Erziehungsmethoden Streit vorprogrammiert

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von didda79 04.09.06 - 13:36 Uhr

Hi,

ich bin mir in der Erziehung unserer Tochter, fast 2 Jahre, eigentlich sicher, kein Hauen (mehr), kein Klapsen, Erklärungen und Liebe.
So, damit bin ich immer gut gefahren, meine Kleine ist sehr klug und versteht auch die meisten Sachen, auch wenn sie mal etwas nicht darf oder soll.
Jetzt habe ich aber gröbste Probleme mit Vater, Mutter und Schwester meines Freundes.
Bei denen ist es nämlich üblich, eins aufm Hintern oder auf die Finger zu kriegen, wenn man nicht hört oder etwas tut, was man nicht soll.
Am Wochenende bin ich wieder regelrecht hochgekocht.
Das Kind von meiner Fast Schwägerin ist 1,5 Jahre alt, Anna ist fast 2.
Anna kennt von unserer Küche her nur die Herdknöpfe, die versenkbar sind, also kann man nicht dran drehen, ich habe immer wieder erklärt, der Ofen ist heiss und nur Mama oder Papa machen den an und aus.
Das hat sie akzeptiert, seit sie 1 Jahr alt ist.
Am Wochendende hat sie plötzlich bei Oma und Opa an den Knöpfen gedreht, weil es ja etwas Neues für sie war. Wir haben sie gerade noch rechtzeitg erwischt, ich habe ich dann erklärt, dass Oma und Opa da böse werden und wie bei uns zuhause darf sie sie nicht drehen.
Da hat sich gleich die Schwester von meinem Freund mit eingemischt:
Was, Anna geht an den Ofen? Meine hat das auch gemacht, da hat sie einfach immer wieder eins auf die Finger gekriegt, seitdem macht sies nicht mehr.
Ich muss zugeben, mir ist auch schon mal die Hand ausgerutscht, aber ich klapse meine Kleine nie, nie wieder!
Das hab ich mir fest vorgenommen.
Aber warum hauen Eltern gerade bei solchen Dingen, die viel Erklärungsbedarf haben?
Wie sollen die Kleinen verstehen?
Es ist dort üblich, die Kinder so zu behandeln, bitte, ich würde so gerne mal sagen:
Ich schlage mein Kind nicht, ich erkläre lieber!
Aber dazu fehlt mir oft der Mut.
LG Birgit

Beitrag von espirino 04.09.06 - 13:44 Uhr

Hallo Birgit,

bei mir gibts auch keine Haue, wenn sie an verbotene Sachen gehen. Das manche zu diesem Mittel greifen liegt womöglich darin, daß sie nicht verstehen, daß man auch einem 1jährigen Kind schon etwas erklären kann. Man muß es nur öfter tun, weil sies einfach wieder vergessen in ihrem Forscherdrang.
Ihnen fehlt wohl der Sinn dafür, wie Kinder in der Regel agieren.

LG Jana + Jonas & Florian 10.06.05

Beitrag von birke77 04.09.06 - 14:10 Uhr

Hallo Jana,

cih wollte mich diener Antwort anschließen - da gibt's nichts mehr hinzuzufügen. #pro

LG

Vicky

Beitrag von ayshe 04.09.06 - 15:29 Uhr

haben denn die erwachsenen nicht auch "fehler", die den anderen nerven?

mein mann zb läßt immer 1000 klamotten unserer tochter in der kita liegen.
das macht mich manchmal irre, weil ich es auch zuhause brauche.
sollte ich ihm vllt mal auf die finger hauen???



wenn eltern dafür sorgen, daß sich ihr schlecht fühlt,
ihm einreden, es sei böse und ungezogen usw.
dann kann es sein, daß ein kind sich irgednwann so fühlen WILL, sich auch selber bestraft --- evtl. einmal lernschwächen zeigt, depressiv wird usw.
denn ein kind glaubt, seine eltern wollen das beste.
und wenn das "sich-schlecht-fühlen" gut sein soll, dann wollen sie es eben immer.
der lerneffekt beim schlagen ist ein völliger anderer, als das, was die eltern damit eigentlich wollen...



eine geschichte, frei wiedergegeben aus "in liebe wachsen" von carlos gonzales:

anton meint, er sei ein fürsorglicher und gerechter vater.
er ist genervt von ida.
sie geht in sein büro, holt sich papier ohne zu fragen.
wenn er sie zur rede stellt, sagt sie patzig "ich brauchte es eben!"
"dann mußt du mich vorher fragen!"
"nein!"
da rutschte ihm die hand aus und er gab ihr eine ohrfeige.
ida rennt ins bad und weint, er soll abhauen.



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was ist, wenn ida seine 3-jährige tochter ist ???


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was ist, wenn ida seine 16-jährige tochter ist???


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was ist, wenn ida seine gattin ist???




lg
ayshe

Beitrag von risala 04.09.06 - 18:30 Uhr

hi!

prinzipiell stimme ich dir zu!

aber, es gibt situationen, wo ich lieber meinem sohn eine auf die finger gebe od. den po:

wir haben drei hunde. fabian hat von anfang an gelernt, dass er die hunde nicht zanken soll 8hauen, treten, fell/ohren/schwanz ziehen, etc.). trotzdem gab es, wie bei kleinen kindern üblich, diese testphase: was passiert wenn... hab ich es direkt im ansatz gesehen, hab ich geschimpft und ihm nochmal erklärt, warum er das nicht tun soll. das mache ich 2-3x. lässt er die hunde dann nicht in ruhe, gibts was auf die finger od. den po. denn: lieber von mir einen klaps (od. hab ihn schonmal an den haaren gezogen, wenn er die hunde am fell gezogen hat od. an den ohren), als dass die hunde (die eine engelsgeduld haben - zum glück!) ihn irgendwann beissen. sie ziehen sich normalerweise zurück od. bellen erstmal, damit jemand kommt (man kann die augen nicht überall haben), aber irgendwann ist das maß voll - und dann haben sie nur die zähne um sich zu wehren. da kann ich dann den hunden keinen vorwurf machen.

klar, wir sind in der pflicht sowas zu verhindern - aber an 3 orten kann man nunmal nicht gleichzeitig sein.

fabian hat es begriffen, seine "tests" kommen nicht bzw. äusserst selten vor - und heute reicht schon ein warnender blick od. schimpfen.

das sind für mich die ausnahmen.

den herd / kaminofen hat fabi einfach dadurch in ruhe gelassen, dass ich seine hand so im abstand darüber / davor gehalten habe, dass er merkte wie heiss es wird ohne dass er sich verbrennen konnte.

gruß
kim