Wer wurde in seinem Leben in der Arbeit gemobbt?

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Beitrag von marmelade_82 02.09.06 - 00:06 Uhr

Ich weiß nicht ob ich im richtigem Forum bin aber es brennt mir an der Seele. Ich muss es loswerden....

Hier meine Geschichte:
Im Jahre 1999 fing ich meine Ausbildung zur Bürokauffrau in einem Berufsbildungswerk an. Aber leider währte meine Freude nicht lange an, da das Mobbing gleich losging. Diese Ausbilderin hat uns klar gemacht dass die keine Fehler duldet. Aber wie die es geschrien hat. Und als jemand mal nichts wusste hat sie ihn total zur Sau gemacht. Und diese Arschkollegen dachten die wären was besonderes. Pfffffffff..... Aber leider standen oder waren die anderen unter Druck und haben sich gegenseitig gemobbt. Da ích leider sehr naiv, schüchtern und in einer dämlichen und unnutzbare Beziehung hatte, war ich damals das ideale "Opfer". Die haben es soweit gebracht dass ich mich wirklich für blöd hielt. Nach einem Jahr habe ich gottseidank die Arbeit gewechselt. Es war hart.

Vor allem musste ich auch einsehen dass eine "Freundin" (hat auch den gleichen Ausbildungberuf gerlernt. Aber zu ende gemacht) mich auch so fertig gemacht hat dass ich zuletzt an ihren Rockzipfel hing. Ich hatte leider nicht den Mut gehabt mich zu wehren. In meinem Ohren klang es richtig aber mein Gefühl sagte die ist Müll. Die war auch oder ist sehr gehässig gegenüber anderen. Gottseidank habe ich keinen Kontakt mehr zu der. Warum wohl?

Ich frage mich heute noch, warum ich mich nicht gleich gewehrt habe. Hängt es damit zusammen, dass meine Eltern von anfangs an nicht psychisch unterstützten? Mir Rat gaben? Für die war und ist der Fernseher wichtiger als mein Seelenmüll. Wenn ich mit denen reden will, hören die meist mit halben Ohr zu. Ok, bei Fernseher konzentriert man eher auf das Programm. Meine Eltern haben mich nie gefragt wie es innerlich mir geht. Nie!!

Damals als ich noch in der Schule war, habe ich das gemacht was nicht sein sollte. Ich wollte mich selbst zerstören. Ich hatte auch eine Erzieherin gehabt die mich und die anderen in der Gruppe tyrannisierte. Ich kam gegen dieses Ungeheuer nicht an. Und dieses Ungeheuer wurde paar mal gewaltätig. Ich leide heute noch darunter. Nicht mehr extrem aber ich frage mich warum man nichts dagegen unternommen hat?

Nachdem ich meinen Beruf gewechselt habe haben mich die anderen spüren lassen was ich für eine Person bin. Ich konnte nicht mehr verkraften und wollte mein Leben ein Ende setzen indem ich wahllos Tabletten runterschluckte. Aber die schlugen nicht an. Ich fuhr an diesem Tag dann ins Berufsbildungswerk. Am nächsten Tag ging ich einem von dem Psychologen im Berufsbildungswerk. Er hat mir gebeten dass ich sofort ins Krankenhaus gehen soll. Bin ich auch. Als ich mich wieder erholt habe fing ich ganz normal mit meiner Ausbildung an. Aber gottseidank hat sich das Verhalten meiner Kollegen soweit gebessert dass ich gerne in die Arbeit und in die Schule ging. Ich trauerte meine Chance Bürokauffrau zu werden in keinem geringstem nach.

Heute lebe ich glücklich mit meinem zukünftigen Mann. Habe wundervolle Kollegen und mir macht das Leben Spass!

Es gibt ein Paragraf das in meinem Auge sehr wichtig ist.

Grundgesetzes in Artikel 1 der Grundrechte
DIE WÜRDE DES MENSCHEN IST UNANTASSTBAR!!!

Ob das diese Mobber verstehen?

Melli #klee

Beitrag von urmel1984 02.09.06 - 01:22 Uhr

Ich hatte auch mal eine schlimme Zeit.

Gelernt hab ich in einem Krankenhaus im Büro.

Ich hatte damals ne schwere Zeit. War mit meinem Ex Freund zusammen, der mich nicht gut behandelte und mir die Arbeit auch nicht gönnte. Er war der Meinung ich solle Kinder bekommen, Kochen und Haushalt machen und er verdient das Geld.
Klar, ich ließ mir das nicht gefallen und suchte mir über das AA eine Lehre. Das Amt sponsorte das das erste Jahr, dann wurde ich die letzten beiden Jahre vom KKH übernommen.

Der Chef war eh was Besseres und die Abteilungsleiter schon Drei Mal.

Irgendwie mussten die das mitbekommen haben, dass ich es gerade nicht so leicht habe und schon war ich assozial. Wobei meiner privater Tumult sich nie auf die Arbeit ausgewirkt hatte.

Als ich mich dann trennte und wegzog hatte ich das ja angeben müssen ( Adresswechsel usw... )

Naja...da wurde ich dann erst Recht zum Depp gemacht. Ich habe gut gearbeitet, gründlich und schnell.

Dennoch war ich immer nur der Ömmel und war froh als die Lehre vorbei war.

Heute würde ich mir das nicht mehr bieten lassen.

Denn Heute bin ich stärker und weiß was ich mir gefallen lassen will und wo Ende ist.

Denn Ende ist da, wo es anfängt unverschämt zu werden, wo sich Fremde und Arbeitskollegen in mein Privates einmischen und wo sie anfangen zu fragen. Das ist MEIN Leben. Die haben gar nicht das Recht mich zu fragen.

Gruß


Jasmin

Beitrag von ina_ragna 02.09.06 - 10:48 Uhr

Oh das hatte ich auch in meiner Lehre.
Meine "Ausbilderin" (in einer Kanzlei) hatte alle Verantwortung und Arbeit auf die Lehrlinge abgeschoben, mitunter während der Arbeitszeit geschlafen.

Wenn etwas falsch gemacht wurde, wurde man angemault und musste nacharbeiten, auch oft nach Feierabend. Fehler wurden immer auf die Lehrlinge abgeschoben und wir mussten dafür gerade stehen.

Ich habe mich dann mit einem anderen Lehrling zusammengeschlossen und wir haben offen mit unserem Chef (in diesem Büro) geredet. Der hatte das alles gar nicht mitbekommen. Er hat sich mit der Hauptkanzlei kurzgeschlossen und die Situation erklärt.

Tja, der Arbeitsvertrag mit der Dame wurde dann kurzfristig seitens der Chefs aufgehoben. Natürlich habe ich dafür noch einen bitterbösen Anruf bekommen. Sie sollte dann noch 4 Wochen arbeiten, wurde dann allerdings von der Arbeit freigestellt, da wir Lehrlinge das nicht wollten und wir uns sonst in der Zeit hätten krankschreiben lassen.

Ich würde es immer wieder so machen und in dem Sinne "petzen". Es geht um mein seelisches Wohl und meinen Spass an der Arbeit.

Ina

Beitrag von eineve 02.09.06 - 12:53 Uhr

:-D auch wenn es dir überhaupt nicht gefällt:

>>Es gibt ein Paragraf das in meinem Auge sehr wichtig ist.

Grundgesetzes in Artikel 1 der Grundrechte
DIE WÜRDE DES MENSCHEN IST UNANTASSTBAR!!! <<

wird in den folgenden §§ ausgehebelt.

auserdem - die mobber beanspruchen auch für sich unantastbare würde - und sind der felsenfestenüberzeugung mittels mobbing diese durch zusetzten.

Beitrag von pipilotta20 02.09.06 - 17:09 Uhr

Hallo

Ich hatte das auchmal und man bedenke sogar in der Backstubb.
Hatte da so ne Kollegin die dachte ich wolle was von ihrem Ollen der war da Bäcker.Dabei baggerte er ständig bei mir.
Verteidigte da wohl auch ihren Platz . Hatte wohl Angst das
ich ihr den Wegnehm.
Als mein damahliger Chef das mitbekam durfte sie ins Büro und
durfte dann den ganzen Vorraum wo die Filialen morgens gerichtet wurden Putzen.
Hatte zum Schluss so Schiss dass ich mit der nicht mehr auf einem Stockwerk arbeiten wollte.Und obendrin noch ne Gastritis wo ich dann Krankgeschrieben wurde.Was dem Chef gar nicht gefiehl und ich bekam die Kündigung
aus Betriebsbedingten Gründen.#gruebel
Was mir dann auch am Arsch vorbeigegangen ist.

L.g Pipilotta20#stern#stern#stern

Beitrag von gedankenspiel 02.09.06 - 18:53 Uhr

Ja, kann mir denken, was du durchgemacht hast!

Ich ging mit 14 von der Schule ab (wäre gerne weiter auf die Schule gegangen, hätte Noten für`s Gymnasium gehabt) weil meine Eltern meinten, ich solle erst einen Beruf lernen und dann könne ich immer noch Realschule oder Abi nachholen.

Bislang hatte ich immer alles gut gemacht und war eigentlich mit mir im Reinen.
Ich war Schulsprecherin, Schülerlotsin, hatte gute Noten, einen großen Freundeskreis...
Als ich meine Lehre in einer Drogerie anfing, war ich plötzlich in NICHTS mehr gut.
Ich bekam von meinen Chefs jeden Tag mehrmals verinnerlicht, daß ich nichts sei, nichts könne und nach nichts aussähe.
Natürlich wurde ich immer unsicherer und zurückhaltender, mein Selbstbewußtsein war total im Eimer.
Irgendwann war es so schlimm, daß ich jeden Tag weinend von der Arbeit kam.
Meine Eltern drangen drauf, die Lehre zu Ende zu machen.
Ich hatte Selbstmordgedanken und habe mir eigentlich nur, damit meine Familie nicht darunter leidet, nichts angetan.

Irgendwann fing ich an, mich selbst "zu bestrafen" dafür, daß ich nicht "gut genug" war.
Ich begann, mich zu ritzen. Oberschenkel und Oberarm, wo es keiner sah.
Und ich entwickelte eine Bulimie, die ich erst in den letzten Jahren nach langer Therapie in den Griff gekriegt habe.

Ja, ich weiß, was Mobbing ist - und ich wünsche das niemandem!