Kein Durchhaltevermögen... (Achtung lang!)

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von melanieto 04.09.06 - 11:21 Uhr

Hallo zusammen,
mein Sohn macht mich zur Zeit richtig wütend...

er wünscht sich soo lange ein Fahrrad, also haben wir ihm im Mai eins gekauft (zum Geburtstag) und seitdem versuchen wir das Radfahren zu üben. Stützräder sind dran, die wir auch höher stellen. Aber mein Sohn setzt sich drei Mal aufs Rad. Sagt mir dann: "Das kann ich nicht" und steigt nicht mehr auf das Fahrrad.:-[ Ihn jetzt zum Fahrad fahren zu bewegen ist echt schwer.
Im Juli wollte er dann unbedingt einen Schwimmkurs belegen, was ich auch absolut befürwortet habe. Also haben wir ihn angemeldet, 60 Euro bezahlt und los ging es. Erste Stunde war prima, da er die Sachen, die ihm gezeigt wurden schon konnte. Beim nächsten Mal ging es dann los. "Das kann ich nicht" und steigt aus dem Wasser.#schmoll Die Lehrerin hat mit ihm geredet, ich habe es versucht, aber keine Chance.
Er stellt sich dann so stur, bis er vor Zorn anfängt zu weinen und das war es dann.
Ich möchte natürlich auch nicht das er Angst vor Wasser bekommt, also zwinge ich ihn auch nicht.
Was ich wohl verlangt habe, ist den Kurs bis zum Schluß zu besuchen. Er musste sich an den Rand setzen und zusehen, wenn er wollte hätte er jederzeit wieder im Kurs einsteigen können - aber er wollte es nicht.
Ich habe ihm erklärt, das es wichtig ist, sich vorher Gedanken zu machen und das es Sachen gibt, die man einfach durchziehen muß. Schließlich kommt er nächstes Jahr in die Schule. Da kann er mir doch auch nicht nach einer Woche sagen, das er jetzt noch nicht lesen und schreiben kann und deshalb nicht mehr hingehen will.
Die beiden Beispiele wiederholen sich bei so vielen Dingen bei uns, es sind also leider keine Ausnahmen. Habt ihr ähnliche Erfahrungen und vielleicht Tipps?

Beitrag von anja1968bonn 04.09.06 - 14:46 Uhr

Vielleicht irre ich mich ja, denn ganz aus eigener Erfahrung kann ich nicht sprechen (mein Sohn ist noch keine 4), aber Du übst Druck auf Deinen Sohn aus, er spürt das und verweigert sich.

Wenn Dein Sohn sich in dem Schwimmkurs nicht wohl fühlt, was soll es ihm dann bringen, als das "doofe Kind", als das er sich fühlt, am Beckenrand zu sitzen und zuzugucken. Entweder ihr bringt im später so das Schwimmen bei, oder ihr investiert das Geld später noch mal.

Zum Thema Fahrrad: Mein Sohn wollte unbedingt bei seinem Rädchen die Stützräder abhaben, und jetzt benutzt er es nur als Laufrad, weil er sich nicht auf die Pedale traut. Na und? Er war schon immer einer, der Sachen erst gar nicht, und dann gleich gut konnte, also lassen wir ihm die Zeit, die er braucht.
Dann Sohn sperrt sich im Moment, aber so schnell ist das Fahrrad doch sicher nicht unbrauchbar, oder?

Natürlich ist es wichtig, bestimmte Dinge durchzuziehen oder durchzusetzen, natürlich können und sollen Kinder Regeln einhalten und auch bestimmte Konsequenzen einschätzen, die man dann auch einfordern kann. Dazu gehören für mich einfach Sachen im Alltag, das z.B. zwischendrin mal aufgeräumt wird, bevor neues Zeug geholt wird, dass beim Essen keine Extrawürste gebraten werden und mal dies, mal das verlangt werden kann, dass eine Reise zu Oma nicht nach 30 Minuten beendet wird, nur weil mein Sohn lieber irgendetwas anderes tun möchte usw.

Die Schule gehört für mich in eine andere Kategorie, zumindest bei uns ist es so, dass ich immer wieder überrascht bin, wieviel entspannter manche Dinge im Kindergarten ablaufen als ich es mir zu Hause vorher habe vorstellen können.

LG

Anja

Beitrag von melanieto 06.09.06 - 11:39 Uhr

Hallo nochmal,
ich denke nicht, das wir Druck auf ihn ausüben.
Die Wünsche wurden von ihm geäußert. Davon abgesehen, kann er fast schwimmen, ich habe gedacht, das er den Kurs mit Links macht und deshalb unbedingt hin wollte. Ich glaube ihn hat gestört, das eine fremde Person ihm was sagen wollte. Aber mit 5 1/2 Jahren muß man das doch akzeptieren oder?
Und da ich keinen Druck auf ihn ausüben wollte, mußte er ja auch nicht mehr am schwimmen teilnehmen, sondern durfte zusehen. Ich wollte ihm aber klar machen, das es Dinge gibt, die man durchziehen muß.
Bin nicht sicher, ob das alles so richtig ist, aber immer zu sagen, o.k. Kleiner, heute wieder keine Lust dann lass es sein halte ich auch für falsch, oder?
Ich hoffe jetzt mal auf die Zeit und warte ab, irgendwann wird er keine Lust mehr haben den anderen beim schwimmen, Fahrrad fahren, Inliner laufen unsw zuzugucken und wird vielleicht anfangen zu üben.
Liebe Grüße
Melanie

Beitrag von arthurmama 04.09.06 - 16:10 Uhr

Hm,

mein Sohn ist 4 1/2.
Meine Beobachtungen: wenn ich ihn schiebe was zu tun, dann wird es garantiert nichts, aus dem Grunde, weil er es nicht perfekt kann (woher denn auch). Wenn ich allein grübeln lasse über diverse Sachen, ihm aber nur andeute, was das Ziel ist, dann löst er es geistig und von Jetzt auf Gleich setzt er es um.

Beispiel Fahrradfahren: Er hatte schon relativ früh ein Laufrad, also hatte er die nötige Vorbereitung zum Gleichgewicht halten, aber auf ein Fahhrad wollte er ca. 1 Jahr lang nicht steigen, obwohl es ein sehr interessantes Objekt war. Das Fahhrad war immer greifbar, er hatte auch immer wieder es mal geschoben, aber nie draufgesetzt. Irgendwann habe ich ihn mir vorgenommen und habe nicht locker gelassen - und binnen 20 Minuten hatte er es auch mit den Pedalen raus!
Ähnlich ging es beim Puzzeln.

Wenn Dein Sohn Wünsche äußert beschäftigt er sich vielleicht in seinem stillen Kämmerlein mit dem Zustand, wie das wäre wenn er es könnte, aber er stellt dann fest, dass seinen Motorik das noch nicht kann. Lass ihm die Zeit sich weiterhin damit zu beschäftigen und stempel ihn nicht ab - kein Durchhaltevermögen. - Er will sich halt keine Blöße geben! :-)

ich weiß, das sind immer gute Ratschläge für andere und selber hat man auch Schwierigkeiten die umzusetzen ;-)

LG

Beitrag von melanieto 06.09.06 - 11:35 Uhr

Danke für eure Antworten,
ich denke nicht, das wir ihn bedrängen. Ich finde eher, das wir auf ALLE seine Wünsche eingehen. Er braucht ein Laufrad, also bringt das Christkind ein Laufrad. Er setzt sich drauf, versucht es drei Mal und es klappt nicht. Also steht das Laufrad jetzt in der Garage und wartet darauf, das seine Schwester es nutzen möchte. Er wünscht sich einen Roller, Rollschuhe, Inliner usw usw. und alles wird bei Zeiten gekauft aber alles steht nun im Schrank / Garage weil es nicht beim ersten Versuch geklappt hat. Das kann doch nicht sein oder? #schmoll
Jetzt möchte er gerne in den Fußballverein. Und nun? Er wirs sicerhlich nicht direkt in die Nationalmannschaft aufgenommen;-), aber trotzdem muß er doch anfangen, wie jeder andere auch.
Mal sehen, die Sachen stehen ja da, vielleicht bringt es die Zeit!
Liebe Grüße:-)
Melanie

Beitrag von marion2 05.09.06 - 08:41 Uhr

Hallo,

hat dein Sohn einen Roller? Der wäre für ihn besser geeignet als ein Fahrrad. Mein Sohn hat Fahrrad fahren gelernt (ohne Stützräder) als er sich ein cooles Mountainbike gewünscht hat. Vorher nicht. Lass ihn doch erstmal mit Stützrädern fahren. Mit 4 muss er noch nicht Fahrrad fahren können.

Schwimmen muss er auch noch nicht. Das hat Zeit. Wenn er festgestellt hat, dass es dieses Jahr noch nichts wird, hatte er dann Schwimmhilfen zur Verfügung und konnte schon mal die Schwimmbewegungen üben?

Kann es sein, dass dein Sohn deinen Erwartungen nicht entspricht? Ist das denn so schlimm?

Zum Kindsein gehört es nunmal dazu, Dinge auszuprobieren und festzustellen, dass man doch noch zu klein dafür ist.

Schraub DEINEN Ehrgeiz ein bisschen runter und lass deinen Sohn Kind sein.

Mich hat es auch geärgert, dass mein Sohn im Schwimmkurs nicht schwimmen gelernt hat - aber das ist mein Problem - nicht seins.

LG Marion

Beitrag von melanieto 07.09.06 - 08:27 Uhr

Nein zum hundersten Mal, ich üben den Druck nicht auf ihn aus. Mir ist es auch egal ob er mit 5 Fahrrad fahren kann oder schwimmen oder auch nicht. Mich ärgert, das er alles haben will, ich alles kaufe oder ihn in irgendwelchen Kursen anmelde und er mir nach dem 2. Versuch sagt, "das kann ich nicht, also mach ich es nicht". Entweder zieh ich nun die Konsequenz und melde ihn in keinem Kurs mehr an (den ER gerne machen möchte) oder versuche ihm beizubringen, das er Sachen die er haben möchte oder lernen möchte auch wertschätzen muß.
Wir sind eine junge Familie mit 2 Kindern, das hab ich das Geld nicht auf einem Extra Konto liegen.
Ich sage es gerne nochmal, er muss nicht Fahrrad fahren können, von mir aus lernt er es später, aber es geht nicht, das er einen Roller bekommt, ein Laufrad und ein Fahrrad um ihm seine Wünsche zu erfüllen, ("Mama, ich will auch Fahradfahren wie die anderen") und die Sachen neu und unbenutzt in der Garage stehen. Das ist das einzige was mich ärgert:-[ Jeder muß es doch lernen und ich möchte ihm nur beibringen, das auch er üben muß und Geduld aufbringen muß.