Frage zur Privatinsolvenz und "neuer Schulden"

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Beitrag von tav 03.09.06 - 22:46 Uhr

Guten Abend!

Meine gute Freunin bat mich für sie hier ein paar Fragen zu stellen. Es geht um ihre Privatinsolvenz.
Die Eröffnung der Insolvenz begann im April 2006. Vor einer Woche bekam sie von ihrem Fintesstudio ein Mahnbescheid wegen Nichtzahlung der Monatsbeiträge (Vertrag wurde im Dezember 2005 abgeschlossen).
Ihre Frage ist jetzt, sind das neue Schulden? Oder zählt das noch zu den alten, da der Vertrag im Dez 05 abgeschlossen wurde? Wie kann sie jetzt weiterhandeln bzw. was erwartet sie jetzt wegen dem Mahnbescheid?

Viiielen Dank für Eure Antworten #blume

Grüsse
Tav

Beitrag von weintraube75 03.09.06 - 22:57 Uhr

hallo,
ich habe keine ahnung, ob das neue schulden sind oder ob das reingerechnet wird.

aber mal einen anderen vorschlag. wie wäre es, wenn besagte freundin sich jetzt mal kümmern würde. ein mahnbescheid kommt, wenn schon vorher mahnungen gekommen sind, das wissen wir ja alle. warum schludert sie jetzt rum, so das es zu neuen schulden kommen kann? ich finde das unheimlich unfair, den leuten gegenüber, die eigentlich noch geld bekommen müßten.

naja egal. an ihrer stelle würde ich schnellstens zum fittnesscenter und die lage erklären, versuchen aus dem vertrag rauszukommen. das dürfte eigentlich klappen, da sie ja kein geld hat. notfalls mal beim verbraucherschutz anklopfen, die können einen recht gut helfen.

als nächstes gibt es sicherlich ansprechpartner wegen ihrer insolvenz, dort nachfragen, wie sich das verhält.

und dann in zukunft, solchen sachen aus den weg gehen. wenn ich wa nicht bezahlen kann, dann kann ich es nun mal nicht in anspruch nehmen, oder sehe ich da etwas falsch?

Beitrag von tav 03.09.06 - 23:07 Uhr

Hallo!
Da muss ich dir recht geben... sie hat es schleifen lassen. Nur der Fintesschef lässt den Vertrag nicht stillegen und auch nicht kündigen, sie hat es schon versucht.
Sie hat den Vertrag auch nur abgeschlossen, weil sie Rückenprobleme hatte und der Arzt ihr das mit dem Fitness empfhiel.

Danke für deine Antwort.

Beitrag von weintraube75 04.09.06 - 09:59 Uhr

hallo,
das mit dem fitnesscenter dachte ich mir schon, deswegen der tip mit der verbraucherzentrale.
bei gewissen gründen, kommt man aus dem vertrag raus. einfach mal den vertrag schnappen und ab zur verbraucherzentrale.
bei wir es damals so, dass ich arbeitsaufnahme nicht mehr hingehen konnte, aber schön weiterzahlen sollte. ich habe den vertrag checken lassen und ich war schneller draußen, als man sich nur denken kann. die meißten verträge von solchen centern enthalten nämlich viele ungültige punkte, gerade was die kündigung betrifft.
ich würde da ansetzen, dass sie kein geld hat oder eben bei ihren rückenproblemen.
versucht es wenigstens. weil so ist es ja auch nicht toll. wenn sie sich nicht bewegt, wird sie immer wieder neue schulden machen.
lg weintraube

Beitrag von bebe20 04.09.06 - 08:32 Uhr

Soweit ich weiß, sind das neue Schulden. Sie hat doch sicher nen Insolvenzverwalter?! Der Vertrag muss aufgrund der Privatinsolvenz gekündigt werden und der Vertragspartner muss über die Insolvenz informiert werden, genauso wie andere Vertragspartner, wo z.B. noch Kredite laufen...

Beitrag von silver206 04.09.06 - 08:37 Uhr

Hallo,

das kommt drauf an, ob die Forderung bei der Insolvenz angemeldet wurde. Ist dem so, sollte der Betrag, der bis zur Eröffnung angelaufen ist, mit in der Inso sein. Eine Inso bedeutet ja nicht, dass man gar keine Rechnungen mehr bezahlen muss? #kratz

Ein einfacher Anruf beim Treuhänder schafft da Klarheit.

Gruß Irene

Beitrag von pati_78 04.09.06 - 09:56 Uhr

Du koenntest Deiner Freundin vielleicht noch etwas ins Gewissen reden. Denn:
Du schreibst ja, dass sie im Dezember 2005 den Vertrag abgeschlossen hat und die Insolvenz im April 2006 begann. Ich schaetze mal, dass die finanzielle Situation im Dezember auch nicht mehr so rosig war, wenn dass Insolvenzverfahren eingeleitet werden musste. Da schliesst man doch keinen Vertrag im Fitnessstudio ab!!!

pati

Beitrag von tav 04.09.06 - 10:04 Uhr

guten morgen!
ja wie schon gestern erwähnt, sie hat sich nur dort angemeldet um ihren rücken zu stärken-so empfahl es ihr der arzt. und dass ihr mann im februar arbeitslos wurde, wusste sie leider im dezember noch nichts davon.

aber trotzdem danke für die antwort,

grüße
tav

Beitrag von luise.kenning 04.09.06 - 13:38 Uhr

tip für die zukunft für die freundin:

wenn man rückenprobleme hat, lässt man sich krankengymnastik oder gerätegestützte krankengymnastik verschreiben.

das zahlt abzgl einer kleinen zuzahlung die Krankenkasse, und von den zuzahungen kann man sich ja auch befreien lassen.

übrigens bezuschussen die gkv auch präventivkurse gegen bewegungsmangel, für ausdauer oder gegen stress( nordic walking, aqua-gym, yoga etc.)

Lg

Luise



Beitrag von snowy 04.09.06 - 10:44 Uhr

Was genau meinst du denn mit Eröffnung der Insolvenz?

Wurde dort erst der Antrag gesetellt oder nennst du das den Anfang der Wohlverhaltensperiode?

Wäre die Wvp schon eingetreten, so wäre der Antrags- und Bearbeitungszeitraum der Insolvenz schon im Bereich Dez. 05 gefallen und somit hätte der Fitnessstudiobesitzer gute Chancen sie anzuzeigen, wenn sie die Beiträge nicht zahlt und auch schon beim Abschluss ( laufendes Verfahren ) wusste, dass sie das nie kann.

Wenn aber der Antrag auf Insolvenz erst im April statt fand, dann geht dieses ( nicht zahlen können ) mit Abgabe beim Verwalter bzw Gericht in das Verfahren mit rein.

Wobei man sich trotzdem noch fragen sollte ob das so ne logische Handlung war diesen Vertrag zu unterschreiben, denn selbst wenn der Antrag *erst* im April gestellt wurde, muss ja schon vorher eine "gute" Summe zustande gekommen sein, sonst wird gar kein Insolvenzverfahren angestrebt bzw durchgesetzt.

Sie sollte nach meinem Ermessen zügig Hilfe holen in Umgang mit ihrer lockeren Unterschrift. Ich glaube sie ist noch nicht komplett aufgewacht was das mit den Schulden angeht. Das zeigt schon das ewige abwarten und sie lässt es dann auch noch bis zum Mahnbescheid kommen.

Das ist jetzt nicht bös gemeint, es ist eben nicht so einfach den Dreh zu bekommen und man muss schon hinter der Insolvenz stehen und auch so leben!

Der Vertrag kann im übrigen auch vom Verwalter gekündigt werden wenn man vernünftig mit ihm spricht *sofern überhaupt schon jemand benannt wurde*, wenn nicht kann man auch die Insolvenzstelle dazu zur Hilfe nehmen.

#snowy

Beitrag von luise.kenning 04.09.06 - 13:06 Uhr

wenn das fitnesstudio nicht in der liste der gläubiger steht, welche ja im inso-verfahren angegeben wird, sind neue schulden. und dann siehts ganz übel aus... denn die maßgabe bei der inso ist ja, KEINE neuen schulden zu machen bzw. alles vollständig anzugeben-

wenn sie nun mit dem studio verhandelt, verschafft sie denen nen vorteil vor den anderen gläubigern.

sie solllte dringend zu ihrem anwalt/ihrer beratungsstelle und die sache klären.

Luise

Beitrag von tav 04.09.06 - 13:14 Uhr

Danke für alle Antworten. Ich werde es weitergeben!