Einkommensgrenze Erziehungsgeld 2. Lebensjahr

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von ulli2212 05.09.06 - 12:13 Uhr

Hallo,
für meine jüngste Tochter Mona erhalte ich für das 2. Lebensjahr keinen Cent Erziehungsgeld, da mein Partner im maßgeblichen Jahr der Geburt (2005) zuviel verdient hat.
Aber:
er hat noch bis Mitte August 2005 bei seiner 1. Frau und seinen 2 Kindern gelebt und zahlt seither auch Unterhalt. Die Ehe wurde im Oktober 2005 geschieden und wir sind erst am 01.05.06 zusammengezogen.
Seit Januar 2006 verbleiben ihm von seinem Nettogehalt von rund 2000,-- € noch 890,-- € = Selbsterhalt (dafür arbeit er jeden Monat 200 Stunden). Die Differenz von 1100,-- € ergibt sich durch Unterhaltszahlungen an seine Kinder aus erster Ehe = 99,-- €/Kind, 81,-- € für unsere Tochter und - jetzt kommts - 730,-- €/Monat (noch 5 (!) Jahre) Schuldenabtragung. Dafür verzichtet seine Ex-Frau großzügiger Weise auf Ehegattenunterhalt und der Kindesunterhalt schmälert sich dadurch auch (sog. Mangelfall).
Jetzt meine Frage:
Warum wird diese Schuldenabtragung bei der Berechnung des Kindesunterhaltes angerechnet und bei der Berechnung des Erziehungsgeldes nicht? Hier wird doch mit zweierlei Maß gemessen?! Und wir brauchen gar nicht erst Wohngeld oder sonstige Unterstützung beantragen, da es sich dort genauso verhält.
Fakt ist, dass wir 3 im Monat mit rund 1660,-- € auskommen müssen. Dafür arbeitet er 200 Stunden/Monat und ich 27 Stunden/Woche und mein Kind lebt unterhalb der Armutsgrenze.
Danke, Vater Staat! Ich bin schwer enttäuscht und stinksauer, denn ich habe noch 2 weitere Kinder, die bei ihrem Vater leben müssen, da ich mir es finanz. nicht leisten kann, dass sie bei mir leben, ich seit 1981 berufstätig bin, nur unterbrochen von rund 3 Jahren Erziehungsurlaub und insgesamt 16 Monaten Arbeitslosigkeit.
LG
Ulli

Beitrag von alizeeceline 05.09.06 - 12:27 Uhr

Für die Schulden kann ja keiner was. Vielleicht kann er die ja irgendwie runtersetzen lassen? Dauert zwar länger mit der Abzahlung, aber ist ne Möglichkeit.
Wir haben zur Zeit ca 2000 € netto mit Erziehungsgeld und Kindergeld. Ist auch nicht viel mehr, weil wir 5 Personen sind. #gruebel
Er hat 2 Kinder, Du hast 2 Kinder und ein gemeinsames Kind. Das kostet nunmal. #cool

Beitrag von nimrodel 05.09.06 - 12:33 Uhr

Da ich nicht näher auf dein posting eingehen möchte, hier nur ein Versuch einer Antwort:

Laut Erziehungsgeldrechner (Link:
http://www.zbfs.bayern.de/erziehungsgeld/rechner_04/start.html )

werden Unterhaltszahlungen wohl bei der Erziehungsgeldberechnung mit einbezogen. Heißt: ihr könnt euch an die Erziehungsgeldstelle wenden und denen mitteilen, dass sich seit vergangenem Jahr etwas grundlegend geändert hat. Vielleicht habt ihr dann eine Chance auf wenigstens etwas Erziehungsgeld (wenn vielleicht nicht den vollen Betrag).

Aber: was die Schulden betrifft, sorry, aber wenn so etwas bei der Erziehungsgeldberechnung mit einbezogen werden sollte, dann kann man sich ja mit z. B. 5.000 € monatlich netto (mit Absicht so ein hohes Bsp) eine Villa kaufen, 4.000 Euro monatlich dafür abzahlen und dann sollen bloß noch 1.000 Euro in die Erziehungsgeldberechnung einfließen? Sorry, aber das ist unlogisch.

Mein Mann hat in unsere Beziehung einen Schuldenberg eingebracht, für den jetzt bis 2010 noch monatlich etwas über 300 Euro zu zahlen sind. Das Geld fehlt vorne und hinten, aber dafür kann ich doch nicht andere Leute verantwortlich machen (Höchstens meinen Mann, weil der Schuldenberg wirklich nicht hätte sein müssen.).

Wir leben zu viert von 1.400 Euro netto Einkommen zzgl 2 Kindergeld und es muss irgendwie funktionieren.


Was die Einberechnung der Schuldenabtragung bei der Unterhaltszahlung betrifft, kann ich nur Vermutungen aufstellen, weil ich mich damit nicht auskenne.

Da es ja diesen Selbsterhalt von knapp 900 Euro gibt (wenn ich das richtig im Kopf habe), wäre es ja schon ... (hm, weiß nicht, wie ich das nennen soll), wenn davon jetzt noch mal über 700 Euro abgehen würden. Denn dann könnte dein Partner sich quasi eine Brücke suchen und von trocken Brot und Wasser leben. Das wäre ja Unsinn.

Beitrag von nimrodel 05.09.06 - 12:35 Uhr

Aber eine Frage habe ich mal:

wennn ihr monatlich rund 1660,-- € zur Verfügung habt (laut deiner Aussage): warum lebt dein Kind dann _unterhalb_ der Armutsgrenze?

Beitrag von nimrodel 05.09.06 - 12:37 Uhr

Und noch etwas Ulli (Sei mir nicht böse, sind nur Denkanstöße- nichts davon ist ein Vorwurf.):

Was hat "Vater Staat" mit dem Schuldenberg deines Partners zu tun?

Beitrag von lialgo 05.09.06 - 17:49 Uhr

Hat dein Partner überhaupt mal im Antrag angegeben dass er Unterhalt abdrücken muss? Die Meisten vergessen das nämlich und wundern sich über ne Ablehnung.

Mein Tip:
Stelle einen Antrag nach § 6 Abs. 7 BErzGG, auf "Überprüfung einer Minderung des Einkommens im Lebensjahr ggü. dem maßgebenden Kalenderjahr", füge die Abrechnungen ab Geburtsmonat deines Kindes bei sowie das Scheidungsurteil und die Kontoauszüge über die tatsächlichen Unterhaltszahlungen ab Geburtsmonat und warte ab, was dabei rauskommt. Dieser Antrag ist auf alle Fälle schriftlich zu machen, dafür gibts keine Formulare, schreib es auf ein A4-Blatt, wie die Situation im Moment ist. Oder du rufts vorher an und fragst, wie es damit aussieht und was du machen/einreichen musst. Meistens steht solche findigen Schlupflöcher eines Gesetzes auch hinten im Bescheid unter "Hinweise".

Hoffe dir damit geholfen zu haben... warte, bis die Antwort auf dein Schreiben kommt... und sieh, wie ein Wunder geschieht#blume ;-)

Viel Erfolg!

Beitrag von jungemama23 10.09.06 - 00:57 Uhr

hi,

wiso lebt dein Kind mit 1660 Euro im Monat unter der Armutsgrenze? Andere haben viel weniger.