DRINGEND!!! Was nehme ich bei Totgeburt...

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von babydollbell 04.09.06 - 13:37 Uhr

Hallo!

Heute im Laufe des Tages wird wahrscheinlich der kleine Timo zur Welt kommen. Meine Eltern und ich wollen nachher ins KH fahren und meinem Bruder und meine Schwägerin zur Seite stehen.

Ich bin so hilflos.. Wie soll ich den beiden entgegen treten, was soll ich sagen, was kann ich mitnehmen, um mein "Beileid" auszusprechen?

Mache mir total Gedanken, irgendwas falsch zu machen.

Bitte helft mir!!

#danke

Beitrag von hedele 04.09.06 - 13:45 Uhr

Also ich persönlich würde es furchtbar finden, wenn jemand "mein Beileid" sagen würde. Mir persönlich wäre eine liebevolle Umarmung angenehmer, sag ihr einfach, dass Du auf jeden Fall für sie da bist. Ich hoffe ich konnte jetzt ein bischen weiterhelfen

Beitrag von babydollbell 04.09.06 - 13:50 Uhr

Nein, ich werde da sicher nicht hingehen und werde sagen

Mein Beileid

Nur ich habe Angst, irgendwas falsch zu machen!

#schmoll

Beitrag von miki24 04.09.06 - 14:14 Uhr

Erst einmal tut es mir sehr leid, dass der kleine Timo es nicht geschafft hat, ich wünsche Dir und Deiner Familie sehr viel Kraft.

In welcher SSW wird Timo denn geboren?
Wir haben auch eine Horrorgeburt hinter uns (siehe VK) und ich wollte unbedingt Fotos von meinem Sohn haben,damit ich später weiß, wie er ausgesehen hat.
Verhalte Dich einfach so, wie Du sonst auch immer bist. Deine Bruder und seine Frau können jetzt richtige Freunde gebrauchen, die es ehrlich meinen und sich nicht verstellen....

Liebe Grüße
Miki + Laurin (*21.12.05 aber fast 11 Wochen zu früh)

Beitrag von sabse2103 06.09.06 - 19:46 Uhr

hallo mika,

ich lese deine geschichte in deine VK und mache mir jetzt vorwürfe. mein wurm habe sie montag weg gemacht und ich habe bis zu letzten minute nicht daran geglaubt, dass mein baby kein herzschlag hat. irgendwann hab ich es zwangsgelaubt. und jetzt wo ich deine geschichte lese kommt in mir das blanke entsetzen hoch!!! war mein baby vielleicht doch am leben und die ärtze waren einfach nur unfähig???? ich kann es ja nicht nachvollziehen.....ich war ja in narkose!

oh mein gott......es ist so schwer!!!#heul

Beitrag von miki24 13.09.06 - 08:23 Uhr

Hallo Sabse!

Mensch, das wollte ich jetzt aber nicht erreichen. Mach Dir keine Vorwürfe, BITTE!
In welcher SSW wurde Dein Mäuschen denn geholt und vor allem warum als Kaiserschnitt? Wolltest Du es nicht noch mal in den Arm nehmen?

LIebe Grüße
Miki

Beitrag von miki24 13.09.06 - 08:24 Uhr

Oh, ich habe erst jetzt Deine VK angeguckt. Es tut mir sehr leid für Dich! Aber laß den Kopf nicht hängen, Du wirst bestimmt wieder schwanger, trotz PCO.
Ich bin übrigens auch ohne Medikamente aber mit PCO schwanger geworden!

Beitrag von nane29 04.09.06 - 14:32 Uhr

Hallo,

es tut mir furchtbar leid für dich und deine Familie.

Ich kann mich natürlich nicht wirklich in die Situation deiner Schwägerin hineinversetzen. Aber wenn ich es versuche - ich glaube, ich würde gar nicht wollen, dass mir jemand zu diesem furchtbaren Anlass etwas mitbringt. Das Gefühl, dass jemand zum Tod meines Kindes extra einkaufen gegangen ist - auch wenn es total lieb gemeint ist - ich glaube, das fände ich irgendwie unpassend.

Ich würde an deiner Stelle einfach hingehen und da sein. Deine Schwägerin und ihrem Mann kann sicher erstmal nichts trösten und am ehesten hilft ihr die Unterstützung der Menschen, die ihr nahestehen.

Ich kann auch verstehen, dass du unsicher bist, was du sagen solltst. Im Zweifel sag lieber weniger als mehr, oder sag einfach gar nichts. Was soll man auch sagen?

Man hat schnell das Gefühl, man MÜSSE etwas schlaues sagen. Aber ich würde in der Situation glaube ich gar nichts hören wollen. Schon gar nicht etwas in die Richtung: "Die Zeit heilt alle Wunden, das wird schon wieder" oder so.

Also, setz dich nicht unter Druck. Manchmal ist weniger mehr, sei einfach da.

LG jana

Beitrag von snow_white 04.09.06 - 16:25 Uhr

Hallo,

ich gaube, ich würde gar nicht wollen, daß an diesem Tag überhaupt jemand im KH ist.
Wenn Du Dein Kind auf die Welt bringst, und das ist dann noch tot, brauchst Du erstmal nur Zeit für Dich und den Wurm.
Das ist wichtig.... Zeit allein mit dem Kind.

Habt ihr Deinen Bruder und seine Frau dazu befragt?
Haben sie explizit gesagt, daß sie wollen, daß ihr kommt?

Mitnehmen... das ist schwierig.
Ich glaube, ich würde der Schwägerin erst etwas geben, wenn sie wieder zu Hause ist.
Einen kleinen weißen Rosenbusch, den sie einpflanzen kann, oder etwas in der Art...

LG

sw

Beitrag von karina710 04.09.06 - 16:42 Uhr

Hallo!

Ich habe letztes Jahr meinen Sohn in der 23. SSW tod auf die Welt bringen müssen. Ich wollte nichts und niemanden da haben, außer meinen Lebensgefährten und Vater des Kindes.

Frage also am besten nach, was erwünscht ist. Ob Deine Schwägerin jemanden um sich haben kann oder eher nicht. Und sei auf eine ehrliche und vielleicht unerwartete Antwort gefaßt.

Wenn tatsächlich Besuch erwünscht ist, sei einfach Du selbst. Sag ihnen wie unsicher Du bist und wie sehr es Dir leid tut.

Und was für mich damals ganz wichtig war... wir haben unseren Kleinen nach einer ausführlichen Begrüßung auf dieser Welt mit seinem Schutzengel verabschiedet und haben ihm ein kleines Spielzeugauto mit auf den Weg gegeben und es ihm in seinen kleinen Weidenkorb gelegt. Vielleicht - wenn Du stark genug dafür bist - dann biete Dich an, etwas zu besorgen - für den Abschied!

LG Karina mit #baby (21 + 0)

Beitrag von hedele 04.09.06 - 17:00 Uhr

Genau einfach nur da sein, und du selbst sein! Vorrausgesetzt ihr seid erwünscht

Beitrag von kir26 04.09.06 - 17:04 Uhr

Hallo Babydollbell,

erstmal möchte ich Dir sagen, dass es mir sehr leid tut, was in deiner Familie passiert ist.

Die Idee, die Karina unten beschrieben hat, für den Abschied des Kleinen etwas zu besorgen, finde ich sehr schön.

Ich wünsche Dir und deiner Familie viel Kraft in dieser schweren Zeit.
#liebdrueckKirsten

Beitrag von fast5 04.09.06 - 17:13 Uhr

hallo
ich hab dir mal was kopirt - hoff, du hast noch Zeit, es zu lesen

Verwaisten Eltern beistehen ...
Was ihnen hilft - was ihnen schadet


Wenn Eltern ihr Kind verlieren, bricht eine Welt für sie zusammen.
All das, was man geträumt hat, auf das man sich gefreut haben,
liegt in einem Scherbenhaufen vor einem. Man glaubt,
das Leben bleibt stehen, man wird nie wieder seinen Platz im Leben finden.

Umso wichtiger ist es , dass Freunde/Familie/Bekannte in dieser
schweren Zeit den Eltern beistehen.

Für sie da sein, mit ihnen trauern, wehklagen, weinen,
aber auch wieder mit ihnen lachen können - den Eltern helfen,
wieder den Weg ins Leben zu finden.

Viele Menschen haben Hemmungen trauernden Eltern zu begegnen.
Sie haben keine Erfahrung im Umgang mit der Trauer.

Sehr oft ziehen sich Freunde aus Angst, Unwissenheit und
auch als Selbstschutz zurück. Trauernde Eltern haben nicht
die Kraft einem solchen Rückzug entgegenzuwirken und
von sich aus Kontakt aufzunehmen.

Nicht selten stehen verwaiste Eltern dann doppelt alleine da -
ohne ihrem geliebten Kind und ohne ihre vertrauten Freunde.

Wir haben die folgende Liste zusammengestellt,
um Menschen im Umgang mit verwaisten Eltern zu helfen.
Sie soll ein Leitfaden sein, wie man verwaisten Eltern in
dieser Lebensphase beistehen, ihnen helfen und
sie durch den gesunden Trauerprozess begleiten kann.
Jeder Mensch ist natürlich anders,
nicht alle verwaiste Eltern trauern nach dem gleichen Muster.
Es ist daher wichtig, die richtige Balance
zwischen "hilfreich sein" und "hilflos machen",
den Trauerprozess "fördern" und "behindern" zu finden.


für die Eltern da sein -
auch wenn man sich unbeholfen fühlt und nicht weiß,
wie man helfen soll
den Vater in seiner Trauer nicht vergessen -
auch er hat sein Kind verloren
über das Kind reden (wenn die Eltern das auch tun) -
das Kind ist bereits tot, es darf nicht auch noch totgeschwiegen werden
das Geschehe als Thema nicht meiden -
die Eltern denken ohne dies ständig daran
Körperkontakt, Körperberührungen helfen und
lösen oft auch Spannungen und Tränen
jedem Elternteil seine Zeit der Trauer lassen -
Vater und Mutter trauern anders
mit den Eltern schweigen können,
wenn sie es brauchen und wollen
wenn die Eltern darüber reden können/möchten,
behutsam nach dem fragen was passiert ist.
Eltern auch ihre Zeit für sich alleine lassen
Mütter haben eine - oft recht schwierige -
Geburt hinter sich, für viele ist es wichtig,
auch über ihr Geburtserlebnis zu sprechen,
es mit anderen Müttern zu vergleichen
seine eigenen Gefühlen ausdrücken
(Trauer, Wut, Angst, Unsicherheit)
seine Unsicherheit auch einfach zugeben -
anstatt aus Unsicherheit und Angst fernbleiben
durch Reden den Eltern helfen,
das Geschehene als Tatsache zu realisieren
die Betreuung der lebenden Kinder übernehmen -
trauernde Eltern haben oft nicht die Kraft,
sich genügend um ihre lebenden Kinder zu kümmern.
ihre Trauer nicht vergessen.
in der ersten Zeit im Alltag unterstützen
(Essen organisieren, Einkaufen etc.),
praktische Hilfe anbieten -
jedoch soviel Selbstbestimmung und
Selbstbeteiligung der Eltern wie möglich
bei Behördengänge unterstützen -
jedoch nicht alles abnehmen
Blumen bringen - das Leben ist schon grau genug,
Blumen bringen ein wenig Farbe ins Leben
Eltern beim Versuch "ins Leben wieder zurückzukehren"
unterstützen (z.B. Einladung zum Essen, Spazierengehen,
gemeinsame Sportaktivitäten, Theater) -
dabei aber auch eine Absage akzeptieren
bzw. Verständnis dafür aufbringen,
wenn sie nicht wirklich bei der Sache sind
wenn kein persönlicher Besuch möglich ist,
ein Anruf tätigen oder ein paar ehrliche Worte sagen
(keine abgedroschenen Phrasen)
eine Geste für das verstorbene Kind -
einen Baum pflanzen, eine schöne Kerze, ein Gedicht..
Nicht warten, bis Eltern sich von selbst melden -
Sie haben meist keine Kraft dazu. Einfach mal anrufen.
Alles weitere ergibt sich meist von selbst. Bücher,
die Eltern helfen könnten, schenken oder anbieten.
Adressen von Selbsthilfegruppen bzw. therapeutische Hilfe vorschlagen
Blumen bei der Rückkehr zum Arbeitsplatz
Eltern am Arbeitsplatz nicht meiden -
nicht so tun, als ob nichts passiert wäre akzeptieren,
dass es auch schlechte Tage und schlechte Laune gibt akzeptieren und
auch einkalkulieren, dass man nicht wieder 100% im Geschäft ist
auch wenn die Eltern nach Monaten wieder scheinbar aktiv im Leben" sind -
sind sie noch immer verwaiste Eltern und wollen/können/müssen über ihr Kind reden."
da sein, wenn andere Freunde sich schon zurückgezogen haben
sich auch noch um die Eltern kümmern,
wenn für Nichtbetroffene der Alltag wieder einkehrt
an die "kritischen" Tage denken:
errechneter Geburtstermin, Muttertag, Feiertage, Geburtstage, Jahrestag..


Unpassendes Verhalten

so tun als ob nichts passiert wäre beschwichtigen,
die Trauer herunterspielen (z.B. bei Verlust in der Frühschwangerschaft)
ungebetene Entscheidungen für Eltern treffen
schmerzliche jedoch heilsame Konfrontationen ersparen wollen
(Kinderzimmer ausräumen, Begräbnis, Bestattung..)
das tote Kind nicht mehr erwähnen

Worte, die helfen:

es tut mir so leid
ich weiß nicht, was ich sagen soll
ich bin für Euch da
lass' Dir Zeit
ich verstehe auch nicht, wieso das passieren musste
Du brauchst Dich nicht zusammenreißen,
wein' Dich ruhig aus
das muss schwer für Euch sein
kann ich irgendetwas für Dich tun
wie geht es Dir (Vater, Geschwister)

Worte, die weh tun

Ihr seid ja noch jung/gesund.
Ihr kriegt schon noch ein Baby.
Geht's Dir schon besser?
Gott sei Dank, Ihr habt ja noch Eure anderen Kinder.
Stell' Dir vor, es wäre behindert geblieben.
So ist es besser / Es hat so sollen sein / es war Gottes Wille
Es war ja noch kein richtiger Mensch
ich kann mir denken, wie es Dir geht
Du hast das Kind ja noch gar nicht gekannt.

Diese Seite habe ich aus dem Netz und
wenn man sich daran hält hiltf es viel!!

Erstellt wurde die Liste von Christine Laszlo ,
2001 HP www.gutehoffnung-jaehesende.com


Viel Kraft für alle
Alex

Beitrag von mamajustine 04.09.06 - 18:42 Uhr

Hallo,

Also ich hab vor ca. 2 monaten meine Tochter leider auch tot zur welt bringen müssen in der 28 ssw. Ich hab mich schon sehr darber gefreut, das alle um mich herum waren als ich am nächsten tag heimgekommen bin.

So im nachhinein hätte ich mich sehr über mehr aufklärung gefreut, zum Thema Beerdigung und was ich noch alles selber mit meiner Tochter hätte machen können wie z.B. Waschen, anziehen, in den Sarg betten, den Sarg kindlicher gestalten usw. Alles dass hat mir leider keiner gesagt und alles das kann mir jetzt auch keiner mehr zurück geben. Ich hätte mich gefreut wenn mir jemand die bücher "Nur ein Hauch von Leben" und "Gute Hoffnung jähes Ende" vor der Beerdigung meiner Tochter geschenkt hätte, dann hätte ich mich selbst informiert und ich finde die bücher helfen einem auch sehr seine Trauer zu verstehen.

Aber das wichtigeste ist immernoch ehrlich zu sein und zu fragen wenn du dir bei irgendetwas unsicher bist. Frag deine Schwägerin wie sie möchte das man mit ihr umgeht, wie es ihr bei der ganzen sache geht. Und ich denke sie wird sich darüber freuen.

LG
mamajustine mit Lavinia fest an der Hand und #stern chen Anisha fest im #herzlich