Mama hat Brustkrebs

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von mia72 02.09.06 - 19:30 Uhr

Hallo,

vor einer Woche habe ich erfahren, dass meine Mama Brustkrebs hat. Das hat mich echt umgehauen, zumal ich 300 km von ihr entfernt wohne und sie nicht besuchen da, da ich hochschwanger bin und unser Kind jeden Moment kommen könnte.
Gestern ist sie operiert worden und leider ist die Prognose doch nicht so gut, wie man anfangs glaubte. Sie muss nun anstatt nur bestrahlt zu werden eine Chemotheraoie machen. Ich habe so eine Angst und weiß nicht wie ich ihr beistehen kann.

Wer hat ähnlich Erfahrungen gemacht?

Gruß Nele

Beitrag von yasemin27 02.09.06 - 21:09 Uhr

hallo du ,

tut mir echt leid , sowas haut einen immer um.
wir haben das gleiche vor 7 jahren durchgemacht, meine oma hatte brustkrebs und es wurden auch chemo und bestrahlung gemacht.

alle haben drunter gelitten , und alle hatten angst.

heute geht es meiner oma wieder sher gut , und sie hat vorhin noch eine lange fahrraftour gemacht.

ich hoffe bei euch geht es genau so gut aus und alles wird gut.
alles gute für die geburt.

Beitrag von capri1 04.09.06 - 12:19 Uhr

Hallo,

erst mal tut es mir sehr leid, dass Deine Mutter an Brustkrebs erkrankt ist.

Diese Diagnose ist furchtbar und reist euch allen den Boden unter den Füßen weg. Sei einfach nur da für Deine Mutter. Das geht auch auf die Entfernung!

Meine Mutter hatte schon zwei mal Brustkrebs. Das erste mal war sie 41 Jahre und dann noch mal mit fast 51 Jahren auf der anderen Seite. Sie hat beide Brüste entfernt bekommen.

Das erste mal hatte sie nur Bestrahlung, das zweite mal eine Chemo.

Aber es ist zum Glück gut gegangen. Mittlerweile ist sie 65 Jahre alt und gilt als geheilt.

Mit der Chemo wird alles abgetötet, was noch irgendwie im Körper sein kann. Es muss also nicht negativ sein, so was über sich ergehen zu lassen. Die Ärzte sagten damals, es sei eine "leichte" Chemo. Das ganze drum und dran ist natürlich echt scheiße. Sorry für meine Ausdrucksweise.

Aber denke dran, es muss kein Todesurteil sein - meiner Mutter geht es einfach nur perfekt!

Steh Deiner einfach nur zur Seite und telefoniere mit ihr. Der Rückhalt der ganzen Familie ist sicherlich für die Heilung erforderlich und nützlich.

Und falls Du Einfluss auf die Klinik hats, geht in eine Uniklinik. Ich weiß nicht wo Deine Mutter wohnt, meine war in Heidelberg super zufrieden. Sie geht zu allen Nachuntersuchungen dahin, weil sie ihr geholfen haben. Obwohl alle Ärzte zu ihr sagen, sie könne das auch zu Hause beim FA machen lassen. Aber das Vertrauen ist einfach da. Da nimmt sie die längere Anfahrt gerne in Kauf.

Ich wünsche Dir und der ganzen Familie viel Kraft, die nächste Zeit gut durchzustehen.

Capri

Beitrag von jessica80 05.09.06 - 11:38 Uhr

Meine Mama hat auch Brustkrebs. Sie ist erst 49 Jahre alt.

Wir haben es Ende März gesagt bekommen, meine Mama und ich haben nur noch geheult. Sie mußte dann nach der Mammographie zur Biopsie, wo dann fest gestellt wurde, dass ihr Tumor sehr agressiv ist.
Die ganze Brust ist mit 2 Tumoren ausgefüllt und einer ist an der axillären Lymphe.

Bei ihr wurde erst mit Chemo angefangen, 8 Stück, alle 3 Wochen. Am 14.9. bekommt sie die letzte Chemo und dann wird Anfang Oktober operiert. Sie bekommt die Brust ab, wird sich aber ein Expander unter die Haut setzen lassen, damit ihre Brust nächstes Jahr wieder mit Silikon aufgebaut werden kann.
Nach der OP bekommt sie Bestrahlung und dann die Hormontheraphie mit HERCEPTIN!

Es ist wirklich eine verdammt schwere Zeit! Mir tut es unglaublich weh, sie so krank zu sehen (gerade dann, wenn es ihr ganz schlecht nach der Chemo geht und sie ihre Perücke nicht trägt). Ich bin meistens bei den Chemos dabei gewesen, bei der Port OP war ich auch dabei und wenn sie operiert wird, werde ich auch wieder für sie da sein. Mir ist das unglaublich wichtig. Und deswegen kann ich mir vorstellen, wie es dir geht, weil du so weit von deiner Mama weg wohnst!

Telefoniere mit ihr regelmäßig, so bist du auch für sie da und auch darüber wird sie sich freuen.

Wenn du Lust hast, schaue einfach mal auf meine Homepage, die ich für meine Mama gemacht habe:

http://www.diagnose-brustkrebs.beep.de

Mit dieser Homepage verarbeite ich so das ganze, schreibe meinen Kummer und Sorgen.

Seid tapfer, haltet zusammen!!!

Liebe Grüße,
Jessica

Beitrag von zickl2000 16.10.06 - 21:57 Uhr

Hallo Nele,
ich schreibe zwar spät, aber ich bin im April in der gleichen Situation gewesen. Meine Mutter sollte operiert werden und man hat sich dann entschieden, eine Chemotherapie vorzuziehen, weil der Tumor schon sehr groß war. Ich habe viele Nächte vom Tod meiner Mutter geträumt und habe viel geweint. Um mich aufzubauen habe ich viel im Internet über Krebs gelesen und habe viel mit meiner Mutter darüber geredet. Ich hatte große Angst, daß die Chemo nicht anschlagen und der tumor sich ausbreiten und streuen könnte. Habe immer eine OP für das Allerbeste gehalten. Dann ist man den Bösewicht ja schließlich los. heute bin ich schlauer.Seit ihrer Diagnose haben wir jedoch eigentlich nur gute Nachrichten bekommen. Zuerst kamen die ganzen Körperchecks von Leber, Herz, Knochen etc. Nirgends hatte ihr Krebs gestreut. Und dann noch die Limphknoten... nicht befallen. Meine Mutter ist dann Gott sei Dank in eine Herceptin-Studie gerutscht und macht ihre Chemotherapie zur Zeit immer noch innerhalb dieser Studie. Der Tumor ist inzwischen nicht mehr darstellbar, und meiner Mutti gehts trotz Chemo einigermaßen gut.Für Ende des Monats hat sie den Termin zur Entfernung des Tumorbetts und dann kommen noch einige Bestrahlungen auf sie zu.
Die Prognose der Studie ist eine 60%ige Heilungschance.

Liebe Grüße und halt dich tapfer
Nicole
Ich kann nur hoffen euch geht es ähnlich