Gesunde Ernährung, bzw welche Folgen hat falsche Ernährung?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von dinchen1403 02.09.06 - 22:15 Uhr

hallo ihr lieben!

habe grade hier im forum ein bisschen gestöbert. will mich informieren über gesunde ernährung bei babys mit einführung der beikost etc. zurzeit stille ich noch bzw. pumpe ab. mein sohn bekommt also ausschliesslich mumi. (möchte das auch 6 monate durchziehen)


die meinungen gehen ja bei der ernährung total auseinander. die einen führen schon mit 4 monaten beikost ein, andere erst mit 6 monaten. ok, das leuchtet ein wegen der allergieprophylaxe.

aber: wie genau schadet denn die falsche ernährung mit z. b. zuckerhaltigen breien (ausser dass karies entstehen KANN)?

eine freundin von mir gab ihrem nicht mal einjährigen (ab und zu) nutella-brot und eis. ich halte das für absolut überflüssig, einem so kleinen kind solche sachen zu geben. es ist nicht gesund.
aber mir fehlt irgendwie hintergrundwissen, WARUM es genau ungesund ist. mir fehlen bei solchen gesprächen dann immer die argumente. schadet es denn wirklich? (meine freundin behauptet, dass es das nicht tut) was bewirkt es im körper?
gibt es spätfolgen von falscher ernährung??

kein kind wird ja unmittelbar davon krank (ausser vielleicht, dass es mal verdauungsbeschwerden hat).


kann mich mal jemand ein bisschen aufklären, bzw mir literatur empfehlen??

dinchen und lias *14.06.2006

Beitrag von nicky0176 02.09.06 - 22:59 Uhr

Hallo Dinchen,

ich glaube das Hauptproblem besteht darin dass Kinder sich schnell an diesen süßen Kram gewöhnen.

Mein Sohn Tim ist inzwischen 20 Monate alt und bekommt auch hin und wieder Süßigkeiten. Meist wenn wir die Großeltern besuchen oder wenn andere Kinder etwas naschen.

Ich habe Tim´s Breie immer selbst zubereitet. Ich habe nie den Fertigkram benutzt und meine Getreidebreie waren trotzdem süss und lecker. Statt gezuckertem Brei gab es eben Getreideflocken mit Obst - sehr lecker! #mampf

Tim freut sich heute zwar über einen Keks aber er mag genauso gerne Dinkel- oder Reiswaffeln, frisches Obst, usw. Er ist einfach nicht so sehr auf diesen süßen Geschmack gepolt.

An Süßigkeiten ist gar nicht schlimmes aber ich wollte nie das sie für meinen Sohn zum Alltag gehören sondern etwas besonderes sind.

Übrigens habe ich heute das Rezept für die zuckerfreien Kekse ausprobiert, dass vor kurzem hier gepostet wurde. Ich war sehr skeptisch aber mein Sohn fand es toll! :-)

Meine Nichte ist das krasse Gegenteil von Tim, sie isst sehr viel Süsskram. Sie ist trotzdem gesund, hat gute Zähne und ist ein Leichtgewicht. Aber das wäre nicht mein Weg ein Kind zu ernähren. Aber jeder muss das einfach halten wie er es für richtig hält. Ich bin sehr zufrieden mit dem Essverhalten meines Sohnes. Genau genommen könnte ich mir davon glatt eine Scheibe abschneiden. #schwitz

Viele Grüße
Nicole

Beitrag von dinchen1403 03.09.06 - 06:56 Uhr

hallo nicole!

danke für deine antwort.
ich möchte ja auch keine mama sein, deren kind gar nichts süßes bekommen soll. dann hat man ein kind, das bei anderen leuten über den süßigkeitenschrank herfällt und ohne grenzen in sich reinstopft.
aber mir ist es auch sehr wichtig, dass das ganze ausgewogen stattfindet. ich achte auch selbst sehr auf meine ernährung und möchte, dass mein kind auch gemüse und salat isst wenn es mal am tisch mitessen kann...

was war das denn für ein rezept? habe ich glatt verpasst. kannst du mir mal den link schicken?
bei uns ist es zwar noch zeit, aber ich speichere mir sowas schonmal gerne ab für später.

glg
nadine

Beitrag von nicky0176 03.09.06 - 07:30 Uhr

Hallo Nadine,

na, auch schon wach? #gaehn

Hier das Keksrezept. Ich habe es ganz ohne Honig oder so gemacht. Echte Pappkekse aber Tim fährt total darauf ab!#freu

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=36&tid=549313

Viele Grüße
Nicole

Beitrag von dinchen1403 04.09.06 - 18:58 Uhr

hallo!

ja, ich war auch schon wach, nachdem ich auch in der nacht ca 6 mal aufstehen musste....!#augen#heul
wir sind wohl grade im 12 wochen schub...!#schwitz


aber vielen dank für den link!
das rezept ist abgespeichert !!

lg
nadine

Beitrag von debuggingsklavin 02.09.06 - 23:02 Uhr

Huhu!

Literatur?
Also ich finde "Die Wahrheit über Käpt'n Iglo und die Fruchtzwerge. Was die Industrie unseren Kindern auftischt" von Hans-Ulrich Grimm sehr gut und informativ.

http://www.amazon.de/Wahrheit-Fruchtzwerge-Industrie-unseren-auftischt/dp/3426777770/ref=sr_11_1/302-2308087-2019237?ie=UTF8

Es geht darin nicht unbedingt um Süßes, sondern generell auch um (Kinder)-Fertigprodukte und was wir alles in unsere Kleinen reinstopfen und WIE ungesund es ist. Und was alles enthalten ist.

Warum Zucker schaden kann?
Karies hast Du ja schon genannt.
Außerdem gewöhnen sich die Kleinsten so schon an den Zucker und entwickeln eine Vorliebe für Süßes.
Es wird ein Grundstein gelegt, dass das Kind SPÄTER einmal unter Übergewicht leidet.

Vielleicht schadet ab und zu n bisschen Zucker nicht, aber vorsätzlich würde ich meinem 15 Monate altem Kind kein Nutella-Brot machen.
(Davon ab, dass Johanna auch schon ab und an ein Eis bekommen hat, aber das kommt ja nicht immer vor. Nutella-Brot ist ja was alltägliches.)
Wir versuchen selbst so gut wie möglich auf Süßes Zeug zu verzichten, dann kommt unser Kind auch nicht auf den Klops, dass das normal sei, dass man täglich Leckerlis isst.

Ach jau, die Argumente, dass es "uns ja auch nicht geschadet hat", sind echt daneben. Das sind meist die Argumente der Eltern, die a) nicht nachdenken, was sie ihren Kindern geben und b) überhaupt keine Lust haben, sich mit gesunder Ernährung auseinander zu setzen.

Abgewichen...
Also, das Buch ist super.


LG :-)

Beitrag von dinchen1403 03.09.06 - 07:03 Uhr

guten morgen!

danke für deine antwort!!

du hast recht:
"Ach jau, die Argumente, dass es "uns ja auch nicht geschadet hat", sind echt daneben. Das sind meist die Argumente der Eltern, die a) nicht nachdenken, was sie ihren Kindern geben und b) überhaupt keine Lust haben, sich mit gesunder Ernährung auseinander zu setzen. "
DAS bringt mich auch immer auf die palme! und das ist dann immer genau der punkt, an dem mir die argumente fehlen. WARUM es eben doch schadet oder schaden kann! den grössten aufreger hatte ich in meiner schwangerschaft, als mir eine freundin meiner mutter weis machen wollte, dass rauchen in der ss ihrem kind nicht geschadet hat. der wäre heute kerngesund.! #schock #schock #schock

aber es ist wohl auch mit der ernährung so: die meisten eltern, die nicht auf die ernährung ihrer kinder achten, schaufeln sich meist selbst haufenweise süßigkeiten, pommes, fertigprodukte und co rein und denken noch, es wäre gesund....!

so, jetzt bin ich auch vom thema abgekommen. ;-)
vielen dank für den tipp mit dem buch! das werde ich mir auf jeden fall besorgen!!!

glg
nadine

Beitrag von zwillima 03.09.06 - 07:25 Uhr

Hallo,

der Geschmacksinn eines Menschen wird in den ersten drei Lebensjahren geprägt.
Entwickelt sich in diesem Alter eine Vorliebe für Süßes und Fettes wird das ein Leben lang bestimmend sein.


L.G.
zwillima

Beitrag von ximaer 03.09.06 - 08:30 Uhr

Hallo,
nichts hat so einen starken Einfluss auf den Menschen - seine Gesundheit, sein Wohlbefinden, seine Fitneß, seine Entwicklungsfähigkeit, seine Konzentrationsfähigkeit usw. - als die Ernährung (von der Psyche mal abgesehen). Jeden Tag nimmt er regelmäßig Nahrung zu sich - und es ist ja mehr als logisch, dass diese sowohl positive als auch negative Auswirkungen hat. Und dies sowohl sofort als auch langfristig.
Regelmäßiger Konsum von Pestizid- und Schadstoff-belasteten Lebensmitteln kann massive Folgen haben: "Pestizide können Krebs auslösen, das Immunsystem schädigen oder den Hormonhaushalt stören - viele von ihnen sind Nervengifte", warnt der Toxikologe Dr. Hermann Kruse von der Universität Kiel. Dass bei Babys und Kleinkindern die potentielle Schädigung weitaus massiver sind, liegt auf der Hand.
Stark Nitrat-belastete Lebensmittel können durchaus eine direkte Gefahr für junge Säuglinge darstellen: http://www.inform24.de/nitro.html
Umfassende Infos gibt es hier: http://de.einkaufsnetz.org/gift/lebensmittel/

Aber auch wenn man unbelastete Lebensmittel füttert, kann dies unterschiedlichste Folgen haben. Die alle aufzuzählen, kann man hier gar nicht leisten.
Nur ein paar Beispiele:

Frühe Gabe von gluten-haltigen Lebensmitteln scheint die Entwicklung von Diabetes zu begünstigen:
http://www.diabetes-kids.de/article.php?sid=280&mode=thread&order=0

Frühe Gabe von zuckerhaltigen und aromatisierten Speisen und Getränken prägt den Geschmackssinn nachhaltig (typisches Beispiel sind hierbei Fruchtzwerge und co), Kinder die derartiges früh essen, zeigen eine weitaus höhere Bereitschaft für den Konsum von "Convenience food" und "Junk Food":
"Die Wahrheit über Käpt'n Iglo und die Fruchtzwerge. Was die Industrie unseren Kindern auftischt" von Hans-Ulrich Grimm
http://www.amazon.de/Wahrheit-Fruchtzwerge-Industrie-unseren-auftischt/dp/3426777770/sr=8-1/qid=1157264165/ref=pd_ka_1/302-4458496-2442454?ie=UTF8&s=gateway

Übergewicht lässt die Gefahr steigen, an vielen verschiedenen Zivilisationskrankheiten zu erkranken: Diabetes (und hier nimmt die Zahl der erkrankten Kinder zu), Herz-Kreislauf-Krankheiten, Gelenkkrankheiten usw. Und zu Übergewicht kommt es nun mal durch falsche Ernährung und Bewegungsmangel - wobei falsche Ernährung auch Bewegungsmangel als Folge haben kann, weil eben keine Energie für Bewegung vorhanden ist, weil die Kids durch die falsche Ernährung schlaff und träge werden.
Falsche Ernährung macht "dumm", weil die Konzentrationsfähigkeit sinkt - und falsche Ernährung verhindert eine optimale Entwicklung von Babys, Kleinkindern, Kindern und Teenagern.

Wer nicht glaubt, wie massiv die Auswirkungen falscher Ernährung sein können, dem empfehle ich den Film "Supersize me":
http://www.supersizeme.com/
http://www.super-size-me.de/pdf/SSM_Schule_bebildert.pdf

Grüße
Suse