Kann man einen Makler "absägen"?

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von souldream81 31.03.06 - 21:39 Uhr

Hi Ihr :-)

Da wir eine größere Wohnung brauchen haben wir uns dazu entschlossen, unsere derzeitige Wohnung über einen Makler zu verkaufen.

Nur waren wir leider so blauäugig und haben uns gleich 6 Monate an 1 Makler gebunden (durch unsere Unwissenheit).

Das einzige was der Mann seit Januar macht, ist in unserem Wochenblatt zu inserieren und im Immoscout.

Bisher war die ANziege im Wochenblatt immer drinne bis auf die aktuelle Woche. Da war auf einmal nix mehr drinne.
Was den Immoscout angeht ist auch alles schön und gut aber nachdem wir besprochen haten den Kaufpreis zu senken hat es erst mal ne Woche gedauert, bis er mal dran gedacht hat den Preis zu aktualisieren (wo wir doch eh unter Zeitdruck sind).
Er hat bis jetzt keinen einzigen Interessenten angebracht (wo doch angeblich anfangs soviele Interessenten vorhanden waren) und er hält es nicht mal für nötig in andren Tageszeitungen im Umkreis oder z.B. der hier aktuellen Sperrmüll-Zeitung zu inserieren.

Nun würden wir den Makler gern absägen weil wir gar nicht mehr mit ihm zufrieden sind wie er mit der Sache umgeht und
2. weil wir nun versuchen müssen die Wohnung zu vermieten um später vielleicht irgendwann mal zu verkaufen.... Aber zum vermieten wollen wir natürlich keinen Makler...

Hat da wer ne Ahnung was sich da machen lässt? Kennst sich jemand mit der Materie aus??

LG, Melanie

Beitrag von wasteline 31.03.06 - 22:08 Uhr

Vertrag ist Vertrag.
Wenn er Euch aus Kulanz aus dem Vertrag entläßt, dann wird er Euch seine bisherigen Anzeigenkosten in Rechnung stellen.

Vermieten der Wohnung, um dann später zu verkaufen, ist eine denkbare Schlechte Idee, da sich vermietete Wohnungen noch schlechter verkaufen lassen.

Und Immoscout ist so schlecht nicht. Ich kenne Eure Wohnung nicht, aber vielleicht ist sie kein gesuchtes Objekt.

Vor einigen Jahren ließen sich Wohnungen innerhalb weniger Wochen verkaufen, heute tut sich der Immobilienmarkt schwer und je nach Objekt kann es auch mal ein halbes Jahr dauern, bis eine Immobilie verkauft ist.

Beitrag von .coco. 01.04.06 - 13:32 Uhr

Hallo,
erkundige dich doch einfach mal bei einem anderen Maklerbüro! Die können dir doch sicher sagen, was man machen könnte. Außerdem ist es möglich, dass mehrere Makler eine Immobilien anbieten. Das machen die zwar nicht gerne, weil sie dann die Provision teilen müssen, aber es geht auf jeden Fall.
Übrigens hab ich mal gehört, dass auch der Makler eine bestimmte Anzahl von Interessenten/Wohnungsbesichtigungen aufweisen muß, um den Vertrag zu erfüllen, ansonten ist der Vertrag sowieso hinfällig, wenn er seinen Teil nicht erfüllt.
Viel Glück noch! coco

Beitrag von wasteline 01.04.06 - 19:31 Uhr

Vorsicht! Wenn Du einen Makler-Allein-Auftrag unterschrieben hast, dann schließt dieser aus, dass Du einen weiteren Makler während der Vertragslaufzeit beauftragen kannst.

Beitrag von benedikte 02.04.06 - 03:32 Uhr

Kommt wirklich auf den Vertrag an. Im Regelfall schliesst man einen Alleinvertrag mit einem Makler ab, dann darf man keinen weiteren Makler beauftragen.

Wie lange dauert denn euer vertrag? Kann verstehen, dass Ihr Euch aergert, wenn Ihr schnell verkaufen wollt und der nur Wochenblatt udn Immoscout mit anzeigen versieht.

Benedikte

Beitrag von karinbrigitta 02.04.06 - 19:16 Uhr

Hallo Melanie,

wir sind gerade auf ETW-Suche, allerdings nicht bei euch in der Region, sonst würden wir mal gucken kommen#;-)

Ich weiß zwar nicht, wie ihr aus dem Vertrag rauskommt, aber ich sag dir nur eins: Makler sind alle Verbrecher!! Echt, was da für Typen rumlaufen... Schlimm!! Ich würde an Eurer Stelle versuchen, die Wohnung selbst zu verkaufen. Das kommt Euch günstiger und den Käufer ebenfalls. Denn im Grunde hat der Makler ja kein großes Interesse, für euch ein gutes Geschäft abzuschließen, lieber lässt er megamäßig mit sich handeln. So etwas hätte ich persönlich lieber selbst in der Hand. Außerdem tun die alle so gut wie nichts. Frage mich echt, womit die eigentlich so viel Kohle verdienen!!

Ehrlich gesagt, wenn der Mensch nicht einen einzigen Interessenten angebracht hat bisher, ist die Frage, ob ihr nicht doch aus dem Vertrag rauskönnt, weil er nicht die versprochene Leistung erbringt. Da würde ich mich aber lieber bei der Verbraucherzentrale oder so erkundigen.

Viel #klee

Karin

Beitrag von wasteline 02.04.06 - 21:59 Uhr

Vorurteile hast Du keine?
Natürlich gibt es auch unter den Maklern schwarze Schafe. Deshalb sind aber nicht alle Makler Verbrecher.

Ein Makler kann ja gerne "megamäßig" mit sich handeln lassen, es kommt aber letztlich darauf an, ob der Verkäufer den Kaufpreis akzeptiert. Wenn nicht, dann wird eben die Immobilie zu dem "megamäßig" günstigen Preis nicht verkauft.

Nicht jeder Verkäufer hat Ahnung davon, was bei einem Verkauf alles wichtig ist. So kann dann auch mal eine Verkaufsabwicklung voll in die Hose gehen. Und dann ist das Geschrei wieder groß.

Wer sich halbsweg mit der Beauftragung eines Makler absichern will, der sollte sich an einen RDM-Makler wenden. Zur Not kann man sich dann beim Verband beschweren.

Also, immer schon locker bleiben und nicht einen ganzen Berufsstand madig reden.

Beitrag von nobility 03.04.06 - 19:21 Uhr

Hallo,

was heißt hier Vertrag ist Vertrag.

Verträge können ignoriert, gebrochen, aufgelöst, und gekündigt werden.

Es kommt im wesentlichen auf den Vertragsinhalt und auf die Vertragseinhaltung an.

Ein Vertrag besteht u.a. aus Rechte und Pflichten. Wer die Pflichten nicht erfüllt, gibt dem anderen das Recht zu kündigen.

Im Klartext;

Sind in einem Vertrag Erfüllungspflichten vereinbart wie z.B. eine Wohnung zu verkaufen, so hat der Makler die Pflicht alles zu tun, um einen Verkauf zu beschleunigen und nicht allein durch Zeitungsanzeigen zu beschränken
und so den Verkauf zu verlangsamen und seine Provisionen zu verlängern. Für Zeitungsanzeigen braucht man schließlich keinen Makler, dass kann man selber tun.

Wer derartig lamarschig arbeitet verdient eine Abreibung.

Ich würde den Makler anschreiben und diesen zur beschleunigten Verkaufstätigkeit auffordern und erklären warum und wieso er bisher deine Wohnung noch nicht nach einem für dich akzeptierbaren oder vereinbarten Preis verkauft hat. Hierfür würde ich ihm eine Frist setzen.

Verstreicht diese Frist ohne Befriedigung würde ich mit dem nächsten Schreiben eine letzte Nachfrist einräumen und ihm gleichzeitig mitteilen, daß dann ohne weiteres zusätzliches Anschreiben die außerordentliche Vertragskündigung folgt.

Mach dem Kerl doch mal Beine. Du wirst sehen wie das funktioniert. Bedenke aber, du mußt zuerst diese Aktenlage sprich Voraussetzungen vorbereiten bzw. schaffen.

Ein Arbeitgeber mach das mit seinem Angestellten auch so. Ermahnung, Abmahnung, Kündigung.

Viel Glück!

mfg
Nobility