Reihenmittelhaus- jemand zufrieden damit?

Archiv des urbia-Forums Haushalt & Wohnen.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Haushalt & Wohnen

In diesem Forum haben Haushaltstipps und alle Fragen rund ums Wohnen und den Garten ihren Platz. Fragen zur Baufinanzierung sind besser bei Finanzen & Beruf aufgehoben. Viele Tricks und Kniffe zum Thema Haushalt findet ihr in unserem Service Die besten Haushaltstipps.

Beitrag von toertchen_14 06.09.06 - 11:51 Uhr

Hallo!
Bei unserer Suche nach einem gebrauchten Eigenheim haben wir bisher eher nach freistehendem EFH, Reiheneckhaus, DHH geschaut. Ich kenne eigentlich auch niemanden, der von vorn herein in ein Reihenmittelhaus ziehen wollte. Nun werden wir aber demnächst doch eins anschauen, weil alle anderen Faktoren stimmen und der Garten gar nicht sooo klein ist (Grundstück hat 300 qm).
Nun meine Frage: Wer wohnt gerne in einem RMH und kann es mir schmackhaft machen? Vorteil ist ja sicher, dass man nicht so viel heizen muss, stimmts? Und ist es ein Problem, dass man an den Seitenwänden keine Fenster hat und es dadurch zu dunkel ist?
Freu mich auf Eure Antworten!:-)

Törtchen

Beitrag von pubaer1 06.09.06 - 12:23 Uhr

Hallo,

wir haben bis vor 3 Jahren in einem (gemieteten) RMH gewohnt. Es war ein total schönes, modernes Niedrigenergiehaus, hell, mit viel Holz u. Glas etc. Wir haben sehr gerne dort gewohnt. Vorteile: man zahlt sehr wenig Heizkosten, da man ja nur 2 Außenwände hat. Nachteil: evtl etwas weniger Licht, da nur 2 Außenwände - ergo weniger Fenster.
Wir hatten einen kleinen Garten, 2 Terassen, Carport, etc. und sind nur ausgezogen, weil wir uns was eigenes gekauft haben.

LG
Tanja

Beitrag von keinesupermama 06.09.06 - 12:23 Uhr

Hallo Törtchen!

Ich habe ewig lange auf nichts mehr bei urbia geantwortet (nur gelesen), aber ich würde dir gern meine Erfahrungen schildern:

Mein Mann und ich haben uns ein Reihenmittelhaus gekauft (150 qm, Garten, Keller jetzt voll ausgebaut, 2 Bäder) und sind glücklich und zufrieden.

Wir haben eine riesige Fensterfront zum Garten, und auch vorn heraus ein großes Fenster + gläserne Doppel-Eingangstür. Es ist niemals zu dunkel.

In unserem Haus stimmt es mit dem Heizen, weil diverse Rohre unter Küche, Flur und Wohnzimmer verlaufen, und wir somit eine Art Fußbodenheizung haben :-D

Was man nicht vergessen darf, sind die Nachbarn. Wir haben großes Glück mit unseren Nachbarn - aber die auch mit uns. Das Motto ist "Leben und leben lassen", ab und an gibt es ein kleines Schwätzchen, und nach dem Einzug konnte ich jederzeit mit Fragen zu ihnen kommen.

Ich hatte, bevor ich im Netz dieses Haus fand, auch große Vorbehalte. "Da kann ich ja gleich in eine Wohnung ziehen." oder "RMH? Da wohnen garantiert die Spießer..." Ja, ich hatte Vorurteile ;-) Aber: Stimmt alles nicht -> zumindest nicht hier bei uns.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen und wünsche euch viel Glück bei der Suche!

LG - Gely

Beitrag von aggie69 06.09.06 - 13:24 Uhr

Ich würde es nicht machen. Da wären mir die Nachbarn zu dicht auf der Pelle - egal wie nett sie sind. Wenn was eigenes, dann wirklich nur ein einzeln stehendes Haus, sonst hätte man gleich in der Mietwohnung bleiben können.

Beitrag von urbani 06.09.06 - 13:27 Uhr

Hallo!

Wir haben uns vor 3 Jahren ein Reihenmittelhaus gekauft. Klar hätte ich gerne ein freistehendes Haus gehabt, aber das wäre damit verbunden, dass ich aufs Land hätte ziehen müssen. Dort hätte ich für den Preis des Reihenhauses ein großes freistehendes Haus kaufen können.

Wir entschieden uns für das Reihenhaus, weil wir zentral leben. Sämtliche Geschäfte, Ärzte, Schulen, Kindergarten etc. sind fußläufig in 5 Minuten zu erreichen. Zu dem neuen "Wohnpark" gehört ein weitläufiger Park. Das heißt, dass wir dort spazieren, Fahrradfahren , Inlinern etc. können und trotzdem die Vorteile der Stadt genießen.

Zum Haus selber: Wir haben 3 Etagen plus Keller. Es ist eben ein typisches Reihenhaus. Küche: 10 qm, Wohnzimmer 38 qm, Flur 6 qm und Gäste-WC: 2 qm. Im 1. Stock befinden sich 3 Kinderzimmer (14, 15, und 12 qm) und das Bad (9 qm) plus Flur. Im Obergeschoss befindet sich ein Wohnstudio, welches 40 qm groß ist und neben unserem Schlafzimmer auch ein Wohlfühlzimmer ist. Im Keller haben wir einen Hobbyraum und einen Wasch-Vorratsraum.

Im Haus ist es sehr hell, da wir große Fensterfronten haben. Von den Nachbarn bekommen wir lärmtechnisch nichts mit, da die Häuser sehr gut gedämmt und 2-schalig (nennt man das so?) gebaut sind. Wir kommen mit den Nachbarn gut aus und sind sehr glücklich, dass wir dieses Haus gekauft haben.

Manchmal kommt auch bei mir der Gedanke auf, dass ich doch gerne in einem freistehenden Haus wohnen möchte, aber wenn ich meine Kinder überall zu Fuß hinschicken kann, freue ich mich doch, dass wir nicht auf dem Land wohnen.

Auch die Heizkosten sind nicht zu vergessen. Wir haben für dieses große Haus nur 500 Euro Heizkosten jährlich. Damit kann man gut leben.

Alles in allem sollte man hinter der Entscheidung stehen. Es gibt viele Vorteile und eben auch einige Nachteile. Wir bereuen unsere Entscheidung nicht.

urbani

Beitrag von toertchen_14 06.09.06 - 14:08 Uhr

Danke für Eure ausführlichen, ehrlichen Antworten!!
Insgesamt komme ich nun zu dem Schluß, dass es sich auch in einem RMH gut leben lässt!
Wahrscheinlich schauen wir uns das Haus, das in Frage kommt, am Wochenende an. Wenn sonst alles paßt, werde ich auf jeden Fall auch mal bei den Nachbarn klingeln, bevor wir uns endgültig entscheiden. Da die Häuser 1992 gebaut wurden, sind die Gärten schon schön eingewachsen.
Zu Kindergarten und Schule ist es super nah, und außerdem ist man in 5 min zur S-Bahn gelaufen... mit der Zeit kommt man einfach drauf, dass das extrem wichtige Faktoren sind!

Tschüß und nochmals danke!
Törtchen

Beitrag von wasteline 06.09.06 - 20:20 Uhr

Ich kann Dir auch nur positiv über unser Mittelreihenhaus und dessen Lage berichten. Nette Nachbarn, sämtliche Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe, 8 Minuten bis zur U-Bahn und in 20 Minuten in Hamburg-City. Unsere Jungs sind flexibel und benötigen keinen Mama- oder Papachauffeur.

Meine Shwägerin bewohnt ein freistehendes Einfamilienhaus auf dem Dorf. Keine U-Bahn, kein Nachtbus und auch ansonsten wenig Öffis. Sie darf zu jeder Tages- und Nachtzeit ihre Söhne transportieren.

Nee, danke, da lob ich mir mein schnuckeliges Reihenhaus und verzichte auf einen großen Garten.

Gruß
wasteline

Beitrag von klaus_ 06.09.06 - 21:39 Uhr

Zitat
Wenn sonst alles paßt, werde ich auf jeden Fall auch mal bei den Nachbarn klingeln, bevor wir uns endgültig entscheiden

Das würde ich unbedingt machen (vielleicht besser: telefonisch einen Kaffee-Termin vorab vereinbaren und Euch als potentielle neue Eigentümer vorstellen)
Wir waren sehr froh, dass wir das gemacht hatten, da wir eine gute Tipps über die Bausubstanz erhalten haben , die dann in den Kaufvertrag eingeflossen sind.


Wir haben Dreispänner und wohnen in einem Eckhaus. Die jeweiligen RHM Eigentümer brauchen übrigens nicht weniger Öl als wir !

Ja, und: ein RHM IST dunkler, klar. Und wenn Du Pech hast, mußt Du mit dem Rasenschnitt durch das ganze Haus .


Klaus

Beitrag von bert 07.09.06 - 09:21 Uhr

Hallo,

wir leben seit mehreren Jahen in einer Reihenhaussiedlung.
Haben uns dort ein Endhaus gekauft.
Im Prinzip ist zu den Häusern nichts zu sagen.
Bauweise ist massiv, d.h. von den Nachbarn bekommt man nichts mit. Im Haus hat man seine Ruhe.

Aber!
Ein Reihenhaus würden wir uns nicht mehr kaufen.
Wie schon ein Vorschreiber mitgeteilt hat: Man ist sich zur dicht auf der Pelle. Gerade im Sommer.
Sitzt du auf der Terrasse, mäht der Nachbar garantiert den Rasen, der andere grillt oder hat die komplette Verwandschaft im Garten zu Besuch.

Schwierigkeiten gibts auch bei den Grundstücksgrenzen. Der eine umbaut sein Minigrundstück mit einem Zaun, der andere pflanzt als Heckeirgendwelche giftige Pflanzen.

Der andere baut sich ein Carport, so dass einem die Sicht genommen wird.

Reihenhäuser sind meistens auch so gebaut, das sie viel Wohnfläche auf mehreren Etagen bieten. Da macht es Anfangs noch Spass aus dem Erdgeschoss ins Dachgeschoss zu laufen.

Wehe aber du bist mal krank, hast Rheuma oder etwas anderes, das kommst du dann kaum die Treppen hoch.

Viele neugebaute Reihenhäuser verfügen auch nicht über einen Keller, aus Kostengründen. Da bauen sich dann die Käufer zusätzlich für viel Geld hässliche Holzbauten in ihren Gärten.

Wenns finanziell machbar ist würde ich noch was drauf legen und ein freistehendes Haus mit viel Grundstück kaufen.

Alles Gute