Achtung! Sehr, sehr langer Bericht...Leni Joelle´s Geburt

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von kabafreak 30.03.06 - 18:53 Uhr

Donnerstag Nachmittag hatte ich noch einen Termin bei meiner FÄ, da schrieb das CTG zwar schon Wehen, doch der Muttermund war noch zu und fest. Da bei einem kurzem Check mit dem US unter anderem eine Plazentaverkalkung 3. Grades festgestellt wurde gab sie mir eine Überweisung zwecks Priming (Einleitung) die ich dann Samstags im KH vorlegen sollte, sie meinte es wäre nicht sinnvoll noch mal 2 Wochen zu warten, da das Kind ausgereift wäre und die Versorgung schliesslich nicht besser würde. Somit kam ein Ende für uns in Sichtweite.

Den weiteren Nachmittag hatte ich weiterhin Wehen die zu Abend hin immer regelmässiger kamen, erst halbstündlich, dann viertelstündlich. Also ab in die Badewanne, doch sie wurden da weder schwächer, noch stärker und auch nicht mehr oder weniger regelmässiger. Dann haben wir uns erstmal schlafen gelegt, doch pfeifferdeckel, meine „Übungswehen“ wurden immer heftiger und kamen alle 10 min. Wie soll man den so schlafen?! Mein Mann wollte die ganze Zeit gleich ins KH, doch ich wollte immernoch abwarten. Ich hatte schon so oft gelesen das Frauen im KH aufgrund geschlossenen MuMu auf Station kamen und der Mann erst mal noch mal heimgeschickt wurde. Das wollte ich dringenst vermeiden. Um 1 Uhr hab ich mich dann meinem Schicksal ergeben und wir sind losgefahren. Während den Wehen gings mir furchtbar, hielt die Schmerzen kaum aus, kaum war sie aber weg fühlte ich mich blendend. An der Nachttür öffnete uns die Hebamme nach einem „Äm, meine Frau bekommt ein Kind“ von meinem Mann, woraufhin ich erstmal einen Lachflasch bekam. Echt fies wenn Lachen und weinen sich im Takt abwechseln. Im Kreissaal wurde ich erstmal ans CTG angeschlossen und der MuMu gecheckt. Wie befürchtet war der immer noch zu. Die Hebamme lies uns dann frei zu bleiben oder nochmal heimzugehen. Ich bat sie um ein Schmerzmittel das ich eine Runde schlafen könnte, zudem bat ich um etwas abführendes, da ich mich total verstopft fühlte. Ich bekam Paracetamol und Buscopan und einen Einlauf, der mich wirklich erleichterte.
Wir sind dann heimgefahren um noch ein bisschen zu schlafen bevor es los ging. Doch die Schmerzmittel zeigten Null Wirkung. Total kaputt und Müde wurde ich gerade wo ich einnickte immer von diesen fiesen Wehen, alle 5 min, daran gehindert. Um 4 Uhr hielt ich es dann nicht mehr aus und wir machten uns auf den 2. Weg ins KH. Doch MuMu immernoch zu, na toll. Total fertig und Kaputt, lag ich auf den Kreisbett, hatte die Brille abgezogen, die Augen geschlossen und versuchte mich in den kurzen Wehenpausen zu erholen. Mein Mann wich mir keine Sekunde von der Seite und hielt Tapfer Händchen und Nierenschale, denn ich erbrach sehr oft. In den Kreissälen nebenan wurde kräftig geschrien und ich wünschte mir sehr das es endlich vorbei wäre. Die Uhr nahm ich nicht mehr wahr, eine neue Hebamme stellte sich mir vor, sie war die letzte Person die ich noch richtig registrierte, ständig kamen irgendwelche Ärzte und was weis ich für Leute die mich nebenher untersuchten, Kanülen setzten etc. Ich lies alles nur noch über mich ergehen. Die Hebamme verpasste mir endlich und schliesslich ein Zäpfchen, nachdem ich immer wieder nach Schmerzmittel bettelte, doch Linderung vernahm ich nicht bald darauf kam die Meldung „MuMu 3cm offen“. Dann bekam ich noch eine Spritze in den Po, kurz drarauf hies es „MuMu 8cm“, mit den Wehen kam ab jetzt auch immer mehr ein starker Druck nach unten, ich konnte nicht anders mehr als mitschieben. Ich wimmerte über die Schmerzen, die Hebi schrie mich zurecht ich solle hier nicht rumheulen es ginge hier nicht um mich sondern um mein Kind, für das ich atmen sollte. Ich bekam noch ein paar kleine Kügelchen die auf der Zunge zergingen, etwas Homöopatisches was auch nicht half. Die Hebi meinte nur trocken: ohne Wehen geht’s nur mit PDA, die wollte ich aber nicht. Der Druck nach unten und hinten wurde immer heftiger. Mein Mann klingelte die Hebi wieder herbei, die daraufhin uns Quasi anschnauzte, weil in den anderen Sälen ja auch Frauen gebaren, die weiter seien als ich und sie nicht ständig kommen könnte. Mir war alles um mich herum nur noch egal und ich schob einfach immer mit, „dann krieg ich das Kind halt ohne diese Blöde Kuh“. Eine Ärztin kam dann aber bald darauf und verpasste mir einen Wehenhemmer in die Kanüle. 10 min war ich richtig selig. Dann kam wieder die „unsympathische Hebi“ Sie wies mich an mich seitlich zu legen ein Bein anzuwinkeln, an mich zu ziehen und dem Kind beim schieben zu Helfen. Dies machte ich dreimal links und dann 3 Mal rechts. Dann holte sie einen Arzt. Ich durfte mich dann gerade hinlegen, nun sollte ich die Beine an mich ziehen und richtig mitpressen dürfen. Da ich meine ganze Kraft zum pressen nutzte, halfen mir Arzt und Hebamme in dem sie sich rechts und links von mir hinstellten, daß ich meine Füße gegen sie stemmte und sie so meine Beine an mich drückten und ich diese nicht mehr selber heben musste. Während dem pressen zerquetschte ich meinem Mann die Finger total, pro Wehe hatte ich Zeit 3 mal richtig zu Pressen. Nach der 2. Wehe meinte die Hebi, das man das Köpfchen sehe, sie sei wohl nicht stark behaart und blond. Nach der 3, Wehe, bei der ich geschnitten wurde und dies auch sehr gespürt habe, war das Köpfchen da, und ich könnte fühlen wenn ich wolle, doch ich traute mich nicht. Dann warteten wir auf die nächste Wehe, doch die blieb plötzlich aus. Die Pause tat mir gut, aber nach Minuten des Wartens sprizte mir der Arzt noch geschwind was in die Kanüle und die 4. Und letzte Wehe kam, mit der Leni Joelle endlich Ihren weg auf die Welt fand. Als Sie plötzlich aus mir „rausrutschte“ war ein super schöner Moment. Es war wie eine Erlösung. Die Wehen und damit verbundenen Schmerzen waren auf einen Schlag verschwunden. Und ich war plötzlich hellwach!!! Wie aufgeputscht! Nachdem mein Mann die Nabelschnurr durchgeschnitten hatte durfte ich sie endlich in die Arme nehmen. Wir waren beide überglücklich. Huch, plötzlich kam wieder eine kleine Wehe und ich dachte nur „ach nein bitte nicht“ doch es war die allerletzte die, die Nachgeburt hinausbeförderte. Leni die bereits Ihr Kindspech auf mir abgeladen hatte wurde dann erstmal gebadet und der Arzt begann mich zu Nähen. Ich riss 2 mal ein und bekam einen Dammschnitt, wobei ich den Schnitt am schlimmsten Empfand. Die Risse hab ich so nämlich nicht bewusst mitbekommen. Es hat da unten ja eh alles gebrannt. Dann bekamen wir erstmal Frühstück. Mit Fruchtwasser auf dem Bauch und Mekonium an den Händen verschlang ich die Brötchen. Mein Mann kümmerte sich um unseren Krümmel. Duschen durfte ich alleine nicht und die Hebi wollte erstmal selber was essen. Ich war nach der Geburt Topfit, hatte keinerlei Beschwerden. Wir waren einfach nur „Mega-Happy“!

Von der ersten bis zur letzten Wehe waren es rund 20 Stunden. Leni kam genau zum Termin am Freitag den 24.03.06 um 9:08 Uhr zur Welt mit einem Gewicht von 3460g, 52cm und einem Kopfumfang von 34cm.

Es war zwar schmerzhaft und sehr anstrengend, aufgrund das es sich so alles hingezogen hat, aber im Nachhinein ein unvergesslich schönes Erlebnis!

Beitrag von manon32 03.04.06 - 16:08 Uhr

Herzlichen Glückwunsch von einer Mama, die am 24.3. um 8.57 Uhr den ersten Schrei ihres Babies hören durfte.

Es war ein wunderschöner Morgen und ich war auch sehr sehr fit direkt nach der Geburt.

Allerdings haben bei mir die Wehen nicht so lange gedauert wie bei Dir. Ich hatte um 0.25 Uhr am 24.3. einen Blasensprung, die Wehen begannen um 4 Uhr und kurz vor 9 war die Kleine dann schon da. Ein Traum!

LG

Manon + Nicola