Hilfe ! Vater zahlt unregelmäßig und zu wenig Unterhalt !!

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von tina_1984 04.09.06 - 13:16 Uhr

Hallo !

Ich bin 22 Jahre alt, studiere jetzt zum WS 06/07 im 5. Semester Medizin, wohne seit 2 Jahren nicht mehr zu Hause und weiß einfach nicht mehr weiter.

Die letzten 2 Jahre hab ich in Ungarn studiert, mein Vater hat mir jeden Monat 530 € überwiesen, von denen ich Miete, Nebenkosten, Verpflegung, Bücher (verdammt teuer im Studium), Klamotten, Flüge nach Hause, Benzin, etc. bezahlen sollte. Ist verdammt knapp gewesen - mein Großvater hat mir aus diesem Grund eine Zeitlang jeden Monat noch zusätzlich 200 € überwiesen. Die Finanzspritze entfällt nun aus gesundheitlichen Gründen, dadurch bin ich gegen Ende der Studienzeit in Ungarn ca. 500 € ins Minus gerutscht - da versuche ich jetzt gerade wieder herauszukommen.

Jetzt bin ich wieder zu Hause, habe zur Zeit Semesterferien. Mein Vater wollte mir in der Zeit, in der ich nicht effektiv an einer Uni eingeschrieben bin, jeden Monat 200 € zahlen, meine Mutter hat ihn zu 250 € überredet. (Habe mir zusätzlich einen 400€ Job besorgt !!) Im ersten Monat habe ich das Geld fast am Ende bekommen, letzten Monat kam es pünktlich zum 01.08. und diesen Monat wird er gar nicht zahlen - Hintergrund: Mein Vater hat mir damals zum 18. Geburstag sein altes Auto, ein Käfer Cabrio, geschenkt. Der Wagen wurde nie auf mich umgeschrieben. In den letzten 4 Jahren war der Wagen mehrere Male in der Werkstatt - mein Vater hat bis jetzt IMMER die Rechnung gezahlt. Nun war mir vor kurzem das Kupplungsseil gerissen. Ich habe einen Bekannten, der mir den Schaden ohne große Kosten hätte reparieren können. Mein Vater bestand darauf, dass der Käfer in eine Werkstatt seiner Wahl kommt. Er hat den Wagen selbst in die Werkstatt gebracht, ist dann in den Urlaub gefahren. Jetzt kam die Rechnung - er hat mich angerufen und gesagt, dass er es nicht einsieht, dass er die Rechnungen für mich zahlt, mein Verhalten wäre unter aller Sau, usw. usf.! Die besagte Rechnung beläuft sich auf ca. 400 €. Ich habe, nachdem ich mich ca. 5 min. von ihm habe anschreien lassen, den Hörer aufgelegt. Seit dem ist Sendepause. Mittlerweile haben wir September, und er hat mir kein Geld überwiesen. Ich gehe auch nicht davon aus, dass ich das Geld noch bekommen werde.

Was soll ich machen ? BaföG bekomme ich nicht, weil meine Eltern zu wohlhabend sind, Arbeitslosengeld kann ich auch nicht kriegen, da ich noch nie gearbeitet hab und auch keine Berufsausbildung habe. Sozialhilfe geht meines Wissens auch nicht.
Das Auto werde ich ihm noch diese Woche vor die Tür stellen, denn ich kann es mir offensichtlich nicht leisten. Aber ganz abgesehen davon, sind 250 € Unterhalt einfach zu wenig. Habe mal in den elternunabhängigen BaföG-Rechner geschaut, trotz 400€ Job müsste er mir eigentlich noch mindestens 444€ dazuzahlen (das wäre das, was ich vom BaföG-Amt bekommen würde.

Ich stehe kurz davor, einen Rechtsanwalt hinzuzuziehen, denn anders komme ich gegen ihn nicht mehr an. Habe schon so oft versucht mir ihm über das Finanzielle zu sprechen, im Guten und im Bösen, mit Listen, Erklärungen - habe einfach ALLES versucht. Nichts interessiert ihn.

Hat jemand eine Idee ? Was steht mir überhaupt zu ?

Ich verzweifle #heul

Beitrag von manavgat 04.09.06 - 13:47 Uhr

Rechtsanwältin.

Dir steht Unterhalt zu und zwar regelmässig. Lass den Unterhalt titulieren. Die Anwältin bekommst Du über Prozeßkostenhilfe bezahlt.

Gruß

Manavgat

Beitrag von tina_1984 04.09.06 - 13:52 Uhr

Hey.

Ist das wirklich der letzte Ausweg?! Ich hab so Angst davor - mein Vater hat einen spitzen Anwalt und mehr Geld als ich, der wird sich richtig ins Zeug legen... Ich hab Angst du verlieren.

#danke

Beitrag von manavgat 04.09.06 - 18:31 Uhr

Wenn Du keinen Unterhalt bekommst, steht Dir Bafög zu. Im übrigen kann auch ein pfiffiger Anwalt das Recht nicht verbiegen, wie kommst Du darauf?

Jetzt trau Dich doch mal was!

Gruß

Manavgat

Beitrag von elodia1980 04.09.06 - 21:30 Uhr

unterhaltsklage ans gericht (titulieren lassen, konto dichtmachen und pfänden) und anzeige wegen unterhaltspflichtverletzung bei der polizei.
scharfes geschütz. kostet viel nerven. aber von irgendwas musst du ja leben.

alles gute
elodia

Beitrag von klaus_ 04.09.06 - 21:54 Uhr

den "Tipp" von manavgat finde ich persönlich unmöglich.
Wäre ich Dein Vater, würde ich hier zwar ohne Anwalt klein beigeben und Zahlmeister spielen, aber parallel aus Undank erstmal alles andere zurückfordern (geht !), UND Dich zudem enterben.


Es sind _Deine_ Eltern, die irgendwann stolz auf Dich sein können, daß Du (hoffentlich) das Studium geschafft hast und wie sie auch , dann in guten Verhaltnissen lebst.

Vorschlag:
rede mit Ihnen,
- zeige auf, wie lange es noch dauert, was für Kosten noch auf sie zukommen,
- daß Du parallel Dich ins Zeug legst und zusätzlich zum Studium jobbst ,
- zeig Deine Leistungsscheine,
daß sie ne Ahnung über das erfolgreiche Studium haben

Wenn bisher Heimatflüge gezahlt wurden und auch ein Auto, das ja eher chic als rein zweckdienlich war, dann ist das ja eigentlich ein Zeichen des Wohlwollens.
Dass eine vernünftige Werkstatt verwendet wird, um Reparaturen abzuwickeln, versteht sich von selbst (auch wenn Du das vielleicht anders siehst).

Klaus

Beitrag von tina_1984 05.09.06 - 09:23 Uhr

Hallo Klaus,

danke für deine Antwort. Du hast richtig erkannt, dass mein Vater sicherlich davon gebrauch machen wird, alles von mir zurückzufordern. Aus diesem Grund habe ich mich jetzt entschieden ersteinmal alles einzufordern, was mich betrifft, damit ich einen Überblick bekomme. Das Auto werde ich ihm vor die Tür stellen und sagen, dass ich es mir offensichtlich nicht mehr leisten kann - ist schließlich ein Luxusartikel. Pech für mich (warum sollte auch er mal zurückstecken, bin immer nur ich die Nachteile hat). Nun ja und dann mal sehen, was er noch so jeden Monat für mich ausgibt. Ich möchte jeden Cent wissen.

Ob er mich gleich enterben würde glaub ich nicht, aber so wie ich ihn kenne, würde er nicht davor zurückschrecken, daher habe ich auch Angst ihn anzuzeigen.

Sicherlich sind es meine Eltern, und sicherlich wollen sie angeblich nur das Bester für mich, aber ich sehe nicht ein, dass sie mich so kurz halten. Kürzer gehts schon gar nicht mehr. Ich habe so eine Wut auf meinen Vater - ich weiß, dass er das Geld hat, wie sonst könnte er das Haus renovieren (und sich dabei ne Badewanne für 6.000€ kaufen), in den Urlaub fahren ohne Ende, etc.pp.?! Ich habe das Gefühl, dass er mir alles wegnehmen will was mich ausmacht, dass er mich praktisch brechen will.

Deine Vorschläge sind wirklich nett gemeint, aber ich rede schon mein ganzes Leben vergeblich mit Ihnen. Mittlerweile ist es so eskaliert, dass die Gespräche schon nach 10 Minuten von beiden Seiten aus explodieren. Ich habe schon alles versucht. Ich habe Haushaltsbuch geführt und ihm dieses vorgelegt. Ich habe meine gesamten Kontodaten offen gelegt, er weiß wie es aussieht. Er weiß, dass ich jobbe und er weiß, wie weit ich im Studium bin und was für Noten ich habe.

Ungarn ist zum Glück vorbei, d.h. die Flugkosten fallen weg (das hattest du übrigens falsch verstanden, ICH musste die Flüge zahlen). Das Auto könnte ich mir leisten, wenn er mir das zahlen würde, was mir laut BaföG "zusteht" - aber nur die Hälfte zahlen und dann auch noch verlangen, dass ich alle Kosten übernehme, das geht nun wirklich überhaupt nicht.

Und um die Sache mit der Werkstatt nochmal aufzugreifen - die war nicht vernünftig, das war auch eine Tüftlerwerkstatt. Mein Vater ist knauserig, er versucht seine Kohle zusammen zu halten und sitzt darauf. Alles seins, schließlich geht er dafür arbeiten.

Mein Gott, ich bin so sauer. Ich sehe keine andere Möglichkeit mehr, als ihn zu verklagen, denn mehr als verliehren kann ich schließlich nicht und noch mehr wegnehmen geht eigentlich schon gar nicht mehr. Gut, ich könnte enterbt werden... das ist natürlich traurig, denn dadurch würde ich wirklich viel Geld verlieren. Aber wovon soll ich JETZT leben ???????? Er zahlt nicht. Es geht einfach nicht. Ich habe nichts. NICHTS !!!!!

Noch einen Tipp ??

lg
Tina #heul