Unsere Tochter(15) hockt nur bei uns!

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Forum: Jugendliche

Viele Eltern sehen der Pubertät ihrer Kinder mit Schrecken entgegen. Welche Probleme tauchen wirklich im Zusammenleben mit einem Teenager auf? Was, wenn AlkoholDrogen und Verhütung zum Thema werden? Tauscht hier eure Erfahrungen mit anderen Teenie-Eltern aus.

Beitrag von ina37 04.09.06 - 08:26 Uhr

Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht? Unsere Tochter hockt nur bei uns und das eigentlich täglich, bis wir selbst ins Bett möchten. Wir haben mit ihr gesprochen und gefragt, ob sie sich nicht auch einmal alleine aufs Zimmer zurückziehen möchte... schließlich sind wir ja auch noch ein Paar!

Wir, das sind 3 kinder und Mama u. Papa.

( 15, 8, 1 Jahr)

Wie macht man einem Mädchen in diesem Alter klar, dass ihre Entwicklung nicht nur in den Wänden des Elternhauses stattfinden kann.
Sie ist eher ein Einzelgänger und hat eine einzige Freundin, mit der zur Zeit auch nichts läuft. Wir finden das sehr anstrengend!

Beitrag von jennyspike 04.09.06 - 12:47 Uhr

Erfahrungen hab ich keine, aber die Überlegung, ob Eure Große vielleicht in gewisser bewusster oder unbewusster Weise eifersüchtig / neidisch ist auf Euer Kleinstes ist und deshalb gerne (wieder) genauso viel Zeit in Anspruch nehmen möchte wie das jüngere Geschwister?
Hab mal einen Bericht gelesen mit kleineren Kindern, die plötzlich wieder die Windel, Nuckel oder die Flasche wollten nachdem das Baby da war. Vielleicht gibts sowas ja auch in anderer Form bei Teenies?

Wäre ein "Frauennachmittag" eine Möglichkeit? 8jähriges zu Freunden, das Kleine zu einer Deiner Freundinnen oder zur Oma / Patentante ect.) und dann eine Shoppingtour (oder was anderes, was Deine Große gerne mag), abends noch aufgebrezelt schick essen gehen, nur sie und Mama (oder Papa, wenn sie eher ein Papakind ist). ´Vielleicht mag die Freundin ja mitkommen?

Liebe grüße,
Jenny

Beitrag von ina37 04.09.06 - 16:43 Uhr

Vielen Dank, Jenny...

es stimmt schon... für jeden einzelnen bleibt recht wenig Zeit.
Die Idee mit dem gemeinsamen " Tun" haben wir auch schon längst mehrfach durch.

Oma und Opa wohnen nebenan..., die Mittlere ist oft unterwegs zu Freunden... Wir haben schon ein recht enges und gutes Verhältnis. Da können andere nicht dran klingeln... habe ich mal so vernommen.


Aber Du magst Recht haben... Der Platz in der Familie...



Beitrag von jsteinba 04.09.06 - 14:50 Uhr

"Wie macht man einem Mädchen in diesem Alter klar, dass ihre Entwicklung nicht nur in den Wänden des Elternhauses stattfinden kann. "

Tut sie doch auch nicht, sie geht doch auch noch zur Schule!
Wenn sie zu Hause bleiben möchte, warum sollte sie das nicht dürfen. Ich war in dem Alter auch viel zu Hause... ja und. Mir lag nichts an abends weggehen.
Wenn ihr euer Wohnzimmer mal für euch haben wollt, dann würde ich ihr das auch sagen und Regeln über ausmachen, wann sie ihn ihr Zimmer muss. Allerdings ist bei uns das Wohnzimmer für alle da und wer seine Ruhe haben will, muss sich zurückziehen (da sind dann allerdings die elter die mit den schlechtesten Karten, die haben nicht jeder ein eigenes Zimmer :-) ) Trotzdem sehe ich das Wohnzimmer als Familienzimmer an.

Beitrag von ina37 04.09.06 - 16:30 Uhr

Vielleicht habe ich mich ein weinig zu unklar ausgedrückt. Selbst in der Schule gibt es nur oberflächlichen Kontakt zu den Mitschülern. Welche Ursachen das hat, können wir nicht sagen. Vom Typ her war sie schon immer etwas eigen und hielt sich gern außen vor. Das macht es uns als Eltern nicht gerade einfach. Konflikte, die im Jugendalter ausgetragen werden und zur Entwicklung eines vernünftigen Sozialverhaltens dazu gehören, werden so immer im Rahmen der Familie ausgetragen. Wir finden, dass dieser Umstand es unserer Tochter nicht eben leicht macht, zwischen den anderen Jugendlichen zu bestehen u. in der Gruppe einen Platz zu finden. Und wenn wir dann das Gefühl haben, dass sie uns als " Ersatz" begreift und unsere Privatsphäre als Paar nicht respektiert, obwohl wir schon desöfteren mal darum gebeten haben....

Ein guter Weg wird sein, feste Zeiten zu setzen, damit wir wenigstens eine Stunde am Abend für uns haben.

Übrigends... wir sind gern Eltern und unglaublich stolz auf unsere Kinder !

Beitrag von jsteinba 04.09.06 - 17:23 Uhr

"Übrigends... wir sind gern Eltern und unglaublich stolz auf unsere Kinder !"
Das bezweifel ich auch nicht :-)
Ich fühle mich nur so an mich erinnert. Ich war in der Schule scheinbar auch immer etwas "außen vor" und viele Lehrer haben meinen Eltern versucht einzureden, dass sei nicht normal. Meine Eltern haben sich zum Glück aber nicht beirren lassen.
ICH habe mich so wohl gefühlt. Und erstaunlicherweise: Obwohl in scheinbar außen vor war, hatte ich meinen festen akzeptierten Platz in der Klassengemeinschaft (keine negative... wie die Streberin oder so).
Aber du hast natürlich recht... ihr als Paar braucht auch eure Zeit.

Beitrag von winterfee 04.09.06 - 16:03 Uhr

Ehrlich gesagt, erschüttert mich dein Post ein wenig.

Stört dich deine Tochter?

Bei so kleinen Geschwistern ist es wohl ganz normal, dass das große Mädel nicht viel von ihren Eltern hat.
Offensichtlich genießt sie die Zeit abend alleine mit ihren Eltern...ohne die kleinen Geschwister.

Ihr findet das anstrengend? Wozu dann 3 Kinder in so hohen Altersunterschieden? Habt ihr euch das nicht vorher überlegt??

Wenn ihr als Paar mehr Zeit für euch gewollt hättet, dann hättet ihr euer Leben wohl bissel anders planen sollen...

Versteh ich echt nicht. Und find es mega unfair eurer großen Tochter gegenüber.

Mit 15 ist sie auch noch nicht erwachsen..und euch scheint sie ja ziemlich auf den Wecker zu gehen.
Find ich unmöglich, dass ihr, nur damit ihr eure Ruhe habt, sie auffordert sich alleine in ihr Zimmer zu hocken...

Ich bin bestimmt kinderlieb...aber wenn ich sowas lese, dann frage ich mich nach den Beweggründen für einen dritten Nachzügler. DAS ist nun mal Stress...aber Stress den ihr euch selber ausgesucht habt...

Eure Große kann da nichts für...

Verständnislose Grüße! :-(

Beitrag von ina37 04.09.06 - 16:38 Uhr

Oh, ich denke, Sie sollten sich nicht so weit aus dem Fenster lehnen.

Es ist nicht die Sachlage, dass unsere Tochter uns auf den Wecker geht.

Vielmehr sind es die fehlenden Kontakte unserer Großen nach außen, die uns sorgen.
( Keiner redet vom Alleinsein im Zimmer!)

Und... wir haben sehr genau abgewogen, ob wir unsere Kinder gut ins Leben begleiten können.

Ich habe nur den Blick zu andern Teenies gewagt und meine Sorge darüber kundgetan.
Sorry, wenn das für einige nicht nachvollziehbar ist.



Beitrag von winterfee 04.09.06 - 17:53 Uhr

Hier duzen sich alle....#augen

Also dein Ausgangspost klang alles andere als sorgenvoll, vielmehr nach genervt sein.

Auszug aus deinem Post:

Das ist anstrengend...und ...schließlich sind wir ja auch ein Paar.



Beitrag von winterfee 04.09.06 - 17:56 Uhr

Ach noch was...selbstverständlich redest du vom Alleinesein in ihrem Zimmer.

Darf ich dich mal drauf hinweisen:

Wir haben mit ihr gesprochen und gefragt, ob sie sich nicht auch einmal alleine aufs Zimmer zurückziehen möchte... schließlich sind wir ja auch noch ein Paar.

Sie stört euch offensichtlich in euer Zweisamkeit. Anders ist das nicht zu verstehen.

Beitrag von karl.hsr 05.09.06 - 13:00 Uhr

Na aber klar!
Wenn mein Sohn wieder mal eine Woche hat in der er erst um zehn Uhr ins Bett geht (und grundsätzlich darf er das selbst bestimmen, immerhin muss er ja morgens nicht aufstehen und soll seinen eigenen Rythmus finden) und Ina und ich zehn Minuten danach halb tot ins Bett fallen, frage ich mich auch was das soll.
Ich liebe meinen Sohn über alles aber ich bin auch ein eigenständiger Mensch und bin nicht nur Vater, sondern auch Ehemann. Und meine Frau will ich auch mal für mich.
Das ist gesund, das ist normal. Alles andere nehme ich keinem ab.

K

Beitrag von sambina 04.09.06 - 20:56 Uhr

Hallo,

im Gegensatz zu meinen Vorposterinnen kann ich das Anliegen hier ganz gut nachvollziehen.

Auch ich habe 3 Kinder (wenn auch nur im Altersabstand von 2 Jahren), aber auch ich brauche mal eine Art "Auszeit".

Von morgens früh bis abends um 20:15 Uhr (wochentags) bin ich Mama, danach bin ich Frau und Freundin. Meine beiden kleinen Kindern gehen um diese Zeit ins Bett und der Große (12) geht dann in sein Zimmer und beschäftigt sich dort (TV, Internetchat mit Freunden od. Playstation) bis um 21 Uhr.

Diese Vereinbarung haben wir in Absprache mit den Kindern getroffen und alle waren einverstanden. Sie gilt für 3 Abende pro Woche. 1 Tag dürfen sich die Kids aussuchen als "Lange-Aufbleib-Tag" und Fr., Sa. und So. wird es bei uns eh etwas später.

Ich bin sicher mit Leib und Seele eine Vollblutmutter, aber ich bin auch eine Frau und habe dann sozusagen "Feierabend". Wünsche meiner Kinder erfülle ich gerne - dann aber erst am nächsten Tag.

Meine Kinder haben das verstanden, denn sie wollen ja auch mal mit ihren Freundinnen ungestört sein und es gibt meiner Meinung ja auch Theme zwischen Mann und Frau, bei denen ein Kind (ja, auch ein Teenager) nichts zu suchen hat.

In diesem Sinne....

LG
Sambina #blume

Beitrag von ina37 05.09.06 - 07:58 Uhr

Vielen Dank!

Du sprichst mir aus dem herzen. Genauso sehen wir das auch. Euer Vorteil ist allerdings, dass Euer Großer Kontakte pflegt... Unsere tut´s leider nicht und vielleicht macht uns diese Situation dann bei unseren Wünschen mehr zu schaffen, als wir meinen...

LG Ina

Beitrag von risala 05.09.06 - 12:12 Uhr

hi!

hat deine tochter denn vielleicht ein besonderes interesse? ein hobby dem sie nachgehen kann? sie muss die knatkte ja nicht zwingend in der schule pflegen... hab ich auch nur bedingt gemacht...

vielleicht mag sie mal eine tanzschule besuchen, reiten, etc. auch dadurch kann sie leute kennenlernen und findet darüber gemeinsame interessen / gesprächsthemen. manchmal deckt die schule sowas einfach nicht ab.

und klar, verstehen kann ich sie auch - wenn die kleinen im bett sind hat sie euch endlich mal wieder für sich alleine. hast du sie mal gefragt, warum sie jeden abend so lange bei euch bleiben möchte? denn auch euer wunsch nach zweisamkeit ist normal.

ich habe früher auch viel bei meiner mutter und ihrem freund im wonhzimmer gesessen, weil ich kein discotyp war / bin oder sonst großes interesse hatte wegzugehen (zumal wir auf dem dorf wohnten). trotzdem habe ich mich abends mit meiner freundin / meinen freunden getroffen - nicht jeden abend aber regelmäßig. ber auch ich fing irgendwann an mich mehr in mein zimmer zurückzuziehen (habe damals schon sehr gerne gelesen) und war froh meine ruhe zu haben (hab aber auch keine geschwister mit denen ich meine eltern / stiefeltern hätte teilen müssen).

rede einfach mal von frau zu frau mit deiner tochter - ohne vorwurf - und versuch die hintergründe für ihr verhalten herauszubekommen. erklär ihr aber auch, warum es für euch als eltern auch wichtig ist, mal 1,2 od. 3 abende ohne kinder verbringen zu können. natürlich mit dem hinweis, dass ihr sie nicht abschieben wollt...

gruß
kim

Beitrag von paulfort35 06.09.06 - 08:48 Uhr

Hallo,
so ist das eben in einer Familie. Eure Tochter hat genauso ein Anrecht auf euer Wohnzimmer wie ihr! Sie lebt schliesslich bei euch, ihr habt sie ja in die Welt gesetzt. Wenn ihr alleine seid wollt, dann zieht euch doch in euer Schlafzimmer zurück, oder engagiert einen Babysitter und geht mal zusammen aus.
Paule

Beitrag von jill33 12.09.06 - 23:06 Uhr

Grundsätzlich hast du schon Recht: Es ist manchmal nervig...keine Frage! Allerdings müsst ihr dadurch. Wenn sich eure Tochter wohl fühlt, ständig bei euch zu sein, dann müßt ihr das akzeptieren. Denn wichtig in der Erziehung ist immer: Das sich die Kinder wohlfühlen!!! Und wie ja auch schon erwähnt, habt ihr ja die möglichkeit euch Abends ins Schlafzimmer zurück zu ziehen....dann müßte deine Tochter allerdings auch in ihr Zimmer gehen. Wenn sie sich dann aber noch zwischen euch legen würde, dann hättet ihr ein Grund zur Sorge. Aber solange sie nur am Tage bei euch ist, ist`s normal....

LG Claudia

Beitrag von kleinerobbe03 27.09.06 - 20:12 Uhr

Hallo Ina

ich möchte dir dringend raten das Buch "Unsere Kinder baruchen uns" zu lesen !
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