Kirchliche Trauung obwohl Partner geschieden?

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Beitrag von ute1982 02.09.06 - 13:09 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

mein Partner und ich würden gerne nächstes Jahr heiraten. Das Problem ist jedoch, dass wir beide katholisch sind und er bereits geschieden ist (wurde damals bei seiner ersten Hochzeit standesamtlich und kirchlich getraut).
Ich selber war noch nicht verheiratet und würde unbedingt kirchlich heiraten wollen. Welche Möglichkeiten gibt es denn da, wenn er z. B evangelisch wird oder ganz aus der Kirche austreten würde. Würde uns ein katholischer Priester trauen wenn er evangelisch ist? Oder gibt es die Möglichkeit eines ökumenischen Gottesdienstes? Hat da jemand irgendwelche Erfahrungen oder Kenntnisse aus seinem Bekanntenkreis?

Vielen Dank für eure Hilfe.

Lieben Gruß und happy weekend.

Beitrag von anyca 02.09.06 - 13:22 Uhr

"Würde uns ein katholischer Priester trauen wenn er evangelisch ist?"

Nein, geschieden ist geschieden. Aber dann könntet Ihr evangelisch heiraten.

Ökumenische Trauungen gibt es genaugenommen nicht, es ist entweder eine evangelische Trauung mit katholischem Beistand oder umgekehrt.

Aus meinem Bekanntenkreis kenne ich nur einen Fall, wo eine ungetaufte und geschiedene Frau einen Katholiken heiraten will, die versuchen jetzt, ihre erste Ehe kirchenrechtlich annullieren zu lassen, so daß sie quasi nicht "zählt". Die Ehe hat allerdings nur 3 Monate gehalten.

Beitrag von malawia 02.09.06 - 13:43 Uhr

<<Nein, geschieden ist geschieden. Aber dann könntet Ihr evangelisch heiraten.>>

Also ich kenne mittlerweile 2 Paare die beide katholisch sind und obwohl einer geschieden war bzw. eine Frau sogar zweimal geschieden war und das 3. Mal in der katholischen Kirche geheiratet hat.
Ebenso war es hier möglich in der katholischen Kirche Taufpatin zu sein obwohl man z. B. gar nicht getauft ist und auch gar nichts mit der Kirche am Hut hat.

Beitrag von anyca 02.09.06 - 13:44 Uhr

Würde mich interessieren, wie die das gemacht haben - mit Annullierung oder war es offiziell keine Eheschließung sondern "nur" ein Fürbittgottesdienst für das Paar?

Beitrag von malawia 02.09.06 - 14:26 Uhr

Also die eine war vorher 8 Jahre verheiratet, die andere 1x 10 Jahre und einmal 5 Jahre. Es war kein Problem in der Kirche ganz normal zu heiraten. Der Pastor oder Pfarrer oder wie man den nennt (bin selber nicht getauft und mag die Kirche überhaupt nicht) meinte das wäre für ihn kein Problem und es fand eine ganz normale katholische kirchliche Trauung statt.

Muss dazu sagen, dass es nicht jeder macht, aber es gibt die Möglichkeit wenn man einen Pfarrer findet, der aufgeschlossen ist.

Beitrag von jazzanova05 02.09.06 - 14:43 Uhr

Bei der Taufe kann man als evangelische oder nicht gläubige nur Taufzeugin werden nicht Taufpate im Sinne der kat. Kirche... Aber auch das nur wenn der Taufpate kat. ist... Total bescheuert die kat. Kirche....#kratz

LG Jazza (evangelisch mit einem kat. Patenkind)

Beitrag von anyca 02.09.06 - 13:35 Uhr

... und wenn Euch das alles zu kompliziert ist, dann engagiert doch einen freien Theologen!:-)

Beitrag von 123kathy 02.09.06 - 17:27 Uhr

Du kannst nur katholisch heiraten, wenn Dein Mann die erste Ehe anulieren läßt - dafür müßtet Ihr Euch an ein Kirchengericht wenden. Das ganze dauert eine Weile und er muß auch gute Gründe dafür vorbringen können. (Wenn Du dazu Fragen hast, kannst Du mich auch gerne anschreiben.)
Wenn Dein Mann evangelisch wäre, wäre eine evangelische Trauung möglich, die von der katholischen Kirche in dem Fall aber nicht anerkannt werden würde. Eine katholische oder ökumenische Trauung wäre nicht möglich.
Ohne, dass die erste Ehe für ungültig erklärt wird, traut Euch kein katholischer Pfarrer - was andere hierzu schrieben, stimmt nicht - wenn dies ein Pfarrer tun würde, würde er seinen Job riskieren.
Ansonsten könnt Ihr immer noch, wie auch schon vorgeschlagen, einen freien Theologen suchen. Die Eheschließung ist dann zwar kirchlich auch nichtanerkannt, aber Du kannst so heiraten, wie Du willst (wenn Du magst, auch ganz katholisch - manche freie Theologen sind ehemalige katholische Priester).
Liebe Grüße,
Kathy

Beitrag von thelittlewitch 02.09.06 - 21:26 Uhr

Hi Ute,

bei uns wars ganz genauso wie bei euch. Da ist leider keine kirchliche Hochzeit mehr drin. Austreten machts dann eher noch schlimmer und einfach so evangelisch werden kann man auch nicht, das ist ne längere Geschichte mit Kursen über ein Jahr oder länger, wie bei ner Konfirmation vorher und Aufnahme in die Gemeinde und weiß nicht was. Und, falls er das machen würde könntet ihr wenn sowieso höchstens noch ev. heiraten. Ich hab mich mit allen Möglichkeiten beschäftigt, aber kirchlich geht dann halt einfach nicht.
Wir hatten dann statt der kirchlichen Trauung eine wunderschöne Freie Trauung mit einer tollen Theologin und die war einer "richtigen" kirchl. Hochzeit doch ziemlich ähnlich und vor allem viiiiiiel schöner :-)

LG, Denise

Beitrag von harzbraut 02.09.06 - 21:55 Uhr

hallo auch
möcht gern kurz noch was in sachen "freie trauung" sagen... für den fall der fälle... wenn du in den suchmaschinen "freie trauung" eingibst, wirst du ganz viele anregungen und adressen finden. wenn dir die zeremonie wichtig ist, aber nicht so schwer kirchlich ausfallen muß, gibt es auch freie redner die sehr persönlich vorgehen. habe nur gute erfahrungen

wünsche, daß alles so wird, wie du es dir vorstellst :-)