Verschiedene Erziehungsstile - Meinungsfrage

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um euer Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von maprans 01.09.06 - 13:14 Uhr

Mein Mann und ich haben etwas unterschiedliche Ansichten was die Erziehung unseres Sohnes betrifft. Er ist jetzt 15 Monate alt. Mein Mann würde strenger mit ihm umgehen, als ich es tue. Beispiel: Unser Sohn greift immer mal wieder gerne in die Box. Natürlich darf er das nicht, was wir ihm auch schon oft genug gesagt haben. Tut er es trotzdem, schimpfe ich mit ihm und sperre ihn in sein Zimmer. Nach ca. 1 Minute lasse ich ihn wieder hinaus und erkläre ihm noch mal ausdrücklich, dass er die Box nicht anfassen darf. Mein Mann würde ihn länger im Zimmer einsperren (bis er nicht mehr heult). Auch wenn der Sohn mit Spielsachen schmeißt, würde mein Mann ihn mit Zimmereinsperren strafen wollen, während ich nur mahnend mit ihm rede.
Kurz: mein Mann würde also etwas härtere Erziehungsmaßnahmen anwenden. Da ich aber diejenige bin, die den ganzen Tag mit dem Sohn zusammen ist und er ihn unter der Woche nur wenig sieht, lässt er meine Erziehungsart „durchgehen“, obwohl er eigentlich meint, man müsste es anders machen.
Eigentlich müsste ich ja nun mit der Situation zufrieden sein, immerhin lässt er mich meinen Erziehungsstil machen. Aber ich finde es irgendwie unbefriedigend.
Auf Empfehlungen von Erziehungsratgebern usw. gibt mein Mann überhaupt nichts. Damit kann ich ihn nicht überzeugen. Er hört auf seinen Bauch, das hätten unsere Eltern schließlich auch getan.

Gibt es jemanden, der eine ähnliche Situation hat? Was meint Ihr zu der Sache? Wer Lust hat, kann mir ja mal seine Meinung mitteilen.

Gruß
maprans

P.S. Ich bitte um Nachsicht, falls ähnliche Postings schon öfter erschienen. Ich habe nicht die Zeit, hier täglich mitzulesen.

Beitrag von nicky0176 01.09.06 - 13:25 Uhr

"Tut er es trotzdem, schimpfe ich mit ihm und sperre ihn in sein Zimmer."

Hallo maprans,

ich finde auch deine "Methode" ziemlich hart für einen 15 Monate alten Jungen. Mein Sohn ist jetzt 20 Monate alt und testet natürlich auch wie weit er gehen kann.
Wenn er etwas "verbotenes" immer wieder tut nehme ich ihn (oder am besten den Gegenstand) weg und erkläre ihm die Sache nochmal. Den darauf folgenden Trotzanfall kann ich nicht verhindern. Aber ich lasse ihn in dieser Situation nicht alleine!
Wenn alles vorbei ist tröste ich ihn nochmal, bleibe aber auch hart wenn er Dinge anfasst die er nicht soll.
Nach und nach versteht er immer besser dass er manche Sachen nicht machen darf.
Darf ich noch fragen um welche "Box" es geht? Vielleicht verstehe ich ja dein Problem dann besser.

Viele Grüße
Nicole und Tim (der jetzt endlich schläft und von seinem Megatrotzanfall heute morgen ganz schön erschöpft sein muss)

Beitrag von madjulie 01.09.06 - 13:25 Uhr

Ich finde auch, man darf Kinder nicht zu weich erziehen. Zu hart allerdings auch nicht.

Kurze Story: Bin von meinem Ehemann getrennt lebend, er hat sich Null für unsere Tochter interessiert und ihm war gänzlich egal, was mit ihr passiert (jetzt auch noch).

Besser einen Vater, der etwas strenger ist, als ein Vater, der sich gar nicht kümmert. Ist meine Meinung dazu. ;-)
Von einem total desinteressierten Vater haben Kinder noch weniger.

Julie

Beitrag von deoris 01.09.06 - 13:25 Uhr

Also mal ganz ehrlich ,du sperrst dein Kind ,der gerade mal 15 Monate alt ist im Zimmer ein?????#schock:-[.Mein Sohn ist 2,5 Jahre und mir ist noch nie die Idee gekommen sowas zu machen,egal was er getan hat.Es ist eine unmögliche Methode ein Kind zu bestrafen und ich weiß auch gar nichts was ihr damit erreichen wollt!!???? Wenn du ,wie du sagst erziehungsratgeber liest ,dann frage ich mich wo du sowas gelesen hast????
Bestrafen bringt nichts ,in diesem Alter sollte man mehr Geduld haben und dem Kind immer wieder erklären ,dass es es nicht darf .Einsperren ,Halloo?????? Geht es noch?????:-[

Beitrag von zicke250975 01.09.06 - 13:26 Uhr

Hallo Maprans,


ich finde es für einen 15 Monaten altes Kleinkind, unverantwortlich es in sein Zimmer zu sperren, egal ob 1 min. oder länger.
In dem Alter verstehen die Mäuse doch die Verbote noch nicht wirklich !
Hier hilft nur ablenken oder die Verbotenen Dinge aus der Sichtweite zu räumen, bis die Kleinen alt genug sind um zu verstehen.( ab ca. 2-2,5 Jahren)
Ich weiß das das sehr stressig sein kann, aber da müssen alle Eltern durch !

Alles Gute für Euch drei

Zicke

Beitrag von kathie78 01.09.06 - 13:29 Uhr

Hallo Maprans,

also ich finde dein Erziehungstil reicht für das Alter voll und ganz aus. Eher finde ich das das ins Zimmer "sperren" als Maßnahme verfrüht ist. Euer Süßer kann es von seiner geistigen Entwicklung noch gar nicht verstehen, dass sein Verhalten solche Folgen hat. Natürlich muss man ihm sagen, dass er bestimmte Dinge nicht darf und ihn da weg holen. Bei Schubladen etc. ja schon zu seinem eigenen Schutz, aber bis er wirklich begreift wird es noch eine Weile dauern und ich denke, dass man mit ins Zimmer schicken erst nach dem 2. Geburtstag anfangen kann.

Aber du kennst dein Kind besser und kannst einschätzen, was es versteht und was nicht. Mal davon abgesehen, dass das Kinderzimmer ja auch ein Raum sein sollte in dem man gerne ist und nicht als Strafe hingeschickt wird. Statt ihn dort "einzusperren" solltest du ihm dort vielleicht die tollen Spielzeuge zeigen, die für ihn besser sind als Boxen.

Liebe Grüße

Katja

Beitrag von mamma0203 01.09.06 - 13:41 Uhr

HAllo du,


dein Kind ist 15 monate und du sperrst es "zur Strafe" kurz ins zimmer? Und sagst dann auch noch, dass dein mann dein kind länger ins zimmer sperren würde?????????????????????????


Also ich halte das für echt echt schlimm was du da machst - von deinem mann mal ganz zu schweigen!!
wie kann man denn ein SO KLEINES KIND A L L E I N E in ein zimmer sperren???? SO EIN SCHWACHSINN!

Also erstens kann man ein kind schon mal sich in einem zimmer austoben lassen, aber WENN ES ÄLTER IST, und DIE TÜR AUFLASSEN!!!!

Und mit ERZIEHUNGSSTIL hat das schon GAR nichts zu tun.

in diesem sinne: mir tut dein kind leid
mamma

Beitrag von krisi79 01.09.06 - 13:44 Uhr

Hallo Maprans,

oh ja das Problem kenne ich zu gut. Bei uns bin ich eher die strengere, weil Finn mir dann auf der Nase herum tanzt und nicht seinem Papa.

muss aber auch sagen, das ich noch nicht auf den Klops gekommen bin, Finn einzusperren. Nicht böse gemeint, aber dafür ist er echt zu jung. Er will dich testen und das bis zum umfallen.

Wir haben das Problem mit dem schlafen, Finn ist stehen k.o. und will trotzdem seinen Kopf durchsetzen und wach bleiben und spielen. Meine erfahrung ist, das wenn ich auch nur einmal nachgebe, ich die nächten Tage nur noch Probleme mit ihm habe, denn es hat ja mal geklappt und dann muss ich nur lang genug streß machen. Mittlerweile knatscht er 5 Minuten rum und schmeißt sich dann auf seine Anna (seine Puppe) und schläft dann.

Bin hier deswegen schon oft genug gesteinigt worden ;-)

Vielleicht solltest du mit deinem MAnn mal reden, das es von einem 15 Monate alten Kind einfach viel zu viel verlangt ist, alleine in seinem Zimmer zu sitzen. Er kann den Zusammenhang von "Tat" und Bestrafung" noch gar nicht verstehen.

Wenn Finn was angestellt hat (er is ein kleiner "Hans-DAmpf"), dann sezte ich mich mit ihm auseinander und wenn er seinen Bock bekommt, lasse ich ihn ausbocken. Bis jetzt läuft es so sehr gut. Mein PArtner sieht eher über vieles hinweg und findet es auch noch lustig, wenn Finn mit dem Kochlöffel auf uns los geht #kratz

Während ich da sofort einen Riegel vorschiebe und dann bin ich immer die Blöde, was wirlklich nervig ist und mich auch verletzt.

ABer es sind zum Glück nur Kleinigkeiten und damit können wir umgehen. Ausserdem wissen die Kleinen schon recht gut, bei wem sie was dürfen ;-)

So nun lass dich nicht zu sehr runter machen

Schönen TAg
Krisi + Finn (25.05.05)

Beitrag von kiki290976 01.09.06 - 14:01 Uhr

Hallo maprans,

willkommen bei Urbia, der Umgangston ist hier manchmal ein wenig "strenger" ;-)

Ich glaube, Männer haben immer eine andere Meinung zur Erziehung. Sie bekommen weniger von den Kindern mit, von daher sind sie aber meistens eher lockerer und haben mehr Geduld - so habe ich die Erfahrung gemacht.

Nun mal zu Euren "Methoden". Ganz ehrlich finde ich es auch nicht gut, dass Du Euren Sohn ins Zimmer sperrst, dafür ist er echt zu klein. Ich habe 2 Kinder, Mika (2 3/4) und Colin (16,5 Mo) und beide habe ich in dem Alter nicht ins Zimmer gesperrt.

Colin fängt jetzt auch langsam an, alles auszutesten, wenn ich ihm sage, dass er nicht an meinen Schrank gehen darf, guckt er mich an und macht es nochmal, um zu sehen, was dann passiert. Sage ich nochmal nein und zeige ihm, wo "sein" Schrank ist, kann es passieren, dass er mich kurz haut. Ich erkläre ihm das in einem festen Tonfall und setze ihn dann vom Schrank weg, sage ihm, dass er nicht hauen darf, sondern dass Ei-Machen viel besser ist, woraufhin ich begeistert ein paar Streichler bekomme.

Sicher, manchmal trotzt er dann auch wenn ich ihn aus der Situation oder von einem Gegenstand weg hole und schreit. Dann lasse ich ihn kurz in Ruhe (bin aber in Sichtweite) und wenn er sich beruhigt hat, tröste ich ihn und erkläre nochmal, wieso ich so gehandelt habe.

Natürlich muss man gerade in diesem Alter diese Vorgänge x Mal wiederholen, die Kinder brauchen halt ihre Zeit, um das auch wirklich zu verstehen.

Mit Mika damals hab ich es genauso gemacht und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht, obwohl er damals ein absoluter Trotzkopf war, Colin ist da absolut harmlos gegen.

Versuche einfach mal, nicht soo hart zu Deinem Sohn zu sein. Bedenke, wei klein er noch ist, er kann sich Verbote und Regeln einfach noch nicht merken.

Grüße

Kerstin mit Mika und Colin

Beitrag von debuggingsklavin 01.09.06 - 14:07 Uhr

Also ich finde eurer beider Stile nicht okay.
Ich würde mein 15 Monate altes Kind nicht allein in seinem Zimmer einsperren. Das rafft er doch noch gar nicht.

Wenn Johanna irgendwo nicht dran darf, dann gehen wir entweder aus dem Zimmer oder ich stelle es hoch.
Außerdem ist es eben so, dass man in DEM Alter wie ne kaputte Schallplatte klingt und alles 120 Mal wiederholen muss.

Und diese Sprüche, dass einem der Erziehungsstil der Eltern nicht geschadet hat, kann ich nicht mehr hören. Natürlich hat es geschadet, sonst würde man nicht dieselben Fehler machen.

Ich für meinen Teil werde es NICHT so machen, dass ich Johanna einsperre, wenn sie was falsch macht, ich werde ihr lieber versuchen zu erklären, was nicht richtig gelaufen ist und wenn sie es nicht verstehen kann oder will, dann nehm ich den Gegenstand weg.

Beitrag von ayshe 01.09.06 - 23:47 Uhr

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Beispiel: Unser Sohn greift immer mal wieder gerne in die Box. Natürlich darf er das nicht, was wir ihm auch schon oft genug gesagt haben. Tut er es trotzdem, schimpfe ich mit ihm und sperre ihn in sein Zimmer. Nach ca. 1 Minute lasse ich ihn wieder hinaus und erkläre ihm noch mal ausdrücklich, dass er die Box nicht anfassen darf. Mein Mann würde ihn länger im Zimmer einsperren (bis er nicht mehr heult).
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ich habe zwar keine ahnung, was für eine "box", aber ich finde euch beide echt hammerhart - er ist 15 monate!!!!
und dann "bestraft" ihr ihn mit wegsperren????
ist ja echt übel #heul


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Kurz: mein Mann würde also etwas härtere Erziehungsmaßnahmen anwenden. Da ich aber diejenige bin, die den ganzen Tag mit dem Sohn zusammen ist und er ihn unter der Woche nur wenig sieht, lässt er meine Erziehungsart „durchgehen“, obwohl er eigentlich meint, man müsste es anders machen.
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das nennt man "das geringere übel" :-(

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Er hört auf seinen Bauch, das hätten unsere Eltern schließlich auch getan.
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wie die eltern, so das kind.
das tut mir echt leid für deinen mann und dein kind.
viele, die so schrecklich erzogen wurden, geben es weiter.


ich fürchte, du wirst deinen mann nicht ändern können - oder?
wenn er sich nichtmal über die folgen solcher erziehung informieren will,
sich nicht in sein kind hineinversetzen will u.ä. sehe cih da leider echt keine chance.


lg
ayshe

Beitrag von probabys 03.09.06 - 15:51 Uhr

Sachen an die meine Tochter nicht dran darf räume ich weg. Sie ist 13 Monate. Was soll ich ihren Forscherdrang bremsen und den ganzen Tag rumschimpfen? Das hält doch niemand aus. Bekommt man bestimmt Falten oder Magengeschwüre von. gins. Und das Kind kann nichts für sein Naturell. Es muss schliesslich lernen.
Wenn sie an verbotene Dinge geht, die noch rumstehen weil ich zu faul war einen anderen Platz dafür zu suchen sage ich schon das sie das lassen soll. Allerdings mit bestimmter Stimme und recht leise. Ich schaue sie dabei an ohne hinzurennen. Sie grinst dann frech versteht aber genau, das der Spass vorbei ist. Sie muss dann natürlich nochmal probieren um sich keine Blösse zu geben, grins, aber da ich dann nicht hinrenne sondern sie ignoriere lässt sie es dann bleiben und sucht sich etwas anderes zum entdecken.
Vernunft kann man in dem Alter bestimmt noch nicht erwarten und ich glaube auch das hier viele Mütter sich viel zu verpflichtet fühlen bei den Kleinen schon Erziehungsmassnahmen anzuwenden wo etwas mehr Gelassenheit viel mehr bringen würde.