wer hat sich von den eltern losgesagt, und lebt gut damit?

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von grover 31.03.06 - 19:25 Uhr

aus verschiedenen gründen habe ich mich im letzten jahr entschieden den kontakt zu meinen eltern, hauptsächlich der mutter, abzubrechen. es ist vieles vorgefallen, der auslöser war aber letztendlich dass meine mutter mir letztes jahr eine abtreibung vorgeschlagen hat. ich war in der 8. woche schwanger (mit dem 2. kind) und im kiga gingen grade die ringelröteln um. ich wusste nicht ob ich die schon hatte und machte mir natürlich gedanken. daraufhin meinte sie: "falls du die hast, ist es ja noch früh genug um was zu machen". das war dann quasi das topping auf viele andere dinge und von da an fiel es mir nicht mehr schwer, mich von ihr/ihnen zu distanzieren. das verhältnis ist schon seit jahren schlecht, es würde zu weit führen, alles aufzuzählen was war. fakt ist: ich hab genug. diese woche hat sie dann eine geburtstagskarte für meine tochter geschickt und geld für beide kinder für weihnachten im nachhinein noch, denn da kam nicht mal ein anruf. ich hatte mich weihnachten dort gemeldet, warum eigentlich? hätt ichs nur gelassen...
jedenfalls lag der karte ein zettel bei auf dem stand, wer wieviel geld bekommt und für mich folgendes: "helga!! warum das alles??"
gestern hab ich mich dann hingesetzt und einen brief geschrieben, schonungslos, damit sie nun endlich weiss warum. mir geht es besser ohne kontakt zu meinen eltern und ohne den zwang dort hin zu müssen. das schlechte gewissen das mich jahrelang geplagt hat, ist auch weg. ich hoffe nach meinem brief ist endlich schluss.
wem geht es ähnlich? wie seid ihr damit umgegangen?

Beitrag von freefallinggirl 31.03.06 - 19:58 Uhr

Hallo Helga,

erst einmal einen ganz dicken #liebdrueck!!!

Ich kann dich soooo gut verstehen und finde es bewundernswert, wie du das durchgezogen hast. Ich bin noch unsicher, ob ich mich von meiner Mutter distanzieren soll, weil ich meinen Vater und meine Großeltern (die wohnen gleich nebenan) sehr mag, und es mir bisher nicht vorstellen kann auch mit ihnen zu brechen, obwohl das Hauptproblem mit meiner Mutter besteht. Darum bin ich z. Zt. in therapeutischer Behandlung, um vielleicht noch einen anderen Weg der Loslösung für mich zu finden. Ich habe jetzt (mit 32!) endlich gelernt, daß auch mir Respekt zusteht, und daß die Art meiner Mutter wohl auf großer Verlustangst basiert. Das macht ihre Attacken nicht leichter für mich, aber im Augenblick kann ich neben unglaublicher Wut nur noch Verachtung für sie empfinden, anstatt mir die Schuld zu geben. Wie ich damit in Zukunft umgehen werde, wird sich zeigen. Ich habe jedenfalls den festen Entschluß, diese Angelegenheit nicht zu einem Problem in meiner eigenen kleinen Familie sein zu lassen!

Wenn du sagst, daß du seit dem Brief endlich keine Schuldgefühle und schlechtes Gewissen mehr hast, dann finde ich, hast du genau das Richtige getan. Für DICH und für deine Familie! Ich wünsche dir von ganzem Herzen ganz viel Kraft für die kommende Zeit, denn es wird sicher noch einige Momente geben, in denen andere Verwandte im Namen deiner Mutter auf dich einreden werden. Wie wäre es mit einem Zettel am Spiegel im Bad? Text: Meine Entscheidung ist richtig und ich fühle mich GUT und BEFREIT damit!

Ganz #liebe Grüße und alles Gute,
Claudia

Beitrag von hummel_02 31.03.06 - 22:39 Uhr

Hallo.... gratuliere dir zu soviel Selbstbewußtsein und Stärke, den Willen das ganze auch durch zuhalten.


Auch ich hab mich vor über 1 Jahr per Brief von meinen Vater verabschiedet. Seitdem ist auch absolute Funkstille..
Als Vater war er schon ein *rsch und als Großvater zum Kotzen...
Aber das ist ein anderes Thema...

Ich lebe so nun ganz glücklich.. muss mir nicht ständig seine dummen Komentare anhören.
Auch muss ich mir ehrlich gesagt, nicht die Mühe machen und extra Urlaub nehmen, wenn er den Löffel abgibt.

Hat nur Vorteil, wenn mann als Erwachsener den Schlussstrich bei Zeiten zieht, als wenn ma sich Nervlich daran aufreibt und die eigene Familie noch drunter leiden muss.

Wenn magst , kannst dich gernen über meine Vistenkarte melden.


Lg hummel

Beitrag von palma 01.04.06 - 21:35 Uhr

hallöchen

ersteinmal möchte ich dir sagen, das ich das super finde, wie mutig und konsequent! glückwunsch! ich kann nur sagen, wenn du meinst,es geht dir viel besser dabei, mach weiter so!
wir haben es auch getan, aus verschiedenen gründen.ok, manchmal bin ich traurig, nehme meinen kinder ja auch oma opa u.s.w manchemale war ich wüten, aber heute ich bin stolz, denn all das, was wir unseren kindern geben und gegeben haben, haben wir getan aus eigener kraft ohne fremde hilfe ohne oma und all den anderen danke zusagen!!! allerdings finde ich es toll, das deine mutter den kindern geld sendet oder eine karte schreibt, denn die kids, die können am wenigsten dafür..... !!!!

in diesem sinne grüsse palma

Beitrag von schnucki1101 01.04.06 - 21:45 Uhr

Huhu

Das ist ja mein Thema......

Nunja zwar nicht schön, aber wenns einem damit besser geht- weg was einem nicht gut tut!!!!


Meine " Eltern" waren nie welche...
ich bin so froh das ich den Kontakt abgebrochen hab,

jedoch die Scherben bleiben....

L,G.Mandy

Beitrag von sonnenblume10435 02.04.06 - 11:39 Uhr

hallo grover, ich muß dich erst einmal #liebdrueck!

ich habe mich auch von meinen ""eltern losgesagt schon seit 5 jahren, weil ich gemerkt hatte das es nichts bringt und da ist auch vieles vorgefallen worüber man nicht mehr reden möchte, sonst werden wieder alt wunden aufgerisssen!
unsere kinder litten am anfang auch sehr darunter,aber gott sei dank seid dem sie keinen kontakt mehr mit ihnen haben, da wir in eine 2. klassengesellschaft gestuft werden und nun mal nicht so reicht und meine kinder mal geklaut hatten,was könnten die nachbarn denken und mein erzeuger" sagt*ihr wohnt da,wir wohnen hier* ich will mit euch nichts zutun haben! ist es doch sehr deutlich!:-[

und so mit haben wir den kontakt komplett abgebrochen
und es ist viel besser geworden,ich habe keine depris mehr:-D
klar es gibt ab und zu noch situationen ,da kommt alles hoch dann bin ich auch traurig,aber es ist nicht mehr so schlimm wie am anfang!!

ich drück dir die daumen das es bei dir auch ganz gut klappt!
lg
kathrin

Beitrag von meileinstein 02.04.06 - 18:36 Uhr

Zum ersten Mal habe ich mich wegen ganz ähnlicher Geschichten vor acht Jahren von meinen Eltern losgesagt. Nach zwei Jahren habe ich dann auf Bitten meiner Mutter den kontakt wieder aufleben lassen - und ich habe es bitter bereut! So oft habe ich gedacht: hättest du es nur gelassen. Nach ein paar Monaten war alles wieder so wie früher.

Seit Dezember habe ich jetzt wieder keinen Kontakt mehr und ich bin sicher, dass es so bleibt!!!

Auch meine Mutter hat seinerzeit versucht, den Kontakt zu den Kindern zu halten und ich habe es geschehen lassen weil ich der Meinung war, meine Kinder hätten ein Recht auf ihre Großeltern. In Wirklichkeit hat sie meine Kinder nur benutzt um über mich auf dem Laufenden zu bleiben und mir zu zeigen, was mir - an Materiellem - alles entgeht.

Es tut weh, ich habe ein paar seelsorgerliche Gespräche und einige Bücher gebraucht, aber der Schmerz wird weniger. Man muss sich nur von der Vorstellung, sie könnten doch irgendwie gute Menschen sein, lösen.

Beitrag von bea_23 02.04.06 - 20:22 Uhr

Hallo,bin vor 10Jahren daheim abgehauen und habe nach 4Jahren das erste mal wieder Kontakt zu meinen Eltern aufgenommen,bin aber selten runtergefahren sondern nur wenn einer meiner Fam. Geburtstag hatte! Kurz danach hat der Kontakt wieder aufgehört!Als ich erfahren habe das ich schwanger bin,habe ich meine Eltern angerufen da wurde mir gesagt ich würde die SS vorgaukeln um Kontakt zu ihnen zu haben! Als die Kleine geboren wurde (1Enkelkind) war ich die beste Tochter! Dieser Kontakt hielt bis letztes jahr im März da hat meine Mama meine Tochter sehr schlecht behandelt also wurde der Kontakt wieder abgebrochen und erst Weihnachten rief meine Schwester an um zu fragen ob wir Weihnachten bitte kommen würden weil die Uroma auch ihr Enkel mal wieder sehen wollte! Meine Mutter hat meine Tochter kaum beachtet,bin auch nur runter damit die Maus die Omas und Opas sehen konnte und als dank? Nichts! Auf dem Geburtstag meiner Maus ist meine Mutter gekommen auf wunsch meines Kindes! Angeblich war ihr so schlecht das meine Mutter nach 2std.wieder nach Hause fuhr! Meine Schwester war den Tag auch bei mir und rief mich abends an um mir zu sagen: Meine Mutter wäre gefahren weil die Wohnung ein Schweinestall ist wo man sich nirgends hinsetzten kann und ausserdem müßte sie zur Nachbarin saufen das wäre wichtiger als der Geburtstag ihres Enkels! Seitdem ist endgültig schluß,tut sie mir weh ist das eine sache aber nicht meinem Kind! Denk dran du hast eine eigene Familie die bringt manchmal mehr als die eigene Mutter!!

LG Bea

Beitrag von austen 04.04.06 - 09:44 Uhr

hallo,

ich dachte immer, ich bin die einzige "rabentochter". ich habe mich vor 2 jahren, von meiner mutter getrennt und lebe mittlerweile besser als vorher.

ich glaube, man muß sich als erwachsenes kind von seinen eltern nicht alles gefallen lassen. bei uns war es so ähnlich wie bei meinen vorrednern.

aber ich bin froh nicht die einzige zu sein.


lg

susann

Beitrag von carestin 09.04.06 - 10:11 Uhr

Hallo Helga,

mag Dich auch erst mal drücken #liebdrueck !

Genau Dein Thema ist meines und ich dachte, ich sei allein damit aber es beruhigt mich nun ungemein, dass viele Erwachsene sich damit auseinandersetzen müssen.

Auch ich habe vor 1/12 Jahren von meiner Mutter losgesagt und bin daraufhin in eine Gruppentherapie gegangen um mein Gefühl dazu besser ordnen zu können.

Seit drei Monaten habe ich wieder Kontakt zu meiner Mutter und ich werde den Kontakt bald wieder abbrechen.

Zum Verständnis dieser Misere habe ich viel gelernt :

#aha z.B. haben wir eine Generation von Müttern, die selbst nicht geliebt wurde und die es schwer hat ihre Kinder aufrichtig lieben zu können und ihnen Anerkennung zu schenken.

#aha z.B. haben diese Mütter ihre eigenen Probleme und sind nicht in der Lage "sich damit auf den Weg zu machen" und die Probleme konstruktiv zu bearbeiten, so, wie wir es zumindest versuchen.
Dadurch können wir auch bis zum St. Nimmeleinstag warten, bis sie sich uns gegenüber anders verhalten!
Sie sind so und wir können sie nicht ändern.

#aha z.B. führen wir als Kinder häufig ein ähnliches Leben in Beziehungen, so, wie unsere Mutter oder unser Vater, um dadurch die Anerkennung und Liebe durch das "ähnlich sein" im Ansatz fühlen zu können. Aber damit sind wir so gefangen und unfrei, wie wir es nur sein können. Sich das bewusst zu machen ist die Loslösung. und und und

#herzlich Helga, was ich Dir mitgeben mag ist, dass Du nicht alleine bist, dass Du auf dem richtigen Weg bist ( Du hast es an Deinem Gefühl ja schon gemerkt) und dass Du das Recht hast, Dich loszulösen!

Liebe Grüße aus Brühl
sendet Dir Care#stern

Ps: Kannst Dich gerne über die Visitenkarte melden! Freu mich!