Nach 3 normalen Geburten unfreiwilliger KS. MEINE Erfahrung ....

Archiv des urbia-Forums Geburt & Wochenbett.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Geburt & Wochenbett

Die Geburt deines Kindes rückt näher und es tauchen immer noch neue Fragen auf? Du hast gerade entbunden und ganz spezielle Fragen in dieser besonderen Situation? Hier ist der Ort für alle Fragen rund um Geburt und Wochenbett.

Beitrag von kessy16 05.09.06 - 13:46 Uhr

..... NIE wieder und kann die Frauen nicht verstehen die sich das freiwillig antun!

Hallo,

dies soll keine Diskussion darüber werden ob ein KS nun gut o. nicht gut ist (mir und meinem Kind hat er das Leben gerettet), sondern einfach nur mein ganz persönlicher Vergleich und meine Erfahrung.

Ich habe 3 Kinder spontan entbunden.

Die erste Geburt mit PDA (auch NIE wieder). Das Legen war schmerzhaft und gewirkt hat die PDA auch nicht, bin wohl an jemand unfähigen geraten aber das weiß man ja vorher nicht.

Die zweite Geburt habe ich ohne Schmerzmittel ect. in einer Stunde "erledigt", allerdings starke Blutungen anschließend bekommen.

Die dritte Geburt war mit nur 20 Min. Dauer die Hölle schlechthin, habe mich total überfahren gefühlt und die Schmerzen waren echt heftig. Dafür ging es mir keine 2 Stunden später wie als ob nichts gewesen wäre und wir sind gleich wieder nach Hause.

Die vierte SS war von Anfang an die Hölle. Blasensprung nach Fruchtwasseruntersuchung in der 17ten Woche. Blutungen in der 29ten Woche. Blasensprung mit heftigen Blutungen in der 31ten Woche. Ab da keinerlei Entwicklung mehr und eine sehr tiefliegende Plazenta. Ob ich normal o. per KS entbinden kann, wußte keiner.
Am 10.8. wurde dann der "Versuch" einer Einleitung mit normaler Geburt unternommen. Es wurde mit Gel eingeleitet und als sich nach über 6 Stunden der MuMu zu öffnen begann, bekam ich plötzlich Sturzblutungen, also nichts wie ab in den OP zum KS. Soviel Panik hatte ich selten in meinem Leben. Ab dem Zeitpunkt der Blutungen bis der Kleine dann war vergingen nur 10 Min.. Der Katheter wurde gewaltsam auf dem Weg in den OP reingeschoben, ich mußte Formulare unterzeichen und wurde "Vorbereitet". Die Ärtzin stand schon mit Skalpell neber mir und meinte nur noch: Gute Nacht. Das nächste an das ich mich erinnere waren höllische Schmerzen, ich dachte ich müßte sterben. Ich war so fertig, stöhnte vor Schmerzen, konnte aber noch nicht reden, mir ging es einfach nur sch...! Bei dem Gedanken daran aufstehen zu müssen hätte ich heulen können. Aber das kam am nächsten Morgen und war echt die Hölle. Ich wollte gar nichts außer in mein Bett und mich um himmels Willen nicht bewegen. Es waren mittlerweile 24 Stunden vergangen und ich habe mein Kind immer noch nicht gesehen, da er in der Kinderklinik lag. Der Weg dorthin war für mich allen nicht zu bewältigen. Mein Mann mußte mich die 1000 Gänge im Rollstuhl 3 Tage lang hinschieben. Ich kam mir so nutzlos vor, ich konnte mein Kind nicht versorgen, das mußten wildfremde Frauen für mich tun, oder mein Mann. Ich sahs einfach nur neber dem Wärmebett und konnte ihn ab und an mal auf dem Arm halten. Am 4ten Tag bin ich dann alleine mal rüber in die Klinik, aber die Schmerzen waren immer noch der Hammer, aber ich wollte alleine hin und meinen Sohn endlich selbst mal versorgen. Anschließend war ich völlig fertig und hatte mehr Schmerzen als am Tag zuvor!

Das Ganze ist jetzt fast 4 Wochen her, aber ich fühle mich nicht als ob ich eine Geburt hatte. Er lag einfach nur da, aber die Vorstellungskraft daß er in mir war, die habe ich bis heute nicht.
Es war keine Geburt, eher, als ob man etwas bekommen hat ohne etwas dafür zu tun. Schwer zu beschreiben, ich bin traurig mich nicht gleich kümmern zu können, traurig so lange im KH bleiben zu müssen, traurig meinen Sohn nicht von Anfang an im Arm halten zu können.

Schmerzen großartig habe ich keine mehr, aber ich spüre die Naht, sie macht noch Probleme.

Und das alles zum Vergleich zur letzten Geburt wo ich nach 2Stunden wieder daheim gewesen bin als ob nichts gewesen wäre.... Selbst wenn es der ganze Tag gewesen wäre, aber ich hätte ein Geburtserlebnis gehabt, meinen Sohn bei mir, auf mir, an mir. Alles was ich hatte waren Schmerzen und der Verzicht auf mein Kind. Stattdessen das Wissen daß andere Frauen meinen Sohn halten und sich um ihn kümmern.

Ihr merkt, ich habe das Ganze noch lange nicht verarbeitet, deshalb habe ich auch noch keinen Geburtsbericht geschrieben.

Klar, nicht jedes Kind landet in der Kinderklinik, aber kümmern hätte ich mich um meinen Sohn auch nicht können, selbst wenn er neber mir gelegen hätte.

So, sorry daß es so lange geworden ist, aber ich wollte mal nicht nur die Seite der schnellen KS-Geburt aufschreiben, sondern auch die Gefühlsebene in die man rutschen kann wenn nicht alles so läuft wie man es sich vorstellt.

Mir hat der KS mein Leben und das meines Kindes gerettet, dafür bin ich dankbar daß es diesen gibt, aber freiwillig als "Geburtsvariante" kann ich ihn mir weiß Gott nicht vorstellen und ich finde es schon fast verantwortungslos, diesen einfach so ohne Grund anzubieten.

Das sind meine Erfahrungen und Gefühle die ich nach fast 4 Wochen in mir trage.

Ich verurteile niemanden der einen WKS vornehmen läßt und hoffe für diese Frauen, daß sie nicht genauso empfinden wie ich.

LG

Kerstin mit 4 Kids

Beitrag von raleigh 05.09.06 - 14:03 Uhr

Ich hatte vor 14 Tagen einen Not-KS.

In einer Sache kann ich dir zustimmen - als hätte ich meinen Sohn geboren, so fühle ich mich nicht wirklich. Ich habe einige Tage schon etwas darunter gelitten keine vollwertige Mama zu sein, weil mein Kind nicht von mir zur Welt gebracht wurde.

Allerdings lässt das Gefühl nach - zumindest bei mir.

Und das drumherum war in der Notlage war bei mir so angenehm wie möglich (KS wegen fetaler Bradykardie nach Einleitung mit Gel). Die Ärzte und Schwestern waren einfühlsam. Bis auf die Wehen hatte ich keine Schmerzen. Ich bin froh, dass mein KS keine traumatische erfahrung war und ich angefangen habe, den ganzen aufregenden Tag als Geburtserlebnis zu betrachten.

Beitrag von malibu69 05.09.06 - 14:29 Uhr

Huhu,

erst mal verspätete Glückwünsche zur geburt.

Du sagst es im Grunde schon selbst:" sondern auch die Gefühlsebene in die man rutschenkann wenn nicht alles so läuft wie man es sich vorstellt."

Du hast es Dir eben nicht so vorgestellt (mit KS) und hast jetzt ein Problem damit, weil Du lieber normal entbunden hättest.

Andere verzichten mit Vergnügen auf dieses Ereignis und ziehen einen WKS vor (aus welchen Gründen auch immer) und sind super-zufrieden.

kann schliesslich jeder für sich entscheiden-hauptsache man akzeptiert die Meinung des anderen-jeder kennt sich selbst schliesslich am besten und weiss, was gut für ihn ist!!

LG, Nicole,Woche 36, die mit WKS entbinden wird

Beitrag von kessy16 05.09.06 - 14:38 Uhr

Hallo Nicole,

Dankeschön.

Aber, nicht so ganz richtig. Ich mußte mich ja schon vorher mit dem Gedanken des KS beschäftigen und zeitweise wollte ich auch gleich einen geplanten KS um mein Risiko so gering wie möglich zu halten.
Habe es mir weiß Gott schlimm vorgestellt, bzw. einfach vom schlimmsten ausgehen, dann kanns nur besser werden ;-).

Während derEinleitung (und die war auch nicht ohne), habe ich oft zu meinem Mann gesagt: ach sch..., die sollen aufhören und gleich nen KS machen dann hab ich es hinter mir. Aber daß es mich im Endeffekt dann doch so belastet, das habe ich nicht gedacht und konnte mir das auch nicht vorstellen. Dachte immer: was soll schon so schlimm daran sein. Naja, nun weiß ich es..

Ich wünsche Dir alles Gute für Deine bevorstehende Geburt und ich bin sogar überzeugt davon, daß Du solche massiven Probleme nicht haben wirst, da Du keine Verlgeichswerte hast.

Für Dich wird der KS eine Geburt sein, für mich war er es eben nicht.

LG

Kerstin

Beitrag von willow19 05.09.06 - 15:46 Uhr

Darf ich Dich fragen, warum Du einen WKS möchtest? Ich kanns nämlich nicht wirklich verstehen, gerade dann nicht, wenn es das 1. Kind ist. Aus welchen Gründen lässt man sich freiwillig operieren???
Ist nicht böse gemeint, aber wie gesagt, verstehs nicht, was einem dazu bringt, sich freiwillig unters Messer zu legen.

Liebe Grüße

Beitrag von malibu69 05.09.06 - 17:23 Uhr

Huhu,

klar darfst Du!
Habe relativ hohe Dioptrienwerte, die Probleme beim Pressen machen würden.
Hatte letztes Jahr zwei Konisationen, wodurch der Mumu etwas vernarbt und sehr fest ist.
Mein Sohn wird eine balancierte Translokation haben, dass heisst, zwei Chromosomenstücke haben sich vertauscht, aber es ist nichts verloren gegangen oder zuviel vorhanden-deswegen keine Behinderung zu erwarten.
Aus diesen Gründen möchte ich kein Risiko eingehen und erst stundenlang in den Wehen liegen, um mir dann sagen zu lassen, "oh, da ist etwas schiefgegangen, Ihr Kind hat `ne Sauerstoffunterversorgung und ist jetzt leider behindert."
Und der allerwichtigste Grund für mich : Ich für mich persönlich habe entschieden, das Kind per WKS holen zu lassen, weil ich lieber Schmerzen am Bauch und das gerne ein paar Tage lang ertragen kann, als dass mir der untere Bereich von vorne bis hinten aufgerissen werden könnte.Verspüre da leider einen grossen Widerstand gegen und bin froh, dass ich in einer Zeit lebe, in der ich die Entscheidungsfreiheit habe.

LG, Nicole

Beitrag von willow19 05.09.06 - 19:25 Uhr

Hmm, also ein paar Gründe kann ich verstehen, dass Du dann kein Risiko eingehen willst. Auch gerade wegen den Augen, denn da bringts ja nichts, wenn man sich, ich sags jetzt mal krass, das Augenlicht aus dem Kopf presst.
Gründe wie, lieber Schmerzen am Bauch, als dass da unten was schief geht, akzeptiere ich da weniger, aber so lange dies nicht so der Hauptgrund ist, sag ich nichts weiter dazu bzw. dagegen.
Ich wünsch Dir auf alle Fälle, dass alles gut geht.

Liebe Grüße

Beitrag von nina265 05.09.06 - 17:09 Uhr

Hallo Kerstin,

erstmal herzlichen Glückwunsch zu Deinem Kleinen! #fest

Es ist natürlich sch... und traurig das Du so ein schlechtes erlebnis hattest. Trotzdem glaube ich, das ein WKS nicht so schlimm abläuft. Bei Dir musste es schnell gehen. Bei einem geplanten KS haben die Ärzte Zeit, können die Bauchdecke viel vorsichtiger öffnen und der Katheder muss nicht so schnell wie möglich reingesteckt werden. Und die Frau hat sich lange vorher intensiv Gedanken darum gemacht und bewusst dazu entschieden.

Deswegen denke ich, das die Erfahrungen Not-KS und WKS sich meistens recht deutlich von einander unterscheiden.

Gruss Nina

Beitrag von sunny0804 05.09.06 - 18:05 Uhr

Hallo Kerstin!

Du sprichst mir sooooooo aus der Seele!!!

Ich hatte am 14.6.06 einen KS. Ich sollte ins KH am Morgen um einen Wehenbelastungstest machen zu lassen, da ich schon 5 Tage über dem termin war. Bei dem Test sind die Herztöne meiner Kleinen sehr drastisch abgefallen und zu guter letzt, wollten sie auch nicht mehr "hochkommen". Mir wurde um 12:45Uhr gesagt: KAISERSCHNITT und um 13:05 war die Kleine da. Sicher, dieser KS hat ihr sehr wahrscheinlich das Leben gerettet aber es war die absolute Hölle!

Ich konnte bis heute auch noch keinen Geburtsbericht schreiben, weil einfach alles noch "da" ist und ich bis heute noch davon träume. Ich habe den Vergleich nicht zu einer "Spontanentbindung" aber stelle mir sehr wohl vor, dass es angenehmer für beide ist!

Ich habe nach dem KS noch eine ganz böse Infektion bekommen, wo keiner wusste, wo diese her kam. Hatte über 40 Fieber, fühlte mich wie in einer ganz anderen Welt, konnte mich nicht um mein Kind kümmern und hab einfach nur geheult.
Die Infektion nach einem KS ist nichts unnormales, da es ja eine richtig dicke Bauch-OP ist. Ich habe auch so meine eigene Meinung über die WKS. Ich finde das einfach nur krank, auch auf die Gefahr hin, dass ich mich hier grade selber steinige, das ist nunmal miene Meinung dazu!

Ich glaube auch nicht, dass sich die Mütter wirklich bewusst darüber sind. Meine Kurze hatte über die ganze Stirn einen Schnitt vom KS, ja kann auch passieren...... sie hatte ebenfalls einen Geburtsschock, weil sie ja nunmal nicht auf die Geburt vorbereitet wurde sondern einfach "rausgerissen" wurde.

Das Fruchtwasser , was das Baby noch teils in den Lungen hat, wird nicht, wie bei der Spontanentbindung rausgedrückt, nein es bleibt da, kann zu infektionen führen und wird nur oberflächlich nach dem KS abgesaugt...........

Na ja, jedem das Seine. "Leider" war es meine 1. Geburt und für mich steht fest, ich werde nie wieder ein Kind bekommen! Das wars, das will ich nie wieder haben!

Die Wahrscheinlichkeit zu einem erneuten KS liegt nämlich enorm höher, wenn man schon mal einen gehabt hat und das werde ich mir sicher nicht antun!

Ich wünsche dir Alles Gute und das du dieses blöde Erlebnis irgedwann nicht mehr ganz so nah vor Augen hast!

Alles, alles Liebe an Dich und Deine Familie!

LG
Sunny + Prinzessin 12 Wochen alt