Polizei!!

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Forum: Allgemeines

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Beitrag von jill33 02.09.06 - 10:19 Uhr

Hallo

Kann die Polizei, ohne irgendwelche Beweise gegen jemanden eine Strafanzeige stellen?

Weiß das zufällig genau jemand?

LG Claudia

Beitrag von malawia 02.09.06 - 10:34 Uhr

Strafanzeige stellen kann man immer. Selbst Privatpersonen. Ob die Staatsanwaltschaft das weiterverfolgt ist dann die andere Sache. Worum geht es denn genau?

Beitrag von jill33 02.09.06 - 10:48 Uhr

Tja...

Also... ist mir jetzt was unangenehm...

Mein Sohn ist 14 und sehr aggressiv. Wir hatten am Mittwoch wieder eine starke Auseinandersetzung wobei er mal wieder anfing die Möbel kleinzutreten. Nachdem ich ihn zum millionsten mal darum bat, dieses zu lassen. Da ich mich in seinem Zimmer befand, schubste er mich ständig raus. Und ich bin jedesmal mit dem Rücken dabei an den Griff vom kleiderschrank gehauen. Aus Reflex hab ich ihm eine gescheuert. Worauf hin er mir eine mit der Faust ins Gesicht schlug. Er zog sich an, und ging. Da ich mit dem Jugendamt sowieso in Kontakt bin, wegen ihm. riet mir das JA ihn nicht mehr in die Wohnung zu lassen. Da er dieses aber gestern wollte, und fast die Türe eintrat. Wir haben ihn aber nicht reingelassen. Er rief die Polizei, diese kam und er hat ihnen erzählt, das er von mir uns meinem Mann total verprügelt wurde. Was aber nicht stimmt!! Das interessierte die Polizei nicht, und stellte gleich gegen mich und meinen Mann Strafanzeige!!


Und nun?? Was mach ich jetzt!!

Beitrag von madjulie 02.09.06 - 10:59 Uhr

Das Jugendamt ist doch darüber informiert gewesen, was bei euch los war. Und auch schon vorher, dass er wohl ziemlich schwierig ist.

Ich würde mich nochmals mit denen in Verbindung setzen und die ganze Situation schildern. Und ansonsten abwarten und dann gegebenenfalls juristischen Rat einholen.

Julie

Beitrag von malawia 02.09.06 - 11:08 Uhr

Ich kann dir auch nur raten zum Jugendamt zu gehen und ggf. zum Anwalt.

Die Polizei muss dem nachgehen, was euer Sohn gesagt hat, dass heißt: Strafanzeige stellen. Weiteres wird die Staatsanwaltschaft entscheiden.

Beitrag von oldbigfish 02.09.06 - 11:16 Uhr

Das JA rät Dir, Deinen 14 jährigen Sohn nicht mehr in die Wohnung zu lassen?#gruebel
Wo soll er denn ihrer Meinung nach hingehen?
Klar ist es nicht richtig was er macht und es muss schwierig sein mit einem so aggressiven Kind, aber irgendwo muss er ja nun hin. Er kann ja nicht auf der Strasse bleiben!

Beitrag von jill33 02.09.06 - 11:32 Uhr

Er hat seinen Vater ja noch, der in einem anderen Ort wohnt.

Beitrag von oldbigfish 02.09.06 - 11:36 Uhr

Und er soll dann zu seinem Vater?

Beitrag von eineve 02.09.06 - 12:47 Uhr

und warum überträgst du die vormundschaft nicht dem jugendamt, damit die deinen sohn in ein betreutes wohnheim einweisen?


was ist eigentlich mit deiner gegenanzeige? du hast doch beweise in bezug auf neukauf möbel weil er diese zusammengetreten hat.


auch mütter und väter sowie stiefväter haben das recht sich gegen die eigene (ich nenns mal so) brut zu wehren, wenn diese von den eltern nicht mehr "führbar" und "erziehbar" ist.


ist zwar auch eine möglichkeit aussperren - schliesslich wohnt der leibliche vater in einem anderen ort (meiner wohnte ca. 700km entfernt in einem anderen ort) aber mit dem aussperren - genau genommen - wurde eine führsorgepflicht verletzt die besagt das du eben alle mögliche machen musst damit das kind entweder in öffentliche obhut kommt oder aber direkt dem vater überstellt wird.

ich bin scheidungswaise - und was damals vor 24 jahren lief - und zwar OHNE möbel zertrümmern und sonstige fehlerziehungsbeweise seitens meiner person - ist heute genau betrachtet gesetzes widrig.

selbst wenn dein leben in gefahr ist - du hättest die pflicht gehabt die polizei anzurufen - er war jetzt schneller und du bist in der beweispflicht. so ist das leben. könnte sein dadurch das du deine möglichkeiten nicht richtig ausgeschöpft hast - und den aspekt führsorgepflicht von dir wie (besonders peinlich) vom jungendamt nicht berücksichtig wurde - ein problem besteht.

ich bin mir sicher - es gibt genug mütter die diese jetzt ungünstige konstellation als mutter bestätigen können.

Beitrag von jill33 02.09.06 - 13:18 Uhr

Warum ich die Polizei am Mittwoch nicht gerufen habe?

Weil es doch mein Kind ist. (Hätte ich mal) Dann würde ich jetzt nicht so dumm dastehen.

Wir haben ja auch schon seit längerer Zeit eine Erziehungshilfe, die wir uns selber gesucht haben , weil es ja schon vor Monaten so unerträglich wurde. Ich habe immer gehofft, das sich das bessert.

Sein Vater wohnt in der gleichen Stadt aber anderer Ortsteil. Mit dem Bus 20 Min.

Was denn für eine Gegenanzeige??

Die Polizei war auch sehr frech fand ich. Fragte nicht mal nach unserer Sicht.
Sagten sogar noch, das wir ja wohl was in der Erziehung falsch gemacht haben. Kinder werden nicht von alleine so. Toll.dann frage ich mich , woher der sowas haben soll. Ich bin oder habe mich in den Ehejahren noch nie geprügelt bin auch nie verprügelt worden.

Vieleicht war ich immer nur zu gutmütig....habe zuviel durchgehen lassen...#gruebel

LG Claudia

Beitrag von eineve 02.09.06 - 13:33 Uhr

>>Was denn für eine Gegenanzeige??

hausfriedensbruch, körperverletzung/tätlicher angriff (er hat dich geschlagen), gewaltanwendung, sachbeschädigung


>>Die Polizei war auch sehr frech fand ich. Fragte nicht mal nach unserer Sicht.


werden die NIE machen zu fragen - noch dazu er ist ja mit seinen 14 jahren "für jeden offensichtlich noch ein kind und der schwächere" er hat sich ja auch als solcher gegeben UND als "erster anklage" bei den polizisten erhoben. - ich weiss das mit mit so einem "zwiebelhohlgewächs" verwandt - der verurteilt auch zuerstmal jahrelang bis das er die dienstanweisung erhält - auch mal die andere seite anzuhören... ;-)

>>Sagten sogar noch, das wir ja wohl was in der Erziehung falsch gemacht haben. Kinder werden nicht von alleine so. Toll.dann frage ich mich , woher der sowas haben soll. Ich bin oder habe mich in den Ehejahren noch nie geprügelt bin auch nie verprügelt worden.

die erziehung spielt IMMER mit ein - aber auch die bereitschaft des verstehens vom erziehungsempfänger. wenn der eben nicht verstehen kann - dann sind die eltern eben die falschen die ihm dinge beibringen. da müssen eben andere fremde her die das übernehmen.


>>Vieleicht war ich immer nur zu gutmütig....habe zuviel durchgehen lassen...

den fehler machen viele nochdazu wenns darum geht "was da wohl die nachbarn dazu sagen" - bei jedem nicht erwartungsgemäss funktionierenden gerät - wird dieses asap abgestossen - das gleiche sollten viele mütter auch lernen bei ihren kindern. wenn sie ihre grenzen erreicht haben - weg mit den kindern damit andere das über nehmen was eben nicht das thema der mütter ist. du siehst ja selber - du bist absolut niemals madam perfect.

gibt das kind in die obhut des jugendamtes und gut für. sei einfach eine böse böse rabenmutter. irgendwann wird dein kind es verstehen und selber feststellen - ja das war das beste, da es die möglichkeit hatte durch andere das zu lernen - was eine mutter einem kind NIE lernen kann - weil dieses thema nicht ihres ist. mütter haben nunmal begrenzte macht oder einfluss - bei manchen kindern deren leben lang - bei vielen eben nur eine weile.

ich selber habe zb. das thema "familie" und was das wirklich ist NICHT von meiner mutter oder so - sondern von absolut wildfremden menschen gelernt. schliesslich wird der menschenansammlungszustand aus dem ich stamme nicht mal vom erzeuger als "familie" betietel - ist aber die einzige form der art "familie" die ich lebte und kennenlernte - ansonsten war ich lediglich beobachter und frager wie weshalb und warum um zu erkennen - was meine eltern beide unfähig sind an andere weiter zugeben.

Beitrag von jill33 02.09.06 - 13:42 Uhr

Was mich aber jetzt brennend interessiert, was kommt auf uns zu?

LG Claudia

Beitrag von eineve 02.09.06 - 13:45 Uhr

ich kann soviel hellsehen - wie du.

letzlich - alles und nichts. die beste lösung - dein kind in ein betreutes wohnen für jugendliche - du musst dann halt unterhalt zahlen - ist aber meiner meinung nach die beste lösung für alle. ob dem eine gerichtsverhandlung vorausgeht - frag dein zuständiges jugendamt, such dir einen antwalt für familienangelegenheit - oder das sich hier jemand meldet der genau das gleiche durch hat.

Beitrag von ximaer 03.09.06 - 18:35 Uhr

Hallo!
>>> bei jedem nicht erwartungsgemäss funktionierenden gerät - wird dieses asap abgestossen - das gleiche sollten viele mütter auch lernen bei ihren kindern. wenn sie ihre grenzen erreicht haben - weg mit den kindern damit andere das über nehmen was eben nicht das thema der mütter ist. <<<
Unfassbar...

Suse

Beitrag von eineve 03.09.06 - 18:43 Uhr

>>Unfassbar... <<

jep - das evtl. meine kinderlosigkeit DAMIT zutun hat - meiner unfähigkeit ein kind gross zuziehen und ich - eben keines in die welt gesetzt habe. :-D das - bei planungsmässigkeit - jetzt so um die 20 wäre und meine unfähigkeit der kindeserziehung beweisen könnte...


:-D

weisst DU es so genau? WAS unfassbar ist?

Beitrag von nick71 03.09.06 - 13:04 Uhr

"Die Polizei war auch sehr frech fand ich. Fragte nicht mal nach unserer Sicht."

Es ist nicht Aufgabe der Beamten, in dem Moment nach "Eurer Sicht" zu fragen.

Euch wird vermutlich in den nächsten Wochen eine schriftliche Vorladung zugehen...Ihr müsst dann auf dem Revier erscheinen und KÖNNT Euch zur Sache äussern, oder aber die Aussage verweigern.

Was letztendlich daraus wird, steht in den Sternen...ich würde vorher sicherheitshalber einen Anwalt konsultieren und diesen ggf. zum Vorladungstermin mitnehmen (weiss nicht genau, ob letzteres möglich ist...aber das wird der RA Euch schon sagen).

Beitrag von nick71 03.09.06 - 13:11 Uhr

"Euch wird vermutlich in den nächsten Wochen eine schriftliche Vorladung zugehen...Ihr müsst dann auf dem Revier erscheinen und KÖNNT Euch zur Sache äussern, oder aber die Aussage verweigern."

Ich habe gerade mal gegoogelt...das was ich oben geschrieben habe, war nicht ganz richtig: werdet Ihr VON DER POLIZEI zur Vernehmung vorgeladen, MÜSST Ihr dort nicht hingehen (anders: direkt von der Staatsanwaltschaft...da müsst Ihr in jedem Fall erscheinen). Aussageverweigerungsrecht habt Ihr als Beschuldigte aber in jedem Fall.

Beitrag von jill33 03.09.06 - 15:15 Uhr

Und wenn ich mich nicht äußere? was passiert dann?

Beitrag von manavgat 02.09.06 - 14:36 Uhr

Ich würde Deinen Jungen ebenfalls anzeigen, damit der Sache nachgegangen wird und er Hilfe bekommt.

Wo ist er denn jetzt untergebracht? In der psychitrischen wäre er sicher am besten aufgehoben.

Gruß

Manavgat

Beitrag von jazzanova05 05.09.06 - 19:08 Uhr

Hallo,

arbeite als Angestellte in der Polizeiverwaltung (bin aber keine Polizeibeamtin)
Die Polizei ist bei sog. Opferdelikten (wie hier wechselseitige Körperverletzung) von Staats wegen verpflichtet eine Anzeige aufzunehmen. Dazu brauch keiner der Beteiligten extra Strafanzeige erstatten. Die Polizisten würden sich selbst strafbar machen und von der Staatsanwaltschaft belangt werden wenn sie es nicht täten.

Ich hoffe mittlerweile hattest du die Möglichkeit dich bei der Polizei zu äußern und dein Junge hat sich wieder etwas beruhigt...

LG Jazza

Beitrag von elodia1980 02.09.06 - 10:35 Uhr

hallo claudia,

jeder kann zu jeder zeit und gegen jeden eine strafanzeige stellen. die wird von der polizei aufgenommen (bzw. selbst von der polizei gestellt). ob diese dann weiter verfolgt wird und es zu einem ermittlungsverfahren kommt, entscheidet der staatsanwalt unter berücksichtigung des öffentlichen interesses und der indizienlage. entscheidet sich der staatsanwalt für ein vermittlungsverfahren, muss das noch nichts heißen. der richter entscheidet nämlich dann, ob auf antrag des staatsanwalts hin ein gerichtsverfahren angeschoben oder ob das vermittlungsverfahren eingestellt wird.

lg
elodia