Er sagt NEIN

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von swangard 30.03.06 - 16:22 Uhr

Hallo,

ist ja super, dass unser Sohn mit 3 1/2 Jahren genau weiß, was er will oder eben nicht will. Aber wie reagiert man als Mutter darauf, wenn man etwas sagt, und er sagt nur "Nein"?

Wenn ich z.B. sage, dass wir jetzt zum Zähneputzen ins Bad gehen. Dann sagt er "Nein" und bleibt hocken und spielt weiter. Wir haben eigentlich kein Zahnputzproblem. Das hatten wir noch nie. Und er wehrt sich auch nicht ständig dagegen. (Heute früh hat er sogar ganz stolz seiner kleinen Schwester die 6 Zähnchen geputzt. Das war super süß.)
Man kann nie voraussagen, was bei ihm plötzlich "Nein" ist.
Mein Problem dabei ist, dass ich mir das nicht gefallen lassen will. Es gibt nun mal Sachen, wie zum Beispiel das Zähneputzen oder Jacke anziehen..., die ohne Diskussion gemacht werden müssen. Punkt. Und das weiß er doch eigentlich auch.

Klar, er will mich provozieren. Das geht aus seinem Grinsen klar hervor. Wie weit kann ich gehen, dass Mama ausflippt?

Wie reagiert Ihr auf sowas? Gibt es Tricks? Gutes Zureden hilft nicht. Das habe ich schon genug probiert.

Viele verzweifelte Grüße,

Judith mit Thies (3,5 Jahre) und Inka (12,5 Monate)

Beitrag von flocke123 30.03.06 - 17:52 Uhr

Hallo,

meine Tochter (3) ist auch häufig bockig.

Ich bin aber der Meinung,daß man nicht alles durchgehen lassen kann, denn manche Sachen müssen eben sein.

Wenn meine Tochter nicht hört, muß sie mit Konsequenzen rechnen. Ggf. erkläre ich ihr zunächst noch, warum sie etwas machen soll, wenn es etwas ist, was sie nicht weiß (Zähneputzen und Jackeanziehen ist natürlich klar), denn sie sollte wissen, worum es geht.

Macht sie es nicht, zeige ich die Konsequenzen auf (manchmal sperre ich sie für 5 Minuten in ihr Zimmer, lasse sie die gleiche Zeit auf einem Stuhl sitzen, streiche ihr die nachmittägliche Süßigkeit, o.ä.). Ich erkläre ihr, daß ich jetzt bis 3 zähle und dann dies oder das passiert, wenn sie nicht hört. Das macht aber nur dann Sinn, wenn man auch konsequent die Sanktion durchzieht; wir haben z.B. auch schon einen Spielplatz verlassen, weil sie ihre Jacke nicht anlassen wollte, obwohl es kalt war.

Wenn es gar nicht geht, muß sie auch mal für ein paar Minuten in ihr Zimmer. Das hat den Vorteil, daß beide Seiten sich wieder etwas beruhigen können...;-)

VG
Susi

Beitrag von ratzundruebe 30.03.06 - 20:17 Uhr

Das Problem kenn ich nur zu gut.
Unsere Süße (4J.) testet uns auch im Moment bis zum bitteren Ende.

Es gibt so viele Dinge die bei ihr auch nur mit einem "Nein" enden.

Morgens Jacke anziehen: "Nein"!
"O.k. gehst du halt nicht in den Kindergarten."
Ist für sie die höchste Strafe die es gibt, denn sie liebt den Kiga.


Zähne putzen: "nein, jetzt nicht"!
"O.k., grüß Karius und Baktus von mir und sag ihnen sie sollen ein besonders schönes Haus in deine Zähne bohren."
"Also gut, dann putz ich eben".
Denn Karius und Baktus möchte sie auch nicht haben.

Und dann gibt es noch so viele andere Dinge die nein sind.
Ich stell mich dann genau so bockig wenn sie mal was von mir möchte und erkläre natürlich warum ich mich gerade jetzt so verhalte.

Ich denke die kleinen Zwerge wissen genau wo der Hase herläuft, aber sie versuchen es immer wieder wie weit sie gehen können.

Ich glaub da mußten bis jetzt alle Eltern durch und wir schaffen das auch.

#liebe LG Kerstin

Beitrag von lilas 30.03.06 - 21:24 Uhr

Hallo,

bitte, bitte sag' mir, dass Kinder mit 3,5 Jahren diese Phase NICHT mehr haben. #heul

Meine Tochter ist gerade zwei Jahre alt geworden, und sie sagt zu ALLEM "nein". Ich glaube ganz im Ernst, sie verwendet dieses Wort jeden Tag ca. 200-300 Mal.

Zähneputzen: nein.
Mittagessen (sie hat einen Bärenhunger): nein.
Etwas spielen? Nein.
Auf den Spielplatz gehen: nein

Manchmal sagt sie sogar direkt nach dem "nein" plötzlich "ja" - aber ohne ein vorheriges "nein" geht es schon gar nicht mehr. Es macht mich wahnsinnig. :-[ :-[ :-[

Und nun stöbere ich hier im Kindergartenforum herum (ist eigentlich noch etwas früh für uns), in der Hoffnung, hier nur Mütter von zufriedenen, nicht-mehr-trotzenden Kindern zu finden - und nun lese ich DAS. Meine Hoffnung schmilzt dahin...

Ebenfalls verzweifelte Grüße
lilas

Beitrag von orangi 30.03.06 - 21:50 Uhr

Halloooo,

mein Kleiner (3,5) hatte diese "Phase" auch.

Er sagte immer: "Nein, dass will ich aber nicht!"
Den ganzen lieben langen Tag. Hab ich da dann auch in urbia reingeschrieben.

Das hat sich aber dann mittendrin wieder gelegt. Momentan schaut er wie ein Teufel, schmeißt irgendwas auf den Boden und sagt: "Jetzt bin ich aber sauer!" Vorher schreit er noch wie am Spieß, weil er z.B. nix Süßes mehr bekommt, oder noch Wurst möchte, ich aber keine mehr habe (dass kann ich ihm 100 mal erklären, und er bockt immer noch), er auf den Kühlschrank klettern will, ich aber nein sage. usw. usw. das geht bei uns daheim den ganzen lieben langen Tag so.

Tut uns beiden gut, wenn er mal einen vormittag bei der Oma ist und ab September dann vormittags in den Kindergarten geht.

Lg
orangi

Beitrag von zoltan76 02.04.06 - 10:14 Uhr

Hallo Judith!

Probiers mal mit "Vorwarnen"

Also z.B. wenn Thies am Spiele ist, "In 5 Minuten gehen wir Zaehne putzen, solange kannst Du noch spielen."
So wird er nicht mitten aus dem Spiel heraus gerissen.
Stell Dir vor, Du liest gerade ein super Buch und an der spannensten Stelle und noch dazu mitten im Satz, reisst Dir jemand das Buch weg. Auch nicht so prickelnd, oder? :-p

Und ansonsten hilft nur, sich das da unten gaaanz oft durchlesen und darauf hoffen, dass die Phase irgendwann vorbei ist *g*

Liebe Gruesse

Angy




Das kleine Neinchen:

In der Entwicklungsphase eines jeden Kindes kommt unweigerlich der Tag, wo es neben hingebungsvoll geflüsterten und gekrähten Silbenkombinationen wie "Mama", "Papa" und " Babba" ( Bagger für nicht Eingeweihte) entdeckt, dass man mit den Lippen und den Stimmbändern auch den Laut "Neeeeeiiiii" formen kann.

Fortan ist es mit der Ruhe und der beschaulichen Stimmung geschehen, ist dies doch der Auftakt zu einer Phase, die allgemein Trotzphase genannt wird, aber vielmehr den Namen *Neinchen* verdient hätte....
Konnte man sich vorher noch gerührt einen Eltern-Dankesbonus abholen, kommt nun auf die Bitte "gib mir ein Küsschen" ein trotziges "Nein".
Die Frage nach Essen wird grundsätzlich verneint, um danach in Tränen auszubrechen, weil die Lippen zwar das Wort formen können, aber das Bewusstsein die Bedeutung noch längst nicht erfasst hat.
Hast Du Durst? Nein.
Wie heisst Du ? Nein.
Gehst du schlafen? Nein.
Was willst Du? NEIN!!!

Alles ist nein. Essen, nichts essen, trinken, spielen, schlafen, anziehen, ausgehen, baden, zähneputzen, Kekse verkrümeln.... NEIN...

Unerfahrene Eltern begehen nun leicht den Fehler, dieses Wort ernst zu nehmen im selben Sinn, wie wir Erwachsenen benutzen, aber das Kleinkind-NEIN ist ein multifunktionelles Wort und nur trotzige Zweijährige sind in der Lage, mit diesem Wort ihre ganzen Bedürfnisse auszudrücken, was wir ja längst verlernt haben.
Nachdem nun auch unser Jüngster erfolgreich von einem kleinen Charmeur zu einem Neinchen mutiert ist, nutze ich die Gelegenheit, um meine Erfahrungen aufzuschreiben:

Wenn das NEIN von einem sehnsuchtsvollen Blick Richtung Semmel begleitet ist, bedeutet es, ich habe Hunger.
Wenn das NEIN von ständigem Augenreiben und Ohrenzupfen untermalt wird, könnte das Kind müde sein.
NEIN mit ausgestreckten Händen bedeutet "Herumtragen" und nicht, wie fälschlicherweise oft angenommen wird, " lass mich in Ruhe".
NEEEEIN bedeutet nicht etwa "nein, ich will nicht" sondern zeigt den tiefen Konflikt in der Kinderseele zwischen Wollen und Können und kann nur durch sanftes Ablenken entschärft werden.
Das absolute und ohrenbetäubende NEEEEIIIIIIIIIIIIIIIIIN soll ausdrücken, dass nun Zeit ist, als Eltern auf Durchzug zu schalten, die Ohrenstöpsel zu nehmen und sich ernsthafte Gedanken zum angestrebten Erziehungsstil zu machen.

Zusammenfassend kann über das Neinchen vor allem eines gesagt werden : es geht vorbei. Mit Gekreisch, Trotzanfällen, Tränen und haareraufenden Eltern zwar, aber es geht vorüber und ist wirklich nur eine Phase.
Ausserdem wird die Neinchen-Zeit häufig von der "Selbel" und der "Warum" - Phase abgelöst und ab und zu geschieht es dann, dass man sich sehnsüchtig in die Neinchen-Zeit zurückwünscht.....