Wer kennt sich aus mit Pflegekindern bzw. Pflegefamilien?

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von cassiopeia68 03.09.06 - 21:39 Uhr

Hallo!

Mein Mann und ich habe eine knapp 2-jährige Tochter und möchten gern noch ein zweites Kind. Diese Planung ist etwas aus den Fugen geraten, weil ich erkrankt bin. Es ist nichts, was mich in meiner Rolle als Mutter einschränkt, aber eine zweite SS möchte ich meinem Körper lt. jetzigem Status nur ungern zumuten.
Eine Freundin brachte mich auf die Idee, ein Kind in Pflege zu nehmen. Ich habe mich über das Prozedere im Netz schon ein bißchen schlau gemacht, weil ich diesen Vorschlag gar nicht schlecht finde.
Mein Mann hat allerdings große Bedenken. Er sagt, daß man ein Pflegekind nie so annehmen kann wie ein eigenes (das wir, wie gesagt ja haben). Außerdem müsse man immer damit rechnen, daß das Kind die Pflegefamilie wieder verläßt.
Meine Argumente sind halt, daß unsere Tochter nicht allein groß werden soll, daß wir einem weiteren Kind die Möglichkeit geben, behütet und liebevoll aufzuwachsen und eben der Aspekt mit meiner Gesundheit und unserem Kinderwunsch.
Kennt sich irgendjemand in der Praxis damit aus und kann mir ein paar Ratschläge geben?

Danke schon mal und liebe Grüße
cassiopeia

Beitrag von 123kathy 03.09.06 - 23:13 Uhr

Es ist so, dass ihr nur ein Kind bekommen würdet, dass jünger als Eure Tochter ist. Leider gibt es schon genug Kleinstkinder, die man aus den Familien nehmen muss - erkundigt Euch doch mal beim Jugendamt.
Kathy

Beitrag von bomaus79 04.09.06 - 10:16 Uhr

hallo!

es gibt außer dem jugendamt noch verschiedene anlaufstellen. wenn du magst kannst du dich mit mir in verbindung setzen

Beitrag von danni64 04.09.06 - 10:16 Uhr

Hallo Cassiopeia,

ich möchte dir mal aus meiner Erfahrung berichten. Ich hatte zwar kein Pflegekind aber eine Stieftochter.
Dein Mann hat mit seinen Bedenken schon recht.

1. Muss man immer Angst haben,dass man dieses Kind wieder hergeben muss. Gerade bei Pflegekindern ist die Möglichkeit gross,denn ihr bekommt es nur in Pflege.
2. Liebt man diese Kinder nicht,wie seine eigenen. Es fehlt einem vieles,was man bei den eigenen Kindern hat. Die ersten Zähnchen,das erste Lacheln und all diese Dinge.
3.Diese Kinder kommen immer aus schwierigen Familien und habe eine Geschichte hinter sich. Da ist die Erziehung echt schwer. Man muss sehr Verständnis aufbringen.
4.Wirst du kaum ein Kind in dem Alter deiner Tochter bekommen. Leider besteht ein Mangel an Eltern für ältere Kinder.
5. Muss du dein komplettes Leben offen legen,bevor du ein Kind bekommst und das ist hart,ich weiss es von meiner Tante und meinem Onkel.

Hast du schon mal drüber nachgedacht,Tagesmutter zu werden,denn das wäre doch schön und sinnvoll.
So hat deine Tochter auch Spielkameraden und hilfst noch anderen Mamas.

Vielleicht konnte ich dir ein wenig helfen.

LG Danni !!!!

Beitrag von bomaus79 04.09.06 - 15:53 Uhr

das ist nicht ganz richtig. wenn man ein pflegekind hat heißt es nicht das die "gefahr" besteht das die leiblichen eltern das kind zurückbekommen. es wird auch manchmal festgelegt das eine rückführung in den elterlichen haushalt ausgeschlossen wird.

du schreibst von deinen erfahrungen die machen mich ein wenig traurig denn ich bin selbst pflegekind und ich glaube nicht das meine eltern mit mir eine schwere erziehung hatten. außerdem könnte das doch auch bei einem leiblichen kind so kommen oder?

ich meine das keinenfalls böse nur es macht mich persönlich traurig wenn es heißt das es schwer ist mit einem pflegekind.

ich glaube auch das meine (pflege)eltern mich so lieben wie ihr eigenes. vielleicht kann es nicht jeder.

Beitrag von danni64 04.09.06 - 17:55 Uhr

Hallo Bomaus,

die meisten Kinder sind aber schwierig,nur wenige nicht. Mein Onkel und meine Tante hatten auch ein Pflegekind und es war auch eine ganz Liebe. Sie mussten sie damals aber auch wieder hergeben,weil die Mutter sie zurück wollte. Meine Tante,mein Onkel und auch die Kleine waren tot unglücklich darüber,das weiss ich noch.

Viele Kinder haben einen seelischen Knacks weg,davon muss man ausgehen. Nicht alle,sorry,wenn es sich in meinem Posting so anhörte und las. Ich wollte niemanden zu nahe treten.

Ich habe meine Stieftochter auch sehr geliebt,nicht wie meinen leiblichen Sohn,aber auf ihre Art. Wir hatten viele Probleme mit ihr,weil sie mit den Verlust der Mutter nicht klar kam.
Oft war ich damit völlig überfordert und hätte das Kind gerne einfach der Mutter übergeben.

Viele stellen es sich sehr einfach vor,aber das ist echt nicht.Man kann ein Kind dann aber nicht einfach wieder abgeben.

Der Vater in dem Posting hat da schon bedenken und dann sollte man es besser lassen. Beide müssen da voll hinter stehen.

Übrigens bin ich von meinem Exmann geschieden und die Tochter möchte mit mir nichts mehr zu tun haben. Das tut weh,denn ich war 17 Jahre für sie da und habe sie gross gezogen. Da ich ihren Vater verliess,bin ich jetzt natürlich die Böse :-(.

Ich finde es toll,dass du so gute Erfahrungen mit Pflegeeltern hast und das du da gut aufgehoben warst und geliebt wurdest.
Es gibt halt Menschen,die sind dafür geboren, immer gute Eltern zu sein.

LG Danni !!!

Beitrag von bomaus79 04.09.06 - 19:21 Uhr

es hörte sich nur so an für mich das alle so wären.

aber du hast recht es ist mit manchen Kindern nicht einfach und pflegeeltern müssen so gut wie ihr ganzes Leben offen legen.

Beitrag von 123kathy 04.09.06 - 17:47 Uhr

Hier muß ich nochmal hinzufügen, dass man nur Kinder bekommt, die jünger als die eigenen sind. Zumindest hat dies eine Freundin von mir gesagt, die in einem Kinderheim für Kinder von 0-6 arbeitet und überlegt hat, ein Kind in Pflege zu nehmen. Da gibt es auch ganz kleinen "Würmchen", deren Entwicklung man von Anfang an mit verfolgen kann.
Sicher kommen die Kinder aus schwierigen Verhältnissen - aber Kinder, die zu schwierig sind, werden nicht in Familien vermittelt, bzw. nicht in Familien, wo keiner eine entsprechende Ausbildung hat. Unter Umständen kann es aber schon sein, dass die Kinder einen Schaden durch Alkoholmißbrauch der Mutter haben (es ist echt furchtbar, wie Kindern dadurch sovieler Möglichkeiten im Leben von Anfang an beraubt werden). Das muß aber nicht sein - es gibt auch sehr intelligente und niedliche kleine Kinder, die mit ihren Eltern ziemlich Pech hatten und sehr froh sind, wenn sie eine neue Familie finden!
Eine andere Freundin, die auch im Kinderheim gearbeitet hat, erzählte, dass die Kinder, obwohl sie sonst ihre Erzieherinnen gemocht haben, als sie dann von ihren neuen Eltern abgeholt wurden, nicht mal mehr zum Abschied gewunken haben, sondern sich nur noch stolz raustragen ließen - froh, endlich richtige Eltern zu haben.
Kathy

Beitrag von mami2408 04.09.06 - 18:30 Uhr

Hallo,

wir haben eine Pflegetochter und wenn du willst, kannst du mich ja mal anschreiben, dann kann ich dir genaueres berichten.
Möchte noch kurz anmerken, dass es nicht stimmt, dass man nur ein PK aufnehmen kann, dass jünger ist als die leiblichen Kinder - das stimmt definitiv nicht.

Lg

Christina

Beitrag von 123kathy 05.09.06 - 00:06 Uhr

Also das mit den jüngeren Kindern ist dann wohl von Region zu Region verschieden. Vielleicht ist es bei Euch ja anders.
Kathy