Für wie sinnvoll haltet ihr eine räumliche Trennung?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von trixi 05.09.06 - 21:43 Uhr

Meine Frage steht ja schon im Betreff. Wie sinnvoll ist eine räumliche Trennung, wenn die Luft in ner Ehe raus ist und jeder etwas andere Ansichten von dem gemeinsamen Leben hat? Es sind zwei Kinder im Spiel, die mit mir mitkommen würden. Wir würden ganz in der Nähe des Papas wohnen, wir würden unsere Ehe weiterführen, uns jedoch nicht mehr täglich auf der Pelle hängen. Wir sind jetzt seit 3Jahren zusammen, solang wohnen wir auch schon zusammen und seit 1,5Jahren sind wir verheiratet... Ich sehe es als Chance für uns, wieder etwas Frische in die Beziehung zu bringen... Hat jemand schonmal ne Erfahrung mit ner räumlichen Trennung gemacht? Wie ist eure Erfahrung damit???

Danke schonmal im Vorraus über viele Meinungen:-)

Beitrag von cassiopeia68 05.09.06 - 21:49 Uhr

Ich selbst noch nicht, ich habe aber eine Bekannte, die mit dem Kind allein lebt und deren Mann vor einigen Jahren ausgezogen ist. Die beiden sind nach wie vor zusammen und glücklicher denn je in dieser Form der Beziehung.
Dazu muß man aber sagen, daß die Streitpunkte vor der räumlichen Trennung aber überwiegend häusliche Dinge waren. Beispielsweise der Einrichtungsgeschmack, der Ordnungssinn usw.
Das fällt natürlich jetzt alles weg und wenn man so will, dann haben sie ihre Probleme auf diesem Weg sehr gut gelöst.

Beitrag von Maja 05.09.06 - 21:53 Uhr

Wenn du das Zusammenleben nach gerade mal drei Jahren schon als "auf der Pelle hängen" empfindest, wird dir eine räumliche Trennung bestimmt erstmal Erleichterung verschaffen.
Aber ihr habt auch noch unterschiedliche Auffassungen vom Zusammenleben.
Auf lägere Sicht gesehen wedet ihr euch vermutlich entfremden und jeder seinen Weg gehen.

Beitrag von agostea 05.09.06 - 21:58 Uhr

Eine räumliche Trennung halte ich persönlich immer für sinnvoll.

In deinem Fall finde ich es allerdings bedenklich,das du den Wunsch verspürst, nach gerade mal drei gemeinsamen Jahren für "Frischen Wind" sorgen zu müssen....#kratz

In diesem Fall könnte eine räumliche Trennung auch nach Hinten losgehen...

Gruss
agostea

Beitrag von trixi 05.09.06 - 22:13 Uhr

Wenn man sich 3Jahre jeden Tag auf der Pelle hängt, kann das ganz schön an der Beziehung zerren... Uns fehlte quasi diese Anfangsphase, da ich direkt nach 2Wochen zu ihm gezogen bin und nun hat sich der Alltag extrem eingeschlichen #schmoll

Beitrag von agostea 05.09.06 - 22:19 Uhr

Dann würde ich das Experiment der räumlichen Trennung mal versuchen.
Möglicherweise entwickeln sich die Dinge dann ja wieder zum positiven.

Um ehrlich zu sein - ich würde nicht mehr so schnell mit jemandem zusammenziehen wollen...es ist ein hartes Stück Arbeit,keine allzu grosse Alltagsroutine einkehren zu lassen..

Und räumliche Freiräume halten eine Beziehung spannend.

Beitrag von trixi 05.09.06 - 22:27 Uhr

Ich glaube auch, es wäre die letzte Chance für uns... In letzter Zeit gabs nur noch Stress zu Hause und so kann sich jeder in sein "Reich" zurückziehen, wenns Krach gibt. Schade ist es nur für die Kids (der große ist ein Jahr, die Kleine kommt im Dez. Sie war ein Unfall, aber ich wollte dieses Kind, er ist noch nicht so überzeugt davon#schmoll)... Danke für deine Antwort und auch für die anderen Antworten, die machen einem Mut :-)

Beitrag von agostea 05.09.06 - 22:42 Uhr

Die Kind(er) sind/ist noch klein und wird sich rasch dran gewöhnen - der Papa ist ja nicht weit weg.

Könnte ein ungewöhnliches - aber durchaus fortschrittliches und modernes Familienleben sein,was ihr dann führen würdet.

Alles Gute und #klee
agostea

Beitrag von judith.w 06.09.06 - 22:53 Uhr

Ich bin mit meinem Mann 6 Jahre zusammen, 3Jahre verheiratet und habe einen 2 jährigen Sohn. Und manchmal denke ich auch: was will ich mit ihm???Er hockt viel am Computer und Sex gibt es alle Jubel Jahre mal. Mal stört es mich gar nicht und manchmal könnte ich aus der Haut fahren. Aber ich habe festgestellt das das an meinem Zyklus liegt. Eine Woche vor meinen Tage bin ich nervös, gereizt und sehr übellaunig und da würde ich am liebsten meine Koffer packen. Aber wenn ich diese Zeit überwunden habe bin ich wieder froh das ich es geschafft habe nicht den leichten weg genommen zu haben.
Wenn einer erstmal ausgezogen ist dann ist man auch schnell offen für einen neuen Partner und dann ist es ganz aus.....

KINDER SIND IMMER DIE LEIDTRAGENDEN.

Gruß Judith

Beitrag von ruffi 07.09.06 - 08:44 Uhr

Hmm, ich hahlte gar nichts von diesen "schaunmermalwiesspäterweitergeht-Entfernungen". Letztlich bereinigt ihr damit nicht eure Probleme, die ihr offentsichtlich habt, oder zumindest eine/r von euch. Ihr schiebt sie weg und löst sie nicht - das geht nur, wenn ihr nah beieinander seid und die Themen versucht anzusprechen und zu ändern, die auf euch störend wirken.
Eine räumliche Trennung geht dann gut, wenn mit der Beziehung alles in Ordnung ist. Ohne diese Vorraussetzung wird eine Beziehung nicht halten, denn man entfernt sich emotional immer weiter voneinander.
Mein Mann und ich haben drei Jahre Wochenendbeziehung erlebt am Anfang unserer Liebe, das war zwar schmerzhaft, weil man sich vor Sehnsucht verzehrt, aber wir konnten uns wirklich genießen in unseren gemeinsamen Zeit und mussten dann keine Probleme wälzen. Danach haben wir geheiratet, leben jetzt komplett zusammen und haben noch einen kleinen Sohn bekommen - alles bestens!

Beitrag von mausel63 07.09.06 - 14:31 Uhr

Wie schon beschrieben, kann es gut oder schlecht für die Beziehung sein, sich räumlich zu trennen. Ward Ihr schon zur Paarberatung ? Ich würde mir auf jedem Fall professionelle Hilfe holen, gerade weil Kinder im Spiel sind !

Ich denke wir kommen nicht als geborene Konfliktlöser auf die Welt, wir brauchen mitunter Hilfe / Techniken zur Problemlösung. Es gibt ja bereits die Idee vom " Führerschein für die Ehe" , von vielen Kirchen wird dabei vor allem Konfliktlösung für die Zukunft vermittelt!
Wenn bei Euch noch ein Funken Liebe vorhanden ist und Ihr zusammenbleiben wollt, müßt Ihr an Euch arbeiten! In Beziehung bleiben erfordert auch Arbeit! Es wird einem nichts geschenkt, aber somit profitiert man ja auch von einer Partnerschaft! Schau Dich um , gibt es ein glückliches Paar in Deiner Umgebung ? Wenn ja, was machen die anders, als Ihr?
Vielleicht braucht Ihr auch einfach Regeln , Vereinbarungen in Euerer Beziehung. Das könnt Ihr mit Hilfe Eheberatung oder Mediation klären.
Wie wärs denn mal ,wenn einer von Euch 3-4 wochen Urlaub nimmt und wegfährt ( zur Freundin / Freund) und Ihr danach an Eurer Beziehung arbeitet, aber mit prof. Hilfe ?#schein
Alles Gute für Euch!
Mausel

Beitrag von caschirr 08.09.06 - 09:38 Uhr

Eine räumlich Trennung ist manchmal sehr gut . Ich bin mit meinem Partner 3 Jahre zusammen und im letzten Jahr haben wir uns 24 Stunden rund um die Uhr gesehen das hat ganz schön an den Nerven gezerrt. Nun seit einem halben Jahr sehen wir uns nur an den Wochenenden und einmal unter der Woche da er seine Arbeit in einer anderen Stadt hat. Und wir stellen fest das wir uns gegenseitig vermissen und wieder besser zuschätzen wissen. Zwei getrente Wohnungen würde ich nicht machen das hat sowas entgültiges. Versucht es doch mit einer größeren Wohnung,Haus oder einem getrennten Urlaub. Glaub mir das wirkt.Wir ziehen jetzt in zwei Monaten zu seiner Arbeit und leisten uns ein Haus wo jeder sich mal in seine Private Ecke zurück ziehen kann.

Grüße von Carmen und Kimberley#baby

Beitrag von tinaxx 08.09.06 - 18:37 Uhr

Hallo!

Ich fasse mal zusammen:

Ihr seid seit 3 Jahren zusammen.
Ihr habt ein Kind von einem Jahr.
Du erwartest im Dez. das zweite Kind ("ein Unfall"), das dein Mann nicht unbedingt haben will.
Ihr hängt euch täglich auf der Pelle und habt Stress.

Meine Prognose:
Du wirst spätestens im Dez. oder Januar noch viel mehr Stress haben als jetzt, weil du ein Neugeborenes und ein junges Kleinkind ALLEIN zu versorgen hast.
Zeit für Gespräche, für euch als Paar werdet ihr in der ersten Zeit kaum noch haben - und das braucht ihr, wenn ihr eure Ehe retten wollt.
Deshalb mein Vorschlag: Versucht, eure Ehe JETZT (bevor Nr. 2. kommt) zu retten, an euch zu arbeiten und zusammen zu bleiben.

LG, Tina.