Wegen Ärger mit ehemaligem Arbeitgeber keine neue Jobaussichten?(lang)

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von suessenike 01.09.06 - 18:02 Uhr

Hallo

Ich stehe vor einem mir unlösbarem Problem.Ich erzähl mal meine Geschichte, damit ihr wißt worum es geht.

Also....ich bin gelernte Arzthelferin und habe bei meinem letzten Arbeitgeber, einem Urologen in Porz-Urbach insgesamt 3 Jahre gearbeitet. Ich war damals Langzeitarbeitslos nch der Ausbildung und habe vom AA diese Stelle zugeschickt bekommen und mußte mich ja bewerben. Hab ich natürlich auch....bin dann mit komplett neuem Personal eingestellt worden...was ziemlich komisch war...mein der Arzt mir anfangs echt nett rüber kam. Nagut..die zwei Damen die mit mir eingestellt worden sind ....haben nach 2Wochen beide wieder gekündigt und ich stand alleine da. Und das ging Wochen so weiter.... dann würde mal wieder eine eingestellt , die dann nie länger als ein halbes Jahr geblieben ist. Entweder würde sie gekündigt oder sie haben selber das Handtuch geschmissen. Ich habe damals Teilzeit gearbeitet, weil ich noch einen Abschluß an der VHS nachgeholt habe um später eine weitere Ausbildung zu machen. DAnn wurde ich 2 Monate vor Ausbildungsbeginn (hatte ne Zusage) gekündigt....natürlich mit Aufhebungsvertrag..... habe den dummerweise unterschrieben...wußte nicht was das für Nachteile für mich hat. Also war ich wieder arbeitslos....habe vom AA eine Sperrzeit bekommen.....Super..der Arzt aus fein aus dem Schneider.....! Hab natürlich kein Geld bekommen und mein Vermieter stand schon fast mit der Kündigung vor der Türe!
2Monate später bekam ich dann einen Anruf von der Lebensgefährtin des Arzt, mit der Nachfrage, ob den bereits schon wieder in Arbeit bin....Da habe ich ihr natürlich von meinen Problemen die ich mit AA , meinem Vermieter haben aufgrund dieses Aufhebungsvertrages....und Sie unterbreitete mir so ganz nebenbei das sie mal wieder kein Personal haben und machte mir das Angebot, Sie wolle mir wegen des Widerspruchschreibens fürs AA helfen, damit ich Geld bekomme. Sie machte auch ds Angebot mich als Vollzeitkraft wieder einzustellen und wollten mich zur Praxismanagerin hocharbeiten... mit einem Nachteil, ich sollte die Fortbildung selber zahlen(3000 Euro) und die Veranstaltung findet am Wochenende in Kiel statt.
Obwohl ich eigentlich mir gesagt hatte, da arbeitest du niewieder, habe ich aufgrund meiner finanziellen probleme das Angebot angenommen und meine ausbildung sausen lassen. Was natürlich doof war.
Es verging kein halbes Jahr und der STreß ging wieder von vorne los.... ständig alleine gearbeitet wg personalmangel... STreß ohne Ende...ich sollte alles auf einmal machen... Überstunden waren standard in der woche...ohne bezahlung und ohne ein dankeschön natürlich....meine beziehung fing dadurch an zu kriseln!!! DAnn kam der Sohn als Verstärkung für 1 Jahr in die praxis..... der mir die arbeit vor der nase weg riss....und ich mir anhören konnte ich würde nicht arbeiten. Dann bekam man vom AG durch die Blumen vermittelt, das man ja ne dumme Kuh ist und nix in der Birne hat.... das "Mobbing" fing an... plöttzlich wurde ich für Dinge beschuldigt die ich nicht gewesen war...habe natürlich auch eine Fehler gemacht, zu denen ich immer aufrichtig stand. Man wurde vor Patienten zur Sau gemacht, das bei mir die Tränen flossen. Schließlich hatte ich mich mit den Sohn der Lebensgefährtin gezofft. Ich war sauer, das er imer bevor mundet wurde, bekam immer Sondergenehmigungen, machte ja alles fabelhaft richtig... aber was tat den der den ganzen tag.... der war nur mit freunden oder Kunden am telefonieren(er hatte sich nebenbei mit autohandel u tuning selbstständig gemacht) oder saß vorm internet, angeblich zum lernen seiner arzthelferprüfung, wobei er teilweise nur bei ebay autoteile ersteigerte...... ich hatte natürlich die arbeit am hals.... prüfung hatte er dann bestanden und saß weiter vor internet während der sprechstunde... hab mich dann bei der lebensgefährtin und dem Arzt über ihn beschwert und habe auch ihm gesagt, das er mir helfen solle..... was er natürlich nicht tat und dann gings richtig zur sache(er hatte geburtstag)... der sohn drohte mir er wolle mir das leben zur hölle machen und er wolle dafür sorgen das ich raussfliege..... worauf ich antwortete, das er dazu keine Befügnis und macht habe. ich war so aufgebracht, das ich mit einem bekannten der an dem tag zur behandlung da war, darüber sprach. einen tag später ist er dann, weil er sauer war zum arzt gegangen und hat gepetzt....schließlich würde ich ende der woche darauf angesprochen, ich hätte praxisinterne Dinge ausgesprochen...
zu beginn der neuen woche würde ich zum arzt gebeten... ich bekam 3 Abmahnungen auf einmal.... für dinge...da kann man nur darüber lachen. vor allem 1 war unterschrieben...die anderen nicht.... und nur 1 wurde am austtelungsdatum ausgehändigt...die anderen waren vom vorjahr. 2 tage später würde ich wieder zum arzt gebeten... und ich bekam die kündigung.... und am gleichen tag noch meine nachfolgerin vor die nase gesetzt. ich war so deprimiert und zum anderen auch froh endlich da raus zu sein... dann musste ich eigentlich innerhalb der nächsten 3 tage zum AA..aber keine möglichkeit....ich sollte die einarbeiten, überstunden schieben.....und der sohnmann erschien nicht mehr...
na schließlisch habe ich auf grund der abmahnungen, der kündigung und das ich verspätet mich arbeitlos gemeldet habe, eine 3monatige sperrzeit bekommen.....also kein geld... hab widerspruch eingelegt. wurde aber abgelehnt.der arzt war zum zweiten mal wieder fein aus dem schneider, da er die kündigung so formuliert hat, das es auf den ersten blick so aussieht das er kündigt und auf dem zweiten und entscheidenen blick so, das ich gekündigt habe. mein letztes gehalt kam 5 tage zu spät
hab mich natürlich vom Rechtsanwalt dann beraten lassen, weil ich Arbeitsgericht gehen wollte. DER aht mir aber davon abgeraten, weil ich sonst den kosten sitzen gelieben wäre, was ich nicht wollte. daher bin ich nicht zum Arbeitsgericht gegangen , was schön dumm von mir war.
Jetzt stehe ich nämlcih wieder vor dem Problem, das ich noch Sperrzeit vom ALg1 habe und der jetzige Widerspruch vom Alg2 angeblich immer noch bearbeitet wird. DEr antrag auf ALG2 wurde erst abgelehnt und auf nachfragen beim AA steht mir ne grundsicherung zu. Mein vermieter wartet auf miete. Hab keine lust auf probleme.

Ein weiteres Problem ist, das ich ein schlechtes Zeugnis bekommen habe,was auch wieder so raffiniert formuliert worden ist und jetzt echt probleme habe einen neuen job zu bekommen? Der Arzt hat mich da jetzt als den letzten Dreck hingestellt.

Kann mir jemand helfen oder sagen was man da unternehmen
soll? Hab leider kein geld für Rechtsanwalt! Hab ich noch ne Chance auf nen neuen Job? Bekomme nur Absagen.

LG Nicole

Beitrag von luise.kenning 01.09.06 - 18:23 Uhr

hallo nicole,

1. ab zur arge/jobcenter, kontoauszug mitnehmen ud klären, ob du einen vorschuss erhalten kannst

2. du hast anspruch auf ein wohlwollendes (!) arbeitszeugnis.
3. ra kostet in deinem falle wohl nix, geh zum amtsgericht und hol dir nen beratungshilfeschein, dann ist die beratung beim RA nicht kostenpflichtig. er darf nur ne aufwandsentschädigung in Höhe von 10 € verlangen. aber sogar das lehnen viele ab.
4. bitte den vermieter um etwas geduld, viele haben mehr verständnis als man annimmt, wenn man nur das Gespräch sucht.


LG

Luise

Beitrag von sonntagsmalerin 01.09.06 - 19:50 Uhr

Hallo!

Mann du Arme, du hast ja echt einiges durchmachen müssen! Meine Anerkennung für deine Geduld!
Du hast auf jeden Fall Recht auf ein wohlwollendes Zeugnis, da würde ich drauf bestehen, ggf. über Anwalt, damit nichts blöd formuliert wird (hast du eine Rechtschutzversicherung für Arbeitsrecht??).

Ansonsten ein einfaches Zeugnis ausstellen lassen, bitte doch deinen alten AG drum (also ohne Wertung, nur mit den Fakten, von wann bis wann du da als was gearbeitet hast). Du kannst ja eine Vorlage machen und er muss nur noch unterschreiben. Damit kannst du dich besser bewerben als mit nem schlechten Zeugnis..

Du findest bestimmt trotzdem einen Job, du hast ja schließlich die Ausbildung und jetzt auch die Fortbildung gemacht, oder? Ich glaube das Problem ist nur, dass man in deiner Situation wahrscheinlich ziemlich wenig Selbstvertrauen hat und nicht mehr an sich glaubt, oder? Aber du hast dir nichts vorzuwerfen, du hast immer wieder das Gespräch gesucht und dich bemüht!!
Schreib doch vielleicht eine schöne Kurzbewerbung und such dir Arztpraxen in deinem Gebiet raus, gehe persönlich vorbei und gib sie dort ab. Das macht einen motivierten und selbständigen Eindruck, Initiativbewerbungen sind immer gerne gesehen. Wenn du willst, kann ich dir eine Vorlage für einen Bewerbungsflyer mailen, den müsstest du halt noch auf dich etwas umschreiben.. Damit hab ich 4 Vorstellungsgespräche und dann 2 Jobangebote bekommen :-) und du schaffst das auch!! (mail mich einfach an falls ich dir das schicken soll).
Glaub an dich, du bist sicher gut in deinem Job und wirst ganz bestimmt einen netten Betrieb finden! Schlimmer kann es ja sicher nicht mehr werden, nur besser, oder?

Deinem Vermieter würde ich die Situation schildern und um NAchsicht für die verspätete Überweisung bitten. Oder kann dir vielleicht deine Mutter oder eine Bekannte vorübergehend aushelfen? Zu bekommst das Geld ja auf jeden Fall von der ARGE, oder? Notfalls Dispo ausweiten und die Miete kurzfristig davon zahlen.

Drück dir ganz fest die Daumen dass alles klappt!!!

Lg
Clarissa

Beitrag von lilu2005 01.09.06 - 20:34 Uhr

Hallo Nicole!!!

Ich kann mich gut in Dich reinversetzen!
Ich bin auch Arzthelferin und bin zuletzt durch die Hölle gegangen. Ich war bei einem Gyn und der hat mich, als ich ihm sagte, das ich schwanger bin aufgrund der SS entlassen wollen. Das war ganz schlimm und er wurde sehr fies... kam zu mir nach hause, meinte ich hätte Drogen genommen, drohte (solle gut auf mich aufpassen) usw.
Ich weiß wie es oft (nicht in allen Praxen aber leider oft) ist - Du bist als Arzthelferin der Arsch hast kaum Rechte und wirst irgendwann abserviert.
Bitte melde Dich doch bei mir über meine VK ich möchte jetzt hier nicht alles so niederschreiben was bei mir war.
Nur soviel - ich hatte auch keine Rechtschutzversicherung und habe mir trotzdem für den Weg zum Arbeitsgericht und zur Unterstützung einen Anwalt genommen.
Ich habe aufgrund der Sachlage Beikostenhilfe bekommen in voller Höhe vom Staat d.h. die Anwaltskosten (400 Euro) wurden komplett übernommen da ich ja nix dazu konnte. Und das wurde genehmigt obwohl ich verheiratet bin und mein Mann arbeitet.
Melde Dich bei mir dann können wir darüber quatschen.
Und keine Angst es sieht immer alles schlimmer aus als es ist. Es findet sich für alles eine Lösung.

LG
Lilu


PS: HAbe auch das Gefühl nie mehr in dem Beruf arbeiten zu können wegen der Geschichte

PPS: Will aber in DIESEM BERUF auch nicht unbedingt mehr arbeiten zumindest nicht in einer KZ-Praxis.