21 monate kind mitnehmen??

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von chipwoman 05.09.06 - 21:27 Uhr

Hallo,

letzte woche ist der "opa "von meinem Mann gestorben.#kerze
Und morgen ist beerdigung.
Seine Mutter kommt ihn morgen abholen und sie gehen dann zusammen dorthin.
Tja und ich bleibe mit unserem kleinen hier.Unser sohn ist 21 monate alt,sehr unruhig und quengelig.Er kann keine sekunde mal ruhig sitzen oder leise sein.Wie eben kinder in diesem alter sind.
dehslab haben wir ausgemacht das ich zuhause bleibe,denn ich und die anderen würden es sicher nicht so toll finden wenn während der beerdigung unser sohn schreit lacht und dort rumläuft.
Nur auf der anderen seite fühle ich mich nihct so gut dabei.Ich komme mir vor wie als würde ich meinen mann im stich lassen.

was würdet ihr tun ?kind mit zur beerdigung nehmen?
Julian irgendwo abgeben geht nicht,da ich hier niemanden habe.


eine kerze für den opa #kerze

Beitrag von happyredsun 05.09.06 - 22:05 Uhr

Hallo,

erstmal herzliches Beileid!!!

ganz ehrlich: Ich würde ihn mitnehmen, er gehört genau wie du zur Familie und er ist ein Kleinkind, die sind eben nicht so wie man sie gerade braucht.

Ich denke, die Familien werden das auch verstehen.

Alles Gute

Happy

Beitrag von kikou 05.09.06 - 22:28 Uhr

Hallo Chipwoman,

Ich habe vor ein paar Wochen meinen Grossvater verloren. Meine Kinder (4 1/2 und 2 1/2 Jahre alt) haben sehr an ihm gehangen. Da der Todesfall recht plötzlich war, standen wir alle ein bisschen unter Schock, plötzlich galt es so viel zu organsieren und zu tun.

Wir haben den Tag der Beerdigung so organisiert: während der Messe ist mein Mann mit den Kindern zu hause geblieben. Auf den Friedhof haben wir sie mitgenomen. Da war noch eine kleine Andacht und dann die Urnenbestattung. Das haben sie richtig gut überstanden, sie waren auch (relativ) lieb. Klar, sie sind nicht stocksteif rumgestanden, sondern sind auch ein bisschen hin- und hergegangen, oder haben Bekannte begrüsst. Aber eigentlich haben sie nicht gestört, im Gegenteil. Ein Leben, das geht, und 2 Leben, die noch ganz am Anfang stehen. Wir fanden das eigentlich trotz unserer Trauer sehr schön.

Es war mir wichtig, dass sie den Verlust auch ein bisschen "verstehen", mit dabei sind, Abschied nehmen. Aber eine Messe hätte ich ihnen (und mir!) nicht zumuten wollen.
Vielleicht kannst du ja auch später zum Kaffee gehen, wenn einer organisiert wird, so bist du auch ein wenig mit dabei, kannst mit den anderen Anwesenden ein bisschen reden und trauern.

Liebe Grüsse,
Kikou

Beitrag von pupsy 05.09.06 - 22:28 Uhr

Ich würd ihn auch mit nehmen. Auch wenn er lacht.

Ehrlich gesagt, was ist denn beim "Leichenschmaus" Da wird auch gelacht.

Der kleine gehört dazu! Wem das nicht passt, hat Pech.

Ich denke, es wäre falsch nicht hin zu gehen. So könnt ihr dem "Opa" die letzte Ehre erweisen.

LG

Und alles Gute

Nicole

Beitrag von moonerl 06.09.06 - 02:09 Uhr

Hallo,

als Oma und Opa von meinen Kindern gestorben sind, haben wir sie auch mit zur Beerdigung mitgenommen. Meine Kleine war damals 2 Jahre alt. Für die Kirche habe ich ihr Gummibärchen mitgenommen.

Sprich mit deinem Kleinen über den Tod. Geh mit ihm auf den Fiedhof, erklär im alles.

Grüßle :-)

Beitrag von dropsi_2 06.09.06 - 09:25 Uhr

Ganz ehrlich?

Ich würds nicht tun.

Was hat ein Kleinkind zwischen weinenden, trauernden Menschen zu suchen?

Als meine Oma damals starb, hab ich meine nicht mitgenommen. Als alles vorbei bin ich mit den Beiden zum Friedhof und habe ihnen dort Alles erklärt, aber auch nur, was sie wissen wollten. Hat mir auch sehr geholfen etwas unbefangener zu werden.

Ich hatte auch keinen Babysitter und wir haben uns abgewechselt, damit immer einer bei den Kindern war und sich trotzdem jeder verabschieden konnte.

Katy

Beitrag von dori1972 06.09.06 - 12:49 Uhr

Hallo !

Also ich würde ihn auch nicht mitnehmen. Nicht, weil er lachen könnte, sondern weil ich glaube, dass ein so kleines Kind mit der Situation überfordert sein könnte und das alles evtl. auch nicht einordnen kann.

Ich würde es machen wie im Posting vorher vorgeschlagen, hinterher mit ihm alleine hingehen.

Das Du dann an der Beerdigung nicht teilnehmen kannst ist schade, aber das geht dann ggf. nicht anders.
(Hast Du keine Krabbelgruppe, wo er mal bei jemanden zum Spielen unterkommen kann?)

LG
Dori

Beitrag von golm1512 07.09.06 - 13:49 Uhr

Hallo!
Im Juni ist die Oma meines Mannes gestorben. Die Eltern meines Mannes sind schon länger tot, so dass Oma nur noch ihre Enkel hatte und die Urenkel, die aber teilweise sehr weit weg wohnten. Wir haben alle mit zur Beerdigung genommen. Lukas (9) und Kathrin (6) wollten die tote Oma nochmal sehen, also wollte auch unser Max (2,5) mit. Ich fand das total o.k. und es ist immer sie Frage, wie man selbst mit dem Tod umgeht. Ich habe beruflich viel mit Sterbenden zu tun gehabt und mir ist es ein großes Anliegen, dass auch meine Kinder lernen, dass der Tod normal ist. Omas Tod war eine gute "Übung", weil neben aller Traurigkeit auch eine Erleichterung über die Erlösung da war und keiner zusammenbrechen musste.
Irgendwie war es ganz schön, wie sie so alle nochmal bei Oma waren. Ganz ehrfürchtig, aber eben auch neugierig und fröhlich. Oma hätte das gefallen.
Am Grab gab es dann eine Kicherszene, weil Max die Rose nicht richtig ins Grab geworfen hatte, was die anderen Kinder furchtbar witzig fanden. Ein paar der anderen Trauergäste waren etwas angeschnarcht, aber wir fanden das o.k. Die Kinder waren Omas Familie, nicht die naserümpfenden Leute. Und -wie gesagt- Oma hätte es sicher gefallen, dass alle da waren.
Ich würde meine Kinder immer wieder auf eine Beerdigung mirnehmen. Ein bisschen hängt es davon ab, wer gestorben ist und wie die Stimmung sein wird, aber irgendwie kann ich sie ja vor solchen Erfahrungen doch nicht schützen und da finde ich es besser, sie erleben sie zuerst mir uns, damit man sie auffangen kann. Dabei habe ich in meinem Beruf oft die Erfahrung gemacht, dass die Kinder die erwachsenen auffangen, weil sie viel entspannter und gelassener mit dem Sterben umgehen können. Weder Lukas noch Lathrin noch Max waren dannach verstört. Kathrin vielleicht etwas nachdenklich, aber das gab sich sehr schnell.
Viele Grüße
Susanne