst der Druck waere dann nicht mehr so stark und es wird nicht mehr fast taeglich genau analysiert, ob er zugenommen hat oder nicht.

Obwohl ich mittlerweile etwas gelassener versuche an die Sache mit der Flasche heranzugehen und es auch mir wieder etwas besser geht, mit dem Gedanken daran, dass er ja schliesslich die ersten 3 Monate nur Muttermilch bekommen hat und es besser ist als gar nichts, moechte ich schon die Flasche stueckchenweise wieder mit der Brust ersetzen. Aber wie?

Nun bin ich nicht ohne Grund darauf erpicht, den Kleinen vorzugsweise zu stillen, denn von meiner Seite aus ist unsere Familie sehr allergiebelastet. Ich z.B. habe stark unter Neurodermitis zu leiden, welche kommt und geht, je nach Jahreszeit, Stressfaktoren und natuerlich Stoffe, auf die ich allergisch reagiere, ferner sind bei uns auch Lebensmittelallergien, z.B. auch auf Milchprodukte, vertreten (leide da auch selber drunter). Von daher moechte ich natuerlich das Belastungsrisiko fuer Joshua so gering wie nur moeglich halten.

Zwar fangen wir langsam an, ihn an das Fuettern mit einem Loeffel und an einen anderen Geschmack zu gewoehnen (da er nun mittlerweile ueber 5 Monate alt ist und so weit zu sein scheint), aber dennoch bestehen seine "vollen" Mahlzeiten aus Milchnahrung (ich fuetter ihm Nutrilon Pepti, weiss nun nicht, ob es das in Deutschland auch gibt= eine Milchersatznahrung, in der die Lactose besonders gespalten ist)

Nun meine Frage: Kann ich Joshua in irgendeiner Weise zurueck an die Brust gewoehnen, wenn ja, wie? Denn es ist Milch vorhanden, er muss nur wieder vernuenftig ansaugen.

Ganz lieben Dank schon einmal fuer evtl. Antworten oder Lösungsvorschläge!!!

Beitrag von zonenbiene1979 28.03.06 - 17:06 Uhr

Hi,

hab dir grad ne mail geschickt. Ich habe keine Ahnung davon ein Kind wieder an die Brust zu gewöhnen, habe davon aber schon gelesen.

Vielleicht hilft dir ja das Stillbuch von Hannah Lothrop.
Finde es ganz gut.

Aber was andres, was sind denn das für Ärzte?
Das muß ja schlimm für dich gewesen sein.Ist dein baby wirklich so untergewichtig und wie hast du als Mutter dein Kind denn empfunden? Es ist ganz falsch sein Kind zum essen zu zwingen (wenn es gesund ist), denn dann kann es gar keine normale Beziehung zum Essen bekommen.

Finde es ganz furchtbar das du da so unter Druck gesetzt wurdest.

Mein Aaron ist nur etwas älter als dein Baby. Wieviel wiegt es denn jetzt?

Vielleicht zum vergleich die Daten von Aaron

67 cm groß und 7440 g schwer, KU ist 41 cm

LG Silvaine

Beitrag von chantimanou 28.03.06 - 17:26 Uhr

Hi,

also ich kann mich meiner Vorrednerin nur anschließen. Ich finde es wirklich ganz schrecklich was die da mit dir und deinem Kleinen gemacht haben. Dich so unter Druck zusätzen und deine Einwände so zu übergehen ist einfach keine Art.

Ich denke schon, dass es möglich ist, deinen Sohn mit Geduld und Verständnis wieder Stück für Stück an die Brust zu gewöhnen. Ich würde dir empfehlen mit einer Stillberaterin zu reden, z.b. von der LaLecheLiga. Kannst du auch im Internet schauen. Die können die sicher weiterhelfen, denn wie genau du das anstellst, weiß ich leider auch nicht genau. Ich würde sagen du musst es auf jeden Fall langsam angehen und darfst es nicht zu oft probieren, sonst setzt du ihn auch unter Druck.
Je nach dem würde ich es mit der Brust veruchen, wenn er schon etwas aus der Flasche getrunken hat (nicht alles!). Dann ist er vielleicht etwas zugänglicher. Und du solltest auch ruhig und entspannt sein, sonst überträgst du evtl. deine Angst und Nervosität auf das Kind. Es kann eh gut möglich sein, dass er sich nur deshalb con der Brust entwöhnt hat, weil du solche Angst hattest und so unter Druck standest. Das musst du nicht bewußt gemacht haben, aber die Zwerge haben einfach unheimlich feine Antennen und spüren alle Gefühle und in erster Linie die von Mama.
Wenn du jemanden hast, wäre es natürlich toll, wenn man dir den Kleinen immer mal für fünf minuten abnehmen kann, damit du zur Ruhe kommen kannst. Vor allem wenn er bei einem Versuch schreit, damit ihr euch nicht gegenseitig hochschaukelt.
Ach ja, und das Stillbuch von Hanny Lothrop kann ich auch nur empfehlen!!!

Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück und alles Gute für eure Zukunft.

Gruß
Chantal

Beitrag von hebigabi 29.03.06 - 08:12 Uhr

Die einzige Chance, die bleibt ist, sich ein Wochenende mit ihm komplett zurückzuziehen und ihn NUR anlegen.

Hört sich fies an, aber wenn er Hunger hat, wird er auch irgendwann das Trinken am Busen wieder anfangen und du brauchst keine Angst zu haben, dass er damit wieder so abnimmt.

Schmeiss doch mal eben so die Gewichte auf den Markt #;-), damit ich mal ein bißchen schauen kann, wie er sich so entwickelt hat.

Bei uns müssen die Kinder am Anfang mind. 100 gr die Woche zunehmen und im Alter deines Sohnes verlangsamt sich die Gewichtszunahme deutlich- macht aber nichts, kommt einfach drauf an, wie´s Kind dabei drauf ist.

Außerdem wächst er nach "elterlichen" Vorgaben.

Liebe Grüße von

Gabi

Beitrag von patriciajanina 29.03.06 - 09:07 Uhr

Guten Morgen,

vielen Dank schon einmal für die Zeit, die Du Dir genommen hast, die Frage zu beantworten! :-)
Hier nun die Gewichte:

Geburt: 20.10.05: 3620 gr
24.10.05: 3420 gr

01.11.05: 3560 gr
08.11.05: 3880 gr
15.11.05: 4280 gr

20.12.05: 4680 gr

24.01.06: 4280 gr / 2. Wiegen: 4340 gr
26.01.06: 4590 gr (Einweisung ins Krankenhaus)
27.01.06: 4560 gr
30.01.06: 4920 gr

02.02.06: 5200 gr (Ab da an nur noch Flasche genommen)
06.02.06: 5200 gr
08.02.06: 5360 gr
13.02.06: 5560 gr
16.02.06: 5640 gr
20.02.06: 5900 gr
23.02.06: 6100 gr
27.02.06: 5960 gr

01.03.06: 6060 gr
07.03.06: 6300 gr
13.03.06: 6500 gr
21.03.06: 6680 gr
28.03.06: 6760 gr

Jim war immer ein normalgewichtiges Baby, in meiner Familie allerdings, dank der Info meiner Mutter, waren wir Kinder alle an der Grenze des Untergewichtes (vowon leider heute nicht mehr viel zu sehen ist).

Während der ganzen Zeit, sah Joshua aber immer gut aus, also nicht abgemagert o.ä.. Hat sich auch immer viel und gerne bewegt und war recht früh sehr aufgeweckt und "stabil" (? sturdy?). Ergo, es gab keinerlei Anzeichen dafür, dass er evtl. schwächelt oder lethargisch ist (ausser wenn er wirklich sehr müde war und ihm sein Schläfchen am Morgen bzw. Nachmittags, gefehlt hat. Er ist auch schon immer eher ein "Happy"Baby gewesen und hat auf alle, die ihn kennen, einen immer sehr zufriedenen Eindruck gemacht.

Ganz lieben Dank nochmal und ich hoffe die Daten konnten Dir behilflich sein!

Lieben Gruß aus Irland
Patricia und Joshua









Beitrag von sumpfhuhnbine 29.03.06 - 13:54 Uhr

Hallo,
ja man kann von Flasche zur Brust kommen. Wir haben es geschafft. Mein Tom (28.09.05) hat 8 Wochen nur Flasche getrunken.#flasche (Er hatte eine Verspannung im Oberkörper, die wir dann lösen liesen, ab da klappte das Saugen an der Brust)
Nach diesen 8 Wochen habe ich zu Stillen begonnen (habe bis dahin abgepumpt), hat aber noch 8 Wochen gedauert, bis ich voll stillte. Lass Dich von Deinem Gefühl leiten.
Mir haben viele gesagt, lass ihn hungern, wenn er genug Hunger hat, wird er schon die Brust nehmen. Das war mir aber zuwider. Habe es mit Liebe versucht. Lieber ein glückliches Flaschenkind, als ein Kind, dass einen Horror kriegt, wenn es nur die Brust sieht. :-[
so habe ich Tom immer vor der Flasche angelegt, und es wurde von Tag zu Tag mehr, bis er eines Tages, die Flasche verweigert hat. #huepfIch habe auch die dünnste, bitterste Milchnahrung genommen, damit die Brust besser schmeckt und mehr satt macht!

Alles Gute, gib nicht auf!!
#liebeGrüße Sabine