ads = behinderung??

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Forum: Gesundheit & Medizin

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Beitrag von be8te 29.03.06 - 18:03 Uhr

heute habe ich im supermarkt zufaellig ein gespraech von zwei aelteren damen mit angehoert. die eine erzaehlte der anderen, dass ein kind aus ihrem bekanntenkreis unter ads leiden wuerde. die andere meinte dazu ganz lapidar: ja, ja. heutzutage sind immer mehr kinder geistig behindert, frueher gabs so was nicht #augen
nun zerbreche ich mir den ganzen tag den kopf darueber ob ads eine behinderung ist oder nicht?

lg virgo

Beitrag von elox242 29.03.06 - 18:22 Uhr

Hallo virgo,

ne, ads ist eine störung der neurotransmitter - wenn dann redet man von einer seelischen behinderung bzw. eine drohende, die durch ads entstehen kann, nicht aber von einer geistige behinderung.

lg elox

Beitrag von ursusarctos 29.03.06 - 18:28 Uhr

Naja, die Definition von "Behinderung" laut Sozialgesetzbuch ist, dass jede Abweichung vom Entwicklungsalter von sechs Monaten oder mehr AUF DAUER eine Behinderung ist. Nun ist ADS ja ein neurologisches Problem, das nicht therapierbar ist, so dass in dem Sinne ADS sicherlich so gesehen werden kann.

Der Kommentar ist natürlich trotzdem völlig daneben, keine Frage! Es handelt sich bei den Damen um zwei unsensible, dumme Menschen, die mit solchen Bemerkungen den Kindern und deren Familien wahnsinnig weh tun.

Beitrag von be8te 29.03.06 - 18:51 Uhr

hmm, du schreibst, dass ads ein neurologisches problem ist. aber wo kommt es her? gibt es dafuer eine erklaerung? und warum ist es nicht therapierbar? was ist das? ein gendefekt?

entschuldige, aber es interessiert mich und du scheinst dich auszukennen

Beitrag von ursusarctos 29.03.06 - 21:22 Uhr

Elox hat es gut erklärt, die Neurotransmitter sind nicht in Ordnung. Diese Boten transportieren Informationen im Gehirn. Kinder mit ADS, Autisten, Kinder mit auditiven, visuellen und anderen Wahrnehmungsstörungen und andere haben im Prinzip alle das selbe Problem, dass das Gehirn in einem bestimmten Bereich die ankommenden Informationen nicht genug filtert bzw. ordnet. Das Gehirn gerät so in einen ständigen "Information Overload" - es ist sozusagen mit Informationen verstopft, die das Gehirn nicht in wichtig und unwichtig filtern kann. Für die Kinder ist das sehr anstrengend, verwirrend und auch belastend.

Man kann indirekt versuchen, die teilweise nicht ausgeprägten Nervenbahnen zu vernetzen, was aber nur bei sehr jungen Kindern gelingt (je nach Schwere der Erkrankung). Auch die Umgebung hat selbstverständlich Einfluss, so helfen geordnete Familienverhältnisse, Ruhepausen, Regelmäßigkeit und feste Regeln den Kindern durch den Alltag. All das bestimmt mit, wie schwer der Verlauf der Krankheit ist. Einige ADS-Kinder bekommen Aufputschmittel (die bei ihnen paradox wirken), um sie ruhiger zu stellen.

Hier noch ein paar Infos:

http://de.wikipedia.org/wiki/Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom

Erschöpfend erforscht ist die Krankheit nicht. Die Ursachen sind oftmals eine genetische Disposition, aber auch fehlender Sauerstoff unter der Geburt, Krankheiten, Schwierigkeiten in der Schwangerschaft und so weiter. Ich kenne mich bei ADS nicht wirklich aus, aber mein Sohn hat Wahrnehmungsstörungen (wurde gerade im Kindergartenforum diskutiert) nach einer langen Schwerhörigkeit, auch das eine mögliche Ursache, er ist auch oft unruhig, aber aus einer zu niedrigen Körperspannung heraus (Problem mit der Schwerkraft/dem Gleichgewicht). Falls Dich das Thema generell interessiert:

Mark Haddon: The Curious Incident of the Dog in the Night-Time. A Novel.
Temple Grandin: Animals in Translation oder Thinking in Pictures.

Die Bücher gibt es natürlich auch auf dt., ich weiß aber die Titel nicht.

Beitrag von kleinkili 29.03.06 - 22:26 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

Na,ja die alten Damen!;-)
Ad(h)s ist relativ komplieziert es gibt sehr unterschiedlich Formen.
Vom Zappelphillip bis zum Hans Guck in die Luft u.s.w. Gemeinsam haben alle Typen Probelme mit der Konzentration (sehr kurze Zeitspanne). Die Syntome sind auch sehr unterschiedlich ausgeprägt. Es gibt auch sehr viele Ursachen häufig jedoch genetisch bedingt, allerdings ist Ad(h)s noch nicht komplett erforscht.

Aber alle Ad(h)sler, als geistig behindert einzustufen, da wäre ich vorsichtig#kratz!!!!!!
:-[
Mein Sohn 9Jahre ist selbst von Ads betroffen, hat aber einen IQ über Durchschnitt und besucht die ganz normale Grundschule, jedoch ist er vor der Diagnose um ein Jahr zurück gestellt wurden auf Druck der (damaligen)Lehrerin.Er macht zur Zeit 1X wöchentlich Konzentrationstherapie und bekommt eine geringe Dosis Medikenet.Im grossen und ganzen würde ich meinen Sohn nicht, als behindert bezeichenen und seine Klassenlehrein auch nicht ,auch die Kinderärztin (Spezialistin) sieht meinen Sohn nicht,als behindert.

Es gibt nartürlich Kids, Teens und Erwachsene die sehr starke Syntome, sehr vielfälltige Syntome haben und aufgrund Dessen eine Behinderung gegeben ist.
Auch Ad(h)sler die keine Besserung durch Therapie erkennen lassen, könnten eventuell eingeschränkt in Ihren Möglichkeiten sein.:-(

Tip: www.ads-.hyperaktivitaet.de
www.adhs-anderwelt.de

Gruss Kleinkili

Beitrag von andreag1302 30.03.06 - 07:35 Uhr

Hallo,

leider geht der zweite Link nicht,kannst du den nochmel einsetze ??

Mein Sohn hat auch ADHS und bekommt auch Medikinet,deshalb würde mich die Seite interessieren.

Kann man ADS/ADHS in unterschiedliche Stärken aufteilen??

LG Andrea

Beitrag von annettebay 30.03.06 - 11:54 Uhr

>Kann man ADS/ADHS in unterschiedliche Stärken aufteilen??<

Ich denke jeder betroffene Adsler hat sein "eigenes ADS". AD(H)S zeigt sich doch iin vielen verschiedenen Symptomen und in verschiedenen Ausprägungen. Nicht jeder Betroffene hat also die gleichen Schwierigkeiten. Die einen kommen besser zurecht, die anderen brauchen mehr Unterstützung.

Mein Sohn (12) hat auch ADHS und geht in die 6. Kl. Gymnasium.....also mit geistiger Behinderung hat das nichts zu tun (in unserem Fall, s.o.). Allerdings wäre (bzw. war) für das Kind der Schulbesuch ohne therapeutische Maßnahmen sehr schwierig - und das hat nichts mit der Schulform zu tun, denn seine Probleme gäbe es auch auf der Hauptschule....

Nimmt dein Sohn Medikinet retard oder dosiert er in der Schule nach? Das hat bei uns aufgrund Verweigerungshaltung leider nie funktioniert, deshalb nimmt er Lanzeitmedikament + Kurzzeit.

Alles Gute
Annette

Beitrag von kleinkili 30.03.06 - 14:42 Uhr

Hallo Anette,
mein Sohn nimmt morgens um 7.30 Uhr Medikenet Retard 20mg und Nachmittags um 13.30 Uhr 10mg Retard.
Mein Sohn geht ganz offen damit um, zunähst war es ihm noch peinlich wenn andere Kinder mitbekamen, dass Er Medikamente nimmt.
Aber nun nicht mehr und deshalb klapt es gut.
Er geht seit kurzem zur Hausaufgabenbetreung und die Betreuerinen ereinnern Ihm an die Einnahme, zuerst hatte Er zweimal die Tabletten zu hause liegen gelassen, dann musste ich Sie ihm vorbei bringen!


Gruss Kleinkili

Beitrag von kleinkili 30.03.06 - 14:47 Uhr

Hallo Andera,

www.adhs-anderswelt.de

Ich hatte ein s vergessen sorry!


Guss Kleinkili