Hab ich einen Fehler gemacht?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von besser so 02.09.06 - 19:17 Uhr

Hallo ihr lieben,

ich bin grad völlig durch den Wind.

Hab gestern mit meinem Freund Schluß gemacht. Nach fünf Jahren. Die ersten drei Jahren waren echt schön. Seit dem unsere Tochter geboren ist, läuft alles schief. Ich weiß auch, dass das in vielen Beziehungen so ist, aber ich habe nun wirklich ein Jahr lang versucht ihm klarzumachen, dass ich in unserer Beziehung unglücklich bin. Es war so, dass sich mein Leben ab der Geburt komplett geändert hat und seines so gut wie gar nicht. Er hat einfach alles so beibehalten, geht genauso oft weg wie immer, wogegen ich auch nichts habe, aber es ärgert mich, dass es so SELBSTVERSTÄNDLICH für ihn ist. Die erste Zeit war es ja auch normal, schließlich kann er ja nicht stillen, aber seit die Kleine so ein 3/4 Jahr alt ist, hätte er doch langsam mal anfangen können, auch mal Pflichten zu übernehmen. Aber nein, er wickelt sie nie, er füttert sie nie, er badet sie nie, er bringst sie nie ins Bett, auch die Beschäftigung am Tag und dass sie auch mal was erleben kann, übernehme komplett ich. Demzufolge blieb auch unsere Beziehung auf der Strecke. Wir haben kaum noch was zusammen unternommen. Es war irgendwie wie so ein Nebenherleben, aber nicht miteinander. Wie gesagt, ich hab es ihm oft gesagt, dass mich das unglücklich macht, aber es kam keine Besserung, also hab ich nun gestern gesagt, ich will jetzt nicht mehr.

Und nun geht es mir total beschissen. Bin hier irgendwie nur noch am flennen, weil es mir so weh tut. Es tut mir auch so leid für ihn. Denke schon dauernd, hoffentlich lernt er heut ne Neue kennen (er ist nämlich wieder feiern), damit er leichter drüber weg kommt. Und vorhin sah ich was im Fernsehen wo über die notorische Untreue von Männern was kam und was ging mir durch den Kopf. Hast du wirklich mit einem Mann Schluß gemacht, dem du 100 %ig Vertrauen schenken konntest, dass er niemals fremdgeht, denn sowas ist echt nicht sein Ding. Und da hab ich schon wieder gegrübelt, ob ich das Richtige getan hab.

Bin ich denn noch normal? Eigentlich weiß ich ja, dass es mich auf Dauer nur krank gemacht hätte, weiter so eine unglückliche Beziehung zu führen, aber es tut mir auch so weh, dass jetzt wirklich alles vorbei sein soll. Denn lieben tun wir uns beide immer noch. Er sagte gestern nochmal, ich liebe dich doch. Aber warum nur hat er dann nie was geändert??

Könnt ihr mich nicht ein bissel aufmuntern? Wann hört das denn endlich auf weh zutun?

Danke

Beitrag von ein Vater 02.09.06 - 20:09 Uhr


Ich denke, wenn du jetzt heulend an ihn denkst, hast du einen Fehler gemacht. Fehler kann man wieder ausbügeln. Meistens.

Es ist noch nicht alles zu spät.

Wenn du aber denkst: "Hoffentlich wird er mit einer anderen Frau glücklich.." dann denke ich, es war kein Fehler.

Entscheide dich klar was du fühlst.

Im Kopf hast du schon eine Entscheidung getroffen. Steht dein Herz zu der Entscheidung?
Ich bin auch so - wie dein Mann, erkenne mich darin wieder.
Hätte meine Frau sein können die so etwas schreibt.

Sehr liebevoll und treu, aber ein Couchpotatoe, ich liebe meine Kinder, aber drücke mich vor dem windelnwechseln, (baden, trösten, flasche geben, spielen tu ich allerdings gern mit den Kids).
Wäre meine Frau nicht krank geworden, hätte ich nicht daheimbleiben müssen, wäre ich warscheinlich heute noch meiner Tochter etwas fremd und wüsste nicht, was sie gerade beschäftigt.

Ich habe viele Fehler gemacht und mich zu sehr auf Karriere (Uni und Job) konzentriert und darauf mich dort unentbehrlich zu machen.

Darüber vergessen dass die Zeit die ich in den Job investiert habe, zuhause fehlt.

Kam ich dann als sie unglücklich schien und mir Vorwürfe machte aber mit ihren Lieblingssüßigkeiten und Rosen, fragte sie, ob ich was angestellt hätte, und machte mir eine Szene oder sie sagte, ich wollte dass du von allein drauf kommst, nicht dass ich dir das vorsagen muss.. und heulte.

Und ich bin gegangen, denn ich kann Tränen nicht ertragen.
Grundfalsch - ich weiss.

Nichts desto trotz liebe ich meine Frau und meine Kinder.
Wenn ich er wäre, würde ich mir wünschen, dass alles wieder in Ordnung käme, wüsste aber nicht, wie die Frau die ich liebe zurückgewinnen.

Hoffe, ihr werdet beide glücklich.

Beitrag von besser so 02.09.06 - 20:50 Uhr

Danke für deine Antwort.

Ja, ich heule, aber aus dem Grund weil ich ihm wehtun muss. Also es ist schon so, dass ich lieber alleine wäre und ich würde mir wünschen, dass er es versteht. Das tut er aber nicht und ist verletzt.

Gestern war er sehr bedrückt und hat gesagt, aber ich liebe dich doch. Heut hat er den ganzen Tag einen auf gleichgültig gemacht (vielleicht Selbstschutz) und ist mir total ausgewichen. Das hat mir ziemlich weh getan und ich saß irgendwie dauernd heimlich auf´m Clo und hab versucht das Heulen zu unterdrücken. Als ich ihn dann mal sagte, dass ihm sogar die Trennung ziemlich gleichgültig zu seien scheint, sagte er nur, ich kann entweder mich hängen lassen oder nach vorn schauen und da schau ich lieber nach vorn. Das müsste mir doch zeigen, dass er es packt damit umzugehen, aber ich krieg mein schlechtest Gewissen nicht los.

Vorhin als er weggegangen ist ohne mich zu beachten, kamen mir wieder die Tränen. Da hat er die Tür dann nochmal zugemacht und kam zurück und hat mich in den Arm genommen. Ich hab ihm gesagt, ich möchte keinen Streit mit dir. Er sagte dann, ich auch nicht, aber so ganz ohne wird die Sache sicher nicht ablaufen. Dann hat er mich noch gefragt, ob ich klar komme, wenn er geht.

Ist schon irgendwie komisch unsere Trennung. Jeder macht sich nen Kopp darüber, wie es dem anderen geht, weil ganz einfach noch ne Menge Gefühle da sind.

Weißt du, ich bin ja auch immer für noch eine Chance, aber ich habe es wirklich in dem letzten Jahr ganz oft versucht, ihm zu erklären, dass ich mir unsere Beziehung so nicht vorgestellt habe und dass ich lieber alleine wohnen würde. Also wenn es ihm so wichtig gewesen wäre, hätte er doch wenigstens versucht was zu ändern, oder?

Das er seine Tochter liebt, bezweifel ich überhaupt nicht. Ist dann wohl so wie bei dir. Aber er ist einfach zu bequem auch mal mit ihr rauszugehen oder so. Das tut mir für unser Kind nur leid. Und dann seh ich es auch an seiner großen Tochter (16). Sie ist regelmäßig bei uns, aber so wirklich Interesse kommt da von seiner Seite auch nicht. Sie ist dann eigentlich immer mit mir und der Kleinen zusammen.

Ach, das ist schon alles bescheiden. Aber es kann doch nur besser werden, oder?

LG

Beitrag von yoleena 02.09.06 - 20:14 Uhr

Hallo!

Ich glaube tief in deinem Inneren weißt du schon längst,daß du die richtige Entscheidung getroffen hast. Natürlich tut das jetzt weh. Aber hat es nicht vorher auch weh getan, wenn er nie Anteil genommen, mal Pflichten übernommen hat? Wie sagt man so schön? Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Er hat dir also gestern noch gesagt,daß er dich liebt? Erzählen kann man viel wenn der Tag lang ist. Wann hat er dir das denn das letzte Mal gezeigt? Wenn er dich wirklich so lieben würde wäre er wohl kaum heute gleich wieder in Feierlaune. Gib dir ein paar Wochen Zeit um deine Entscheidung zu verdauen, dann kannst du mit deiner Tochter ganz von vorn anfangen.

LG Yoli

Beitrag von besser so 02.09.06 - 20:54 Uhr

Hallo Yoli,

das hast du wirklich sehr gut ausgedrückt und die Sache auf dem Kern getroffen. Danke. Wenn man so mittendrin steckt, verliert man schnell den Überblick über das große GANZE. Ich hab heut auch schon bestimmt 3-4 mal überlegt, ob ich es lieber wieder hinbiegen soll, dann aber gleich gedacht, Nein, spätestens in ein zwei Wochen bereust du es dann wieder. Mensch, hoffentlich bleib ich stark.

LG

Beitrag von fühle wie du 02.09.06 - 20:23 Uhr

lass dich mal #liebdrueck

darf ich dir eine frage stellen???

bist du mit meinem freund zusammen???!!!!

soll heißen meiner ist auch so ein A ***********!:-[

mehr weiß ich leider nicht zu sagen, da ich sehr viel weine und nicht weiß ob ich mich trennen soll oder nicht....

wir sind seit 3 jahren zusammen, haben eine 8 monate alte tocher, er ist 26 und ich 22.

LG

Beitrag von besser so 02.09.06 - 21:02 Uhr

Na dann #liebdrueck ich dich auch gleich mal.

Das ist echt eine blöde Situation.

Unsere Tochter wird nun bald zwei, so lange geht das also schon. Ich bin 27 und er 41.

Hast du es deinem Freund denn schon gesagt, dass dich das unglücklich macht? Und was sagt er dazu oder ignoriert er das so gekonnt wie meiner?

Denkst du auch über Trennung nach? Ich hab lange drüber nachgedacht und ich will mir nicht mein Leben kaputt machen lassen, denn auf Dauer macht sowas krank glaube ich. Bin ja noch jung und will auch mal wieder glücklich sein. Es fällt mir super schwer, aber ich zieh das jetzt durch.

LG

Beitrag von fühle wie du 02.09.06 - 21:11 Uhr

denke oft über trennung nach, aus dem grund wie du.möchte mal wieder glücklich sein in meinen jungen jahren. #heul
aber noch habe ich den mut und die kraft nicht.meine kleine tut mir jetzt schon leid, wenn sie ohne das sie jeden tag papa sieht aufwachsen müsste....

gesagt habe ich es ihm schon zig mal... aber da kann ich besser mit meinen fischen im aquarim reden, die verstehen es besser glaub ich ;-)

Beitrag von besser so 02.09.06 - 21:35 Uhr

Das hab ich auch oft überlegt. Nein, dass kannst du der Kleinen doch nicht antun. Sie braucht doch auch Mama und Papa. Aber mittlerweile frag ich mich, was hat sie von einem Papa, der keine Zeit für sie hat. Und das allerschlimmste, was für mich auch ein sehr wichtiger Grund ist, er ist superschnell gereizt bei der Kleinen. Ich weiß nicht, wie man als erwachsener Mann von einem nicht mal zweijährigen Kind erwarten kann, vernünftig mit Besteck zu essen, er flippt da jedes mal aus beim zugucken und mault sie an. Und dann soll sie nicht an den Badlichtschalter oder dies und das nicht anfassen. Weißt du, ich bin da wieder so, ich staune, was sie schon alles nachahmt und kann, und freu mich über ihre Entwicklung, ihm geht das alles nur auf den Keks und dann passiert es, was ich z.k. finde, dass er ihr auf die Finger haut und einige male sogar auf den Mund. Das hat mein Baby nicht verdient.

LG

Beitrag von geisternella 02.09.06 - 22:05 Uhr

Hallo,geht es darum das er deine Kleine nie gewickelt hat,essen gegeben hat,also ganz ehrlich ich mache das auch selber,mein Freund hat das bis jetzt auch noch nie gemacht ist doch auch nicht schlimm,dafür macht er andere sachen.Nach der geburt war das bei uns auch ne Umstellung,aber so nach 4 Wochen hatte es sich eingespielt,und wir haben uns Zeit genommen,abends wenn der Kleine im Bett war,das machen wir jeden Abend.Und wenn er jetzt feiern geht nachdem du Schluß mit ihn gemacht hast,und dir dann noch wünscht das er ne Neue findet...Hallo?kann ich nicht nachvollziehen.Woran hat es den genau gelegen,das auseinanderleben?Nachdem unser Sohn da war hat man natürlich nie mehr soviel zeit wie früher zusammen,wir nehmen uns nur Abends die Zeit,damals hatten wir den ganzen Tag Zeit,an den Wochenenden,ich denke mal ihr habt euch nicht mehr die Zeit genommen,für Euch die wichtig war um die Beziehung weiter zu führen,lag ja nicht am wickeln,baden,oder zu Bett bringen was er nicht getan hat.Siehe es doch mal so ihr liebt Euch,versuche einen Neuanfang zu starten,nehmt euch Zeit für die Zeit wo eure Kleine schläft,und manche Männer können halt das mit wickeln u.sw. nicht.Mein Vater jetzt 60 Jahre alt hat das auch nie gemacht und er ist trotzdem noch mit meiner Mutter zusammen,und mein Freund wickelt auch nicht den Kleinen,ich finde das nicht schlimm,deshalb würde ich deinen Freund nochmal ne chance geben,du leidest doch.......so bist du noch unglücklicher glaub mir,alles gute ..peggy

Beitrag von donravello 03.09.06 - 10:27 Uhr

hast du ihn mit den pflichten genervt?#kratz

grüßle
wolf

Beitrag von besser so 03.09.06 - 13:24 Uhr

Nein, überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich sage meist nichts und mach es halt allein. Und da von ihm nie was kam, hab ich es ein paar mal angesprochen, dass ich mehr Hilfe von ihm brauche, aber es kam nix. Und wenn ich mal, was selten vorkommt, direkt sage, so jetzt mach mal dieses oder jenes, dann zieht er ne Fresse.

Heut hat er nun gesagt, dass er sich ändern will.

Was soll ich denn nun machen? Bin froh, dass ich bis jetzt so standhaft geblieben bin und stell es mir für mich wirklich entspannender und schöner vor, allein zu leben mit meiner Kleinen. Und nun kommt er auf die Art.

LG

Beitrag von donravello 03.09.06 - 17:18 Uhr

so bitter es auch sein mag, vom sagen alleine ändert sich bestimmt nichts. wenn dein freund seinen stiefel weitermacht macht, wird wohl eine trennung nicht ausgeschlossen sein.

grüßle
alles gute
wolf